Gliederung
V o r w o r t I
Gliederung III
Zitat IV
1. Wie einfach und schnell wir urteilen oder Wie wir einfach und schnell urteilen 1
2. Entstehung von Urteilen 2
3. Definition und Bedeutung von Urteilsheuristiken 3
4. Formen von Urteilsheuristiken 4
4.1. Verfügbarkeitsheuristik 5
4.2. Heuristik der Verankerung 6
4.3. Heuristik der Repräsentativität 9
4.3.1. Stichprobe repräsentativ für die Grundgesamtheit 10
4.3.2. Element repräsentativ für die Kategorie 11
4.3.3. Handlung repräsentativ für den Handelnden 11
4.3.4. Wirkung repräsentativ für die Ursache 12
4.3.5. Repräsentativität und Wahrscheinlichkeit 13
5. Zusammenfassung und Fazit 13
Literatur V
III
Stephanie Rohac
„If we are to learn to improve the
quality of the decisions we make, we
need to accept the mysterious nature
Viele Leute glauben, daß sie denken, wenn sie lediglich ihre Vorurteile neu ordnen.
(William James)
1. Wie einfach und schnell wir urteilen oder Wie wir einfach und schnell urteilen
Tagtäglich werden Urteile gefällt. Sie verhelfen zu Entscheidungen und bilden damit einen wichtigen Teil von Entwicklung. Urteile sollen möglichst wenig fehlerbehaftet sein, schließlich sind die nachgelagerten Entscheidungen in vielen Fällen mit gewichtigen Konsequenzen verbunden. Was tun Politiker, wenn ein adäquater Einsatz von haushalts- oder finanzpolitischen Instrumenten gewährleistet werden muss? Sie beurteilen die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und passen die Maßnahmen an diese Bewertungen an. Was tun Finanzberater, um eine gewinnbringende Anlagestrategie zu implementieren? Sie versuchen, die Gewinn- und Umsatzentwicklung von Unternehmen zu beurteilen und anhand dieser Informationen eine zielorientierte Entscheidung zu treffen. Was tun Führungskräfte, wenn Schlüsselpositionen neu zu besetzen sind? Sie beurteilen die Leistungen und Potentiale der Mitarbeiter oder Bewerber, und treffen entsprechende Entscheidungen zu Beförderungen oder Einstellungen. Was tun Verbraucher, um das richtige Auto zu finden? Sie beurteilen die auf dem Markt angebotenen Kraftwagen und entscheiden sich durch Abgleichen der Angebote und ihrer Anforderungen für ein Gefährt.
Allein diese Auswahl an Situationen verdeutlicht, dass die Bewertung von Informationen, die zumeist in ein Urteil mündet, oftmals eine entscheidende Basis zur Auswahl verschiedener Alternativen bildet. Selten ist der Fall, dass diese Urteilsprozesse sich durch Vollständigkeit und Transparenz auszeichnen. Vielmehr liegen nicht hinreichend zuverlässige statistische Daten, unzureichende Informationen, ein hoher Grad an Komplexität und Wirkungszusammenhängen sowie Zeitdruck vor. Diese allgegenwärtigen Rahmenbedingungen erschweren fundierte Urteile, während gleichzeitig ein Zwang zur Entscheidung besteht. Deshalb kann es sich in einigen Situationen als ökonomisch von Vorteil erweisen, Abkürzungen des Urteilsprozesses vorzunehmen. Allein die Vorstellung, im Vorfeld einer jeden Entscheidung langwierige Prüfungsprozesse aller möglichen Details durchzuführen, scheint paradox und völlig ineffizient. Stattdessen ist das Zurückgreifen auf mentale Abkürzungen ein Weg, der erheblich Aufwand ersparen 1 kann.
1 ARONSON, E./ WILSON, T.D./AKERT, R.M., Sozialpsychologie, 2004, S. 76.
1 Stephanie Rohac
Die Betrachtung dieser mentalen Strategien und Abkürzungen von Urteilsprozessen bilden den Kern dieser Arbeit. Dabei erfolgt eine Konzentration auf die Beantwortung der folgenden Forschungsfragen: Wie entstehen Urteile? Was sind Urteilsheuristiken? Welche Bedeutung hat diese Art der Urteilsfindung? Welche Arten der Vereinfachungen respektive Abkürzungen können unterschieden werden und inwiefern beeinflussen diese das Urteil?
2. Entstehung von Urteilen
Die Basis für Urteilsprozesse bilden Wahrnehmungen. Im weitesten Sinne bezieht der Begriff sich auf den allgemeinen Prozess, Ereignisse und Objekte zu begreifen. Diese können dem kognitiven System oder aus der externen Umwelt stammen. Dabei geht es um die sinnliche Empfindung, das Verständnis, die Identifikation und die Klassifizierung sowie die entsprechende Vorbereitung einer Reaktion auf diese Umweltreize. 2
„Wahrnehmung wird definiert als perzeptiv-kognitive Integration von Informationen und ist ein Prozess, bei dem äußeren Reizen, die entsprechend ihrer physikalischen Eigenschaften sowie interner physiologischer und psychologischer Vorgänge in organismisch relevante Informationen übersetzt werden, spontan 3 Bedeutung zugewiesen wird.“
Diese kognitiven Bedeutungszuweisungen zu internen Reizmustern bilden externe Umweltreize ab oder korrelieren mit diesen. Um den Prozess der Verarbeitung von Informationen zu erleichtern, folgen diese Bedeutungszuweisungen einfachen Faustregeln und intuitiven Strategien. 4
Der folgende Abschnitt ordnet den Begriff der Urteilsheuristiken in einen Gesamtzusammenhang innerhalb der Psychologie und grenzt den Begriff basierend auf wortgeschichtlichen Ursprüngen für weitere Erörterungen ab. Zudem wird erläutert, welche Bedeutung den Urteilsheuristiken beigemessen werden sollte, wobei dies als ein entscheidender Schritt zur Erkenntnis der Chancen und Risiken dieser mentalen Strategie gelten kann.
2 ZIMBARDO, P.G. & GERRIG, R.J., Psychologie, 2004, S. 157.
3 FISCHER, P., FREY, D. & GREITEMEYER, T., Urteile und Fehlurteile, in: FREY, D., VON
ROSENSTIEL, L. & GRAF HOYOS, C. (Hrsg.), Wirtschaftspsychologie, 2005, S. 364.
4 FISCHER, P., FREY, D. & GREITEMEYER, T., Urteile und Fehlurteile, in: FREY, D., VON
ROSENSTIEL, L. & GRAF HOYOS, C. (Hrsg.), Wirtschaftspsychologie, 2005, S. 364.
2 Stephanie Rohac
Arbeit zitieren:
Bachelor of Arts in International Management (B.A.) Stephanie Rohac, 2009, Heuristiken und Urteilstechniken, München, GRIN Verlag GmbH
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