Abstract:
Im Rahmen dieser Hausarbeit soll die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie genauer analysiert werden. Da besonders die berufstätigen Mütter von diesem Konflikt betroffen sind, werden sie im Hauptaugenmerk der Seminararbeit stehen. Bei der Betrachtung der Entwicklung der Beruftätigkeit von Frauen ist speziell die ungleiche Verteilung zwischen Ost-und Westdeutschland vor sowie nach der Wende auffällig.
Es soll versucht werden die Ursachen dieser unterschiedlichen Entwicklungen aufzudecken und im Anschluss Möglichkeiten der Verbesserung des Vereinbarkeitsdilemmas aufzuzeigen.
Ziel dieser Seminararbeit ist es, den Schein im Bereich der Industrie- und Techniksoziologie nach der Studienordnung für Diplomsoziologie vom 18.12.2003 (Amtliche Bekanntmachung: 9/2003) zu erwerben.
Zeichenzahl: 42.204
Autoreninformation: Name: Katja Hüttner
Datum: 10. August 2006
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Seite 1
2. Die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie. Ein Frauenproblem? Seite 3
3. Berufstätige Mütter Seite 5
3.1 Berufstätige Mütter in Ostdeutschland. Seite 7
3.1.1 Vor der Wende Seite 7
3.1.2 Nach der Wende Seite 11
3.2 Berufstätige Mütter in Westdeutschland Seite 13
4. Lösungsansätze des Vereinbarkeitsdilemmas Seite 17
4.1 Möglichkeiten seitens der Arbeitgeber Seite 17
4.1.1 „Work-Life-Balance“ Seite 17
4.1.2 Inanspruchnahme von „Work-Life-Balance“ Maßnahmen. Seite 18
4.2 Möglichkeiten seitens der Arbeitnehmer, der erwerbstätigen Eltern Seite 18
4.3 Weitere Möglichkeiten. Seite 20
5. Zusammenfassung. Seite 20
Literaturverzeichnis Seite 21
1. Einleitung
Nicht nur in der Politik, sondern auch im alltäglichen Leben wird man immer öfter mit Schlagzeilen wie: „In Deutschland werden immer weniger Kinder geboren“ oder „Deutschland vom Aussterben bedroht“ konfrontiert. (Vergl. F.A.Z.(2005); Die Welt (2006))
Dass die Zahl der Geburten sinkt, ist nicht von der Hand zu weisen und in Deutschland wird auch schon seit einiger Zeit die Zahl von 2,1 Kindern pro Paar nicht mehr erreicht. (Statistisches Bundesamt (Hrsg.) (2005), S.39) Diese Zahl wäre nötig, um die Generation der Eltern durch die der Kinder zu ersetzen und somit die Bevölkerungszahl zu erhalten.
Der Rückgang der Geburtenzahlen ist unter anderem auf den Konflikt zwischen zwei verschiedenen Bereichen unseres Lebens zurückzuführen: Die Familie und die Arbeit.
Das Problem der Vereinbarkeit zwischen der Arbeit und der Familie versetzt besonders Frauen in die Lage, auf einen Bereich zu verzichten, um einen Konflikt zwischen diesen Teilbereichen zu vermeiden. (Schmidt (1993), S.46) Dies wird deutlich, da die Geburtenrate sinkt, wenn die Frauenerwerbsquote steigt, d.h. im Falle einer Erwerbstätigkeit verzichten mehr Frauen auf eigene Nachkommen, um sich diesem Konflikt zu entziehen.
Wann und in welchem Ausmaß das Problem der Vereinbarkeit von Beruf und Familie in einem einzelnen Haushalt eintritt, hängt nicht nur von den Individuen bzw. den Eltern ab, sondern auch von den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Die gesetzlich geregelten Rechtsgrundlagen, die Einstellungen des Arbeitgebers und die vor Ort herrschenden Kinderbetreuungsmöglichkeiten seien hier als einige Beispiele genannt.
Der Arbeitgeber versucht junge, gut qualifizierte und flexible Arbeitskräfte mit so wenig wie möglich Ausfallzeiten zu beschäftigen. Es liegt andererseits im Interesse von Staat und Gesellschaft, dass Kinder geboren werden und die Familie als kleinste Institution der Gesellschaft aufrechterhalten bleibt. Von einer Verbesserung der Balance zwischen den Bereichen Arbeit und Familie profitieren drei verschiedenen Seiten:
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• der Arbeitnehmer und die Arbeitnehmerin, da eine verbesserte Vereinbarkeit
gewährleistet ist und somit zu einer Entlastung seitens der berufstätigen Eltern führt
• der Staat profitiert durch die größere Erwerbsbeteiligung und den somit
entstehenden höheren Steuereinnahmen und Sozialabgaben
• und zudem kann auch der Arbeitgeber Gewinne durch Kosteneinsparungen und
Wettbewerbsvorteile verzeichnen
(Vergl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2005), S. 7) Jeder Einzelne ist sich der Relevanz und Brisanz dieses Themas wohl bewusst, aber selten wird dieses Problem als ein persönliches aufgefasst, bevor man nicht selbst vor der Entscheidung steht, Kinder zu bekommen. In diesem Fall stellt sich schnell die Frage: Wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt, um eine Familie zu gründen und Kinder zu bekommen? Wie geht es weiter, wenn die Kinder einmal auf der Welt sind?
Wenn sich das Paar für Kinder entscheidet, aber dennoch nicht auf das Erwerbsleben verzichten will, sind viele Kompromisse auf beiden Seiten nötig, um Beruf und Familie zu vereinen. Es gibt bereits Versuche, diese Vereinbarkeit seitens der Unternehmen mit Hilfe von „Work-Life-Balance“ Projekten zu erleichtern. Aber auch wenn Institutionen von diesem Projekt Gebrauch machen und ihren Mitarbeitern diese Möglichkeiten anbieten, so wird damit nicht automatisch gewährleistet, dass die Angebote auch wirklich genutzt werden. Gründe hierfür werden im Kapitel 4.1.2 näher erläutert.
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2. Die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie. Ein Frauenproblem ?
Sowohl die Familie, als auch die Arbeit, nehmen meist wenig Rücksicht aufeinander und somit scheint es problematisch, diese beiden Teilaspekte unseres Lebens zu verbinden.
Hauptsächlich für Frauen ist das ein kennzeichnendes Problem, da die Ansicht herrscht, dass besonders kleine Kinder mehr ihre Mutter benötigen als ihren Vater. (Oberndorfer (1994), S. 21).
Da es sich aber hierbei nicht nur um eine alleinige Verantwortung seitens der Mütter handelt, sondern auch die Koordination und Abstimmung mit dem Partner bzw. dem Vater des Kindes gefragt ist, entsteht auch seitens des Mannes ein Konflikt zwischen dem Familienleben und der Erwerbsarbeit. (Blanke (1996), S.180) Durch die marginale Beteiligung am Haushalt und an der Kindererziehung ist dieser Konflikt jedoch bei Männern noch nicht so stark ausgeprägt, wie bei Frauen. Zusätzlich haben Männer seltener Schuldgefühle bei der Vernachlässigung von Familie und Haushalt. Als Begründung hierfür bringen Männer zum Ausdruck, dass sie doch schon mehr als ihre Väter damals tun und die Frau zwangsläufig dankbar sein sollte für dieses Zugeständnis. (Hickey/Salmans (1993), S. 154f)
Arlie Hochschild spricht auch von der sogenannten unfertigen Revolution. (Hochschild (1993), S. 34f) Darunter ist zu verstehen, dass Frauen schneller auf die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Einflüsse reagieren und sich damit rasanter verändern als die Männer dies tun. Zum Beispiel passen sich Frauen der männlichen Kultur an und übernehmen Aufgaben, die früher ihre Väter erledigt hätten und gehen einer Erwerbsarbeit nach, was früher zum größten Teil nur Männern vorbehalten war. Doch im Gegenzug dazu fehlt, dass Männer sich auch diesen Gegebenheiten anpassen und Aufgaben erledigen, die sie vor einiger Zeit noch als Aufgabe der Frau betrachtet haben, wie z.B. den Haushalt und die Kinderbetreuung. Frauen verändern sich also zusehends, doch die Männer beharren auf ihrem Rollenbild. Somit bleibt die Frage offen, wer die entstehende Kluft innerhalb der unfertigen Revolution schließt. An diesem Punkt wäre auch noch kurz die geschlechtliche Arbeitsteilung erwähnt. In den meisten Fällen sind Männer für zeitunabhängige und gelegentliche Aufgaben, wie Auto putzen und Rasen mähen verantwortlich. Auch bei der Kinderbetreuung übernehmen sie mehr die angenehmen Dinge, wie zum Beispiel Zoobesuche oder
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sonstige Ausflüge. Frauen dagegen sind gezwungen die Aufgaben innerhalb der Familie zu übernehmen, die an ein Zeitgerüst gebunden sind und täglich anfallen. Hier seien Essen kochen, Einkaufen und Waschen als Beispiele genannt. Durch diese Tatsache entsteht für Frauen nicht nur ein Zeitdruck im Beruf, sondern auch in dem Bereich der Familie. Der Konflikt zwischen beiden Teilbereichen wird somit immer größer. (Hochschild (1993), S. 31f). Arlie Hochschild kam überdies zu dem Ergebnis, dass Frauen, wenn man Hausarbeit, Erwerbstätigkeit und Kinderbetreuung zusammenzählt, im Jahr rund einen Monat mehr arbeiten als Männer. (Hochschild (1993), S. 26) Diese Arbeit besteht aus drei verschiedenen Schichten. Als 1. Schicht wird die Berufstätigkeit gesehen, die 2. Schicht beinhaltet die Familie und somit den Haushalt und die Kindererziehung. Die 3. Schicht erscheint etwas ungewöhnlich. Sie wird definiert als Schicht „in der sie [die Frauen] die emotionalen Folgen der verdichteten 2. Schicht zur Kenntnis nehmen, verstehen und auffangen müssen.“ (Hochschild (2002), S. 234) Da der Zeitdruck und damit die Ersparnis in der 2. Schicht, also in der Kinderbetreuung und im Haushalt, immer größer werden, wird die Notwendigkeit einer 3. Schicht immer dringlicher.
Insgesamt sind Frauen und Männer von dem Problem der Vereinbarkeit von Beruf und Familie betroffen. Für Frauen trifft dies jedoch in einem erheblich stärkeren Umfang zu. Aus diesem Grund ist es gerechtfertigt, besonderes Augenmerk auf berufstätige Mütter zu lenken. Im nächsten Kapitel soll die unterschiedliche Entwicklung berufstätiger Frauen und Mütter in Ost- und Westdeutschland genauer dargestellt werden.
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Arbeit zitieren:
Dipl.-Soz. Katja Hüttner, 2006, Konfliktfeld Beruf und Familie, München, GRIN Verlag GmbH
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