Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 3
2 KONZEPT DER BEWEGTEN SCHULE 3
2.1 Rahmenmerkmale 3
2.2 Inhaltliche Merkmale 6
2.2.1 Unterrichtsinterne Merkmale 6
2.2.2 Unterrichtsexterne Merkmale. 8
3 NOTWENDIGKEIT DER BEWEGTEN SCHULE 9
3.1 Entwicklungs- und lerntheoretische Begründung 9
3.2 Gesundheitliche Begründung 9
3.3 Schulprogrammatische Begründung. 10
4 BEWEGTE SCHULE IN DER PRAXIS - DIE LIOBASCHULE 11
4.1 Die Liobaschule. 11
4.2 Umsetzung und Erkenntnisse 11
4.2.1 Das mobile Klassenzimmer 12
4.2.2 Körper- und Haltungsthemen 13
4.2.3 Bewegter Fachunterricht - Bewegtes Lernen 13
4.3 Bewertung des Schulversuchs 13
5 RESÜMEE 15
6 LITERATURVERZEICHNIS 16
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1 Einleitung
„In unserem Allgemeinverständnis ist Schule mehr ein ‚Sitz- und Gesprächsraum’ denn ein Bewegungsraum“ (Hildebrandt-Stramann, 1999, S.5). Nach diesem Verständnis ist auch der aktuelle Lehrplan aufgebaut. Jedes Fach hat seinen entsprechenden Fachunterricht und bewegen können die Kinder sich im Sportunterricht sowie in den Pausen.
Verschiedene Forscher haben diverse Konzepte entwickelt, um den Alltag für Kinder und Jugendliche bewegter zu gestalten. Es wird vermutet, dass Kinder in einer bewe-gungsfreundlichen, abwechslungsreichen Umgebung leistungsfähiger sind und die Schule durch einige Veränderungen zum angenehmeren Lebensraum für Kinder und Lehrerschaft werden kann. Es wird dafür plädiert, den 45 Minuten Rhythmus und somit auch die fest definierten Bewegungszeiten abzuschaffen und den Schulalltag unter bewegungswissenschaftlichen Hintergrund zu reformieren.
Der Grundgedanke ist zwar bei allen Forschern der gleiche, dennoch vertreten sie je nach Akzentuierung andere Konzepte. Im Folgenden wird versucht, aus den unterschiedlichen Arbeiten ein Grundgerüst für ein kompaktes Konzept der Bewegten Schule zu erstellen.
Danach werden einige Argumente dargestellt, warum man eine Bewegte Schule dringend realisieren sollte. Hierbei ist zu erwähnen, dass auf die medizinische Begründung nicht explizit eingegangen wird, der Grundtenor ist durch die gesundheitliche Begründung aber zu erkennen.
Zum Schluss wird eine Versuchsschule genauer betrachtet und diskutiert, inwiefern sich vermutete positive Entwicklungen einstellen und wo Probleme bei der Umsetzung entstehen könnten.
2 Konzept der Bewegten Schule
2.1 Rahmenmerkmale
Um in einer Schule ein Konzept der Bewegten Schule installieren zu können, bedarf es einiger Rahmenbedingungen. Das Konzept muss in allen Bereichen eine gemeinsa-
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me pädagogische Grundlage haben und sollte in das Schulprogramm aufgenommen werden. Es sorgt für ausreichend Bewegung an der jeweiligen Schule.
„Die Möglichkeit dazu bieten sich in Klassenraumnutzung als Bewegungsraum, in initiierten Bewegungspausen im Unterricht, …, in themenbezogenen Bewegungsangeboten im Unterricht, im Sport- und Bewegungsunterricht, in den Pausen und in außerschulischen Angeboten“ (Laging, 2000 a, S.24).
Das Profil einer Bewegten Schule beinhaltet ein komplexes Konzept mit Bewegungs-/ Sportunterricht, außerschulischen Bewegungsangeboten und Bewegungsanteilen im Klassenunterricht sowie im allgemeinen schulischen Leben. Nur bei Umsetzung von allen Teilen kann man von einer Bewegten Schule sprechen (vgl. Laging, 2000 a, S.10ff). Sie kann auch nur zu einer gesteigerten Lernwirksamkeit führen, wenn die komplette Lehrerschaft an einem Strang zieht. Alle Lehrkräfte müssen sensibilisiert werden, die Schulleitung sollte das Programm unterstützen und sowohl die Eltern, als auch die Schülerinnen und Schüler selbst müssen über die Wichtigkeit der Bewegung in der Entwicklung eines Menschen aufgeklärt werden (vgl. Laging, 2000 b, S.152f). Die Eltern können dazu beitragen, ihre Kinder in Bewegung zu halten, beispielsweise schon alleine durch die Anschaffung eines Sitzballes oder anderer dynamischer Sitzgelegenheiten. Auch die Lehrerinnen und Lehrer sollten durch ein bewegtes Verhalten ihrer Vorbildfunktion gerecht werden. Sie dürfen sich nicht ausschließlich auf den Lernstoff ihres Faches konzentrieren, sondern sollten auch die allgemeine Entwicklung ihrer Schülerinnen und Schüler fördern (vgl. Illi; Zahner, 1999, S.23ff). Die Bewegte Schule benötigt einen bestimmten infrastrukturellen Rahmen, um im alltäglichen Schulleben praktiziert werden zu können. Der Schulhof sollte möglichst mit Hilfe von Naturmaterialien neu konstruiert werden. Mehr Grünflächen, weniger Asphalt heißt dabei die Devise. Die Schülerinnen und Schüler benötigen die Möglichkeit für die aktive Auseinandersetzung mit den Gegebenheiten, aber auch für einen Rückzug zur Ruhe in Entspannungsflächen oder zum Spielen wie Schach, Mühle und ähnlichem. Auf dem Schulhof müssen Bewegungsmöglichkeiten in Form von diversen Spielgeräten, mit denen der Körper wahrgenommen werden kann, geschaffen werden. Dies können Schaukeln, Gleichgewichtsspiele oder Spielkisten mit Gegenständen
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zum Jonglieren und anderen bewegungsanregenden Geräten sein (vgl. Laging, 2000 b, S.144f).
Die Gestaltung von Bewegungsräumen im Schulgebäude soll den Schülerinnen und Schülern im jeweiligen Entwicklungsstadium Freiräume für selbstständiges Handeln geben. Aufgrund der Architektur der aktuellen Schulen ist es oft schwierig, für die Kinder großzügige Bewegungsräume zu gestalten. Die Flure sind oft zu eng und freie Räume gibt es selten. Ein erster Schritt wäre zum Beispiel die Einrichtung eines Fitnessstudios im Keller oder beweglicher Tischtennisplatten für die Pausenhalle oder das Klassenzimmer. Eine horizontale Kletterwand im Flur wäre auch eine Möglichkeit einen Bewegungsraum zu schaffen (vgl. Laging, 2000 b, S.145ff). Wohnliche Klassenräume, in denen es Spielecken mit Spielen oder eine Sprossenwand für Entspannungsübungen gibt, sind ein Ziel der Konzeption. Wird der Unterricht nach Möglichkeit ins Freie verlegt, können sich die Schülerinnen und Schüler während der Unterrichtszeit bewegen. Dazu bedarf es allerdings entsprechende Begebenheiten außerhalb des Schulgebäudes. (vgl. Laging, 2000 b, S.147ff) An Arbeitsplätzen wird heute häufig Ergonomie gefordert und spezielle Stühle und andere Sitzgegenstände entwickelt, in der Schule wird jedoch nicht auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen eingegangen. Dort gibt es meist noch die unbeweglichen Möbel und es wird eine einseitige, gerade Haltung gefordert, obwohl das „aktive - dynamische Sitzen auf einem Stuhl … ein Mittel zu gesteigerter Leistungsfähigkeit ist“(Illi; Zahner, 1999, S.33). Die unbeweglichen Möbel im Klassenzimmer müssen ersetzt werden. Das „ausbalancieren des Körperschwerpunktes auf einer Unterfläche … ist das Ziel neuer dynamischer Arbeitsmöbel“ (Laging, 2000 b, S.147f). Deshalb ist die Anschaffung von Stehtischen, verstellbarem Mobiliar, körpergerechten Sitz- und Schreibhilfen und Sitzflächen usw. nötig. Mit diesen Neuerungen lässt sich der Unterricht flexibler gestalten und sie fördern das dynamische Sitzen (vgl. Laging, 2000 b, S.147ff).
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Arbeit zitieren:
Steffen Weber, 2007, Das Konzept der "Bewegten Schule", München, GRIN Verlag GmbH
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