Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Sociology - Politics, Majorities, Minorities

Die Europäische Union - Chance und Gefahr für die Etablierung einer universalen Moral

Title: Die Europäische Union - Chance und Gefahr für die Etablierung einer universalen Moral

Diploma Thesis , 2002 , 89 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Peter Leffler (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

[...] An diesem Punkt soll nun meine Arbeit ansetzen.
Im ersten Kapitel will ich erklären, was für mich Moral ist, welche Interessen
Akteure haben moralisch zu handeln und welche Funktionen für mich die Moral im
Europäisierungsprozess hat.
Das zweite Kapitel soll darlegen, welche gesellschaftlichen Voraussetzungen für die
Etablierung einer universalen Moral gegeben sein müssen, welche Gefahren für diese
Etablierung bestehen und wo eventuell diese Voraussetzungen bereits gegeben sind.
Im dritten Kapitel will ich nun konkret untersuchen, wie es in der Europäischen
Union zur Etablierung einer universalen Moral kommen kann. Anhand vierer
Arbeitsthesen möchte ich Probleme formulieren, die eine Etablierung der universalen
Moral speziell in der EU gefährden könnten.
Diese Probleme sollen in den darauf folgenden Kapiteln, anhand einer Analyse des
Handelns der am Europäisierungsprozess beteiligten Akteure, diskutiert werden, um
eventuell Lösungsansätze zu finden.
Abschließend versuche ich zu erklären, ob das Bündnis reif für die Etablierung einer
universalen Moral ist, beziehungsweise welche Voraussetzungen in der kommenden
Zeit noch geschaffen werden müssen.
Einleitend soll noch erwähnt werden, dass sich diese Arbeit methodisch auf rein
theoretischer Ebene bewegen wird. Deren moralphilosophischer und
gesellschaftstheoretischer Touch erlaubt es mir kaum empirisch zu forschen. Zudem
würden derartige Forschungen zu diesem Thema den finanziellen und zeitlichen
Rahmen einer Diplomarbeit sprengen. Trotzdem werden Rückgriffe auf empirische
Forschungsergebnisse diverser Wissenschaftler an einigen Stellen einerseits
notwendig und andererseits sehr fruchtbar für den Verlauf meiner Arbeit sein. Diesen
werde ich mich dann dankbarer Weise bedienen.
Theoretisch stark beeinflusst ist die Arbeit von der Moralphilosophie, welche
Michael Baurmann in seinem Aufsatz: „Universalisierung und Partikularisierung der
Moral – Ein individualistisches Erklärungsmodell“3 vertritt. Diese Theorie werde ich,
wie bereits erwähnt im ersten Kapitel darstellen und in den darauf folgenden Kapiteln auf die Problematik des Europäisierungsprozesses innerhalb der EU
anwenden, also auf dieses bestimmte Thema spezifizieren.

2 vgl. Baurmann 1997 S. 70
3 vgl. Baurmann 1997

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Zur Bestimmung der Moral

1. Welche Interessen haben Akteure, moralisch zu handeln?

1.1. Das Prinzip der individuellen Zurechnung

1.2. Schwierigkeiten

1.3 Lösungswege

2. Die Universalisierung der Moral

II. Moral und Gesellschaft

1. Die offene individualistische Gesellschaft

2. „Das Wunder Europa“

3. Gefahren innerhalb offener individualistischer Gesellschaften

III. Moral und Europäische Union

1. Ist die EU eine offene individualistische Gesellschaft?

1.1 Die Irreversibilität des Europäisierungsprozess

2. Handelnde Akteure in der Europäischen Union

3. Die Funktion der Moral innerhalb der EU

4. Gefahren für die Etablierung einer universalen Moral innerhalb der EU

IV. Moralisches Handeln von Nationalstaaten

1. EU 15 vs. EU 20

2. Das räumliche Modell kollektiven Entscheidens bei der EU- Erweiterung

3. Anwendung des Modells kollektiven Entscheidens

4. Fazit

V. Moralisches Handeln von Organisationen

1. Historische Entwicklung von Unternehmenskooperation auf EU-Ebene

2. Zwischenfazit

3. Überregionale Kooperation von kleineren und mittleren Wirtschaftsunternehmen

4. Fazit

VI. Moralisches Handeln von Individuen

1. Die Krise der Gemeinschaft

1.1 Der Gemeinsamkeitsglaube bei Max Weber

1.2 Verschachtelung partikularer und universaler Gemeinschaften in offenen individualistischen Gesellschaften

2. Das Handeln von Individuen in Organisationen

2.1 Organisationale Umwelten

2.2 Individuen in Organisationen mit subversiven Zweck

2.3 Individuen in kleinen Organisationen mit kompatiblen Zweck

2.4 Individuen in großen Organisationen mit kompatiblen Zweck

3. Fazit

VII. Schlussbetrachtungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedingungen und Risiken für die Etablierung einer universalen Moral innerhalb der Europäischen Union. Ziel ist es zu ergründen, ob und wie der Europäisierungsprozess die Entstehung solcher allgemeinverbindlicher Normen fördern oder gefährden kann, indem die Handlungslogiken verschiedener Akteursebenen analysiert werden.

  • Analyse der Voraussetzungen für moralisches Handeln mittels des Prinzips der individuellen Zurechnung.
  • Untersuchung der EU als offene individualistische Gesellschaft und deren Eignung zur Etablierung universaler Werte.
  • Analyse des strategischen Handelns von Nationalstaaten, Organisationen und Individuen in Bezug auf Moralthematiken.
  • Diskussion der Gefahren durch Partikularisierung, Trittbrettfahrer-Problematik und Machtinteressen im europäischen Kontext.

Auszug aus dem Buch

1.2. Schwierigkeiten

Moral ist also ein Kollektivgut. Doch wie gehen Akteure mit diesem frei zugänglichen Gut um? Um dies näher zu erklären, möchte ich mich eines Beispiels bedienen, das Elinor Ostrom verwendet, um die Kollektivgutproblematik zu verdeutlichen. Sie beschreibt eine Gemeindewiese (Allmende), die jedem Mitglied der Gemeinde zur Nutzung bereitsteht. Jeder Akteur steht nun vor der Situation, dass er durch deren Nutzung profitieren kann, ohne die dadurch entstehenden Kosten (z.B. Überweidung) unmittelbar tragen zu müssen. Außerdem entstehen diese Kosten nicht nur ihm allein, sondern allen Nutzern der Allmende. Für jeden rationalen Akteur besteht nun der Anreiz, durch möglichst hohe Nutzung, soviel Profit wie möglich zu machen, denn die dadurch entstehenden Kosten werden ja von allen getragen und entstehen nicht unmittelbar. Das Dilemma besteht darin, dass für jeden Nutzer damit der Anreiz zur Überweidung der Allmende besteht. Die Situation verschärft sich zusätzlich dadurch, dass sobald erste Anzeichen der Zerstörung dieser Gemeindewiese sichtbar werden, jeder Akteur noch schnell soviel wie irgend möglich, von dem bald nicht mehr zur Verfügung stehenden Kollektivgut profitieren will. Die Zerstörung wäre damit beschleunigt und unvermeidbar.

Ähnlich verhält es sich mit der Moral. Wenn wir davon ausgehen, dass mittels des Prinzips der individuellen Zurechnung, ein gewisses Grundkapital an Moral erschaffen wurde, dann stellt sich die Situation der Nutzer (Moralinteressenten) dieses Kapitals ähnlich wie die Situation der Nutzer der Allmende dar. Auch hier besteht der Anreiz möglichst viel Profit zu schlagen, ohne unmittelbar Investitionen zur Erhaltung des Kollektivgutes (Moral) zu tätigen. Warum sollte man Kosten der Zurechnung tragen, wenn man von dem bereits vorhandenen Moralkapital profitieren kann?

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung skizziert den Prozess der europäischen Vereinigung und stellt die theoretische Ausrichtung der Arbeit zur Untersuchung der Bedingungen einer universalen Moral dar.

I. Zur Bestimmung der Moral: Dieses Kapitel definiert den moralphilosophischen Rahmen und erörtert die Anreize für Akteure, moralisch zu handeln, insbesondere unter dem Aspekt des Kollektivgutes.

II. Moral und Gesellschaft: Der Fokus liegt auf der offenen individualistischen Gesellschaft als notwendige Voraussetzung für die Entstehung universeller Werte.

III. Moral und Europäische Union: Hier wird die EU als potenziell offene Gesellschaft analysiert, wobei der Europäisierungsprozess und die Rolle der Akteure kritisch bewertet werden.

IV. Moralisches Handeln von Nationalstaaten: Kapitel IV beleuchtet das strategische Verhalten von Staaten, insbesondere im Hinblick auf EU-Erweiterungen und kollektive Entscheidungsprozesse.

V. Moralisches Handeln von Organisationen: Es wird untersucht, wie Wirtschaftsunternehmen durch Kooperation zur Etablierung eines europäischen Binnenmarktes beitragen und welchen Gefahren dies unterliegt.

VI. Moralisches Handeln von Individuen: Dieser Abschnitt analysiert die Mikroebene, wobei die Krise der Gemeinschaft und das Verhalten von Individuen in organisationalen Kontexten im Zentrum stehen.

VII. Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst die Chancen und Risiken der Moraletablierung in der EU zusammen und betont die Notwendigkeit, überregionale Kooperation nachhaltig zu sichern.

Schlüsselwörter

Europäische Union, universale Moral, Moraltheorie, Europäisierungsprozess, Kooperation, Kollektivgut, individuelle Zurechnung, Nationalstaaten, Organisationen, Individuen, offene Gesellschaft, Machtinteressen, EU-Erweiterung, rationales Handeln, Moralkapital

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten und Herausforderungen, eine universale Moral im Kontext der Europäischen Union zu etablieren, wobei sie moralphilosophische Ansätze mit politökonomischen Modellen verknüpft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der kollektivtheoretischen Betrachtung der Moral, der Struktur der Europäischen Union als offene individualistische Gesellschaft und der Handlungsanalyse von Nationalstaaten, Organisationen und Individuen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu erklären, unter welchen Voraussetzungen Akteure auf verschiedenen Ebenen bereit sind, überregionale Kooperation einzugehen, die als Basis für universale moralische Normen dient, und wo dabei die Grenzen liegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit bewegt sich auf einer rein theoretischen Ebene. Sie nutzt moralphilosophische Modelle (insbesondere von Michael Baurmann) sowie ökonomische Analysetools wie das räumliche Modell kollektiven Entscheidens.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der drei Akteursebenen – Nationalstaaten, Organisationen und Individuen – und untersucht deren jeweiliges moralisches Handeln sowie die institutionellen Rahmenbedingungen innerhalb der EU.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind Moralgaranten, das Prinzip der individuellen Zurechnung, das Allmende-Dilemma, kollektive Güter, EU-Erweiterungsdynamiken und Kooperationsinteressen.

Wie beeinflusst der Beitritt neuer EU-Mitglieder die moralische Basis?

Die Arbeit argumentiert, dass eine Erweiterung der Union das Risiko einer erhöhten Blockade- und Umverteilungsgefahr birgt, was die Investitionsbereitschaft in universale Werte schwächen könnte, sofern keine Kompensationsmechanismen für "Verlierer" greifen.

Welche Rolle spielt die "offene individualistische Gesellschaft" für die Moral?

Sie gilt als notwendige Bedingung, da sie durch den Schutz von Eigentums- und Freiheitsrechten Kooperation ermöglicht und den Anreiz schafft, Machtinteressen zugunsten moralisch fundierter, überregionaler Kooperation zurückzustellen.

Excerpt out of 89 pages  - scroll top

Details

Title
Die Europäische Union - Chance und Gefahr für die Etablierung einer universalen Moral
College
University of the Federal Armed Forces München  (Institut für Soziologie und Gesellschaftspolitik)
Grade
2,0
Author
Peter Leffler (Author)
Publication Year
2002
Pages
89
Catalog Number
V12067
ISBN (eBook)
9783638180573
Language
German
Tags
Europäische Union; Moral
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Peter Leffler (Author), 2002, Die Europäische Union - Chance und Gefahr für die Etablierung einer universalen Moral, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12067
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  89  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint