HUMBOLDT-UNIVERSITÄT ZU BERLIN
PHILOSOPHISCHE FAKULTÄT II
Institut für Romanistik
EXZERPTE
PLATONS KRATYLOS
Zusammengestellt und kommentiert von:
Suzie BARTSCH
Studienfächer:
Germanistische Linguistik / Französisch (Magister)
Lehrveranstaltung:
Projekttutorium
Ein Abriss der Geschichte des Sprachdenkens seit der Antike bis Ende des 20. Jhs.
Seminarleiter:
Suzie Bartsch
Semester:
Sommersemester 1999
Inhaltsverezeichnis
0. Vorbemerkungen 5
0.1 Verwendete Ausgabe 5
0.2 Anmerkungen zu den Zitaten 5
0.3 Anmerkungen zum Aufbau des Dialogs 5
0.4 Anmerkungen zum Aufbau der Exzerpte: 5
1. Einführung 6
1.1 Die Natürlichkeitsthese und die Konventionsthese werden präsentiert 6
1.2 Welche ist die platonische These des Sprachursprungs bzw. der Richtigkeit der Namen? 6
1.3. Ausgangspunkt der Untersuchung: Gedankenfehler der jeweiligen These und Unterscheidung von falscher und wahrer Rede 6
1.4 Die Seitenhiebe gegen die Sophisten 6
2. Untersuchung der Konventionsthese 7
2.0 Hermogenes′ Gedankenfehler: Anordnung/Vertrag/Übereinkunft basiert auf Willkür 7
2.1 Erste Voraussetzung für die Untersuchung: die Unterscheidung von wahrer und falscher Rede 8
2.2 Zweite Voraussetzung für die Untersuchung: die Objektivierbarkeit allen Seins 8
2.3 Einführung des Werkzeugmodells 9
2.4 System Sprache vs. Handlung Sprechen; kognitive vs. kommunikative Funktion von Sprache 9
2.5 Unterscheidung zwischen dem Dialektiker und dem Gesetzgeber 10
2.6 Zusammenfassung: platonische Ideenlehre, Werkzeugmodell und Sprache 12
3. Der etymologisierende Teil des Dialogs: Untersuchung der natürlichen Richtigkeit der Benennungen 13
3.1 Eigennamen und Appellativa 13
3.1.1 Eigennamen 13
3.1.2 Appellativa 15
3.2 Die natürliche Richtigkeit der Wörter ad absurdum geführt 15
3.2.1 Erster Hinweis auf Ironie: eine überspitzte Gattungstheorie 16
3.2.2 Akustische Etymologisierung 16
3.2.3 Überspitzte Verwendung der herakleitischen Lehre des ewigen Stroms des Seins 18
3.2.4 Ironisierung der etymologisierenden Erkenntnis der natürlichen Richtigkeit der Namen 19
3.2.5 Direkte Ironisierung der herakleitischen Lehre 21
3.3 Bewusstsein für mehrere sprachliche Phänomene und semiotisches Verständnis von Sprache 23
3.3.1 Vorstellung dieser sprachlichen Phänomene 23
3.3.1.1 Verschiedenheit der Sprachen bzw. Dialekten 23
3.3.1.2 Sprachwandel 24
3.3.2 Ironisierung und Relativierung der Natürlichkeitsthese 25
3.4 Überspitunzg von der Idee der Ur- oder Stammwörter und vom Prinzip der Nachahmung 27
3.4.1 Vorstellung des Nachahmungsprinzips 28
3.4.2 Offene Überspitzung der Nachahmungstheorie 30
3.5 Schlussfolgerung: nachahmende Kraft als Grundlage der natürlichen Richtigkeit der Wörter 31
4. Untersuchung der Natürlichkeitsthese 31
4.1. Ausgangspunkt: Relativierung des bisher Gesagten 31
4.2 Unterscheidung zwischen wahrer und falscher Rede; Kratylos′ Ablehnung der Existenz richtiger und unrichtiger Benennungen 32
4.3 Präzisierung des Nachahmungsprinzips 33
4.4. Relativierung des Nachahmungsprinzips 35
4.5 Kognitive Funktion von Sprache, der Wortbildner und die herakleitisch basierte Etymologisierung 36
Exkurs I: Grundzüge einer Wort- bzw. Satzlehre 41
Exkurs II: Semiotik 42
5. Konklusion: Natürlichkeit oder Konvention? 43
5.1 Natürlichkeitsthese? 43
5.2 Aporie? 43
5.3 Göttlicher Sprachursprung? 44
5.4. Einfacher "Stand der Forschung"? 44
5.5 Versöhnung beider Positionen? 44
0. Vorbemerkungen
0.1 Verwendete Ausgabe
Platon: Werke, Band II.2. - Kratylos - Der Sophist - Der Staatsmann - Das Gastmahl. - In der Übersetzung von Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher1. - Hrsg. im Auftra-ge des Zentralinstituts für Philosophie der Akademie der Wissenschaften der DDR. Unter Leitung v. Johannes Irmscher, durchges. v. Regina Steindl. - Berlin: Akademie-Verlag, 1986. - [Platons Werke von F. Schleiermacher. - Zweiten Theiles zweiter Band. - Zweite verbesserte Auflage. - Berlin: G. Reimer, 1824. -]
0.2 Anmerkungen zu den Zitaten
· Die Originalorthographie wurde aus rechnerbedingten Gründen größtenteils modernisiert: Das verwendete Textverarbeitungsprogramm nimmt in den meisten Fällen automatische Korrekturen vor.
· Die Originalinterpunktion wurde dagegen beibehalten.
· Wenn nicht anders angegeben, sind Unterstreichungen und Fußnoten von mir.
· Die Seitenzahlen, in Klammern angegeben, beziehen sich auf die Editio princeps des Henricus Stephanus (Paris 1578, 383-440), wie sie in der Schlei-ermacher-Ausgabe am Seitenrand angegeben ist.
0.3 Anmerkungen zum Aufbau des Dialogs
· Gesprächspartner sind Hermogenes, Kratylos und Sokrates.
· Hermogenes-Teil (383-427): Hermogenes führt das Problem ein und ist auch Sokrates′ Gesprächspartner für mehr als zwei Drittel des Dialogs. Hier wird die Konventionsthese untersucht (384-390). Zu diesem Teil gehört auch der umfangreiche etymologische Teil (393-427), in welchem die natürliche Rich-tigkeit der Wörter demonstriert werden soll.
· Kratylos-Teil (428-440): Kratylos ist Sokrates′ Gesprächspartner. Hier wird die Natürlichkeitsthese untersucht.
0.4 Anmerkungen zum Aufbau der Exzerpte:
· Makrostrukturell gesehen, wird die Reihenfolge, wie beide obengenannte Tei-le, und darin die Teilprobleme und Thesen im Originaldialog erscheinen, mit übernommen.
· In der Mikrostruktur ist aber auch eine thematische Organisation zu finden, so dass weit entfernte Passagen des Dialogs hier nacheinander erscheinen kön-nen, wenn sie sich inhaltlich ergänzen oder präzisieren, aber auch wenn sie sich neutralisieren oder relativieren.
[...]
1Schleiermacher: 21.11.1768-12.2.1834. Evang. Theologe und Philosoph, gehörte dem Kreis der Ro-mantiker, befreundet mit den Schlegels u.a. Einflüsse: Fichte, Spinoza, Schelling. Ethik als Entfaltung der menschlichen Vernunft in der Geschichte. Religion als Anschauung des Universums; neben dem Begriff des Universums tritt der Begriff der menschlichen Individualität. Befreiung der Christologie aus den grenzen theologischer Begriffsbildung: Christ als der "Mensch an sich", die göttliche Idee des Menschen. Pantheistisch intendierter Gottesbegriff. Ableitung des Religionsbegriffs aus der Psycholo-gie. Platon-Übersetzung (1. Aufl.: 5 Bde., 1804-1810) bis heute klassisch.
Arbeit zitieren:
Suzie Bartsch, 1999, Platons Kratylos - Exzerpte, München, GRIN Verlag GmbH
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