Inhaltsverzeichnis Seite
1. Einleitung 3
2. Der Institutionalismus 4
3. Die North Atlantic Treaty Organization (NATO) 5
3.1 Gründung Inhalt und Aufgaben der NATO 6
3.2 Mitglieder und Organe der NATO 7
4. Entwicklungsstufen der NATO Von der Militärallianz
zur politischen Allianz 9
4.1 Entwicklungen von 1949 1990 9
4.2 Entwicklungen von 1991 1999 10
4.3 Entwicklungen seit 2000 13
5. Fazit Ausblick 14
6. Literaturverzeichnis 16
1. Einleitung
„Die Projektion von Stabilität ist inzwischen zur Grundvoraussetzung transatlantischer Sicherheit geworden. Natürlich bleibt die kollektive Verteidigung unseres Bündnisterritoriums eine Kernaufgabe der NATO. Aber wir können unsere Sicherheit heutzutage nicht mehr gewährleisten, wenn wir uns nicht der Risiken und Bedrohungen widmen, die sich fern unserer Heimatländer abzeichnen“. 1 Dieses Zitat vom Jaap De Hoop Scheffer verdeutlicht die derzeitige Situation der NATO, die nicht mehr nur militärisches Bündnis ist, sondern in erster Linie eine politische Allianz. Mit dem Ende des Ost-West-Konfliktes musste sich die NATO neuen Herausforderungen stellen, nach Ansicht der Realisten hätte sie sogar auseinanderbrechen müssen 2 , da ohne Bedrohung des Ostblocks die Notwendigkeit der westlichen Sicherheitsinstitution wegfiel. Dieser Fall ist jedoch nicht eingetreten stattdessen existiert die NATO in einer modifizierten Form immer noch. 3 Doch warum musste sich die NATO wandeln und wie hat sie das geschafft? Diese Fragestellung soll die vorliegende Arbeit beantworten mit besonderer Berücksichtigung auf die Theorie des Institutionalismus.
Im ersten Schritt wird die Theorie des Institutionalismus definiert, um danach die Entstehung der NATO und deren Aufbau zu erklären. In Kapitel 4 wird die Transformation der NATO von einer militärischen Allianz zu einer politischen Allianz dargestellt. In diesem Abschnitt wird genau auf die Gründe des Umbaus der NATO eingegangen und mit Hilfe des Institutionalismus erklärt. Abschließend wird im Fazit eine Prognose über die Gestalt der NATO in der Zukunft getroffen.
Die Arbeit setzt sich vor allem mit der politischen Dimension der NATO auseinander, militärische Aspekte wie Nuklearstrategie, Truppenstärke oder Kriegseinsätze werden nicht näher erklärt und erläutert. Die Transformation der Institution NATO wird im Mittelpunkt stehen und nicht deren militärische Bedeutung.
1 De Hoop Scheffer, Jaap: Der NATO-Gipfel von Istanbul, in: Internationale Politik 6 (2004), S. 13-17,
hier S. 13.
2 Vgl. Waltz, Kenneth N.: NATO Expansion. A Realist’s View, in: Rauchhaus, Robert W.(Hrsg.):
Explaining NATO Enlargement, London 2001, S. 23-38, hier S. 29.
3 Vgl. Weber, Steven: A Modest Proposal for NATO Expansion, in: Rauchhaus, Robert W.(Hrsg.):
Explaining NATO Enlargement, London 2001, S. 91-106, hier S. 91.
2. Der Institutionalismus
Die Einordnung des Institutionalismus beziehungsweise dessen Ursprung lassen sich nur schwer nachvollziehen, da es unterschiedliche Meinungen innerhalb der Politikwissenschaft darüber gibt. Zum einem wird der Institutionalismus als Bestandteil der Regimetheorie oder Englischen Schule 4 angesehen, aber auch zum anderen als Teil des Neoliberalismus. 5 Des Weiteren gibt es Probleme bei der sprachlichen Einordnung, da die amerikanische Wissenschaft den Institutionalismus häufig mit dem Neoliberalismus gleichsetzt. Während er im deutschsprachigen Raum als eigenständiger Teil der Internationalen Beziehungen gesehen wird.
Im Institutionalismus bilden die Staaten die Hauptakteure im internationalen System, da sie auf Grundlage ihres Kosten-Nutzen-Kalküls sich in internationalen Organisationen zusammenschließen, denn nur so können sie Probleme effektiv lösen. 6 Damit handeln die Staaten aus „rationalen Egoismus“. 7 Denn die Staaten sind in einer Institution nur Mitglied, in der sie sich auch den größten Gewinn versprechen. Durch die internationale Kooperation können die Staaten ihre Position im internationalen System verbessern und Beziehungen, vor allem Wirtschaftsbeziehungen, zu anderen Staaten aufbauen. 8 Die Ziele des Institutionalismus sind demnach die Gründung von institutionalisierten Organisationen, die durch ihre Zusammenarbeit Interessensgegensätze oder Konflikte verhindern oder überwinden können. 9 Dabei treten die Staaten als rechtlich verfasste internationale Staatengesellschaft auf. 10 Aufgrund seiner Ziele weisen die Organisationen des Institutionalismus starke Organe und Regeln auf. 11 Dabei soll nicht die Aufhebung des Staatensystems angestrebt werden, sondern eine verbesserte Kooperation, Koexistenz und der Etablierung von Sicherheit und Stabilität der Staatengemeinschaft. 12 Des Weiteren ist der
4 Vgl. Krell, Gert: Weltbilder und Weltordnung. Einführung in die Theorie der Internationalen Beziehungen, Baden-Baden 2003, S. 259.
5 Vgl. Meyers, Reinhard: Theorien internationaler Kooperation und Verflechtung, in: Woyke, Wichard (Hrsg.): Handwörter Internationale Politik, Bonn 2004, S. 482-515, hier S. 504f. 6 Vgl. Sandler, Todd / Hartley, Keith: The Political Economy of NATO. Past, Present, and into the 21 st Century, Cambridge 1999, S. 204.
7 Vgl. Meyers (2004: S. 505).
8 Vgl. Sandler / Hartley (1999: S. 204).
9 Vgl. Meyers (2004: S. 504).
10 Vgl. Sandler / Hartley (1999: S. 204).
11 Vgl. Paul, T. V. / Hall, John A.: International Order and the Future of World Politics, Cambridge 1999, S. 91.
12 Vgl. Rauchhaus, Robert W.: Marching NATO Eastward. Can International Relations Theory Keep Pace?, in: Rauchhaus, Robert W. (Hrsg.): Explaining NATO Enlargement, London 2001, S. 3-20, hier S. 14.
Institutionalismus gekennzeichnet von der Verregelung und der Verrechtlichung der Staaten untereinander und spielt eine entscheidende Rolle in der Konfliktlösung. 13 Wie beim Realismus existiert beim Institutionalismus die Anarchie, um dieses Dilemma zu lösen besteht der Versuch durch gemeinsame Regeln und Institutionen bewaffnete Gewalt einzuschränken und zu verhindern. Ziel von Institutionen in der Internationen Politik ist der Versuch das Sicherheitsdilemma und die Anarchie zu überwinden. 14 Aufgrund des positiven Menschenbildes können Institutionen nationale Interessendefinitionen verändern beziehungsweise prägen und damit das Sicherheitsdilemma überwinden. Des Weiteren fördern Institutionen das Vertrauen zwischen Staaten und schaffen eine Grundlage für die Annäherung von Staaten. 15 Dabei „tragen Normen, Regime und Organisationen durch den Austausch von Informationen wesentlich zur Kooperationsbereitschaft bei, indem sie die Einschätzung der Interessen und Präferenzen von staatlichen Akteuren erleichtern“. 16
3. Die North Atlantic Treaty Organization (NATO)
Die ungeklärte Sicherheitslage nach dem 2. Weltkrieg, durch das mögliche Wiedererstarken Deutschlands und die Bedrohung des Ostblocks wurde am 17. März 1948 der Brüsseler Pakt geschlossen. Ziele des Bündnisses waren wirtschaftliche, soziale und kulturelle Zusammenarbeit, sowie die kollektiven Selbstverteidigung. 17 Damit war ein wichtiger Schritt zur Gründung eines atlantischen Bündnisses gelungen. Aber nur durch die Einbeziehung der militärischen und wirtschaftlichen Kapazität der USA konnte ein Bündnis für die Verteidigung Europas erfolgreich sein. Die USA wurden für Westeuropa zum strategischen Partner gegen die kommunistischen Länder. 18
13 Vgl. Weber (2001: S. 93).
14 Vgl. Weber (2001: S. 97).
15 Vgl. Paul / Hall (1999: S. 84).
16 Theiler, Olaf: Die NATO im Umbruch, Bündnisreform im Spannungsfeld konkurrierender Nationalinteressen, Baden-Baden 2003, S. 29.
17 Vgl. Sandler / Hartley (1999: S. 222).
18 Vgl. Mahncke, Dieter / Rees, Wyn / Thompson, Wayne C.: Redefining transatlantic security relations. The challenge of change, Manchester 2004, S. 19.
Arbeit zitieren:
Christoph Kern, 2008, Transformation der NATO, München, GRIN Verlag GmbH
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