Seminararbeit zum ÖBIG-Bericht „soziale Ungleichheit und Gesundheit“
Abkürzungen
ECHP … European Household Panel
FOKO … Folgekostenrechnung OECD
ÖBIG … Österreichisches Bundesinstitut für Gesundheitswesen OÖGKK .. Oberösterreichische Gebietskrankenkasse WGKK … Wiener Gebietskrankenkasse Einleitung
In dieser Seminararbeit möchte ich mich kritisch mit dem Artikel „Soziale Ungleichheit und Gesundheit“, den das ÖBIG im Auftrag des Bundesministeriums für soziale Sicherheit und Generationen 2007 veröffentlicht hat. Da es der Rahmen der Seminararbeit nicht zulässt die gesamte Arbeit zu analysieren, möchte ich mich auf einige wenige Kritikpunkte beschränken. Allgemeines Soziale Ungleichheit und Gesundheit
Soziale Ungleichheit liegt dann vor, wenn Menschen aufgrund ihrer Stellung im sozialen Beziehungsgefüge von den wertvollen Gütern einer Gesellschaft regelmäßig mehr als andere erhalten. (Hradil, 2001) Der Begriff „Soziale Ungleichheit und Gesundheit“ bezeichnet den Zusammenhang zwischen Armut, mangelnder Bildung und schlechterem Gesundheitszustand, und in Konsequenz die statistisch erhöhten
Krankheitsrisiken sozial benachteiligter Menschen. Dazu gibt es verschiedene Theorien:
1. Armut macht krank: Dies kann sich direkt oder indirekt manifestieren. 2. Krankheit macht arm
WS 2007 Pekar Seite 2
Seminararbeit zum ÖBIG-Bericht „soziale Ungleichheit und Gesundheit“
3. Armut oder Krankheit werden durch einen 3. Faktor ausgelöst. (Helmert, 2000) Deprivationshypothese
Deprivation wird von der Europäischen Kommission als Benachteiligung in wesentlichen Lebensbereichen definiert, und zwar „als fehlende Möglichkeit zur Inanspruchnahme von Gütern und Dienstleistungen sowie zur Teilnahme an Aktivitäten, die von der jeweiligen Gesellschaft als zentral angesehen werden“
(vgl. Europäische Kommission 2002)
Präventionshypothese
Die Präventionshypothese besagt, dass das Einkommen einer Person zur Sicherheit ihres Gesundheitszustandes beiträgt. (Brennecke/Fuchs 1999). ÖBIG Bericht
Das Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen hat das ÖBIG beauftragt eine Studie zu erstellen, um aufzudecken, ob es in Österreich schichtspezifische Unterschiede in der Gesundheitsversorgung gibt. Da es in anderen Ländern bereits Erhebungen zu dieser Thematik gegeben hat, wollte man auch in Österreich die Gesundheitsversorgung von unterschiedlichen Sozialschichten unter die Lupe nehmen. Die Zielsetzung der Studie sollte die Klärung sein, ob in Österreich ebenfalls sozialschichtabhängige gesundheitliche Ungleichheiten bestehen wie sie in anderen Ländern beschrieben wurden. Um dieses Ziel zu erreichen, musste zuerst eine geeignete Methodik gefunden, um einen eventuell bestehenden schichtabhängigen Unterschied aufzudecken. Das ÖBIG wählte hierfür die Folgekostenrechnung und unterteilte die Versicherten mit Hilfe des Kriteriums „Rezeptgebührbefreiung“ in die zwei Gruppen Sozial benachteiligt und nicht benachteiligt.
WS 2007 Pekar Seite 3
Seminararbeit zum ÖBIG-Bericht „soziale Ungleichheit und Gesundheit“
Kritikpunkte
Nachfolgend möchte ich mich mit folgenden Punkten befassen: - Ist die FOKO die richtige Datenquelle?
- Ist die Rezeptgebührenbefreiung das geeignete Maß um zwischen Sozial stabil und sozial schwach zu unterscheiden? - Ist Oberösterreich repräsentativ?
- Wäre eine Regressionsanalyse nicht besser geeignet gewesen? - Welchen Aussagewert hätte der Gini-Koeffizient bei der Thematik gehabt? FOKO
Die Folgekostenrechnung ist ein Instrument, dass zur Berechnung der Aufwendungen der Sozialversicherung dient, die ein Vertragspartner verursacht. Als Vertragspartner werden dabei niedergelassene Ärzte, Krankenanstalten, Bandagisten, Optiker und dergleichen verstanden. (ÖBIG 2002) In der Foko werden folgende Leistungsdaten erfasst: - Verordnete Arzneimittel - Dauerrezepte
- Ambulante Behandlungen im niedergelassenen Bereich - Stationäre Aufnahmen - Krankenstandstage (vgl. Mair, 1999)
Daraus ergibt sich, dass Leistungen die in Ambulatorien, Ambulanzen und außertariflichen Bereichen (Selbstmedikation, Wahlärzte) nicht erfasst werden. Laut dem System of Health Accounts (OECD) gab es in Österreich 1999 folgende Gesundheitsausgaben:
Staat inkl. Sozialversicherungsträger: 14.540 Mio. Euro (davon 3.702 Mio. Euro für Ambulante Gesundheitsversorgung) Private Gesundheitsausgaben: 4.868 Mio. Euro (vgl. Statistik Austria, 2007) WS 2007 Pekar Seite 4
Arbeit zitieren:
Thomas Pekar, 2008, Soziale Ungleichheit und Gesundheit, München, GRIN Verlag GmbH
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