Vorwort
Gedankt sei an dieser Stelle all denen, die mich direkt oder indirekt bei der Erstellung dieser Arbeit unterstützt haben.
Besonders hervorheben möchte ich dabei meine beiden Betreuer, Herrn Marcel Norbey und Herrn Dr. Andreas Vogel, die mir mit ihren Erfahrungen und Wissen für Fragen und Hilfestellungen stets zur Verfügung standen. Weiterhin bedanke ich mich bei Herrn Prof. Dr. Dr. Alfred Kirpal für die Möglichkeit, die vorliegende Arbeit an seinem Fachgebiet durchführen zu können.
Schließlich danke ich von Herzen meiner Oma Ilse Bocker, meinen Eltern Helga und Jürgen Witzel sowie meinem Lebenspartner Sebastian Langnickel, deren jahrelange Unterstützung in jeglicher Hinsicht mir eine große Hilfe war und ohne die die Erstellung der Arbeit nicht möglich gewesen wäre.
Nancy Witzel
Ilmenau, 30.11.2007
II
Kurzdarstellung
Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit der medialen Berichterstattung Deutschlands und Großbritanniens über die Klonforschung. Die Grundannahme besteht darin, dass Kommunikation über Wissenschaftszweige wie dem Klonen in modernen Demokratien hauptsächlich über die massenmediale Öffentlichkeit stattfindet. Damit prägen die Medien in ihren sozialen, politischen und ökonomischen Funktionen die Inhalte und Strukturen der öffentlichen Meinungsbildung entscheidend.
Die theoretische Grundlage bildet die funktional-strukturelle Systemtheorie, die Öffentlichkeit als ein Funktionssystem betrachtet, für das der Journalismus als autonomer Beobachter Leistungen erbringt. Auch der Wissenschaftsjournalismus arbeitet als Teil dieses Leistungssystems und nicht nach dem Paradigma der Wissenschaftspopularisierung. Er fungiert folglich nicht als reiner Übersetzer wissenschaftlichen Wissens, sondern gemäß seiner eigenen Selektions- und Verarbeitungsmechanismen. Grundlage dieser Studie bilden in diesem Zusammenhang vor allem die Nachrichtenwerttheorie, das Framing-Konzept und journalistische Qualitätsfaktoren.
Zur Wissenschaftsberichterstattung existieren bereits zahlreiche Studien, die sich mit verschiedenen empirischen Methoden, sowohl allgemeinen als auch themenspezifischen Darstellungen in allen Medienarten gewidmet haben. Zum Thema Klonen gibt es bisher nur qualitative Querschnittsanalysen, die keinen repräsentativen Charakter haben. Daher wurde dieser Forschungsbereich durch eine umfassende Längsschnittanalyse ergänzt.
Geprüft wurde, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede es in der Darstellung des Klonens zwischen deutschen und britischen Medien gibt. Dies ist von besonderem Interesse, da beide Länder völlig unterschiedliche rechtliche Regelungen und Anwendungsmöglichkeiten in Bezug auf die Klonforschung haben. Dabei steht im Vordergrund das Erkenntnisinteresse nach den relevanten Nachrichtenfaktoren, weiterhin wie die Verfahren und Ziele des reproduktiven und therapeutischen Klonens inhaltlich vermittelt werden, wie der nationale und internationale Umgang mit der Klonforschung beschrieben wird und wie die die Berichterstattung sprachlich und illustrativ unterstützt wird. Als geeignetes Erhebungsinstrument wurde die Inhaltsanalyse gewählt. Untersuchungsgegenstand sind die meinungsführenden Nachrichtenmagazine „Der Spiegel“ für Deutschland und „The Economist“ für Großbritannien. Im Untersuchungszeitraum, der sich von Januar 1997 bis Juni 2007 erstreckt, wurden insgesamt 105 Artikel als relevante Analyseeinheiten gefunden, wobei 61 aus dem Spiegel und 44 aus dem Economist stammen. Die Erhebung erfolgte sowohl quantitativ mit Hilfe eines standardisierten
III
Kategoriensystems, als auch qualitativ im Hinblick auf die Formulierung der einzelnen Aussagen und die Frames, die zuvor in einer qualitativ-explorativen Analyse festgelegt wurden.
Es zeigte sich, dass der Spiegel häufiger über das Thema Klonen berichtete, als der Economist. Das deutsche Nachrichtenmagazin etablierte das Klonen in seiner Berichterstattung seit der Geburt des Klonschafes Dolly, die Auslöser einer Diskussion um moralische Grundsatzfragen war. Der Economist hingegen bemaß Dolly keinen Nachrichtenwert und erwähnte sie lediglich. In seiner Berichterstattung ist das Thema Klonen erst seit 2001 wirklich etabliert, dem Jahr in dem das therapeutische Klonen in Großbritannien gesetzlich zugelassen wurde. Beide Nachrichtenmagazine thematisieren vorrangig Ereignisse, bei denen die Nachrichtenfaktoren Nähe, Dynamik und Valenz eine Rolle spielen. Dabei handelte es sich vor allem um aktuelle Forschungen bzw. Forschungsresultate der USA und anderer Länder. Auffallend ist, dass der Economist fünfmal so häufig wie der Spiegel, anlässlich politischer Beschlüsse bzw. Gesetze der USA berichtete und zu diesen Stellung bezieht. Das ist damit begründbar, dass das Magazin in den Vereinigten Staaten einen hohen Absatzmarkt hat.
Inhaltlich zeigten sich vor allem Unterschiede im Bezug auf die Formulierungen und die Wissensvermittlung. Der Spiegel rückte häufiger und intensiver die Gefahren und Nachteile des reproduktiven Klonens in den Vordergrund, als der Economist. Vor allem in den ersten Untersuchungsjahren fanden sich im deutschen Magazin oft sorgenvolle und teilweise reißerische Formulierungen zu den Möglichkeiten geklonter Menschen, Instrumentalisierungsaspekten und der Unaufhaltsamkeit der Wissenschaft. Auch die Defekte geklonter Tiere wurden generell detaillierter beschrieben. Der Economist berichtet bezüglich des reproduktiven Klonens und auch insgesamt sachlicher. Zudem sind seine Darstellungen von Standpunkten ausgewogener, indem Pro- und Contra-Aspekte oft direkt gegenübergestellt sind. Weiterhin stellt er häufiger die Chancen und Vorteile des therapeutischen Klonens in den Vordergrund, als der Spiegel. Dies zeigt sich insbesondere in der Wissensvermittlung. So legte der Economist häufiger Wert auf die Nennung des Fachbegriffes therapeutisches Klonen und auf Erläuterungen des Verfahrens und dessen Anwendungsmöglichkeiten. Auch zusätzliche Informationen zu den Eigenschaften der embryonalen Stammzellen wurden im Economist zahlreicher vermittelt. Reproduktives Klonen mit seinen Anwendungen erläuterte wiederum der Spiegel häufiger. Frankenstein- und Eugenikphantasien fanden sich in beiden Magazinen vorwiegend in einem sachlichen Bedeutungszusammenhang. Ein weiterer inhaltlicher Unterschied zeigte sich in der Bewertung der nationalen und internationalen Regulierungen. Während der Economist hauptsächlich Aussagen
IV
traf, die die britische Gesetzeslage befürworten und sogar empfehlen, wird im Spiegel vor allem eine erneute Diskussion der nationalen Gesetze gefordert. Diese Aussagen trifft der Spiegel jedoch nicht selbst, sondern meist in Form von Zitaten. Der Economist bezieht in diesem Zusammenhang klarer Stellung. So fordert er für z.B. für die USA eindeutigere Regulierungen nach britischem Vorbild. Ein weiterer Unterschied besteht in der sprachlichen und illustrativen Vermittlung der Inhalte. In beiden Nachrichtenmagazinen ist die Sprache publikumsgerecht aufgearbeitet, die Inhalte sind jedoch im Economist meist ausführlicher und anschaulicher und daher verständlicher dargestellt, als im Spiegel. Weiterhin setzt der Economist häufiger humoristische Elemente, wie Karikaturen oder Wortspiele ein, was für die britische Berichterstattung generell kennzeichnend ist. Beide Nachrichtenmagazine haben in Form eines unsystematischen Wissenstransfers nicht nur Informationen vermittelt, sondern die Fakten nach ihren eigenen Kriterien eingeordnet, analysiert, interpretiert und gewertet und sind damit auf unterschiedliche Weise und mit unterschiedlichen Zielen ihrer öffentlichen Aufgabe nachgekommen. Eine Aussage über die jeweilige Höhe der Qualität der Berichterstattung kann daher nicht getroffen werden. Aufgrund der Fokussierung auf einen kleinen Ausschnitt der Medienrealität könnte mit Hilfe weiterer Studien die Repräsentativität der Ergebnisse analysiert und gegebenenfalls erhöht werden.
V
Abstract
This diploma thesis is dealing with the medical coverage of Germany and Great Britain with reference to the research of cloning. The basic assumption is, that in modern democracies, communication about fields of research, like cloning, is mainly taken place in public. So the media with their social, political and economical functions, have a wide influence on content and structure of public-opinion-shaping. The theoretical basis is the functional-structurally systems theory. This theory considers public as a functional system, for what journalism performs services as an autonomic observer. Also science journalism works as a part of this service system and not in form of popularising science. He is not just translating scientific knowledge but is rather using his own criteria of screening and imparting everyday occurrences. In this context, the bases of this study are the news-value-theory, the framing-concept and journalistically factors of quality. There are already numerous of studies that have analysed the presentations of various scientific subjects in different media by using different methods. Regarding to the topic of cloning, there are just qualitativ cross-section-analyses with no pretence of representativeness. That’s why this field of research should be supplemented. Therefore similarities and differences of presentating cloning in the german and british media are analysed. This point is of peculiar interest because of the totally different regulations and opportunities in the two countries. In this context the relevant news-values and the description of therapeutical and reproductive cloning are analysed. In addition to that, also how the national and international handling with cloning-research is described and how the contents are represented in the linguistically and illustrative way.
For this elictation, the method of content analysis is used. The ocjects of this study are the opinion-leading news-magazines “Der Spiegel” for Germany and “The Economist” for Great Britain. The corresponding period extended from January 1997 until June 2007. In this time 105 relevant articles were found, 61 in the Spiegel and 44 in the Economist. The analysis was introduced in a quantitive way by using a standardised category-system. On the other side, the wording of the statements and also the frames are analysed in a qualitive way.
The results show, that the Spiegel is reporting more often about cloning, than the Economist. The german news-magazine established the topic of cloning in his coverage since the birth of Dolly and the cloned sheep released a discussion of moral priciples. Whereas for The Economist Dolly had no news-value at all. In his coverage, the topic of cloning was established not before 2001, the year the therapeutical sort of cloning was permitted in Great Britain. Both news-magazines
VI
made mostly those happenings a subject of discussion, that had news-values like contiguousness, dynamic and valence. These were in in the majority of cases current researches and results of the USA and other countries. Furthermore it is obvious that The Economist published five times more articles on the occasion of regulations of the USA and took an unequivocal stand on them. This is mostly caused by the high sales market, the magazine has in the United States. Concerning the contents there are especially differences regarding to formulations and imparting knowledge. The Spiegel was naming dangers and disadvantages of reproduvtive cloning more often than The Economist. Especially in the first years of the analysis, the german magazine used anxious and sensational formulations regarding the possibilities of cloned humans, aspects of exploiting and irresistable science. Also the defects of cloned animals were described more in detail. Referring to reproductive cloning and also in general, the reports of The Economist were more hard-headed than those in the Spiegel. Furthermore his represented points of view were more commensurate, because pro- and contra-oppinions were often confronted directly with each other.
Besides that, The Economist was naming chances and advantages of therapeutical cloning more often than the Spiegel, especially in form of imparting knowledge. So The Economist named the term of therapeutical cloning more frequently, just as explanations of the procedure and its applicabilities and informations about the qualities of embryonic stem-cells. On the other hand the Spiegel explained reproductive cloning and its applicabilities more often. Phantasies of Frankenstein and eugenics were, in both magazines, in principle used in a hard-headed context. Another difference between the two news-magazines shows up in the appraisal of national and international regulations. Whereas the statements of The Economist mostly recommended british laws, the Spiegel frequently called for new discussions about current german regulations. But these statements were not made by the Spiegel itself, but by using citations.The Economist took a more unequivocal stand. He called for clearer regulations in the USA, based on the model of Great Britain. More differences showed up, according to the way the content was imparted. In both magazines the language was understandable, but it is obvious that The Economist reported in a more eidetic and detailed way and therefore more generally intelligible than the Spiegel. Furthermore he used humorously elements like caricatures and wordplays more often. That is significant for british coverage. Both news magazines did’nt only gave informations but also analysed, interpreted and valued them by using their own criteria and in form of an unsystematic knowledge-transfer. They fulfilled their function of critizising and controlling society in
VII
a different way and with different aims. That’s why a statement about the level of quality of each coverage cannot be given.
Because the study was focused on a small out-take of media-reality, further studies could analyse and even increase the representativity.
VIII
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Die Klonforschung als Untersuchungsgegenstand. 3
2.1 Naturwissenschaftliche Grundlagen 3
2.1.1 Der Begriff Klon 3
2.1.2 Natürliche Entstehung von Klonen 4
2.1.3 Künstliche Erzeugung von Klonen 5
2.1.4 Die Verfahren 5
2.1.5 Techniken. 6
2.1.5.1 Embryo - Splitting 6
2.1.5.2 Zellkerntransfer 6
2.1.6 Anwendungsbereiche. 8
2.1.6.1 Reproduktives Klonen 8
2.1.6.2 Therapeutisches Klonen. 10
2.1.7 Stand der Forschung. 12
2.1.8 Meilensteine der Klonforschung 13
2.2 Rechtliche Grundlagen 15
2.2.1 Internationale Regelungen 15
2.2.2 Europarechtliche Regelungen 16
2.2.3 Nationale Regelungen. 17
2.2.3.1 Die deutsche Rechtslage 17
2.2.3.2 Die britische Rechtslage. 19
2.3 Klonen als Wissenschaft und Technik 21
2.3.1 Wissenschaft 21
2.3.2 Technik / Technologie 22
2.3.3 Biotechnologie. 23
3 Wissenschaftsberichterstattung: Wissenschaft - Medien -
Öffentlichkeit 25
3.1 Die Relevanz der Massenmedien für die öffentliche Kommunikation
über Wissenschaft und Technik 26
3.1.1 Definition Massenmedien und Massenkommunikation 26
3.1.2 Massenmediale Öffentlichkeit 27
3.1.3 Funktion der Massenmedien 28
3.2 Wissenschaftsjournalismus 30
3.2.1 Begriffsbestimmung. 30
3.2.2 Perspektiven der Wissenschaftsjournalismus - Forschung 31
3.2.2.1 Das Paradigma Wissenschaftspopularisierung. 31
3.2.2.2 Journalismus als autonomer Beobachter 33
3.2.3 Die Situation des Wissenschaftsjournalismus. 34
3.2.3.1 Die Situation in Deutschland 34
3.2.3.2 Die Situation in Großbritannien 36
IX
3.3 Selektion, Aufbereitung und Rezeption von Wissenschafts-
informationen 36
3.3.1 Medien und Realität 36
3.3.2 Selektionsprozesse 37
3.3.2.1 Gatekeeper-Forschung 37
3.3.2.2 Nachrichtenwert und Nachrichtenfaktoren 38
3.3.2.3 Das Framing - Konzept. 40
3.3.3 Vermittlung von Inhalten. 42
3.3.3.1 Arten der Vermittlung von Wissenschaft 42
3.3.3.2 Das Fachsprachenmodell nach Hoffmann 44
3.3.3.3 journalistische Qualitätsfaktoren 44
3.3.4 Rezeption der Nachrichten. 46
3.4 Vergleich deutscher - britischer Journalismus 47
3.5 Forschungsstand 48
3.5.1 Wissenschaft in den Medien 48
3.5.2 Biotechnologie in den Medien 49
3.5.2.1 Biotechnologie allgemein 49
3.5.2.2 Gentechnik 50
3.5.3 Klonen in den Medien. 51
3.5.4 Öffentliche Meinung zum Klonen 54
3.5.5 Einordnung / Nutzen der vorliegenden Arbeit 55
4 Forschungsdesign 57
4.1 Forschungsfragen und Hypothesen. 57
4.2 Die Inhaltsanalyse als Methode. 60
4.2.1 Begriffsbestimmung. 60
4.2.2 qualitative und quantitative Aspekte der Forschung. 61
4.3 Untersuchungsgegenstand. 62
4.3.1 Der Spiegel. 63
4.3.2 The Economist 64
4.4 Die empirische Erhebung 65
4.4.1 Grundgesamtheit und Stichprobe. 65
4.4.2 Untersuchungszeitraum 65
4.4.3 Analyseeinheiten 66
4.5 Das Kategoriensystem 66
4.5.1 Grundlagen Kategorien und Codebuch. 66
4.5.2 Anforderungen an das Kategoriensystem 67
4.5.2.1 Trennschärfe 67
4.5.2.2 Validität. 68
4.5.2.3 Reliabilität. 68
4.5.3 Codebuch vor dem Pretest. 68
4.5.4 Codebuch nach dem Pretest. 73
4.6 Reliabilitätstest 75
5 Ergebnisse 76
X
5.1 Forschungsfrage 1 - Nachrichtenfaktoren. 76
5.2 Forschungsfrage 2 - Vermittlung der Verfahren und Ziele 82
5.2.1 Wissensvermittlung 82
5.2.2 Framing 86
5.3 Forschungsfrage 3 - Darstellung des nationalen und
internationalen Umgangs 98
5.4 Forschungsfrage 4 - illustrative und sprachliche Darstellung. 106
6 Schlussbetrachtung 111
6.1 Zusammenfassung 111
6.2 Fazit und Ausblick 113
7 Literaturverzeichnis 115
XI
Abkürzungsverzeichnis
AAT Alpha-1-Antitrypsin (Protein) ACT Advanced Cell Technology (US-amerikanisches Unternehmen) ALS Amyotrophe Lateralsklerose DNA Desoxyribonukleinsäure EFSA Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EU Europäische Union GG Grundgesetz GR Grundrechte HFE Human Fertilisation and Embryology HFEA Human Fertilisation and Embryology Authority HFE-Act Human Fertilisation and Embryology Act HRC-Act Human Reproductive Cloning Act MÜB Übereinkommen zum Schutz der Menschenrechte und der Menschenwürde im Hinblick auf die Anwendung von Biologie und Medizin OECD Organisation for Economic Cooperation and Development SCNT Somatic Cell Nuclear Transfer (Zellkerntransfer) StZG Stammzellgesetz TierSchG Tierschutzgesetz UNESCO Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur US United States (Vereinigte Staaten) z.B. zum Beispiel
XII
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: reproduktives und therapeutisches Klonen (Schwarz 2004: 15)
Abbildung 2: Formen der massenmedialen Thematisierung von Wissenschaft
(Peters 1994: 170)
Abbildung 3: Ziele und Kriterien der Qualitätsbewertung (Ruß-Mohl 1992: 86)
Abbildung 4: Erscheinungsjahr
Abbildung 5: Anlass der Berichterstattung
Abbildung 6: Wissensvermittlung therapeutisches Klonen
Abbildung 7: Wissensvermittlung reproduktives Klonen
Abbildung 8: Frames
Abbildung 9: Einsatzmöglichkeiten des Klonens
Abbildung 10: Gesetzesstatus therapeutisches Klonen
Abbildung 11: Status Menschenklone
XIII
1 Einleitung
Als im Juli 1996, in einem Stall im schottischen Edinburgh, Dolly das Licht der Welt erblickte, ahnten ihre Schöpfer noch nicht, welche Aufregung das Lamm bald erregen würde. Mehrere Monate vergingen, bis das Wissenschaftsmagazin „Science“ in einer unscheinbaren Pressemitteilung über die Geburt berichtete (vgl. Zinkant 2007) - und plötzlich stand die Welt Kopf. Eine Flut hysterischer Meldungen jagte um den Globus. Denn Dolly war kein gewöhnliches Schaf. Sie war das erste Säugetier, was jemals aus einem bereits ausgewachsenen Tier geklont wurde - die identische Kopie ihrer Mutter. Dieses Ereignis wurde zum einen als wissenschaftliche Sensation gefeiert, zum anderen warf es zahlreiche Fragen auf. Werden bald die ersten Menschen geklont werden, eine Armee von Einsteins oder Ghandis? Wird es reichen Leuten möglich sein, ihre toten Verwandten zum Leben zu erwecken oder gar sich selbst neu zu erschaffen? Werden geklonte Menschen als Ersatzteillager gezüchtet werden? Wie weit darf die Wissenschaft gehen? Aldous Huxleys Utopie der „Schönen neuen Welt“ schien plötzlich eine ganz neue Bedeutung zu bekommen. Inzwischen ist das Klonen von Tieren schon fast zur Routine geworden. Hund, Katze, Maus, Affe und Schwein, die Liste geklonter Tiere ist lang (vgl. Heinemann 2005: 185ff.). Das reproduktive Klonen von Menschen hingegen ist in den meisten Ländern der Erde offiziell geächtet, wenn auch nicht überall verboten. Es steht also weiterhin die Frage im Raum, ob es den geklonten Homo sapiens jemals geben wird.
Im gleichen Atemzug sind weitere Fragen entstanden: Gelten die moralischen Bedenken auch, wenn mit Hilfe der Klontechnik Millionen Menschen von ihren Krankheiten geheilt werden können? Die so genannten embryonalen Stammzellen gelten als medizinische Verheißung. Sie haben das Potential sich zu allen Zellen des Körpers auszudifferenzieren. Mit ihrer Hilfe könnte es in Zukunft möglich sein, schwere Krankheiten, wie Parkinson, Alzheimer oder Querschnittslähmung zu heilen. Werden diese Zellen aus geklonten Embryonen eines Patienten gewonnen, könnte man aus ihnen quasi maßgeschneidertes Gewebe züchten. Dieses Verfahren wird auch als therapeutisches Klonen bezeichnet (vgl. Berger 2007: 31f.). Doch während die einen auf neuartige Therapien hoffen, kritisieren andere die Erzeugung und Zerstörung von Embryonen als Verletzung der Menschenwürde. 2001 hat Großbritannien als erstes Land weltweit das therapeutische Klonen zu Forschungszwecken genehmigt (vgl. §2 Abs.2 HFE Regulations 2001). In Deutschland dagegen existieren strenge Regelungen, die jegliches Klonen von Menschen ganz klar verbieten (vgl. §6 Art.1 ESchG).
1
Dabei stellt sich die Frage, wie Gesellschaften Wissenschaft kontrollieren und einen Rahmen für den Umgang mit ihr schaffen. Was für die Politik seit dem Bestehen von Demokratien gilt, gilt immer mehr auch für die Wissenschaft: Sie steht nicht immer in unangefochtener Position, sondern ist auf die allgemeine Zustimmung angewiesen. Dies gilt besonders für neue Forschungszweige, wie die Gentechnik, die Stammzellenforschung und eben das Klonen, da sie brisante ethische Fragen aufwerfen und das menschliche Selbstverständnis in Frage stellen. Bei diesen Debatten nehmen die Massenmedien eine bedeutende Rolle ein. „Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien“ (Luhmann 1996: 9). Ihre Übermittlungsleistung prägt das öffentliche Meinungsbild entscheidend. Die Medien stellen zum einen die Arena dar, in der wissenschaftlich-technologische Entwicklungen vorgestellt und diskutiert werden, zum anderen müssen sie ihrer Kritik- und Kontrollfunktion nachkommen, indem sie Sachverhalte interpretieren und werten. Dies tun sie nicht als reiner Übersetzer wissenschaftlichen Wissens, sondern gemäß ihrer eigenen Selektions- und Verarbeitungsmechanismen.
In der vorliegenden Arbeit steht die Frage im Vordergrund, wie das Thema Klonforschung in Deutschland und in Großbritannien seit Dollys Geburt medial vermittelt wird. Da sich beide Länder in grundlegenden Rechtsfragen und damit auch in den Anwendungsmöglichkeiten und Forschungserfolgen stark unterscheiden, soll untersucht werden, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede sich in der Darstellung auftun und welche Gründe dies haben könnte. Die Forschungsfrage lautet demnach: Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es in der deutschen und britischen Berichterstattung über das Thema Klonen? Im ersten Teil der Arbeit werden zunächst die naturwissenschaftlichen Grundlagen und Entwicklungen der Klonforschung sowie die internationalen und die jeweiligen nationalen gesetzlichen Regelungen herausgearbeitet. Der zweite Teil widmet sich der Wissenschaftsberichterstattung mit ihren verschiedenen Funktionszuweisungen und den spezifischen Selektions- und Vermittlungsprozessen. Anschließend wird ein Überblick über den Forschungsstand zur Wissenschaft, und insbesondere zu Biotechnologie und Klonen in den Medien gegeben.
Auf den Theorieteil folgend, werden hinsichtlich des Erkenntnisinteresses Hypothesen gebildet und ein geeignetes Forschungsdesign entwickelt und angewendet. Anschließend werden die Ergebnisse dargestellt und
zusammengefasst. In einem abschließenden Fazit wird schließlich der Forschungsprozess kritisch beleuchtet und ein Ausblick auf weiterführende Möglichkeiten der Forschung gegeben.
2
2 Die Klonforschung als Untersuchungsgegenstand
Die Geburt des Klonschafes Dollys ist für viele ein Meilenstein in der Geschichte der Biotechnologie. Durch diesen Forschungserfolg rückten die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten des therapeutischen und reproduktiven Klonens erstmals in greifbare Nähe. Um die Inhalte der Medienberichterstattung zu verstehen und richtig einordnen zu können, werden in Kapitel 2.1 zunächst die naturwissenschaftlichen Grundlagen und die Anwendungsbereiche des Klonens dargestellt. Für einen länderspezifischen Vergleich der medialen Darstellung eines Themas wie dem Klonen, ist es zudem notwendig, die rechtlichen Grundlagen der jeweiligen Länder und damit auch mögliche Unterschiede herauszuarbeiten. Daher sind in Kapitel 2.2 die internationalen Stellungnahmen und die nationalen Regelungen Deutschlands und Großbritanniens aufgezeigt. In Kapitel 2.3 folgt die Einordnung des Klonens in die Wissenschaftsbereiche der Biotechnologie und der Biomedizin.
2.1 Naturwissenschaftliche Grundlagen
Im folgenden Kapitel wird zunächst der Begriff des Klons definiert und sowohl die natürliche Entstehung, als auch die künstliche Erzeugung von Klonen mit den verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten erläutert. Eine Übersicht der Meilensteine der Klonforschung findet sich in Kapitel 2.1.8.
2.1.1 Der Begriff Klon
Der Begriff des Klons Klon geht zurück auf das griechische Wort klōn für Sprössling oder Abkömmling (vgl. Brockhaus 2006a: 179).
Er bezeichnet „a group of genetically identical cells or organisms originating from one single ancestral cell or organism” (Kahl 2001: 133). Der Begriff lässt sich demnach nach verschiedenen Gesichtspunkten differenzieren. Auf der einen Seite bezeichnet man zwei Zellen als Klone, die aus einer einfachen Zellteilung 1 hervorgegangen und somit genetisch identisch sind. Nach dieser Definition ist jeder Mensch ein Klon, da sich seine 100 Billionen Körperzellen aus einer einzigen befruchteten Eizelle gebildet haben. Unter diese Bedeutung des Begriffes fällt auch die Genklonierung, bei der nur einzelne DNA-Sequenzen isoliert und geklont werden. So kann z.B. das Gen für Insulinproduktion aus einer
1 in der Fachsprache als Mitose bezeichnet
3
menschlichen Zelle entnommen und einem Bakterium eingepflanzt werden, das dann menschliches Insulin erzeugt (vgl. Clausen 2006: 15). In der zweiten Verwendungsweise bezeichnet man ganze Organismen als Klone, sobald sie genetisch identisch sind. Während also in der ersten Bedeutung einzelne Zellen als Klon bezeichnet wurden, handelt es sich hier um ganze Lebewesen, bzw. Zellkulturen (vgl. ebd.: 15).
Die künstliche Erzeugung gleichartiger Zellen oder Organismen nennt man Klonen. Die Vermehrung von DNA-Sequenzen wird hingegen oft als Klonieren bezeichnet (vgl. Brockhaus 2006a: 181).
2.1.2 Natürliche Entstehung von Klonen
Auf natürlichem Weg entstehen Klone durch asexuelle, d.h. ungeschlechtliche Vermehrung, wie es z.B. bei Einzellern wie Bakterien und Hefen der Fall ist. Bei ihrer Fortpflanzung teilt sich die Zelle in zwei genetisch identische Tochterzellen. Das bedeutet, es kommt nicht zu einer Neuordnung der Gene. Demgegenüber steht die sexuelle, d.h. geschlechtliche Vermehrung, bei der sich die elterlichen, jeweils haploiden 2 Chromosomensätze, zu einem diploiden 3 Genom kombinieren (vgl. Heinemann 2005: 28f.).
Ein weiteres Beispiel für natürliche Klone, die durch asexuelle Fortpflanzung erzeugt werden, sind Regenwürmer und eine Reihe von Pflanzenarten. Sie können sich aus abgetrennten Teilen eines Organismus zu vollständigen Lebewesen entwickeln. Auch die Küchenzwiebel und die Kartoffel sind Klone, da sie sich über spezifische, ungeschlechtliche Fortpflanzungsorgane vermehren. Dies nutzt man vor allem in der modernen Pflanzenzüchtung zur Erzeugung ertragreicher Nachkommen (vgl. Deckwer/Pühler/Schmid 1999: 438).
Es können jedoch auch natürliche Klone bei höheren Lebewesen entstehen, die sich durch geschlechtliche Fortpflanzung vermehren. Teilt sich der frühe Embryo mit seinem diploiden Chromosomensatz in eine oder mehrere unabhängige Zellen, entwickeln sich eineiige Zwillinge oder andere Mehrlinge. Auch sie besitzen untereinander das identische Erbgut (vgl. Brockhaus 2006a: 179ff.).
2 halben
3 doppelten oder vollständigen
4
2.1.3 Künstliche Erzeugung von Klonen
Die verschiedenen Verfahren des künstlichen Klonens werden in der Literatur als Techniken (vgl. z.B. Heinemann 2005: 45ff.) bezeichnet und dem Wissenschaftsbereich der Biotechnologie zugeordnet (vgl. Altner 1998: 148), was in Kapitel 2.3 genauer erläutert ist. Sie verfolgen jeweils unterschiedliche Ziele mit dem Einsatz unterschiedlicher Mittel (vgl. z.B. Heinemann 2005: 45ff.) Nicht erst seit der Geburt von Klonschaf Dolly 1997 ist es möglich, Klone künstlich zu erzeugen. Im Folgenden werden die verschiedenen Techniken eingehend erläutert und durch Erfolge in der Praxis ergänzt. Weiterhin werden die beiden Anwendungsbereiche, das reproduktive und das therapeutische Klonen, anhand praktischer Einsatzmöglichkeiten dargestellt.
2.1.4 Die Verfahren
Das Klonen von Genen und Zellen
Bei der so genannten Genklonierung werden einzelne DNA-Fragmente z.B. aus einem menschlichen Genom isoliert und in Wirtszellen, wie Bakterien oder Viren, eingebaut. Diese kann man anschließend vermehren und somit unbegrenzte Mengen des gewünschten Genproduktes herstellen. So lässt sich z.B. menschliches Insulin oder Interferon in großen Mengen erzeugen. Diese Technik ist jedoch in die Disziplinen der Gentechnik einzuordnen und soll hier nur am Rande erwähnt sein (vgl. Regenass-Klotz 2005: 40ff.).
Das Klonen vollständiger Organismen
Die gesellschaftlichen Kontroversen drehen sich vor allem um die künstliche Erzeugung von Tieren und Menschen. Dabei unterscheidet man zwischen therapeutischem und reproduktivem Klonen. Beide Arten verfolgen unterschiedliche Ziele, verwenden jedoch dieselben Techniken. Wenn im Folgenden von Klonen die Rede ist, geht es ausschließlich um das Klonen vollständiger Organismen
5
2.1.5 Techniken
2.1.5.1 Embryo - Splitting
Unter dem Begriff Embryo-Splitting versteht man „die Zwillingsbildung durch künstliche Teilung des Embryos“ (Heinemann, 2005: 200). Dafür gibt es zwei unterschiedliche Methoden, die sich die frühen Entwicklungsphasen des Embryos zunutze machen. Bis zum 8-Zellenstadium sind die Zellen noch totipotent, d.h. jede einzelne besitzt die Fähigkeit, sich unabhängig zu einem eigenen Organismus zu entwickeln. Werden Zellen aus dem Verband getrennt und in intakte Schutzhüllen transferiert, können sich theoretisch bis zu acht identische Embryonen entwickeln. Die einzelnen Zellen des Haufens nennt man auch Blastomere, weshalb diese Form des Embryo-Splittings als Blastomeren-Separation bezeichnet wird. Doch auch nach dem 8-Zellenstadium und dem Verlust der Totipotenz ist eine künstliche Mehrlingsbildung möglich. Teilt man einen bereits weiter entwickelten Zellverband, ist der Embryo in der Lage verlorenes Gewebe entsprechend nachzubilden.
Beide dieser Formen können auch auf natürlichem Weg bei der Entstehung von eineiigen Zwillingen vorkommen (vgl. Clausen 2006: 24ff.). 1891 wurde erstmals ein künstliches Embryonen-Splitting durchgeführt. Dabei klonte Hans Driesch durch Blastomeren-Separation einen Seeigel. Den gleichen Erfolg hatte man bei einem Rhesusaffen im Jahr 2000 (vgl. Heinemann 2005: 200ff.). 1993 gelang es Jerry Hall auf diesem Weg menschliche Klone herzustellen. Er setzte sie jedoch nicht in eine Gebärmutter ein (vgl. Leiner 2005). Gegenwärtig wird die Technik bereits seit geraumer Zeit in der Landwirtschaft zur Zucht wertvoller Nutztiere wie z.B. Rinder eingesetzt (vgl. Deutscher Bundestag 2001).
2.1.5.2 Zellkerntransfer
Die Technik des Zellkerntransfers macht es möglich, einen fast identischen Nachkommen eines bereits erwachsenen Lebewesens zu erzeugen. Die häufig verwendete Abkürzung SCNT steht für „Somatic Cell Nuclear Transfer“. Für dieses Verfahren benötigt man eine Empfänger-Eizelle und eine ausdifferenzierte Körperzelle eines Spenderlebewesens. Der Eizelle entfernt man zunächst den Zellkern und injiziert ihr dann die komplette Spenderzelle oder nur deren Zellkern. In dem spezifischen Milieu der Eizelle liegt nun ein diploider Chromosomensatz vor, der dem Zustand der Befruchtung gleicht (vgl. Berger 2005: 30). Damit anschließend die erste Zellteilung stattfindet und das Genom sozusagen reprogrammiert wird, muss ein Aktivierungsprogramm simuliert werden. Dazu
6
verwendet man in der Regel elektrische oder chemische Impulse. Der Embryo kann nun in die Gebärmutter eines Ammentieres eingepflanzt werden und entwickelt sich im Idealfall zu einem vollständigen Organismus, dem Klon des Zellkernspenders (vgl. Heinemann 2005: 173f.).
Auch Dolly ist auf diesem Wege entstanden. Als das Schaf am 05.Juli 1996 im schottischen Edinburgh zur Welt kam, ahnte die Öffentlichkeit noch nichts von dem Ereignis. Erst zwei Monate später gaben ihre Schöpfer, Ian Wilmut und Keith Campbell im Wissenschaftsmagazin „Nature“ die Geburt des ersten Säugetieres bekannt, dass aus Körperzellen eines ausgewachsenen Tieres geklont ist (vgl. Zinkant 2007). Dolly stammt aus einer differenzierten Euterzelle eines 6-jährigen Finn-Dorset-Schafes. Diese wurde in einem Nährmedium vervielfältigt und vollständig in 277 Eizellen verschiedener Scottish-Blackface-Schafe integriert. Aus diesen 277 Versuchen entwickelten sich 29 Embryonen, die in 13 Schafe der Rasse Scottish-Blackface eingepflanzt wurden. Nur eines von ihnen brachte ein geklontes Finn-Dorset-Lamm, Dolly, zur Welt. Die Erfolgsquote des Versuches lag damit bei 0,4 Prozent (vgl. Wilmut/Campbel/Tudge 2001: 270f.).
1997, ein Jahr nach Dollys Geburt, glückte am schottischen Rosslin-Institut das Klonen eines transgenen Tieres. Das Schaf Polly verfügte zusätzlich über ein künstlich eingeschleustes menschliches Gen (vgl. ebd.: 288f.). Die ersten Erfolge mit dem Verfahren des Zellkerntransfers konnten 1952 R. Briggs und T. King verzeichnen. Sie übertrugen Zellkerne von Fröschen in 104 zuvor entkernte Eizellen. Daraus entwickelten sich 27 Kaulquappen, am Ende jedoch kein Frosch (vgl. Schuh 2005).
Seit der Geburt Dollys wurde die Technik erfolgreich an Mäusen, Rindern, Schweinen, Kaninchen, Hunden usw. angewendet (vgl. Heinemann 2005: 185ff.). Ende 2001 behauptete das US-amerikanische Biotechnikunternehemn Advanced Cell Technologies, erstmals einen menschlichen Embryo geklont zu haben, der allerdings nach wenigen Zellteilungen starb (vgl. Sentke/Bahnsen 2001). Mittlerweile klont Dolly-Schöpfer Wilmut in Großbritannien humane embryonale Stammzellen, mit dem Ziel, die Nervenkrankheit ALS 4 zu untersuchen. Seit Beginn 2005 hat er eine Lizenz der zuständigen Regierungsbehörde (vgl. Gerewitz 2005: 14).
Die Erfolgsrate des Zellkerntransfers ist allerdings relativ gering. Aus den Versuchen gehen nur zu 3-5 Prozent lebende Tiere hervor. Diese haben zudem meist Fehlbildungen wie Organdefekte oder eine ungewöhnliche Körpergröße. Als Ursache hierfür wird eine unvollständige Reprogrammierung des Genoms vermutet. Weiterhin setzen bei geklonten Tieren oft vorzeitige Alterungserscheinungen ein,
4 Amyotrophe Lateralsklerose - eine Erbkrankheit
7
was an bereits verkürzten Chromosomenenden des Spendertieres liegen kann (vgl. Heinemann 2005: 192f.).
2.1.6 Anwendungsbereiche
Bezüglich der Anwendungsbereiche lassen sich zwei Formen des Klonens unterscheiden, das reproduktive und das therapeutische Klonen. Obwohl bei beiden die gleichen Verfahren zum Einsatz kommen können, verfolgen sie unterschiedliche Ziele.
2.1.6.1 Reproduktives Klonen
Wie bereits in Kapitel 2.1.5 erläutert, können durch die Verfahren des Embryo-Splittings und des Zellkerntransfers vollständige Organismen geklont werden. Wie die Abbildung 1 zeigt, ist es das Ziel des reproduktiven Klonens, aus einem bereits existierenden Lebewesen einen genetisch identischen Nachkommen zu erzeugen und auch austragen zu lassen (vgl. Berger 2007: 42). Das reproduktive Klonen auf den Menschen anzuwenden, ist in den meisten Ländern der Welt, so auch in Deutschland und Großbritannien, verboten. Darauf wird später näher in Kapitel 2.2 eingegangen.
Bei Tieren kommt das Verfahren bereits mit unterschiedlichen Zielen zum Einsatz. Besonders für Tierzüchter und die Pharmaindustrie besteht großes Interesse.
Transgene Tiere
Eine Anwendungsmöglichkeit der Klontechnik liegt auf dem Gebiet der Pharmaindustrie im Klonen transgener Tiere. Diese Tiere werden erzeugt, indem man während der Befruchtung ein kloniertes fremdes Gen in sie einschleust. Dieses Gen ist mit einer bestimmten Funktion verknüpft, die man im besten Fall auf das Tier überträgt (vgl. Schenkel 2006: 3).
Im September 1991 wurde im schottischen Edinburgh eines der bekanntesten transgenen Tiere geboren, das Schaf Tracy. Seinen Schöpfern war es gelungen, ein menschliches Gen in die Schafseizelle zu integrieren. Durch dieses Gen schied das Schaf große Mengen eines pharmazeutisch wirksames Protein mit seiner Milch aus, das menschliche Alpha-1-Antitrypsin (AAT). Es stoppt den Abbau der Lunge bei Menschen mit angeborenem AAT-Mangel. Medikamente aus transgenen Tieren lassen sich viel preisgünstiger und in größeren Mengen herstellen, als es in Bioreaktoren der Fall ist (vgl. Ärztezeitung 1997). Wirtschaftlich nutzbar werden
8
transgene Tiere jedoch erst durch das Klonen. Man muss in diesem Zusammenhang wiederholt betonen, dass Klonen keine Gentechnik ist. Durch Gentechnik wird die DNA eines Lebewesens verändert, mit Hilfe des Klonens kann sie und damit das komplette Lebewesen, kopiert werden. Man kann demnach beide Techniken kombinieren und so transgene Tiere mit ihren speziell entstandenen Merkmalen klonen (vgl. Podschun 1999: 44).
Dadurch lassen sich die Tiere gezielter züchten. Würden sie sich sexuell fortpflanzen, könnte man durch die Vermischung des Erbmaterials nicht ausschließen, dass das neue Gen seine Funktion verliert (vgl.
Ach/Brudermüller/Runtenberg 1998: 28). 1997 versuchte man Tracy zu klonen und erzeugte nach mehreren Anläufen Polly, das erste geklonte transgene Säugetier (vgl. Wilmut/Campbel/Tudge 2001: 288).
Eine weitere Einsatzmöglichkeit transgener Tiere ist die Xenotransplantation. Mit diesem Verfahren transplantiert man dem Menschen Organe von artfremden Lebewesen wie z.B. Schweinen. Diese müssen jedoch meist zuvor gentechnisch verändert werden, um Abstoßungsreaktionen des menschlichen Immunsystems abzumildern. Ist das Genom „bereinigt“, können die Tiere geklont werden, um sie anschließend für mehrere Transplantationen verwenden zu können (vgl. Podschun 1999: 335f.).
Zuchttiere
Eine weitere Einsatzmöglichkeit für das reproduktive Klonen stellt das Kopieren wertvoller und teurer Zuchttiere dar. So kann man die Nutztiere verjüngen bzw. Sicherheitskopien von ihnen anfertigen oder Gewebe an andere Züchter verkaufen. Am 02.Dezember 2006 wurde in Großbritannien erstmals ein Holsteiner-Kalb geboren, was zwar selbst nicht geklont wurde, aber eine geklonte Kuh als Mutter hat. Vandy-K Integrity Paradise 2 ist der Klon einer preisgekrönten Milchkuh im Wert von 50.000 Dollar. Ob die Milch oder das Fleisch von Nachkommen geklonter Tiere auf den Markt kommen dürfen, wird die zuständige Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA bis Ende 2007 prüfen (vgl. Charisius 2007). Die Technik des Embryo-Splittings wird bereits seit langem in der Landwirtschaft eingesetzt. So kann man beispielsweise aus der befruchteten Eizelle einer Hochleistungskuh mehrere identische Nachkommen erzeugen, die von weniger wertvollen Kühen ausgetragen werden können (vgl. Ach/Brudermüller/Runtenberg 1998: 27). Wie in Kapitel 2.1.5.1 erläutert ist, sind diese nur untereinander geklont, haben jedoch zwei Elterntiere.
9
Bedrohte Tierarten
Mit Hilfe des reproduktiven Klonens sollen künftig auch bedrohte Tierarten vor dem Aussterben bewahrt werden. So kamen beispielsweise im Oktober 2005 im südkoreanischen Seoul 2 geklonte Wölfe zur Welt, die in der Wildnis gar nicht mehr existieren. Wissenschaftler der Nationaluniversität hatten das Erbgut eines in Gefangenschaft lebenden Wolfes mit Hundeeizellen kombiniert und die Embryonen von Hündinnen austragen lassen (Süddeutsche Zeitung 2007).
2.1.6.2 Therapeutisches Klonen
Unter der Technik des therapeutischen Klonens versteht man die Gewinnung von Embryonen ausschließlich zum Zweck der Forschung. Im Gegensatz zum reproduktiven Klonen, bei dem die Embryonen in die Gebärmutter eingesetzt und ausgetragen werden, werden sie bei dieser Technik nur wenige Tage am Leben erhalten. Wie Abbildung 1 veranschaulicht, besteht das Ziel darin, aus ihnen embryonale Stammzellen zu gewinnen, um Gewebe zu züchten, dessen Erbgut exakt mit dem des Patienten übereinstimmt (vgl. Berger 2007: 31f.). Im Folgenden wird erläutert, welche verschiedenen Arten von Stammzellen es gibt, welche spezifischen Eigenschaften und Funktionen sie haben und wie sich diese für die Medizin nutzen lassen.
Stammzellen können nicht nur aus Embryonen gewonnen werden, sondern auch aus vielen ausgewachsenen Geweben und Organen. Stammzellen sind Zellen, die sich im Gegensatz zu Somazellen noch nicht spezialisiert haben und in der Lage sind, sich zu teilen und zu verschiedenen Zelltypen auszudifferenzieren (vgl. Schwarz 2004: 12). Diese Fähigkeit nennt man Pluripotenz. Totipotente Zellen aus dem frühen Embryo hingegen können sich bei einer Abtrennung noch zu einem eigenständigen Organismus entwickeln. Je nach Entwicklungsstadium des Lebewesens existieren embryonale, fetale und adulte Stammzellen (vgl. Deutsche Forschergemeinschaft 2006).
Adulte Stammzellen
Adulte Stammzellen befinden sich nach dem heutigen Stand der Forschung in 20 Organen des erwachsenen und kindlichen Körpers, wie z.B. im Blut, im Knochenmark, im Gehirn und sogar in der Nabelschnur. Ihre Aufgabe ist die ständige Regeneration des spezifischen Gewebes. Sie können sich im Vergleich zu embryonalen Stammzellen bislang nur begrenzt vermehren und differenzieren (vgl. ebd.).
Fetale Stammzellen
Auch aus abgetriebenen fünf- bis neunwöchigen Föten lassen sich Stammzellen gewinnen. Ihnen werden Vorläufer von Ei- oder Samenzellen entnommen. Diese können sich zu Zellen entwickeln, die sich von embryonalen Stammzellen kaum unterscheiden (vgl. ebd.).
Embryonale Stammzellen
Die embryonalen Stammzellen liegen im Inneren der Blastozyste, also des frühen Embryos und besitzen die Eigenschaft, sich zu fast allen Zelltypen des Körpers differenzieren zu können (vgl. Heinemann 2005: 194). Das Ziel der Wissenschaftler ist es, sie zu extrahieren und mit ihnen quasi maßgeschneidertes Gewebe für Patienten zu züchten (vgl. Heinemann 2005: 194). Dieses Verfahren bezeichnet man als therapeutisches Klonen. Um die embryonalen Stammzellen zu gewinnen muss ein menschlicher Embryo erzeugt werden, der mit dem Patienten genetisch identisch und somit dessen Klon ist. Dabei macht man sich die Technik des Zellkerntransfers zunutze und injiziert das Erbmaterial einer Körperzelle des Patienten in eine gespendete Eizelle. Nach einer Aktivierung kann sich die Zelle zu einem Embryo weiterentwickeln. Auf diese Weise ist auch das Klonschaf „Dolly“ entstanden (vgl. Deutsche Forschungsgemeinschaft 2006).
11
Der Begriff therapeutisches Klonen ist jedoch irreführend. Das Klonen allein hat noch keinen therapeutischen Wert, sondern erst die Verwendung der gezüchteten Gewebe oder Organe. Doch dies ist derzeit noch unausführbar (vgl. Berger 2007: 32).
2.1.7 Stand der Forschung
Adulte Stammzellen werden bereits seit vier Jahrzehnten bei der Transplantation von Knochenmark zur Behandlung von Blutkrankheiten wie Leukämien eingesetzt. Weiterhin konnten klinische Studien zeigen, dass Knochenmarkstammzellen die Funktion des Herzens nach einem Herzinfarkt verbessern konnten. In welche Art von Zellen sie sich dabei umwandeln, ist jedoch noch unklar (vgl. Donner 2006). Im Vergleich zu embryonalen Stammzellen können sich die adulten bislang nur begrenzt vermehren und differenzieren (vgl. Deutsche Forschungsgemeinschaft 2006).
Da sich embryonale Stammzellen hingegen in nahezu alle Gewebearten entwickeln können, werden in sie große Hoffnungen gesetzt. So sollen sie neue Therapiemöglichkeiten zur Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems wie Morbus Parkinson, Multiple Sklerose oder Alzheimer und einer Reihe anderer Krankheiten ermöglichen (vgl. Berger 2007: 33f.). Durch ihren Einsatz können auch die Abstoßungsreaktionen des Körpers minimiert werden. Im Gegensatz zu fetalen Stammzellen ist das kultivierte Ersatzgewebe aus embryonalen Stammzellen genetisch identisch mit dem des Zellkernspenders und gleichzeitigen Transplantatempfängers. Es ist noch nicht absehbar, ob ganze Organe wie Herzen oder Leber erzeugt werden können, aber bereits die Züchtung von Zellkulturen könnte geschädigte Gewebe zur Regeneration anregen (vgl. Heinemann 2005: 194). Der südkoreanische Forscher Hwang Woo-suk hatte 2004 behauptet, den ersten Menschenklon erzeugt und aus ihm Stammzellen gewonnen zu haben. Die Forschung erwies sich jedoch als Fälschung. In Europa klonte das britische Forscherteam um Miodrag Stojkovic 2005 erstmals menschliche Embryonen (vgl. Die Zeit 2005).
12
2.1.8 Meilensteine der Klonforschung
1891
Hans Driesch führt das erste Tierklonexperiment durch, indem er einen Seeigelembryo im 2-Zellenstadium teilt und so künstlich eineiige Zwillinge erzeugte. Diese Technik bezeichnet man heute als Embryonen-Splitting (vgl. Heinemann 2005: 200f.).
1928
Der deutsche Forscher Hans Spemann klont einen Molch, indem er mit einem Haar eine kernlose Stelle der befruchteten Eizelle abschnürte und sie sich bis zum 16-Zellenstadium teilen ließ. Dann wanderte einer der Zellkerne in den kernlosen Teil. Diesen trennte Spemann ab und ein eigener Molchembryo entwickelte sich. Damit war zum ersten Mal ein Zellkerntransfer angewendet worden (vgl. Hillebrandt/Lanzerath 2002: 60).
1951
Robert Briggs und Thomas King klonen Frösche, indem sie Zellkerne in vorher entleerte Eizellen übertragen (vgl. ebd.).
1974
John B. Gurdon klont Krallenfrösche durch Zellkerntransfer von bereits differenzierten Zellen in entkernte Froscheier (vgl. ebd.: 61).
1986
Dem Dänen Steen M. Willadsen gelingt es erstmal mittels Zellkerntransfer ein Schaf aus Embryozellen zu klonen (vgl. ebd.).
1993
Der Amerikaner Jerry Hall klont erstmals menschliche Embryonen durch Embryo-Splitting. Sie erwiesen sich aber als nicht entwicklungsfähig (vgl. ebd.).
1996
Die britischen Wissenschaftler Ian Wilmut und Keith Campbell klonen das Schaf Dolly, indem sie eine Euterzelle eines ausgewachsenen Tieres in eine entkernte Eizelle injizieren. Dieser Erfolg sorgt nach seiner Veröffentlichung in der Zeitschrift „Nature“ im Februar 1997 weltweit für Aufsehen (vgl. Wilmut/Campbel/Tudge 2001: 270ff.).
13
1997
Li Meng und ihr Forscherteam klonen erstmals zwei Affen aus den Zellkernen von Embryonen (vgl. Hillebrandt/Lanzerath 2002: 62). Außerdem wird das transgene Schaf Polly geboren. Wilmut und Campbell hatten ihm das menschliche Gen für den Blutgerinnungsfaktor IX eingeschleust (vgl. Wilmut/Campbel/Tudge 2001: 288).
1999
Dem Bonner Neurobiologen Oliver Brüstle gelingt es embryonale Stammzellen aus geklonten Mäuseembryonen zu gewinnen und damit zerstörtes Nervengewebe von Mäusen zu heilen. Das therapeutische Klonen im Tierversuch ist auf diese Weise bewiesen (vgl. Schuh 2005).
2001
Die US-Firma ACT behauptet zum ersten Mal einen menschlichen Embryo nach der Dolly-Methode geklont zu haben. Er soll nach wenigen Zellteilungen gestorben sein. Viele Wissenschaftler bezweifeln jedoch den Erfolg der Experimente (vgl. Sentke/Bahnsen 2001).
2004
Die südkoreanische Forschergruppe um Hwang Woo-suk behauptet, einen menschlichen Embryo geklont und aus ihm Stammzellen gewonnen zu haben. Ein Jahr später erwiesen sich die Ergebnisse als Fälschung (vgl. Charisius 2007).
2005
Der britischen Arbeitsgruppe um den Mediziner Miodrag Stojkovic gelang es innerhalb Europas erstmals, menschliche Embryonen zu klonen. Die britischen Behörden hatten die Versuche, mit dem Ziel Diabetes zu erforschen, bereits im vergangenen Jahr genehmigt (vgl. Die Zeit 2005).
2007
Im Juni 2007 gelang es dem amerikanischen Forscher Shoukhrat Mitalipov erstmals, embryonale Stammzellen aus einem geklonten Rhesusaffenembryo zu gewinnen. Sie konnten zu pulsierenden Herzzellen und Neuronen weiterentwickelt werden. Die Isolation von Stammzellen aus geklonten Embryonen funktionierte bisher nur bei Mäusen (vgl. Charisius 2007).
14
2.2 Rechtliche Grundlagen
Die rechtlichen Grundlagen, vor allem im Bezug auf den Beginn des Lebens und die damit verbundene Schutzwürdigkeit des Embryos, sind von Land zu Land verschieden. Das reproduktive Klonen ist in fast allen Ländern der Welt verboten oder ein Verbot wird angestrebt. Das Klonen zu therapeutischen Zwecken ist zurzeit nur Großbritannien, Japan, Singapur, Südkorea und den USA erlaubt (vgl. Graf 2003: 384ff.).
Im folgenden Kapitel werden die jeweiligen Positionen bezüglich Klonen anhand von Stellungnahmen und rechtlichen Regelungen auf internationaler und EU-Ebene sowie in Deutschland und Großbritannien dargestellt.
2.2.1 Internationale Regelungen
Weder auf der Ebene der Vereinten Nationen noch auf europäischer Ebene existieren derzeit verbindliche Regelungen zur Anwendung der Klontechniken. Dennoch gibt es einschlägige Stellungnahmen, die zumindest empfehlenden Charakters sind.
So hat die UNESCO 1997 die „Allgemeine Erklärung über das menschliche Genom und Menschenrechte“ verabschiedet. Sie soll als Rahmenvorschlag für die jeweiligen nationalen Regelungen gelten, mit dem Ziel einen weltweiten Konsens zu schaffen. Dabei stehen vor allem die Menschenwürde und grundlegende Menschenrechte im Vordergrund (vgl. Berger 2007: 148f.). Im Artikel 11 der Deklaration heißt es: „Praktiken, die der Menschenwürde entgegenstehen, wie das reproduktive Klonen von menschlichen Lebewesen, sollen nicht erlaubt sein“ (Art 11 der UNESCO-Deklaration). Bezüglich des therapeutischen Klonens macht die Deklaration keine genauen Angaben.
Auch die Weltgesundheitsorganisation hat 1997 eine Resolution erlassen, in der das reproduktive Klonen als ethisch unvertretbar deklariert wird. Eine Richtlinie für die Anwendung des therapeutischen Klonens ist bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgearbeitet. Dennoch wurde wiederholt der potentielle Nutzen dieser Technik für die Forschung betont (vgl. Berger 2007: 152).
15
Arbeit zitieren:
Dipl.-Med.wiss. Nancy Witzel, 2007, Die mediale Kommunikation über die Klonforschung im deutsch-britischen Vergleich, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Nancy Witzel hat den Text Die mediale Kommunikation über die Klonforschung im deutsch-britischen Vergleich veröffentlicht
Nancy Witzel hat einen neuen Text hochgeladen
Risikomanagement der Banken: Vergleichende Analyse der Deutschen Bank,...
Christian Gottswinter
0 Kommentare