Vorwort II
Vorwort
Nach eigenen Erfahrungen „sprengen“ ins Detail gehende Ausführungen relativ schnell den üblichen Rahmen einer Hausarbeit. Im Hinblick auf den logischen Zusammenhang und die Nachvollziehbarkeit des Themas, erscheinen jedoch bestimmte Punkte bisweilen unverzichtbar. Ein Ausweg aus dieser „Misere“, der in der vorliegenden Arbeit oftmals gewählt wurde, stellt die Tabellenform dar. Sie bietet Verfasser und Leser gleichermaßen eine kompakte, leicht erfassbare Informationsdarstellung, bei der sich mitunter ermüdendes und zeitraubendes Lesen (bis zum Erkenntnisgewinn) erübrigt. Zwar entfällt bei dieser Variante weitgehend die Übung im Formulieren von Sachtexten, aber das ist in Hinsicht auf die Intention dieser Hausarbeit eher nachrangig.
Es lag im Bestreben des Verfassers ein Thema mit Praxisbezug zu bearbeiten - die Ausführungen sollten unmittelbare Anwendung bei konkreten Projekten im Bereich des Bau-, Immobilien- oder Flächenmanagements finden können. Diese Zielsetzung dürfte auch dem berufsbegleitenden Fernstudiengang, der stark praxisorientiert ausgelegt ist, am ehesten entsprechen. Ohne die kompetente Unterstützung der Bauingenieure Roy-Pierre Sander, Fa. baucontrol, Wietmarschen-Lohne und Markus Schulhof, Fa. Jacobs Engineering Group Inc., Köln, die beide auf eine langjährige, erfahrungsreiche Tätigkeit in der Baubranche zurückblicken können, wäre die vorliegende Hausarbeit in der gewünschten Form wohl nicht zustande gekommen. Dafür gebührt diesen - ungeachtet eigener arbeitsintensiver Projekte - jederzeit auskunftsfreudigen, geduldigen Herren mein herzlicher Dank!
Münster, im September 2007 Burkhard Blumberger
Inhaltsverzeichnis III
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis. IV
Tabellenverzeichnis V
Abbildungsverzeichnis VI
1 Konversion Munitionsdepot Nottebrock 1
1.1 Ausgangslage und Problemstellung 1
1.2 Intention und Methode 2
2 Planungsbasis 3
2.1 Maßnahmen und Verfahrensweise 3
2.2 Materialaufkommen 4
2.3 Materialdisposition 5
3 Entsorgungslogistik 6
3.1 Containerdisposition 6
4 Transportlogistk 9
4.1 Bodenaushub 10
4.2 Bauschutt 12
4.3 Straßenaufbruch 14
4.3.1 Alternative Transportlösung 16
5 Baustellenlogistik 17
5.1 Fahrzeug-, Maschinen-, Arbeitskräftekapazität 17
5.2 Ablaufplanung 18
5.3 Bereitstellungsplanung 18
5.3.1 Entsorgungscontainer 18
5.3.2 Fahrzeuge - Maschinen - Arbeitskräfte 18
6 Zusammenfassung und Fazit 24
Literaturverzeichnis 27
Anlagenverzeichnis 30
Erklärung 48
Abkürzungsverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis
AVV Abfallverzeichnis-Verordnung
BLSD Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung
BMU Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
e. A. eigene Aufnahme
GKK Gauß-Krüger-Koordinate
GVT Güterverkehrsträger
IFB Institut für Baubetrieb
LUA NRW Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen
LV Leistungsverzeichnis
LVA NRW Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen
MBV NRW Ministerium für Bauen und Verkehr Nordrhein-Westfalen
MUNLV Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen
NRW/NW Nordrhein-Westfalen
Pos. Position
UVV Unfallverhütungsvorschrift
WSA Wasser- und Schifffahrtsamt
WSD Wasser- und Schifffahrtsdirektion
Tabellenverzeichnis V
Tabellenverzeichnis
Tab. 2-1: Materialaufkommen 4
Tab. 2-2: Materialdisposition 5
Tab. 3-1: Containerdisposition 8
Tab. 4-1: Transportbetrieb Bodenaushub 11
Tab. 4-2: Transportbetrieb Bauschutt 14
Tab. 4-3: Transportbetrieb Straßenaufbruch 15
Tab. 5-1: Fahrzeug-, Maschinen-, Arbeitskräftekapazität 19
Tab. 5-2: Bereitstellungsplan Entsorgungscontainer 21
Tab. 5-3: Bereitstellungsplan Fahrzeuge - Maschinen - Arbeitskräfte. 22, 23
Tab. A1-1: Gebäudebestand Depot Nottebrock. 31
Tab. A1-2: Lagerbunker Typ 205 31
Tab. A1-3: Lagerbunker Typ 119 32
Tab. A1-4: Lagerhaus Typ 843 32
Tab. A1-5: Lagerhaus Typ 571 33
Tab. A1-6: Lagerhaus Typ 513 33
Tab. A1-7: Lagerhaus Typ 109 34
Tab. A1-8: Lagerhaus Typ 78 34
Tab. A1-9: Lagerhaus Typ 77 35
Tab. A1-10: Nissenhütten Typ 27 35
Tab. A1-11: Inspektions- und Wartungshalle 36
Tab. A1-12: Garage 36
Tab. A1-13: Wach- und Unterkunftsgebäude 37
Tab. A1-14: Hundezwinger/Futterhaus 37
Tab. A2-1: Leistungsverzeichnis 38
Tab. A3-1: Materialanfall in Bauphasen/Leistungspositionen 40
Tab. A6-1: Bauzeitplan Teil I 45
Tab A6-2: Bauzeitplan Teil II 46
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1-1: Aufbau der Arbeit
Abb. 3-1: Entsorgungsbehälter
Abb. 4-1: Gesamtmodell Arbeitsprozess Erdtransport
Abb. 4-2: Schwimmbagger und Schubleichter
Abb. 4-3: Systematik von Beladeplatz zu Entladeplatz
Abb. 4-4: Vergleich Transportkapazität Binnenschiff - Lkw
Abb. 4-5: Ökobilanz verschiedener Güterverkehrsträger
Abb. 5-1: Vorgangsknoten-Netzplan.
Abb. 6-1: „Herbert und Zuschauer“
Abb. A4-1: Fahrtroute Bodenaushub
Abb. A4-2: Geographische Lage Nottebrock.
Abb. A4-3: Fahrtroute Straßenaufbruch
Abb. A5-1: Bedford Lkw
Abb. A5-2: Entsorgungsfahrzeuge
Abb. A5-3: Bautransportfahrzeuge und Baumaschinen
Sofern bei Tabellen und Abbildungen keine abweichende Quellenherkunft angegeben ist,
handelt es sich um eigene Darstellungen
1 Konversion Munitionsdepot Nottebrock 1
1 Konversion Munitionsdepot Nottebrock
Im Jahr 1993 haben die britischen Streitkräfte ihr bei Münster-Amelsbüren gelegenes Munitionsdepot Nottebrock aufgegeben. Seitdem ist eine Vielzahl nunmehr ziviler Nutzungskonzepte entworfen worden, die bislang jedoch alle an offenbar unüberwindbaren rechtlichen Hürden scheiterten.
Seit 2001 ist das gesamte Areal Bestandteil eines etwa 2200 ha umfassenden Naturschutzgebietes. Mit dieser Einstufung sind für potenzielle Investoren die bestehenden Hürden noch höher geworden. Abgesehen von Jagd und stark eingeschränkter Forstwirtschaft, sind faktisch so gut wie keine anderen Nutzungsformen mehr zulässig. Aufgrund dieser Situation wird eine weitgehende Renaturierung des einstigen Depots der Royal Army diskutiert. Im Fokus steht dabei vor allem der Rückbau der Baulichen Anlagen 1 - diese Maßnahme ist Gegenstand der vorliegenden Hausarbeit.
1.1 Ausgangslage und Problemstellung
Zum Umfang der Rückbaumaßnahmen zählt in erster Linie der Abbruch aller Gebäude mit Ausnahme der Munitionsbunker. Deren Abriss oder Sprengung steht angesichts ihrer massiven Bauweise aus Kostengründen außer Frage. Die Bunker werden mit Erdaushub, der beim Ausbau des in der Nähe verlaufenden Dortmund-Ems-Kanals anfällt, vollständig übererdet. Des Weiteren gehören der Abtrag eines Großteils der asphalthaltigen Verkehrswege, die Demontage aller technischen Einrichtungen einschließlich der Zaunanlage sowie umfangreiche Erdbewegungen zum Spektrum der angedachten Maßnahmen. Im Zuge des Rückbaus ist eine Vielzahl unterschiedlicher Leistungspositionen auszuführen. Dafür sind, neben adäquat qualifizierten Arbeitskräften, spezielle Baumaschinen und Bautransportfahrzeuge über einen Zeitraum von mehreren Monaten in variierendem Umfang erforderlich. Darüber hinaus werden zeitweise Fahrzeuge und Container zur Entsorgung von verschiedenen Rückbaustoffen benötigt.
Insbesondere bei der Übererdung des Bunkerfeldes, der Bauschuttverarbeitung vor Ort und der externen Entsorgung des Straßenaufbruchs ist mit einem vergleichsweise sehr hohem Arbeits- und Transportaufwand zu rechnen. Um kontinuierlich eine weitgehend effektive Durchführung der Arbeiten zu erzielen, ist eine logistische Vorplanung unverzichtbare Grundvoraussetzung. Problematische Standortfaktoren, wie z. B. die beengten räumlichen Verhältnisse auf den Transportwegen und Rangierflächen im Depot, müssen bei der Disposition hinreichend berücksichtigt werden. Ansonsten dürfte es immer wieder zu nachhaltigen Störungen der planmäßigen Arbeitsprozesse kommen. In der Regel ist damit auch eine Verlängerung der Bauzeit und ein Anstieg der Baukosten verbunden.
1 Konversion Munitionsdepot Nottebrock 2
1.2 Intention und Methode
Im Rahmen dieser Hausarbeit wird die logistische Planung und Koordination für den Rückbau des Depots erarbeitet. Der Schwerpunkt der Ausführungen liegt nicht auf bauverfahrenstechnischen Details, sondern auf der Disposition der bei Entsorgung und Materialtransport benötigten Ressourcen Container, Transportfahrzeuge, Bau- bzw. Lademaschinen und Arbeitskräfte. Die Arbeit stellt eine Fallstudie mit aktuellem Praxisbezug dar.
Abb. 1-1: Aufbau der Arbeit
Die Abbildung 1-1 zeigt den Aufbau der sechs Kapitel umfassenden Arbeit. Im anschließenden zweiten Kapitel werden zunächst wesentliche Planungsgrundlagen zusammengestellt, die für alle weiteren Betrachtungen relevant sind. Im Fokus stehen die mit dem Rückbau im Zusammenhang stehenden Maßnahmen und die dabei anfallenden Materialien. Sie werden differenziert erfasst und einer bestimmten Verfahrensweise zugeordnet. Im dritten Kapitel wird die Entsorgung der nicht im Depot verwertbaren Stoffe konzipiert. Für jede Materialart werden geeignete Container, deren Anzahl und Standort sowie die notwendigen Transportfahrzeuge ermittelt. Die terminliche Koordination von Aufstellung und Abholung der Behälter erfolgt im Rahmen der Gesamt-Bereitstellungsplanung. Das vierte Kapitel konzentriert sich auf den Umschlag und Transport der drei Baustoffe mit dem größten Materialvolumen: Bodenaushub, Bauschutt und Straßenaufbruch. Für diese Hauptgüterarten wird jeweils ein vollständiges transportlogistisches Konzept entworfen, das auch alternative Transportmöglichkeiten enthält.
Im fünften Kapitel werden die in den Logistik-Teilbereichen Entsorgung und Transport zuvor eingesetzten Ressourcen zusammenfassend betrachtet. Aus dieser Perspektive wird die abschließende Ablauf- und Bereitstellungsplanung für alle eingeplanten Produktionsfak-
2 Planungsbasis 3
2 Planungsbasis
2.1 Maßnahmen und Verfahrensweise
Die Rückbaumaßnahmen untergliedern sich in mehrere, teilweise interferierende Bauphasen und Rückbaustufen. Wesentlicher Bestandteil ist der Gebäudeabbruch. Auf dem Gelände befinden sich 38 Lagerbunker, 49 Lagerhäuser, 60 Nissenhütten sowie fünf Betriebsgebäude, jeweils mit unterschiedlicher Bauform, Nutzfläche, Raumvolumen und technischer Ausstattung. Das Depot ist baulich an die öffentliche Strom- und Wasserversorgung angeschlossen, die inzwischen vom zuständigen Versorgungsunternehmen eingestellt wurde. Gasleitungen und Gastankanlagen bestehen auf dem Gelände nicht. Alle Gebäude sind über befestigte, einspurig befahrbare Fahrstraßen erreichbar. Die vorgesehenen Arbeiten und Transporte lassen sich somit weitgehend witterungsunabhängig durchführen. Die zur Verfügung stehende Rangierfläche ist allerdings begrenzt. Auf das umzäunte Gelände ist die Zu- und Abfahrt für Baumaschinen und Lkw nur über 2 Verkehrstechnisch ist die Liegenschaft über die Bundesstraße 54, zwei Außentore möglich.
die Kreisstraßen 39 und 41 sowie die Autobahnen 1 und 43 erreichbar. Zudem verläuft in unmittelbarer Nähe der schiffbare Dortmund-Ems-Kanal. Über einen Gleisanschluss ver- 3 fügt das Depot nicht.
Gemäß rechtlichen Vorgaben zufolge wird zunächst die technische Gebäudeausrüstung demontiert, gefolgt vom Abbau der nichtkonstruktiven Bauelemente. Im Anschluss werden 4 Die anfallenden Materialien werden separiert, die konstruktiven Bauelemente abgerissen.
auf dem Gelände zwischengelagert und abschließend extern entsorgt. Lediglich der Bauschutt wird vor Ort in die Lagerbunker verfüllt. Sie werden nicht abgerissen sondern vollständig übererdet. Das erforderliche Bodenmaterial fällt beim Ausbau des Dortmund-Ems-Kanals an. Zuvor werden auch in den Bunkern die technische Gebäudeausrüstung und nichtkonstruktive Bauelemente demontiert und entsorgt. Teerhaltige Asphaltdecken werden abgetragen. Außerhalb des Übererdungsbereichs wird Schotter in den abgefrästen Straßenkörper eingebaut. Pflasterflächen werden soweit aufgelockert, dass ein ungehinderter Wasserabfluss gewährleistet ist. Auf dem Gelände befindliche Explosionsschutzwälle werden eingeebnet. Zu den letzten Rückbaumaßnahmen zählen der Abbau von Zaunanlage und Zufahrtstoren.
Die Liegenschaft ist frei von militärischen Altlasten. Aufgrund dessen ist bei der Rückbau- 5 planung die Einbeziehung von diesbezüglichen Vorschriften nicht erforderlich.
2 Bauwerksbeschreibungen s. Anlage 1, Gebäudeanordnung und Wegesystem s. Lageplan Anlage 7. Die
2 Planungsbasis 4
Bei Demontage, Abbruch und Transport sollten die jeweils aktuellen „Technischen Vorschriften für Abbrucharbeiten“ Berücksichtigung finden. Die Einhaltung dieser Richtlinien ist eine Voraussetzung für sicheres, effektives und umweltschonendes Arbeiten. Daneben muss der weitestgehend sortenreine Ausbau von Baumaterialien eine zentrale Prämisse sein. Die differenzierte Materialseparation auf der Baustelle ist hinsichtlich eines maximalen 6 Verwertungspotenzials der anfallenden Stoffe entscheidend.
2.2 Materialaufkommen
Bei den geplanten Rückbaumaßnahmen fallen die in der Tabelle 2-1 dokumentierten Mate- 7 Einedifferenzierte Übersicht im Hinblick auf einzelne Leistungspositionen ist rialien an.
der Anlage 3 „Materialanfall in Bauphasen/Leistungspositionen“ zu entnehmen.
Tab. 2-1: Materialaufkommen
6 Vgl. Mertes (2005), S. 35; Deutscher Abbruchverband (2007), Internet
2 Planungsbasis 5
2.3 Materialdisposition
In der Tabelle 2-2 wurde die Materialdisposition für die anfallenden Rückbaustoffe vorge- 8 nommen.
Gegenwärtig lassen sich verschiedene Baureststoffe wie bspw. Metalle (Stahltore- undtüren) oder Kabel (elektrische Leitungen) zu vergleichsweise guten, d. h. deutlich mehr als kostendeckenden, Preisen an entsprechende Verwertungsbetriebe veräußern. Insofern sollte im Vorfeld der Entsorgung das Verkaufspotenzial zumindest dieser Materialien vom Eigentümer nicht ungeprüft bleiben.
Tab. 2-2: Materialdisposition
Arbeit zitieren:
Burkhard Blumberger, 2007, Logistik-Fallstudie: Rückbau des ehemaligen britischen Munitionsdepots Nottebrock in Münster-Amelsbüren, München, GRIN Verlag GmbH
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