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Die Reinmar-Walther-Fehde

Trugschluss oder Tatsache? Die Thematik geprüft anhand eines literaturwissenschaftlichen Meinungsvergleiches

Title: Die Reinmar-Walther-Fehde

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Lehrer Stefanie Warnke (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Das Anliegen dieser literaturwissenschaftlichen Hausarbeit zur Reinmar-Walther-Fehde ist es, in erster Linie herauszufinden, in wie weit die Meinungen einzelner Literaturwissenschaftler über dieses doch umstrittene Thema auseinandergehen, beziehungsweise übereinstimmen. In zweiter Linie soll diese Hausarbeit auch mir persönlich etwas mehr Aufschluss darüber geben, ob es nun tatsächlich eine Fehde zwischen Reinmar dem Alten und Walther von der Vogelweide gegeben hat, oder ob dies lediglich eine Erfindung, Vermutung, oder auch das Produkt einer Überinterpre-tation einiger ihrer Werke ist.
Um dieses Anliegen zu realisieren, habe ich mich mit den Meinungen der Literaturwissenschaftler Konrad Burdach, Günther Schweikle und Ricarda Bauschke ausei-nandergesetzt, die sich in zeitlich versetzten Abständen mit der Reinmar-Walther-Fehde befasst haben.
Bei der Bildung meiner eigenen Meinung über die Reinmar-Walther-Fehde habe ich mich von diesen drei Argumentationen leiten lassen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Allgemeines zur Reinmar-Walther-Fehde

3. Die Meinung von Konrad Burdach

4. Günther Schweikles Ansicht

5. Ricarda Bauschkes Auffassung

6. Die drei Ansichten vergleichend zusammengefasst

7. Meine Meinung zur Reinmar-Walther-Fehde

8. Literaturnachweis

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht die literaturwissenschaftliche Debatte um die sogenannte Reinmar-Walther-Fehde. Ziel ist es, die unterschiedlichen Argumentationslinien der Forscher Konrad Burdach, Günther Schweikle und Ricarda Bauschke zu vergleichen, um zu bewerten, ob eine persönliche Auseinandersetzung zwischen den Minnesängern Reinmar dem Alten und Walther von der Vogelweide historisch belegbar ist oder als literarische Legendenbildung betrachtet werden muss.

  • Analyse des Einflusses von Reinmar auf die Lyrik Walthers
  • Kritische Prüfung der Überlieferungssituation in mittelalterlichen Handschriften
  • Untersuchung der Rolle von Dichterpersönlichkeiten und Minnekonzepten
  • Vergleich der Thesen zur Existenz eines „Sängerstreits“
  • Reflektion über Möglichkeiten und Grenzen der literaturwissenschaftlichen Interpretation

Auszug aus dem Buch

3. Die Meinung von Konrad Burdach

Konrad Burdach hat sich bereits im Jahre 1928 mit der Reinmar-Walther-Fehde auseinandergesetzt und soll darum den Meinungsvergleich zwischen den drei Literaturwissenschaftlern anführen. Bei seiner Argumentation liegt das Hauptaugenmerk auf der Frage in wie weit Reinmar, das Wirken Walthers beeinflusst hatte. Burdach ist sich sicher, dass die Lieder Reinmars und Walthers, sowie Reinmar und Walther selbst, in einem unmittelbaren persönlichen und intertextuellen Bezug zueinander standen und deshalb so viele Gemeinsamkeiten zwischen den Liedern nachgewiesen werden können: „[...] zwischen ihm (Walther) und Reinmar ist eine räumliche und persönliche Beziehung sicher bezeugt, sie lebten am selben Hofe zusammen und Einer kannte die Dichtungen des Andern.“.

Burdach geht davon aus, dass sich Walther in der Anfangsphase seiner Dichterlaufbahn, also als er noch ein Schüler Reinmars war, sehr stark an ihm orientierte, was sich natürlich auf den Inhalt und den Aufbau seiner Lieder niederschlug. Als erstes Beispiel für seine Behauptungen führt Burdach einen Auszug aus einem Walther-Gedicht an, bei dem annähernd dasselbe Wortgut wie bei Reinmar vorzufinden ist. So heißt es bei Walther „der werlde hort mit wünneclîchen freuden lît an in“ und bei Reinmar sehr ähnlich „ganzer fröide hâst dû niht, sô man die werdekeit von wîbe an dir niht siht“. Diese Ansicht, dass die wahre Freude nur im Dienste der Dame erworben werden kann, war ein durchaus beliebtes Thema im 13./14. Jahrhundert und wurde, Burdachs Meinung nach, erstmals von Reinmar aufgegriffen. Weiterhin stellt der Literaturwissenschaftler fest, dass Walther auch immer wieder die Stilmerkmale der Reinmarschen Dichtungen und die von Reinmar erstmals aufgegriffenen Motive kopierte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Dieses Kapitel erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die darin besteht, die verschiedenen Forscher-Meinungen zur Reinmar-Walther-Fehde zu vergleichen und eine eigene Position zur historischen Existenz dieses Streits zu finden.

2. Allgemeines zur Reinmar-Walther-Fehde: Es werden die biografischen Hintergründe von Reinmar und Walther sowie die gängigen Annahmen über ihr Verhältnis am Wiener Hof um 1200 dargelegt.

3. Die Meinung von Konrad Burdach: Das Kapitel analysiert Burdachs These, dass Walther als Schüler Reinmars stark von dessen Stil und Motiven beeinflusst wurde, ohne jedoch explizit von einer Fehde zu sprechen.

4. Günther Schweikles Ansicht: Hier wird Schweikles Ansatz vorgestellt, der die Belegbarkeit historischer Fakten prüft und die Fehde als spontanen literarischen Schlagabtausch zwischen fahrenden Sängern interpretiert.

5. Ricarda Bauschkes Auffassung: Dieses Kapitel präsentiert Bauschkes moderne Ansicht, die eine reale Fehde anzweifelt und die Textbefunde in den Handschriften als bloße intertextuelle Bezüge deutet.

6. Die drei Ansichten vergleichend zusammengefasst: Es erfolgt eine synoptische Gegenüberstellung der drei wissenschaftlichen Positionen hinsichtlich ihrer Argumentationsweise und ihrer Einschätzung der Fehde.

7. Meine Meinung zur Reinmar-Walther-Fehde: Die Verfasserin reflektiert die Ergebnisse des Vergleichs und vertritt die Ansicht, dass die Fehde lediglich zum Schein geführt wurde, um Aufmerksamkeit als fahrende Sänger zu erregen.

8. Literaturnachweis: Dieses Kapitel listet sämtliche in der Hausarbeit verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Publikationen auf.

Schlüsselwörter

Reinmar-Walther-Fehde, Minnesang, Walther von der Vogelweide, Reinmar der Alte, Literaturwissenschaft, Konrad Burdach, Günther Schweikle, Ricarda Bauschke, Handschrift, Intertextualität, Sängerstreit, Mediävistik, Dichtung, Überlieferung, Legendenbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die literaturwissenschaftliche Debatte über die vermeintliche Fehde zwischen den Minnesängern Reinmar dem Alten und Walther von der Vogelweide.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Themen umfassen die biografischen Hintergründe der Dichter, die Analyse intertextueller Bezüge in ihren Werken und die kritische Auseinandersetzung mit mediävistischen Forschungspositionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist ein systematischer Vergleich der Meinungen dreier Literaturwissenschaftler, um eine fundierte Einschätzung zur historischen Plausibilität der Reinmar-Walther-Fehde zu gewinnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode des literaturwissenschaftlichen Meinungsvergleichs sowie die Analyse von Sekundärliteratur und überlieferten Textzeugen (Handschriften).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die spezifischen Argumente von Konrad Burdach, Günther Schweikle und Ricarda Bauschke detailliert dargestellt und abschließend vergleichend bewertet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Minnesang, Sängerstreit, Intertextualität, Handschriftenkritik sowie die Namen der drei untersuchten Wissenschaftler.

Warum spielt die Handschrift E eine besondere Rolle in Bauschkes Theorie?

Ricarda Bauschke nutzt den Vergleich zwischen verschiedenen Handschriften (E und C), um aufzuzeigen, dass die Annahme einer „Fehde“ stark von der jeweiligen Überlieferungssituation abhängt und nicht zwingend auf ein reales Ereignis hindeutet.

Welche Schlussfolgerung zieht die Verfasserin zur Existenz der Fehde?

Die Verfasserin kommt zu dem Schluss, dass es zwar einen persönlichen und intertextuellen Zusammenhang gab, die Fehde jedoch höchstwahrscheinlich eine bewusste Inszenierung der Dichter zu Unterhaltungszwecken war.

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Details

Title
Die Reinmar-Walther-Fehde
Subtitle
Trugschluss oder Tatsache? Die Thematik geprüft anhand eines literaturwissenschaftlichen Meinungsvergleiches
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Germanistische Literaturwissenschaft, Abteilung Mediävistik)
Course
Minnesang um 1200
Grade
1,3
Author
Lehrer Stefanie Warnke (Author)
Publication Year
2007
Pages
18
Catalog Number
V121672
ISBN (eBook)
9783640252909
Language
German
Tags
Walther von der Vogelweide Reinmar der Alte Reinmar von Hagenau Minnesang Sängerstreit Fehde
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lehrer Stefanie Warnke (Author), 2007, Die Reinmar-Walther-Fehde, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121672
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