Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS 2
1. EINLEITUNG 3
2. WAS WIR ÜBER GEWALT WISSEN 4
2.1. Eine Definition 4
2.2. Täter und Opfer - eine kleine Analyse 4
2.3. Ursachen und Situationen 6
2.4. Was charakterisiert Täter und Opfer ? 8
2.5. Weitere Merkmale - ein konkretes Bild 10
3. WAS WIR GEGEN GEWALT TUN KÖNNEN 12
3.1. Identifizierung möglicher Opfer und Täter 13
3.2. Der Versuch eines Interventionsprogramms 14
4. Fazit 15
LITERATURLISTE 16
2
1. Einleitung
„Zwei Jahre lang war Johnny, ein stiller 13- jähriger Schüler, für einige seiner Klassenkameraden ein menschliches Spielzeug. Die Teenager setzten Johnny zu, um an sein Geld zu kommen, sie zwangen ihn, Unkraut zu schlucken und Milch, die mit Waschmittel vermengt war, zu trinken. Sie verprügelten ihn in den Toiletten und legten ihm einen Strick um den Hals, mit dem sie ihn wie ein Tier an der Leine herumführten“ 1 .
„In Weston-super-Mare, Avon, in England wurde die 10- jährige Sarah immer wieder von zwei aufsässigen Mädchen verhöhnt, weil sie bei der Störung des Unterrichts nicht mitmachte. Sie beschimpften sie, bedrohten sie mit Fäusten und brachten andere dazu, dafür zu sorgen, daß sie vom Rest der Klasse ausgeschlossen wurde. << Ich ging früher gern in die Schule>>, sagte eine bestürzte Sarah, <
Dies sind zwei Presseberichte, die Dan Olweus in seinem Buch „Gewalt in der Schule“ zitiert. Gewalt unter Schulkindern ist zweifellos ein sehr altes Phänomen. Die Tatsache, dass einige Kinder häufig und systematisch von anderen Kindern gemobbt und angegriffen werden, wurde in vielen Werken der Literatur beschrieben, und viele Erwachsene haben selbst Erfahrungen aus ihrer eigenen Schulzeit. Da Mobbing im Englischen und Skandinavischen Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz bedeutet und in dieser beschränkten Bedeutung auch schon Eingang ins Deutsche gefunden hat, führe ich für Gewalttätigkeit in der Schule, als den Arbeitsplatz der Schülerinnen und Schüler, hier den Begriff „mobben“ ein. Die ursprüngliche plurale Bedeutung von lat. mob hat bereits im anglo-amerikanischen Sprachgebrauch dem singulären Gebrauch Platz gemacht, so dass auch im Deutschen die Gewalttätigkeit eines Einzelnen mit mobben bezeichnen werden kann 3 .
Anhand der mir vorliegenden Literatur möchte ich versuchen, Gewalt unter Schülern zu ergründen, eventuelle Vorurteile zu zerstreuen und präventive Maßnahmen zu präsentieren, die gerade für spätere Lehrer sehr wichtig sein können. Hierbei beziehe ich mich schwerpunktmäßig auf Dan Olweus.
1 Olweus, Dan: Gewalt in der Schule: Was Lehrer und Eltern wissen sollten - und tun können. Bern, Hans Huber
Verlag, 2. Auflage, 1996, S.21.
2 A. a. O., S. 21.
3 Vgl. a. a. O., S. 22.
3
2. Was wir über Gewalt wissen
Das ursprüngliche englische Wort mobben, das den Stamm mob beinhaltet, impliziert demnach, dass es sich gewöhnlich um eine große Gruppe von Leuten handelt, die an der Unterdrückung anderer beteiligt sind. Aus den oben angeführten Gründen meine ich damit sowohl die Gewalt eines Einzelnen, wie die Gewalt einer ganzen Gruppe.
2.1. Eine Definition
Zur weiteren Klärung möchte ich mich auf folgende Definitionen festlegen: Ein Schüler ist dann Gewalt ausgesetzt ist, bzw. wird gemobbt, wenn er oder sie wiederholt und über eine längere Zeit den negativen Handlungen eines oder mehrerer anderer Schüler ausgesetzt ist. Negative Handlungen können verbaler Art sein, wie spotten, hänseln, beschimpfen, also die ganze Palette der psychischen Gewaltanwendung. Bei der physischen Gewaltanwendung ist das sicher eindeutiger, wie z.B. schlagen, stoßen, kneifen, festhalten 4 . Wenn Gewalt vorherrscht, liegt ein Ungleichgewicht an Kräften vor. Zum einen das Opfer, das Mühe hat, sich gegen die einwirkende Gewalt zur Wehr zu setzen und zum anderen die Gewalttäter (oder der Gewalttäter), die ihre soziale Stellung oder ihre kräftemäßige Überlegenheit dazu missbrauchen, andere Schüler zu unterdrücken 5 . Eine weitere Definition ist diese:
Gewalt ist eine zielgerichtete, direkte, physische, psychische oder soziale Schädigung, deren Illegalität in der gesellschaftlichen Beurteilung Merkmalen des Täters, des Opfers und der sozialen Kontrollinstanzen unterliegt 6 .
2.2. Täter und Opfer - eine kleine Analyse
Stellt man sich graphisch den Prozentsatz der Schüler vor, die in den verschiedenen Klassen gemobbt werden, dann erhält man eine sanft abfallende Kurve - gleichermaßen für Jungen wie Mädchen. Weiter sieht man bestätigend, dass vor allem jüngere Schüler Gewalt ausgesetzt sind, während die Anzahl der Opfer von Gewalt offenbar mit zunehmendem Alter abnimmt, was die erste Theorie, dass Gewalt auf ein Kräfteungleichgewicht zurückzuführen ist,
4 Vgl. Olweus, Dan, S. 22.
5 Vgl. a. a. O.
4
bestätigt. Ebenso die zweite Graphik, die das Geschlecht der Täter beschreibt. Offenbar sind zwar Jungen wie Mädchen nahezu gleichermaßen Gewalt ausgesetzt, doch geht die Initiative dazu, öfter von Jungen aus, als von Mädchen.
Es bestehe nach Olweus kaum ein Zweifel daran, dass Gewalt in den Grundschulen, sowie in den Unterstufen der weiterführenden Schulen ein erhebliches Problem darstelle, das ernst zu nehmen sei. Dennoch sollte man auf der anderen Seite auch anmerken, dass 60 bis 70 % der Schulkinder in einem Schulhalbjahr überhaupt nicht an gewalttätigen Handlungen beteiligt sind - weder als Opfer noch als Täter. Gerade diese Gruppe kann in den im zweiten Teil aufgeführten Präventivmaßnahmen einen wesentlichen Teil dazu beitragen, der Gewalt in der Schule entgegenzuwirken.
Jetzt stellt sich die Frage, wie denn die oben aufgeführten Schüler im einzelnen Gewalt definieren. Es ist davon auszugehen, dass die obigen Ergebnisse eher das repräsentieren, was unmittelbare Gewalt genannt wird, nämlich relativ offene Angriffe auf das Opfer. Olweus ergänzt hierzu, dass Gewalt mit physischen Mitteln unter Jungen üblicher ist. Mädchen dagegen benutzen oft „raffiniertere und verdecktere“ Schikanen, wie üble Nachrede und Verbreitung von Gerüchten oder sind Drahtzieher in Freundschaftsbeziehungen (z.B. einem Mädchen die beste Freundin wegzunehmen). Doch auch unter Jungen ist das Schikanieren mit nichtphysischen Mitteln die häufigste Form von Gewalt 8 . Dies erscheint zunächst verblüffend, hatte sich doch in der Diskussion des Themas die Meinung festgesetzt, dass Jungen doch eher einmal mit Fäusten Dinge regeln und Mädchen zu „verdeckteren“ Mitteln greifen. Blickt man
6 Vgl. Fuchs, M.; Lamnek, S.; Luedtke, J.: Schule und Gewalt. Realität und Wahrnehmung eines sozialen
Problems. Opladen 1996, S. 14.
7 Olweus, Dan, S. 29, 30.
8 A. a. O., S. 30.
5
Arbeit zitieren:
Katharina Keil, 2007, Gewalt in der Schule, München, GRIN Verlag GmbH
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