Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
2. Bedingungsanalyse 4
3. Sachanalyse 4
3.1 Wortschatz 4
3.2 Graffiti 4
3.3 Manga 5
4. Didaktische Analyse 6
5. Das mentale Lexikon 8
6. Lehrplanbezug 9
7. Lehr-Lernziele 10
8. Einordnung der Stunden in eine Unterrichtsreihe 10
9. Methodische Analyse 10
Literaturverzeichnis 12
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Einleitung
Das vorliegende Konzept für eine Unterrichtseinheit 1 über vier Schulstunden zum Thema Wortschatz entstand im Rahmen des Seminars „'Lernziele' und 'Kompetenzen' im Deutschunterricht der Sekundarstufen“, welches im Sommersemester 2008 unter der Leitung von Stefan Schallenberger an der Universität Bremen stattfand. Im Seminar haben wir uns mit den Ergebnissen des von der Deutschen Kultusministerkonferenz initiierten didaktischen Forschungsprojekts DESI beschäftigt und Unterrichtskonzepte diskutiert, welche die bei DESI festgestellten Defizite der Schülerinnen und Schüler 2 beheben sollen. Im Rahmen von DESI wurden in den Jahren 2001 bis 2006 10.500 Jugendliche am Anfang der neunten Klasse auf ihre Kompetenzen hin geprüft. Ein Gebiet, das dabei getestet wurde, war der Wortschatz. Es wurde festgestellt, dass 38,2 % der SuS nicht einmal das von DESI festgelegte Basisniveau erreichten, also Wörter wie „Ofen, sich kühl anfühlen, meinen“ (Willenberg 2007: 151) verstehen und anwenden konnten. Auf höchstem Wortschatzniveau - Kenntnis von Wörtern wie seltenere Fachwörter (Komposita), Fremdwörter und Redensarten - bewegte sich nur bei 17,9 % der SuS (Vgl. Willenberg 2007: 151).
In meiner Hausarbeit stelle ich vier Unterrichtsstunden vor, die diesem Missstand entgegen wirken. Sie sind an den von Peter Kühn dargestellten Wortschatzdidaktischen Dreischritt angelehnt, gehen aber methodisch noch über diesen hinaus. Zunächst werden die SuS mit Darstellungen aus den Themenfeldern „Manga“ und „Graffiti“ zur Sammlung von Wörtern angeregt. Anschließend werden die gefundenen Wörter systematisch geordnet. In einem dritten Schritt schlüpfen die SuS in die Rollen verschiedener Personen, welche den Appell der Darstellungen jeweils in der für diese Personen angemessenen Art und Weise beschreiben, sowie ihre Haltung dazu kundtun. Dabei wird sowohl die Quantität des Wortschatzes der SuS erhöht als auch ein kontextangemessener Umgang mit Sprache geübt. In seinem Aufsatz „Der vergessene Wortschatz“ schreibt Willenberg, dass, um sich überzeugend und zielführend verständigen zu können, ein aktiver und ein passiver Wortschatz unerlässlich sind. Darüber hinaus muss sich der Sprechende überlegen, welches Ziel, welche Genauigkeit und welches Register von ihm erwartet werden (Willenberg 2007: 148 und 149). In meiner UE werden diese Fähigkeiten an schülernahen Themenfeldern geübt und gefestigt.
1 Unterrichtseinheit wird im Folgenden mit UE abgekürzt.
2 Schülerinnen und Schüler werden im Folgenden mit SuS abgekürzt.
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2. Bedingungsanalyse
Die Unterrichtseinheit ist für die 8. Klasse des Gymnasiums konzipiert. Konkret durchgeführt werden soll sie im Rahmen meines EW-Praktikums an der Emilie-Wüstenfeld-Schule in Hamburg. Zwar ist mir noch nicht bekannt, in welcher Klasse genau ich die Unterrichtsstunden halten werde, die SuS dieser Schule kommen jedoch tendenziell alle aus bildungsnahen Elternhäusern, haben keine Sprachschwierigkeiten, sind normal entwickelt und motiviert. Die Klassen dieser Schule sind gemischtgeschlechtlich und es herrscht eine rücksichtsvolle Unterrichtskommunikation. In abgewandelter Form lässt sich die UE jedoch auch mit jüngeren oder älteren SuS anderer Schulformen durchführen. Wichtig ist jedoch, dass die SuS die Grundlagen der Arbeit mit Lexika und dem Internet beherrschen, bereits in Gruppen gearbeitet und Rollenspiele gemacht haben. Darüber hinaus sollten die Begriffe „Manga“ und „Graffiti“ grundsätzlich bekannt sein.
3. Sachanalyse
3.1 Wortschatz
Unter Wortschatz wird nach Meyers Großem Taschenlexikon die „Gesamtheit der in einer Sprache vorhandenen Wörter und festen Wortverbindungen“ verstanden. „Als aktiven W. bezeichnet man den von einem Sprecher/Schreibenden tatsächlich eingesetzten W. und als passiven W. den von ihm darüber hinaus verstandenen Wortschatz“ (Meyer 1998: 126). Nach Willenberg verfügt ein Mensch mit einem guten Wortschatz über ein „großes Repertoire von generellen Einträgen in seinem inneren Lexikon und er kann die verschiedenen diffizilen Nuancen unterscheiden, die das Vokabular unserer Sprache anbietet und die beim Lesen, Schreiben und Kommunizieren so wichtig sind.“ (Willenberg 2007: 148).
3.2 Graffiti
Graffiti sind auf Felsen, Mauern oder Wandflächen eingeritzte und aufgekritzelte Texte oder Zeichnungen, die schon seit der Antike bekannt sind und heute vor allem auf Häuserwänden oder öffentlichen Toiletten zu finden sind. Mit Hilfe von Farbspraydosen wurden Graffiti seit den 70er Jahren auch auf Busse, Züge oder U-Bahnen angebracht und waren seitdem oft auch Ausdruck politischen Protests. In dieser Funktion erhielten sie in Europa zunehmende Bedeutung und wurden durch den als Sprayer von Zürich bekannt gewordenen Harald
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Naegeli als künstlerische Ausdrucksmöglichkeit zur Diskussion gestellt. Graffiti-Art als neue Kunstrichtung konnte sich jedoch erst in den 80er Jahren etablieren. Bekannte Graffiti-Künstler sind beispielsweise Keith Haring und Jean-Michel Basquiat (Meyers Großes Taschenlexikon 1998: 273).
Das moderne Graffiti in Form des typischerweise mit der Sprühdose angebrachten Style-Writings ist ein zentraler Bestandteil der Subkultur Hip Hop. Graffiti-Writing als fester Bestandteil der Hip Hop-Kultur hat seine Wurzeln im New York der 70er Jahre. Ein griechisch-stämmiger Botenjunge begann, sein Pseudonym TAKI 183 während seiner Botengänge durch die Stadt an Wänden und Mauern zu hinterlassen. Ein Zeitungsartikel in der New York Times am 21. Juli 1971 über das Faible dieses Jungen animierte diverse Nachahmer. Das „Tagging“ in seiner heutigen Form war geboren und breitete sich schnell unter den Jugendlichen der ganzen Stadt aus. Es wird gemutmaßt, dass evtl. Julio 2004 bereits vor TAKI 183 mit dem Taggen begann, jedoch nicht die Aufmerksamkeit wie TAKI 183 erfuhr und daher nicht so bekannt wurde. Graffiti gelten als ein zentrales Ausdrucksmittel urbanen Lebensgefühls und finden daher speziell unter Jugendlichen häufig Anerkennung. Dennoch wird das Thema Graffiti immer wieder kontrovers diskutiert: Während Graffiti auf der Berliner Mauer weitgehend gesellschaftlich anerkannt wurde, empfinden weite Teile der Bevölkerung die kurzen Tags (Signaturkürzel) als Verunstaltung und puren Vandalismus. Die Bewertung hängt damit entscheidend von der Schönheit und Bedeutung des ursprünglichen Objektes und der Ästhetik der Graffitis ab. Wobei ein Graffiti szeneintern oft völlig anders bewertet wird als von Außenstehenden. Daneben demonstrieren oder zelebrieren Teile der Szene ihr fehlendes Unrechtsbewusstsein und verstärken damit die Ablehnung der Öffentlichkeit (Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Graffiti, 02.09.08).
3.3 Manga
Manga oder auch Mangas sind statische Bildergeschichten, kurze Comic Strips, Karikaturen oder Zeichentrickfilme. Im Westen bezeichnete man mit Manga zunächst meist nur Comics aus Japan, mittlerweile wird der Begriff aber vor allem von Comicverlagen auch zunehmend für Comics aus anderen Ländern verwendet, die sich am Stil japanischer Produktionen orientieren. Viele moderne Mangas sind eher bild- als textlastig. Sie sind vor allem in schwarz-weiß gehalten und werden entsprechend der traditionellen japanischen Leserichtung von hinten nach vorne und von rechts nach links gelesen. Die ältesten bekannten Vorläufer der japanischen Comickunst sind Zeichnungen und Karikaturen aus dem frühen 8.
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Arbeit zitieren:
Berit Eichler, 2008, Mangas und Graffiti, München, GRIN Verlag GmbH
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