Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Schulmethodik Leichathletik. 4
Schulische Bedingungen. 4
2.1
Unterrichtsziele in der Leichtathletik. 5
2.2
Mehrperspektivit ät im Leichtathletikunterricht 6
2.3
3 Übersicht des Begriffs Differenzierung 7
Begriffsdefinition. 7
3.1
Arten von Differenzierung. 9
3.2
M öglichkeiten und Ebenen der inneren Differenzierung. 10
3.3
3.3.1 Didaktische Differenzierung. 11
3.3.2 Methodische Differenzierung im Unterricht. 11
4 Innere Differenzierung am Beispiel Speerwurf und Hochsprung. 13
Lehrplananalyse Sek. I II Speerwurf und Hochsprung 13
4.1
Methodisch konvergente Unterrichtseinheit Speerwurf 15
4.2
Methodisch divergente Unterrichtseinheit Hochsprung 20
4.3
5 Fazit 25
6 Literatur 26
1 Einleitung
Der Begriff Differenzierung ist als weit gefasster Sammelbegriff zu verstehen, welcher didaktische und schulische Organisationsformen beschreibt, in denen Unterricht und Lernen stattfinden sollen. Differenzierung zielt grundsätzlich auf die individuelle Förderung des Schülers, d. h. Förderung von Begabungen, Lerndisposition und auch hinsichtlich von Lernschwächen und Motivationsschwächen ab. Mit differenzierten Lernangeboten und Forderungen, die sich am Leistungsvermögen des Schülers orientieren, können Erfolgserlebnisse geschaffen werden, die sich positiv auf die Motivation und das Lernverhalten des Schülers auswirken, sein Selbstbewusstsein und damit seine Persönlichkeit stärken. Zur Entwicklung der Schülerpersönlichkeit trägt maßgeblich bei, Begabungen zu erkennen und in geeigneter Weise zu fördern sowie Defizite mit individuellen Lernangeboten auszugleichen. Differenzierung wird demzufolge notwendig aus der Heterogenität der Schülerschaft und den gesellschaftlichen Anforderungen, die sich beispielsweise in verschiedenen Schulformen und -abschlüssen ausdrücken. Sie erfolgt in der kategorialen Trennung der Zielgruppe in Hinblick auf die Homogenisierung nach einem bestimmten Kriterium wie zum Beispiel dem Alter, als äußere Differenzierung, oder der Durchführung des Unterrichts als innere Differenzierung. Im Folgenden wird darauf eingegangen welche Ziele die Differenzierung verfolgt und in welchen Arten sie durchzuführen ist. Hierbei werden Modelle vorgestellt, welche die umfangreiche Anwendung der Differenzierung verdeutlichen sollen.
Die Begeisterung von Schülerinnen und Schülern für die klassische Leichtathletik hält sich in Grenzen. Verständlich, wenn immer nur die gleichen Übungen und Bewegungsformen absolviert werden. Leichtathletik ist dann für viele Schüler Ausdruck einer eher langweiligen und einseitigen Bewegungswelt. Laufen, Springen und Werfen in der Schule sollte aber so arrangiert und thematisiert werden, dass tatsächlich Freude an der Bewegung und Lust auf Leichtathletik entsteht. Deshalb folgt im praktischen Teil ein Konzept einiger Sportstunden, bei dem, ausgeführt in der Sportart Leichathletik, veranschaulicht werden soll, wie die Differenzierung in die Praxis umgesetzt werden kann.
2 Schulmethodik Leichathletik
Eine Reihe von Bedingungen für Sportunterricht und Schule weisen prägnante Unterschiede zum Sporttreiben im Verein auf. Diese werden nachfolgend nur stichwortartig und unvollständig benannt. Die Mehrperspektivität, welche in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat, ist eine
Herangehensweise der schulmethodischen Leichtathletik.
2.1 Schulische Bedingungen
Neben schulpädagogischen Einsichten sind sie mitbestimmend für spezifische Ziele, inhaltlich Anforderungen und Möglichkeiten sowie methodisches Vorgehen im Leichathletikunterricht. Die Institution Schule verweist auf den Pflicht- und Leistungscharakter, ist verbunden mit Schulmüdigkeit und Verhaltensauffälligkeiten, mit organisatorischen Bedingungen wie Einzel- oder Doppelstunden (mit ihren Vor-und Nachteilen), Klassenfrequenzen zwischen 20 und 36 Schülern, materialen Defiziten, Mehrfachbelegungen von Hallen und Plätzen, eventuellen Wegzeiten zur Sportstätte. Darüber hinaus gibt es spezielle Bedingungen für die einzelnen leichtathletischen Disziplinen, die sich z.T. deutlich voneinander unterscheiden. Alle Schüler mit ihren unterschiedlichen Anlagen bzw. Leistungsvoraussetzungen und Interessen sind zu fördern, was eher eine Hinwendung zu leistungsschwächeren Schülern nahe legt, weil leistungsstarke Schüler genügend Erfolgserlebnisse haben und sich selbst motivieren können. Der Sportlehrer ist meist nicht auch Übungsleiter in der Leichtathletik, verfügt also nur über ein begrenztes Spezialwissen. Dessen Vertiefung stehen die notwendigen Vielseitigkeit sowie Fortbildungen zu neuen, auch modischen Körperübungen eher entgegen. Zeitliche und klimatische Bedingungen verweisen darauf, dass die Leichtathletik im Wesentlichen im Freien betrieben wird (es gibt aber auch „Schlechtwetterstunden“). Wenn wir von 3 Sportstunden wöchentlich ausgehen, so bleiben 20 Stunden pro Schuljahr, das sind 10 Stunden jeweils im Herbst und im Frühjahr bzw. 4 Wochen mit größerer Unterbrechung dazwischen. Von diesen Stunden bleiben nur wenige für die einzelnen Disziplinen.
2.2 Unterrichtsziele in der Leichtathletik
Notwendige pädagogische Akzentsetzungen verweisen auf facheigene und fächerübergreifende Ziele, die für den Sportunterricht generell gelten. Facheigene und übergreifende Ziele und ihre Beziehungen lassen sich folgendermaßen kurz kennzeichnen: Im Leichathletikunterricht erhalten die Schüler Gelegenheit, sich leichtathletische Bewegungsabläufe (als Kulturgut) anzueignen und damit Handlungsfähigkeit zu erwerben, die in einem weiteren Sinne auch enthält: Leichathletik unter verschiedenen Sinnorientierungen (also mehrperspektivisch) betreiben, als Schiedsrichter oder Organisator tätig sein, eine kritische Distanz zu zweifelhaften Praktiken wahren. 1 Verbunden mit Entwicklung von Handlungsfähigkeit der Schüler ist die Hoffnung, dass sie die „Reize“ der Leichtathletik für sich erschließen und sich damit eine positive Einstellung zum Sporttreiben im Allgemeinen und eventuell auch zur Leichathletik entwickeln möge. Die Entwicklung von Interesse, Freude am Sporttreiben verweist auf einen weiterführenden, ganz wesentlichen Gedanken: Kaum ein Sportlehrer wird darauf verzichten wollen, im Verlauf des Sport- bzw. Leichtathletikunterrichts einen (sicher begrenzten) Beitrag für die Charakterbildung oder Moral seiner Schüler zu leisten. Dieser Beitrag zu fachübergreifenden Zielen erscheint einerseits unverzichtbar, weil Freude und Interesse sowie Handlungsfähigkeit weltanschaulich indifferent bleiben und Manipulation nicht ausgeschlossen werden kann. Andererseits sind
fachübergreifende Ziele immer gebunden an Freude und Interesse der Schüler. Denn eine frustrierende Teilnahme am Sport- bzw. Leichtathletikunterricht wird einen weiteren erzieherischen Beitrag verstellen. Eine Entfaltung von „Reizen“ der Leichtathletik folgt daher nicht nur facheigenen oder „leichathletischen Interessen“ und einer eventuellen Bindung an den außerunterrichtlichen bzw. -schulischen Sport, sondern ist auch eine notwendige Basis für weiterführende Pädagogik.
1 vgl. Kurz, D.: „Sport mehrperspektivisch unterrichten. Warum und wie?“ In: Zieschang, K.; Buchmeier, W. (Hrsg.): „Sport zwischen Tradition und Zukunft.“ Schorndorf, 1992, S.15-18
2.3 Mehrperspektivität im Leichtathletikunterricht
Mehrperspektivität meint nicht, eine schulisch sinnvolle größere Zahl an Sportarten, sondern die Vielfalt der sog. Sinnrichtungen, der Grundmuster, unter denen Menschen sinnerfüllt und damit motiviert heute Sporttreiben. Es ist den Schülern also nachdrücklich zur Erfahrung zu bringen, dass es jeweils etwas anderes ist, ob man Sport gemäß der Sinnrichtung Leistung/Wettkampf betreibt oder seinen Sinn in einem Sporttreiben des geselligen Miteinanders sieht, während es wieder anderen Sinn macht, Sport als Feld von Wagnis und Abenteuer oder als Gesundheitsstärkung zu erfahren. Vor allem die sechs Sinnrichtungen nach Dietrich Kurz sind hier zum fachdidaktischen Allgemeingut geworden. 2 Aus leichathletischer Sicht stand im vergangenen Jahrzehnt völlig zurecht die Erprobung von vielfältigen, interessanten Körperübungen im Vordergrund, um einem eintönigen Üben genormter leichathletischer Bewegungsabläufe zu entgehen. Weitere, mehr pädagogische Möglichkeiten bzw. methodische Themen mit ihren eigenen Reizen blieben eher im Hintergrund, sind aber in einer schulsportlich bearbeiteten Leichathletik unverzichtbar. Wahlmöglichkeiten verdeutlichen häufig erst die Vielfalt an Handlungsmöglichkeiten, befriedigen das Bedürfnis nach Selbstbestimmung und bringen soziale Anerkennung zum Ausdruck. Körpererfahrungen ermöglichen eine Vielzahl von Informationen, die das Erlebnisfeld erweitern und verändern und führen evtl. zum Einpendeln auf ein individuelles Maß, das positives Befinden bewirken kann. Ästhetische Akzentsetzung können Fitness, Haltung und Figur als Präsentation der Persönlichkeit nahe legen; durch den Einsatz von Musik und Rhythmus kann mitgerissen werden. Vor allem das Differenzieren und Individualisieren ermöglichen eher Erfolgserlebnisse und zeigen individuelle Stärken auf. Aufgaben für das selbstständige Üben verweisen auf eine sinnvolle Freizeitgestaltung und ermöglichen Erfolgserlebnisse durch in kurzer Zeit zu erwartende Leistungsfortschritte. Angemessener Umgang mit der Leistung kann den Zusammenhang von angewendeter Anstrengung und Resultat sowie das Handlungsergebnis als von der Person selbst bestimmt erfahrbar machen. Sportbezogene Gruppennormen begünstigen eine Qualität sozialer Beziehungen, die einen überwiegend harmonischen Sportunterricht und Atmosphäre erzeugen, die zum weiterführenden Sporttreiben anregt.
2 vgl. Kurz, D.: „Sport mehrperspektivisch unterrichten.“ S.15-18
Nahe an dieser Beschreibung methodischer Gestaltungsmöglichkeiten liegt der Gedanke der Mehrperspektivität, der von KURZ und FREY wiederholt auf die Leichtathletik bezogen wurde. Hierbei verweisen die Sinnorientierungen Leistung, Fitness/Figur, Eindruck/Körpererfahrung, Miteinander/Geselligkeit und Spannung/ Abenteuer auf sehr unterschiedliche Sichtweisen und vielschichtige Gestaltungsmöglichkeiten. Dieser erweiterte Inhaltskanon soll im Schulsport, insbesondere im Sportunterricht, ausdrücklich nicht nur sportlich ausgelegt, in sportlichem Sinn zum Thema werden, sondern unter verschiedenen Perspektiven. Schülerinnen und Schüler sollen im Unterricht individuell erfahren und reflektieren, dass ein Inhalt in unterschiedlicher Weise Sinn machen kann: nicht nur als sportliche Herausforderung in der Leichtathletik, sondern auch als gesundheitlich bedeutsame Praxis.
3 Übersicht des Begriffs Differenzierung
3.1 Begriffsdefinition
Ganz allgemein bedeutet differenzieren, Unterschiede zu machen und diese zu berücksichtigen. Eine genaue Definition von Klafki im Jahre 1970 aufgestellt aber heute noch viel zitiert lautet:
„Der Begriff der Differenzierung umfasst alle organisatorischen und methodischen Bemühungen, die darauf abzielen, den individuellen Begabungen, Fähigkeiten, Neigungen und Interessen einzelner Schüler oder Schülergruppen innerhalb einer Schule oder Klasse gerecht werden.“ 3
Das bedeutet, dass ein Lehrer die Schüler in einer Klasse unterschiedlich behandeln sollte. Laut Wiater besagt das Unterrichtsprinzip Differenzierung, dass die „Heterogenität der Schülerinnen und Schüler einer Lerngruppe oder Klasse schul-
und unterrichtsorganisatorisch berücksichtigt“ werden soll. 4 In der Schule sind Lehrpersonen mit heterogenen Gruppen konfrontiert. Sehr selten hat man das Glück, dass man eine homogene Gruppe unterrichten kann.
3 vgl. Klafki, W./ Stöcker, H.: „Innere Differenzierung des Unterrichts.“ In: Klafki, W.: „Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Beiträge zur kritisch-konstruktiven Didaktik.“ Weinheim: Beltz, 1985, S. 119-154.
4 Wiater, W.: „Vom Schüler her unterrichten. Eine neue Didaktik für eine veränderte Schule.“ Donauwörth: Auer,1999, S. 26-39
Arbeit zitieren:
Franziska Arnold, 2009, Differenzierung im Leichtathletikunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Schnelligkeitsausdauer im sportlichen Training der komplexen Wettspiel...
Sport - Bewegungs- und Trainingslehre
Examensarbeit, 162 Seiten
Wir bauen ein Modell vom Hauke-Haien-Deich - produktionsorientierter U...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 14 Seiten
Selbstverteidigung und Selbstbehauptung als Bausteine der Gewaltpräven...
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Examensarbeit, 64 Seiten
Zum Konzept des Elterngeldes - Von der Antragsstellung zur Auszahlung
Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation
Seminararbeit, 27 Seiten
Völkerball mit Variationen im Sportunterricht
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Referat (Ausarbeitung), 5 Seiten
Elterngeld - eine Maßnahme zur Steigerung der Geburtenrate?
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 47 Seiten
Unterrichtsstunde: Vertiefung des Innenseitstoßes / Doppelpass
Lehrprobe Sport; Fußball, Klas...
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Unterrichtsentwurf, 13 Seiten
Internationale Organisationen als Völkerrechtssubjekte
Jura - Europarecht, Völkerrecht, Internationales Privatrecht
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
Bericht zum Unterrichtspraktikum an einer Grundschule im Fach Sport
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Praktikumsbericht / -arbeit, 26 Seiten
Der Vorrang negativer Religionsfreiheit - oder: Freiheit als Freisein ...
Jura - Öffentliches Recht / Sonstiges
Hausarbeit (Hauptseminar), 34 Seiten
Persönlichkeitsentwicklung in Pubertät und Adoleszenz als Kernproblem ...
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Examensarbeit, 81 Seiten
Kanu-Wildwasserfahren als Kursangebot im Rahmen der gymnasialen Sekund...
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Examensarbeit, 122 Seiten
Erlebnispädagogische Aspekte in der Schule unter besonderer Berücksich...
Examensarbeit, 53 Seiten
Franziska Arnold's Text Differenzierung im Leichtathletikunterricht ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Franziska Arnold hat den Text Differenzierung im Leichtathletikunterricht veröffentlicht
Franziska Arnold hat einen neuen Text hochgeladen
Englisch: Offenes Lernen mit innerer Differenzierung für 14- bis 16-Jä...
Wochenpläne, Arbeitsblätter, L...
Claudia Zekl
Learning English. Password Orange 6. Erweiterungskurs. Arbeitsheft zur...
Unterrichtswerk für die 10. Kl...
Learning English. Password Orange 4. Erweiterungskurs. Arbeitsheft zur...
Unterrichtswerk für Orientieru...
Super M 3. Schuljahr. Arbeitsblätter zur Differenzierung im Block. Ein...
Arbeitsblätter zur Differenzie...
Super M 1. Schuljahr. Arbeitsblätter zur Differenzierung im Block. Ein...
Arbeitsblätter zur Differenzie...
Super M 2. Schuljahr. Arbeitsblätter zur Differenzierung im Block. Ein...
Arbeitsblätter zur Differenzie...
Super M 4. Schuljahr. Arbeitsblätter zur Differenzierung im Block. Wes...
Arbeitsblätter zur Differenzie...
Ursula Manten, Gudrun Hütten, Klaus Heinze
Learning English. Password Orange 3 Erweiterungskurs. Arbeitsheft zur ...
Für Klasse 7 an Gesamtschulen ...
Learning English. Password Orange 5 Erweiterungskurs. Arbeitsheft zur ...
Für Klasse 9 an Gesamtschulen ...
0 Kommentare