Romananalyse : André Malraux Les Conquérants Suzie Bartsch
Humboldt -Universität zu Berlin Sommersemester 1996
INHALTSVERZEICHNIS
INHALTSVERZEICHNIS ------------------------------------------------------------------- 3
0. EINLEITUNG ------------------------------------------------------------------------------ 4
1. DIE EBENE DER GESCHICHTE------------------------------------------------------- 5
1.1 Theoretisches--------------------------------------------------------------------------- 5
1.2 In Les Conquérants ------------------------------------------------------------------- 5
2. DIE EBENE DES DISKURSES --------------------------------------------------------- 7
2.1 Theoretisches--------------------------------------------------------------------------- 7
2.2 In Les Conquérants ------------------------------------------------------------------- 7
3. DIE EBENE DES GESCHEHENS -----------------------------------------------------10
3.1 Theoretisches--------------------------------------------------------------------------10
3.2 In Les Conquérants:------------------------------------------------------------------10
a) Politik und Literatur. -------------------------------------------------------------11
b) Autobiographie und Literatur. --------------------------------------------------13
4. KONZEPTE--------------------------------------------------------------------------------14
4.1 Theoretisches--------------------------------------------------------------------------14
4.2 In Les Conquérants ------------------------------------------------------------------15
a) Begriffsoppositionen. ------------------------------------------------------------15
b) Figurencharakterisierung. -------------------------------------------------------15
i) Rebecci, der ehemalige Anarchist.------------------------------------------16
ii) Hong, der Anarcho-Terrorist. -----------------------------------------------17
iii) Tcheng-daï, der nationalistisch-demokratische Pazifist. ---------------18
iv) Klein, der Trotzkist. ---------------------------------------------------------19
v) Garine, der widersprüchliche Humanist. ----------------------------------19
vi) Borodine, der stalinistische Bolschewist. --------------------------------23
vii) Nicolaïeff, der ' Staatsterrorist' --------------------------------------------23
5. MALRAUX: VON DER REVOLTE ZUM GAULLISMUS -----------------------24
6. BIBLIOGRAPHIE ------------------------------------------------------------------------27
BERICHTIGUNGEN -------------------------------------------------------------
----- 27
3
Romananalyse: André Malraux‘ Les Conquérants Suzie Bartsch Humboldt-Universität zu Berlin Sommersemester 1996
0. EINLEITUNG
Garine, der Propaganda-Leiter der revolutionären Kuomintang- Regierungim Kanton der zwanziger Jahre, charakterisiert sich selbst mit diesen Worten, die in den beiden China-Romanen Malraux‘ zum Programm werden: was die frühen malrauschen Protagonisten, die Revolutionäre Garine und Kyo, bewegt, ist weniger eine ideologische Überzeugung des kommunistischen Ideals - für das sie dennoch kämpfen - als eine akute Erkenntnis über die Absurdität des menschlichen Lebens und der menschlichen Gesellschaft. Das sind ganz neue Töne im französischen Roman der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg: politische Stellungnahme einerseits und Fragestellungen zum menschlichen Dasein andererseits sind in der führenden Literaturlandschaft der goldenen zwanziger Jahre keine Selbstverständlichkeit. Erst ab den dreißiger Jahren findet eine Erneuerung in der Thematik und im Ereignisrahmen der europäischen Prosaerzählung statt. Und Malraux, der den Posten des Kultusministers ausgerechnet in der konservativ-nationalistischen Regierung de Gaulles (1959-1969) beziehen sollte, war als Romancier einer der wichtigsten Vorreiter dieser durchaus revolutionären Zeit.
Zusammen mit diesem Umschwung auf der Ebene der Konzepte und des Geschehens vollendete sich im französischen Roman auch eine Neuorientierung auf der Ebene des Diskurses: die sprachliche Realisierung des Erzählens wird bei Romanciers elliptischer, nervöser, mittelbarer, plastischer. Auch der Bezug der Geschichte auf den Erzähler ändert sich mit der Verbreitung und Ausformung des monologue intérieur (vgl. Carassus 1982: 480, 483) - z.B. in der Eingangsszene von La Condition humaine - oder - wie in Les Conquérants - die nicht ganz eindeutig zu klassifizierende Erzählsituation.
Diese Aspekte sollen in dieser Seminararbeit zur Sprache kommen: hier wird der Roman Les Conquérants sowohl in seinem inneren Aufbau als auch in seiner zeit- und literaturgeschichtlichen Einbettung durchleuchtet. Dies soll durch eine Analyse der Erzählstruktur des Romans erfolgen, für die Karlheinz Stierles „Schichtenmodell“ der Struktur narrativer Texte - mit den Ebenen des Geschehens (und der Konzepte), der Geschichte und des Diskurses (vgl. Schwarze 1995a, 71f.) - als theoretischer Orientierungsrahmen dient. Die Gliederung der Erzählung nach dem stierleschen Modell ermöglicht die Aufstellung folgender Organisationsprinzipien und Komponenten, die für Les Conquérants gültig sind:
Geschichte: Organisation des Geschehens auf der Zeitachse als sinnbestimmter Unterschied zwischen: a) einer anfänglichen kritischen Lage der revolutionären Aktion in Kanton und deren Triumph am Ende und b) einer anfänglichen Konfliktsituation unter den Revolutionären und ihrer gegenseitigen Ausschaltung im stalinistischen Sinne;
4
Romananalyse: André Malraux‘ Les Conquérants Suzie Bartsch Humboldt-Universität zu Berlin Sommersemester 1996
Diskurs: Erzählsituation zwischen ‚Augenzeuge-Ich‘ und Überspitzung des ‚depersonalen‘ Erzählers durch die ‚Kamera-Technik‘ (Tiefendiskurs); sprachliche (grammatisch-semantische) Realisierung einerseits in tagebuchähnlicher Form unter Verwendung des présent historique, der Parataxe und der Ellipse von Verb-formen und andererseits essayartige Auseinandersetzung mit historischen und metaphysischen Themen (Oberflächendiskurs);
Geschehen: zeitgeschichtliche und autobiographische Elemente in Gestalt von Ereignissen mit einem ersten Bezug auf die Hauptfigur Garine; Konzepte: zeitgeschichtliche und autobiographische Elemente in Gestalt von Denkinhalten, die im Rahmen der Figurencharakterisierung erörtert werden sollen.
Jede dieser Konstituenten soll zunächst theoretisch bestimmt und anschließend für Les Conquérants angewandt werden, wobei das Beispiel, das Schwarze (1995b: 148f.) für die Kurzgeschichte Eveline von James Joyce angeführt hat, als allgemein wegweisendes Muster dient. Es ist nicht möglich und auch nicht wünschenswert, eine saubere Trennung der Erzählebenen zu erreichen. Die Analyse einer jeden Konstituente ist kaum ohne die Einbeziehung der anderen durchführbar, da „sich diese Konstituenten gegenseitig beeinflussen und bedingen“ und deren „Wirkung erst aus diesem Einge-bundensein in einer Gesamtstruktur erhalten“ (Schwarze 1995a: 65). Als Abschluß wird noch einmal die Entwicklung des malrauschen Denkens, Handelns und Schaffens im Verlauf der Jahrzehnte referiert.
1. DIE EBENE DER GESCHICHTE
1.1 Theoretisches
Im Rahmen des stierleschen Modells der Struktur narrativer Texte wird die Geschichte als eine Vermittlungsinstanz zwischen dem konkreten Geschehen und dem abstrakten System von Konzepten verstanden, als die Organisation des Geschehens und der Konzepte auf einer „Achse der Narration“: „Diese Achse der Narration, auf der die Geschehensmomente der Geschichte situiert sind, ergibt sich durch Differenz von Anfangspunkt und Endpunkt der Geschichte. Um jedoch überhaupt von Anfangspunkt und Endpunkt einer Geschichte reden zu können, bedarf es einer konzeptuellen Opposition auf der Zeitachse. Nur wenn sich etwas relevant verändert hat, verlohnt es sich, davon zu erzählen. [...] Die Geschichte erzählt, was die Differenz von Anfangspunkt zu Endpunkt bewirkt hat, und erklärt damit ihr Zustandekommen.“
(Karlheinz Stierle (1977): Die Struktur narrativer Texte, 216-217. In: Schwarze 1995a: 73-74).
1.2 In Les Conquérants
Die Ebene der Geschichte des Romans Les Conquérants „als sinnbestimmte Distanz und Differenz zwischen einem Anfangs- und einem Endpunkt auf der narrativen Zeitachse“ (Schwarze 1995b: 148) kann als eine zusammengefaßte Inhaltsangabe präsentiert werden.
5
Romananalyse: André Malraux‘ Les Conquérants Suzie Bartsch Humboldt-Universität zu Berlin Sommersemester 1996
Der Roman ist inhaltlich in drei Teilen gegliedert, deren Titel sehr aufschlußreich über den jeweiligen Inhalt sind (vgl. Frohock 1988: 6). In Les approches (25. Juni - 7. Juli 1925) wird sozusagen die ‚Vorgeschichte‘ vorgestellt: hier werden die Figuren und ihre Konflikte eingeführt, die aktuelle Lage der revolutionären Bewegung dargelegt; die „Annäherungen“ können auch geographisch verstanden werden: langsam bewegt sich der Ich-Erzähler zum Ort des Geschehens (Kanton) und zur Hauptfigur (Garine) des Romans hin. Der Ich-Erzähler fährt nach Kanton, zu Garine, der dort die Propaganda-Abteilung leitet. In Zwischenstopps in Saigon und Hongkong trifft er sich mit den für den weiteren Verlauf des Romans unwichtigen Figuren Gérard und Meunier, die ihn in die gesamte Lage einweisen: die kritische Lage des revolutionären Kampfes gegen die ausländische Präsenz und die wachsenden Konflikte unter den Revolutionsmachern. Der Ich-Erzähler besucht den alten Anarchisten Rebecci und lernt den Trotzkisten Klein kennen, mit dem er nach Kanton weiterfährt; durch seine Erinnerungen wird der revolutionäre Werdegang Garines vorgestellt, erst jetzt wissen wir, daß der Ich-Erzähler und Garine sich kennen, daß Letzterer schwerkrank ist. In Puissances (7. Juli - 14. Juli) kann man Garine in Aktion sehen, sowie die Konflikte der führenden Figuren unter sich. Garine will ein Dekret durchsetzen, das den Schiffverkehr zwischen Hongkong und anderen chinesischen Häfen einschränken und zum finanziellen Zusammenbruch der Kolonialgesellschaft Hongkongs führen würde. Der alte und einflußreiche Gelehrte Tcheng-daï setzt sich dagegen ein, was ihn unter den Revolutionären immer unbeliebter macht. Die Aktivitäten der Propaganda und der Armee werden dargestellt. Der Ich-Erzähler lernt den sadistischen Nicolaïeff kennen. Die terroristische Aktion um Hong spitzt sich zu, Hong wird dem Bolschewisten Borodine ein Dorn im Auge. Garines Gesund-heitszustand verschlechtert sich, aber er weigert sich, nach Europa zur Behandlung zu fahren. Borodine kontrolliert beinahe die gesamte Armee. In L’homme (14. Juli - 18. August) werden Fragen des menschlichen Daseins an sich und in bezug auf die Revolution erörtert. Hong läßt sich von Borodine und Garine lenken und ordnet die Ermordung Tcheng-daïs an. Seine Anhänger verbreiten die Nachricht seines Todes als den sich selbst aufopfernden Selbstmord eines Märtyrers, der für den Frieden stirbt; Garine läßt Plakate und Flugblätter drucken, daß Tcheng-daï von Agenten im Dienst der Engländer ermordet worden sei. Einige Terroristen werden festgenommen. Die Antwort kommt in Gestalt von Entführung und Ermordung von Geiseln, darunter Klein. Daraufhin wird Hong festgenommen und auf Borodines Befehl hingerichtet. Garine bricht endgültig mit Borodine. Sein Gesundheitszustand wird immer schlechter, was ihn zu persönlichen Bekenntnissen und Zweifeln führt. Endlich wird das Dekret erlassen. Erst jetzt, da die Zukunft der Revolution gesichert ist, willigt Garine ein, das Land zu verlassen. Für ihn ist es aber zu spät. Das revolutionäre Geschehen überleben nur Borodine, dessen Ausschaltung allerdings angedeutet wird, und Nicolaïeff, der brutale Polizeichef.
6
Romananalyse: André Malraux‘ Les Conquérants Suzie Bartsch Humboldt-Universität zu Berlin Sommersemester 1996
2. DIE EBENE DES DISKURSES
2.1 Theoretisches
In der Ebene des Diskurses wird die Geschichte realisiert. Hier sind Stierle zufolge zwei Unterebenen zu unterscheiden: - Tiefendiskurs (discours I): „die Perspektivierung der narrativen Aussagen durch einen Erzähler“, der die „Selektion und Kombination von die Geschichte konstituierenden Geschehensmomenten“ vornimmt (Schwarz 1995a: 76); - Oberflächendiskurs (discours II, Text der Geschichte): die „Einlösung und Materialisierung von Intention und Sinngebung nach den Möglichkeiten eines gegebenen Mediums“ (Schwarz 1995a: 77); im Roman: die Verwirklichung der Geschichte „nach den Möglichkeiten einer gegebenen Syntax und einer gegebenen Semantik“ (K. Stierle (1977): Die Struktur narrativer Texte, 224. In: Schwarze 1995a: 76).
2.2 In Les Conquérants
Die erste wichtige Feststellung, die man bezüglich der Erzählsituation in Les Conquérants anstellen kann, ist, daß sie ganz im Sinne des modernen Romans des 20. Jhs. nicht der ‘persönlichen’, ‘auktorialen’ Erzählsituation (vgl. Graevenitz 1995: 99) entspricht, wie das noch der Fall etwa eines André Gide in Les Faux-Monnayeurs ist.
In Les Conquérants handelt es sich um einen Ich-Erzähler, der allerdings sich nicht sehr einfach in eines der Schema einordnen läßt, die uns Graevenitz 1995 oder Todorov 1966 bieten.
Les Conquérants ist nämlich keine typische autobiographische Ich-Erzählung nach den gängigen Definitionen, wonach eine „Zusammengehörigkeit zweier Lebensstufen des Ich“ (Graevenitz 1995: 88) wie auch eine „existentielle Relevanz des Erzählten für den Ich-Erzähler“ 1 ausschlaggebend sind im Gegensatz zur rein „literarisch-ästhetischen“ Motivation des auktorialen Erzählers (vgl. Graevenitz 1995: 89). Diese Eigenschaften sind auf jeden Fall in Ich-Erzählungen zu finden wie in Gides La Symphonie pastorale oder L’École des femmes. Aber in Les Conquérants ist alles anders.
Der Ich-Erzähler von Les Conquérants ist zwar eine der Figuren des Romans, doch sind die figurcharakterisierenden Informationen über ihn sehr spärlich. Er erzählt kaum etwas über seine Vergangenheit oder über seine aktuellen Gefühle und Gedanken; noch nicht einmal sein Name, eine wichtige Identifizierungs-und Identitätsinstanz, wird erwähnt; die Wörter „je“ und „moi“ kommen in den narrativen Sprechsituationen seltener vor als in einem auktorialen Roman. Was der Leser über ihn erfährt, kann in ein paar Sätzen wiedergegeben werden: er stammt aus einer bürgerlichen Familie; seine Eltern waren Geschäftsleute in Haiphong, wo er von einer kantonesischen Amme erzogen wurde und so den Kanton-Dialekt erlernte; er war, wie Garine, eines Tages finanziell ruiniert und fährt nun zu Garine nach Kanton, wo er in der Propagandaabteilung tätig wird.
1
Franz Karl Stanzel (1979):
Theorie des Erzählens,
S. 132. In: Graevenitz 1995: 89.
7
Romananalyse: André Malraux‘ Les Conquérants Suzie Bartsch Humboldt-Universität zu Berlin Sommersemester 1996
In nur einigen seltenen Stellen gibt er Auskunft über seine Eindrücke und Meinungen: so z.B. Überlegungen über den neuen, eher wirtschaftlichen als militärischen Krieg zwischen England (Hongkong) und China (Kanton) (z.B. in den ersten Seiten des Romanes); sein Staunen gegenüber als abergläubisch empfundenen Vorstellungen der chinesischen Revolutionäre (S. 58-59); seine abgespannte Langeweile in Hongkong und sein ungeduldiger Wunsch in Kanton zu sein (S. 73), die Isolierungs- und Entfremdungsgefühle gegenüber der Armut und den Armen, für die er kämpft (S. 290-291, 295); Entsetzen und Bestürzung bei der Besichtigung der von den Terroristen ermordeten und grauenhaft entstellten Geiseln (S. 275-276); die „tristesse inconnue [...], profonde, désespérée, appelée par [...] la mort présente...“, die er empfindet beim Abschied seines Freundes Garine, in dessen Augenausdruck er „une dure et pourtant fraternelle gravité“ erblickt (in den letzten Zeilen des Romans).
Es gibt nur eine nennenswerte Passage, in der er lange in den Erinnerungen schwelgt - aber nur um die Figur Garines und dessen revolutionären Werdegang zu präsentieren (S. 106-130). Alle andere Assoziationen mit vergangenen Ereignissen sind historischer, und niemals privat-persönlicher Natur. Spätestens an dieser Stelle ist anzumerken, daß das einzige, was die Ich-Erzählung in Les Conquérants mit dem autobiographischen Modell gemeinsam hat, die Illusion von Wahrheit, der Eindruck von Authentizität ist. Ansonsten zieht der anonyme Erzähler seine Persönlichkeit dermaßen zurück (vgl. Frohock 1988: 6), daß er eher zu einer Funktionsfigur - und nicht Handlungsfigur -, sprich: zur reinen Erzählinstanz wird. Der Ich-Erzähler von Les Conquérants ist anwesend, aber bleibt stets im Hintergrund; seine Rolle ist mehr die des Vermittlers, des Berichterstatters. Handelt es sich hier um einen ‘Ich-als-Augenzeuge-Erzähler’ (vgl. Graevenitz 1995: 89f.), bei dem die Ich-Perspektivierung vornehmlich die Funktion hat, der Erzählung den obenerwähnten Authentizitätscharakter zu verleihen (vgl. Autrand 1992: 34)? Es scheint, wenn man sich die Beschreibung Graevenitzens anschaut, so zu sein:
„Der Ich-Erzähler ist nicht mehr selbst Hauptheld des Erzählten. Das Ich ist eine Nebenfigur, die an den Ereignissen um den Haupthelden so viel Anteil hat, daß sie aus erster Hand von ihnen berichten kann, ganz so, wie sich etwa die Romane über Sherlock Holmes präsentieren“. (Graevenitz 1995: 89f.)
Das Augenzeuge-Ich stellt nach Graevenitz eine Variante des auktorialen allwissenden Er-Erzählers dar (vgl. Graevenitz 1995: 90), welcher „so viel Distanz zum Erzählten [Hervorhebung im Original]“ hat, „daß er es überblicken und von seinem übergeordneten Standpunkt aus organisieren kann“ (vgl. Graevenitz 1995: 93). Ein Erzähler also, der das gesamte zu erzählende Geschehen in seinen kausalen und zeitlichen Zusammenhängen kennt und es auf der narrativen Zeitachse so einordnet, wie es ihm gut dünkt. Und in der Tat:
- der Roman fängt in medias res an, mit der Nachricht von Streiks, ohne jedwede Erklärungen oder Erläuterungen zur (historischen) Vorgeschichte der Ro-manhandlung; der Leser muß sich gedulden und Spuren sammeln, bis allmählich klar wird, welches eigentlich das Hauptthema bzw. Hauptanliegen des Romans ist; - „Il [le narrateur] supprime des épisodes, des personnages, des explications, et même des événements“ (vgl. Autrand 1992: 32);
8
Arbeit zitieren:
Suzie Bartsch, 1996, Romananalyse: André Malraux - Les Conquérants, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Suzie Bartsch hat den Text Romananalyse: André Malraux - Les Conquérants veröffentlicht
Suzie Bartsch hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare