Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
2. Wurzeln/ Geschichte 4
2.1 Carl Rogers und die Entwicklung der Personenzentrierten Psychotherapie 4
2.2 Ehepaar Tausch und die Gesprächspsychotherapie in Deutschland 6
3. Philosophie 7
3.1 Menschenbild 7
3.2 Grundannahmen 7
5. Therapeutische Bedingungen. 10
5.1 Therapeutische Grundhaltungen/ 3 Variablen. 10
5.2 Fähigkeit des Klienten, die therapeutischen Grundhaltungen wahrzunehmen 12
5.3 Inkongruenz des Patienten. 12
5.4 Kontakt zwischen dem Therapeuten und dem Klienten 13
6. Der therapeutische Prozeß. 13
6.1 Die Aufgabe des Therapeuten. 13
6.2 Das Prozeßkontinuum/ 7 Stufen. 13
7. Zielsetzung 15
7.1 Die voll funktionierende Persönlichkeit. 15
Res ümee 16
Literatur 17
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1. Einleitung Personenzentrierte Psychotherapie, auch „Gesprächs(psycho)therapie“,
„klientenzentrierte Therapie“ oder „nichtdirektive Beratung“ genannt, ist der Humanistischen Psychologie zuzuordnen. Sie wurde von Carl Ransom Rogers in den 1940-er Jahren in den USA begründet. Die Entwicklung dieser Therapieform fand vor allem an den psychologischen Instituten verschiedener Universitäten statt, wodurch ein enger Kontakt zu empirischer Forschung stets gewährleistet war. Somit gehört die Personenzentrierte Psychotherapie zu den am meisten erforschten und wissenschaftlich fundierten Methoden. Heutzutage ist sie weltweit verbreitet und neben der Psychoanalyse und der Verhaltenstherapie eine der am häufigsten angewandten Therapieformen. Der personenzentrierte Ansatz wird an zahlreichen Hochschulen gelehrt und erfreut sich einer großen Anerkennung in der Fachwelt. In Deutschland wurde sie Anfang der 1960-er Jahre durch das Ehepaar Tausch eingeführt und populär gemacht.
Die Grundannahmen des Personenzentrierten Ansatzes sind eng mit der humanistischen Sichtweise verbunden. Im Vordergrund steht der Mensch mit seiner Tendenz zur Selbstverwirklichung (Vervollkommnung). Dieses angeborene Wachstumspotenzial, auch Aktualisierungstendenz genannt, ist die treibende Kraft bei all seinen Aktivitäten und somit das Fundament, auf dem die Personenzentrierte Therapie aufbaut. Der Hilfesuchende ist selber am besten in der Lage, Lösungen für seine Probleme zu finden und sich selbst zu helfen. Da die Aktualisierungstendenz durch ungünstige Umweltbedingungen blockiert bzw. gehemmt wird, besteht die Aufgabe des Therapeuten darin, ein förderliches Klima für die Freisetzung des Wachstumspotenzials des Klienten zu schaffen. Durch den förderlichen, therapeutischen Rahmen wird die Selbstexploration des Klienten ermöglicht und gefördert. Die bestehende Inkongruenz des Klienten kann durch einfühlsame Gespräche und die dabei stattfindende Selbstauseinandersetzung aufgelöst werden. Dabei steht der Hilfesuchende und seine innere Welt stets im Vordergrund. Der Begründer selbst sah Personenzentrierte Psychotherapie als „eine sich ständig weiterentwickelnde Form der zwischenmenschlichen Beziehung, die Wachstum und Veränderung fördert.“(Rogers, 1983)
Als Bedingung für eine erfolgreiche Therapie hat Rogers drei Grundhaltungen des Therapeuten beschrieben, die für eine erfolgreiche Therapie notwendig und
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hinreichend sind: Kongruenz, Empathie und bedingungslose Akzeptanz. Diese Variablen erläutere ich genauer im Punkt 5.1.
Im Gegensatz zu anderen Therapieformen besteht das „Einzigartige dieses therapeutischen Ansatzes […] darin, daß sein Schwerpunkt mehr auf dem Prozeß der Beziehung selbst als auf den Symptomen oder ihrer Behandlung liegt; daß seine Hypothesen sich auf Material stützen, das aus therapeutischen und anderen zwischenmenschlichen Beziehungen gewonnen wurde, insbesondere auf Tonband-und Filmaufzeichnungen von Interviews, und daß diese Hypothesen der Überprüfung durch geeignete Untersuchungsmittel grundsätzlich offenstehen.“(Rogers, 1983)
2. Wurzeln/ Geschichte
2.1 Carl Rogers und die Entwicklung der Personenzentrierten Psychotherapie Carl Rogers, der „Vater“ der Personenzentrierter Therapie, wurde 1902 in den USA, in der Stadt Illinois geboren. Seine Eltern waren Farmer und erzogen ihren Sohn streng religiös. An der Universität von Wisconsin studierte er Agrarwissenschaften, später auch Physik und Biologie. Nebenbei besuchte er ein theologisches Seminar. An der Columbia University besuchte er ein pädagogisches Seminar Kilpatricks, dessen Veranstaltungen den Pragmatismus lehrten. Bei Hollingsworth lernte Rogers klinische Psychologie. Er absolvierte eine psychoanalytische Ausbildung in Columbia und arbeitete nach dem Studium mehrere Jahre in einer New Yorker Erziehungsberatungsstelle. In der Zeit lernte er einige Psychotherapeuten
Ranckscher Prägung kennen. Otto Ranks Thesen über den Willen des Menschen als „spontane Gegenkraft zum Trieb und zu den Emotionen“ sowie das Ich als „Regulativkraft für den Willen“ haben Rogers sehr beschäftigt. Vor allem seine Theorie, daß jede Form der Einmischung seitens des Therapeuten sich kontraproduktiv und hemmend auf den Therapiefortschritt auswirkt, hat den personenzentrierten Ansatz sehr geprägt.
Mit seiner Berufung als Professor zur Ohio State University 1940, wo er klinische Psychologie lehrte, begann die erste Entwicklungsphase der Personenzentrierten Psychotherapie, die zu diesem Zeitpunkt „nichtdirektive Beratung“ hieß. Das Konzept der neuen Therapieform wurde zum ersten Mal 1942 in seinem Buch „Counseling and psychotherapy“ veröffentlicht. Im Jahr 1945 wechselte Rogers an die Universität von Chicago, wo er bis 1950 als Professor für Psychologie tätig war. Als Ausbildungsgrundlage dienten Tonbandprotokolle von Interviews, was in dieser
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Zeit neu war. In diesem Anfangsstadium wurde die Behandlungstechnik sehr in den Vordergrund gestellt. Rogers fand heraus, daß die Person und das Verhalten des Therapeuten einen großen Einfluß auf den Therapieerfolg haben und daß die therapeutische Entwicklung in unterschiedlichen Graden durch die Reaktionen des Therapeuten beeinflußt wird. In der Fachwelt waren die Methoden als „Spiegeln von Gefühlen“ und als „nichtdirektive Techniken“ bekannt. Die Bezeichnung „Patient“ wurde durch die Bezeichnung „Klient“ ersetzt, um die Selbständigkeit und die Eigenverantwortung des Hilfesuchenden zu betonen. Das Bild des passiven „Patienten“, der bis dahin als Behandlungsobjekt gesehen wurde, verwandelte sich in das Bild eines selbstverantwortlichen Menschen, der im therapeutischen Umfeld sehr wohl im Stande ist, selbständig Entscheidungen zu treffen, seine Erfahrungen zu reflektieren, Entdeckungen zu machen und eigene Erkenntnisse zu gewinnen. So wurde Anfang der 50-er Jahre aus der „nichtdirektiven Therapie“ die „Klientenzentrierte Psychotherapie“. In dieser Phase stand „die innere phänomenale Welt des Klienten“(Rogers, 1951) im Blickpunkt. In dem Buch „Client- centred psychotherapie“ (1951) erörtert Rogers seine theoretischen Gedanken zur Klientenzentrierten Therapie. Es folgt die Entwicklung einer exakten Therapie- und Persönlichkeitstheorie (Rogers, 1959). Die Erkenntnis, daß es sich nicht allein um eine therapeutische Methode handelt, sondern daß diese Theorie auf alle zwischenmenschlichen Beziehungen anwendbar ist, faszinierte nicht nur die Fachwelt. So wurde in den 60-er Jahren die Anwendung dieser Methode auf einen breiten Personenkreis ausgedehnt und es wurden Intensivgruppen organisiert, an denen außer Fachleuten auch Geschäftsmänner, Erzieher und andere Interessierte teilnahmen. Es wurde zu einem gesellschaftlichen Trend, „das persönliche Wachstum durch intensive Erfahrungen in kleinen Gruppen zu fördern“(Tausch, 1979) Der klientenzentrierte Ansatz gab Anstoß zu vielen Änderungen und Neuerungen, hatte großen Einfluß auf das Erziehungswesen. Durch die erkannte Allgemeingültigkeit dieser Theorie konnte jede, am persönlichen Wachstum und innerer Bereicherung interessierte Person, von dem Ansatz profitieren und es im alltäglichen Leben umsetzen. So schien folglich die Bezeichnung „personenzentriert“ zutreffender als der Name „Klientenzentrierte Therapie“.
Arbeit zitieren:
Katarzyna Grzeskowiak, 2008, Personenzentrierte Psychotherapie - Gesprächspsychotherapie nach Carl Rogers, München, GRIN Verlag GmbH
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