Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Werte der Punk-Kultur 3
3. Randkultur der Revolution und Rebellion /
Randkultur des Schutzes und des Überlebens 4
4. Inklusion und Zugehörigkeit 6
5. Symbole der Punks 7
6. Rituale 8
6.1. Solidaritätsriten 8
6.2. Initiationsriten 9
7. Status 10
8. Literatur 11
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1. Einleitung
Nachdem bei meinen Forschungen in Wien die Stimmung innerhalb meiner untersuchten Gruppe aufgrund von negativen Medienberichten immer mehr in Richtung einer Ablehnung meiner Untersuchung ging, habe ich beschlossen, die Studie in Salzburg und Bonn fortzusetzen, da ich über einen Bekannten Kontakte zur Punkszene in diesen Städten herstellen konnte. Obwohl ich die Ergebnisse aus Wien in meiner Arbeit nicht verwende, haben mir die verworfenen Beobachtungen sehr geholfen diese Randkultur zu verstehen und auch länderübergreifend gemeinsame Strukturen aufzudecken.
Meine Arbeit soll Einblick in die Kultur und Lebenswelt der Punks geben, ihre Grundwerte aufzeigen und die Bedeutung ihres gemeinsamen Handelns erläutern.
Ich gehe dabei der Frage nach, auf welche Weise eine Person in die Gruppe aufgenommen wird, mich interessiert vor allem auch, wie Mitglieder der Punk-Kultur an fremden Orten, also z.B. bei einem Festival, mit Punks, die sie nicht kennen umgehen. Anhand welcher Symbole werden Gleichgesinnte erkannt? Wie sehen die Rituale der Punks aus und welche Funktionen erfüllen sie? Wie kann man in dieser Kultur zu Ansehen gelangen? All diese Fragen werde ich im Folgenden beantworten.
2. Werte der Punk-Kultur
Die Kultur der Punks ist geprägt durch eine rebellische Einstellung gegenüber dem bestehenden System, repräsentiert durch Institutionen wie Politik, Polizei, Gerichte, Schulen, Kirchen, Finanzinstitutionen sowie Großkonzerne. Ein Teil der Werte, die dieses System vermittelt wird von Grund auf abgelehnt, Werte etwa wie Anpassung, Disziplin, Tugend, Sittlichkeit, Frömmigkeit, Macht, Reichtum.
Andere in der Gesamtgesellschaft angesehnene Eigenschaften wie z.B. Mut, Solidarität, Loyalität, Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft, Menschlichkeit sind ebenfalls Teil des Wertesystems der Punks, es wird allerdings kritisiert, dass oft gerade oben genannte Institutionen und andere Autoritäten entgegen diesen gepredigten Idealen handeln.
Daher sind Doppelmoral, Unehrlichkeit, Heuchelei, "nach dem Mund reden", Feigheit, Spießertum, Rassismus, Sexismus, Eigenschaften also, die ebenso mit der Gesamtgesellschaft und ihren Repräsentanten verbunden werden, in der eigenen Kultur höchst verpönt.
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In Konfliktsituationen werden diese Werte zum Teil auch mittels Anwendung von Gewalt durchgesetzt, die sich vor allem gegen Gruppen von Neonazis und die Staatsgewalt richtet, wobei der Anstoß der Gewalt längst nicht immer von den Punks ausgeht. Aber man leistet traditionell aktiven oder passiven Widerstand und weiß sich bei einem Angriff zu wehren. Ebenso werden unliebsame Eindringlinge, die bestimmte Grenzen überschreiten zuerst versucht verbal zu vertreiben und falls das nicht den gewünschten Effekt hat auch durch Androhung von körperlicher Gewalt. Aufgrund der Ablehnung von externen Machtstrukturen wird Saktionierung selbst in die Hand genommen. Sanktionen können in Form von Ignorieren, Gewalt, Vertreibung beziehungsweise Ausschluß von ehemaligen Mitgliedern ausgeübt werden.
Die eigene Lebensweise und deren Verteidigung ist ein wichtiger Aspekt in der Kultur der Punks. 3. Randkultur der Revolution und Rebellion / Randkultur des Schutzes und des
Überlebens
Allein der letzte Absatz macht deutlich, dass die Gruppe der Punks einerseits der "Randkultur der Revolution und Rebellion", zugleich aber auch der "Randkultur des Schutzes und des Überlebens"
zuzuordnen ist. 1 Diese Typisierung ist bloß eine idealtypische, das heißt eine Kultur kann durchaus Merkmale aus verschiedenen Typen aufweisen. 2 Bei den Punks sind Elemente aus beiden der oben genannten Typen von Randkulturen wichtig für das Verständnis ihrer kulturellen Handlungsweisen. Traditionell leistet diese Kultur bestehenden Herrschaftsinstrumenten Widerstand, seien es bei Demonstrationen Straßenschlachten mit der Polizei oder im kleineren Rahmen Proteste gegen Platzverweise oder Verhaftungen.
Ebenso fungiert diese Randkultur als wichtigster Gegenpol zu faschistischen, nationalsozialistischen sowie rechtsextremen Gruppierungen. Bei Kundgebungen solcher ewiggestrigen Vereinigungen kann mit Sicherheit mit einer Gegenwehr von seiten der Punks gerechnet werden.
In diesem Sinne ist die Gruppe sehr politisch, auch wenn sich nicht jedes Mitglied dieser Kultur so bezeichnen würde.
Weiters ist der Wunsch nach einer Veränderung der Staatsform im Sinne der Abschaffung von Herrschaftsinstrumenten weit verbreitet unter den Punks. In jedem Fall kann die beschriebene
1 Girtler, Roland: Randkulturen, 1995: 37f
2 vgl. Girtler, Roland: Randkulturen, 1995: 37
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Arbeit zitieren:
Britta Vogl, 2008, Rebellen der Straße - Die Lebenswelt der Punks, München, GRIN Verlag GmbH
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