PSIP: Friedenssicherung durch internationale Organisationen?
Konfliktbearbeitungs-Case-Study: Südtirol
von
Hanifle Thomas
SS 2001
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die Entstehung des Konfliktes 4
2.1 Vom Londoner Geheimvertrag bis zur Annexion 4
2.2 Die faschistische Südtirolpolitik 4
2.3 Die Option 5
3. Die Eskalation der Südtirolfrage 6
3.1 Das Gruber-Degasperi-Abkommen 6
3.2 Die Scheinautonomie 8
3.3 Der Südtiroler Widerstand 9
4. Die Internationalisierung des Konfliktes 10
4.1 Vor der Uno 10
4.2 Von den Attentaten bis zur Neunzehner-Kommission 11
4.3 Das Paket 11
4.4 Die Umsetzung des neuen Autonomiestatutes und das ,,Ende" des Konfliktes 12
5. Das Besondere der Südtirolfrage 14
6. Schlußbetrachtung 14
7. Literaturverzeichnis 16
1. Einleitung
Die Lösung des Südtirolkonflikts wird im internationalen Kontext als vorbildlich angesehen und bei ähnlichen Minderheitenkonflikten immer wieder als Lehrbeispiel herangezogen. Die Minderheitenschutzregelungen und Autonomiebestimmungen, die sich Südtirol ,,erkämpft" hat, garantieren dieser Minderheit ihre Existenz und lassen es zu einem unverzichtbaren Mitglied des italienischen Staates werden. Südtirol trägt nicht nur zur inneren Sicherheit Italiens bei, sondern erhöht den internationalen Status des italienischen Staates und machen es zu einem vollwertigen Mitglied der Europäischen Union.
In meiner Arbeit möchte ich mit der Darstellung des Verlaufes der Südtirolfrage zeigen, wie sich der Prozeß der Eskalation hin zur Deeskalation dieses Konfliktes vollzogen hat. Dabei möchte ich mich nicht auf genaue Details konzentrieren, sondern nur die wichtigsten Eckpfeiler des Themas betrachten. Die ,,Südtirolfrage" ist für mich interessant, weil ich aus Südtirol stamme und dieser Konflikt seit jeher in meinem Alltag problematisiert und diskutiert wurde.
2. Die Entstehung des Konfliktes
2.1 Vom Londoner Geheimvertrag bis zur Annexion
Im ,,Londoner Geheimvertrag" von 1915 bekam das neutrale Italien von den Entente-Mächten das Zugeständnis, ganz Südtirol bis zu seinen natürlichen Grenzen zu erhalten, wenn es auf der Seite der Entente in den Krieg gegen die Mittelmächte eintreten würde. Daraufhin erklärte Italien am 23. Mai 1915 Österreich-Ungarn den Krieg. Nach Ende des Krieges besetzte Italien Südtirol kampflos.
Im Friedensvertrag von St. Germain von 1919 wurde Italien die Kriegsbeute ,,Südtirol" ausbezahlt. Ohne Autonomiebestimmungen und Minderheitenschutz wurde Südtirol Italien zugesprochen. Am 6. September des gleichen Jahres stimmte die Nationalversammlung in Wien dem Diktat mit 97 gegen 23 Stimmen zu. Die Tiroler Abgeordneten beteiligten sich zum Zeichen des Protestes nicht an der Abstimmung.
Schon während der Pariser Friedensverhandlungen entwickelten Südtiroler Politiker ihre Grundvorstellungen von Autonomie. Sie forderten
Diese Forderungen stellten auch die Streitpunkte des späteren Südtirol-Konfliktes dar. Am 10. Oktober 1920 wurde dann Südtirol per Gesetz von Italien offiziell annektiert.
2.2 Die faschistische Südtirolpolitik
Nach dem schon das demokratische Italien Südtirol keine Zugeständnisse machte, ließ die Machtübernahme der Faschisten Schlimmeres befürchten. 1923 veröffentlichte der Senator Ettore Tolomei das umfassendste und rücksichtloseste Programm zur Assimilierung einer Minderheit, das jemals veröffentlicht wurde: „Es reichte vom Verbot des Namens Südtirol, bis zum Verbot deutschsprachigen Schulunterrichts, von der Entlassung Südtiroler Beamter bis zur Italienisierung sämtlicher deutscher Orts-, Berg-, Straßen-, Fluß- und Familiennamen.
[...]
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Thomas Hanifle, 2001, Konfliktbearbeitungs-Case-Study: Südtirol, Munich, GRIN Publishing GmbH
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