Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Seite 2
2. Hauptteil Seite 3
2.1 Jüdische Mystik (Kabbala) Seite 3
2.2 Psalm Seite 4
2.3 Interpretation Seite 5
3. Schlussbetrachtung Seite 15
Litzeraturverzeichnis Seite 16
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1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Gedicht Psalm von Paul Celan. Psalm stammt aus dem fünften Gedichtband Celans, Die Niemandsrose, welcher 1963 erschien. Dass der Titel des gesamten Gedichtbandes aus Psalm stammt, lässt auf dessen hohe Bedeutung schließen.
Dieses Gedicht ist eins der meistinterpretierten Gedichte Celans und in der Sekundärliteratur zu Psalm gibt es viele Herangehens und Betrachtungsweisen. Deshalb wird sich diese Arbeit um sie in einem angemessenen Rahmen zu halten darauf beschränken, zu ermitteln, was an Celans Gedicht „religiös“ ist und zeigen, dass es sich im Gedicht (insbesondere bei dem Ausdruck „N/niemand“) nicht um blasphemisches Sprechen handelt, wie viele Stellen im Gedicht vermuten lassen. Es wird gezeigt, dass das Gedicht für die jüdischen Toten spricht, die in der Geschichte viel Leid ertragen mussten, aber dennoch ihrem Gott ein Loblied singen. Der Aspekt „des Religiösen“ erscheint sehr interessant, da sich Celan in der Zeit, in der die Niemandsrose entstand, intensiv mit der jüdischen Religion, vor allem mit der jüdischen Mystik, beschäftigte. 1 Dieser Aspekt wird allgemein „das Religöse“ genannt, meint damit aber vor allem die im Gedicht erkennbaren Bezüge zur jüdischen Mystik und die Beziehung zwischen dem Titel und dem Inhalt des Gedichts. Da der Tiel bereits ein Wort aus dem religiösen Bereich ist und eine bestimmte Gebetsform aus dem Alten Testament beschreibt, wird untersucht, inwieweit das Gedicht selbst einem Psalm ähnelt. Denn es liegt nahe, den Titel als Gattungsbezeichnung zu übernehmen. 2 Desweiteren gibt das Titelwort Psalm „[...] bereits einen Hinweis auf den Kontext, auf den sich viele der Gedichte in dieser Phase
1 Vgl. Jürgen Lehmann: Kommentar zu Paul Celans „Die Niemandsrose“. Heidelberg: Universitätsverlag C. Winter 1997.
2 Vgl. Bernd Auerochs: Gründung und Auslöschung des Judentums: Zu Paul Celans Gedicht „Psalm“. S.267. In: Literaturwissenschaftliches Jahrbuch.N.F.45. Berlin: GörresGesellschaft zur Pflege der Wissenschaft
2004. S.261281.
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Celanscher Lyrik beziehen.“ 3
Die Arbeit ist so gegliedert, dass zunächst einige Erläuterungen zur jüdischen Mystik und zu der Gebetform Psalm gegeben werden. Anschließend wird während der Analyse des Gedichtes die Verbindung von Titel und Gedichtinhalt sowie die mystischen Elemente herausgearbeitet. Die Hermetik der Celanschen Lyrik im Gedicht Psalm wird im Hauptteil der Arbeit nicht behandelt, lediglich wird der Schlussteil darauf zurückkommen, wenn erläutert wird, was in der Arbeit nicht untersucht wurde.
2. Hauptteil
2.1 Jüdische Mystik (Kabbala)
Kabbala ist die mystische Tradition des Judentums. Die Wurzeln finden sich in der heiligen Schrift der Juden, der Tora.
Die Kabbala hat das Ziel einer Annäherung an Gott durch Vertiefung in eine geheime Tradition und durch eine innere Konzentration auf religiöse Inhalte. Dem zu Grunde liegt die Annahme, dass ein innerer Zusammenhang zwischen Menschen und Kosmos besteht. Die Schöpfung geht nicht vom Urgöttlichen aus, sondern vom Ersterschaffenen, dem ersten Menschen Adam Kadmon. Der Mensch ist hervorgegangen aus einem Wesensübergang aus dem Urgöttlichen. Es gibt also mehrere Stufen der Schöpfung und dementsprechend vier Schöpfungswelten: Die Welt der Emanation, die zeitgeist und wesenhafte, die formhafte und die physisch wirkende und in die Erdentat einwirkende Stufe. Diese entfalten sich organisch in den 10 Sefiroth, den 10 übersinnlichen Potenzen, in denen sich das Göttliche entfaltet. Die Sefiroth werde häufig dargestellt im kabbalistischen Weltenbaum. Er ist ein Baum, der von oben nach unten wächst. Den Wurzelbereich bilden die drei obersten Sefiroth, der Wille, die
3 Heinz Michael Krämer: Eine Sprache des Leidens. Zur Lyrik von Paul Celan. München: MatthiasGrünewald Verlag 1997.
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Weisheit und die Einsicht. Drei weitere Sefiroth sind die Gnade, die Strenge (oder das Gericht) und das Erbarmen, welches auch Schönheit oder Pracht genannt wird. Das Bild des Weltenbaums wird durch die drei Sefiroth der Dauer, der Majestät und dem Gerechten vervollständigt. Durch die zehnte Sefiroth, die Königsherrschaft Gottes, wirkt Gott mit seinen lebendigen Kräften in die Schöpfung. 4
Die Sefiroth werden auch die Pforten genannt, durch die der Mensch das Mysterium Gottes erfassen kann, wenn er eintritt. Das ist möglich, weil die Welt und der Mensch als Abbild der Sefiroth geschaffen sind und die Sefiroth als schöpferische Kräfte die „untere“ Welt beeinflussen. So spiegelt sich die in den Sefiroth manifestierte göttliche Wesenheit in der Welt.
2.2 Psalm
Der Psalm ist eine Gebetsformt, die im Alten Testament vorkommt. Psalmen sind Lobgesänge und enden letztendlich immer im Lob Gottes, auch wenn es sich nicht um ein Lob Gottes großer Taten oder seiner Weisheit und Gerechtigkeit handelt, sondern um Fluchpsalmen. 5 150 Psalmen sind im Psalter, dem Liederbuch der Jahwegemeinde Israel überliefert, welches innerhalb der biblischen Bücher einen hohen Stellenwert hat. Die Psalmen lassen sich in Gattungen aufteilen. Dabei stellen sich der Hymnus und die individuellen Klage und Danklieder als wichtigste Gattungen dar. 6
4 Vgl. Lothar Quinkenstein: Die Freiheit zu Blühen. Überlegungen zu Paul Celans Geicht Psalm. S.182. In: Convivium. 11 (2003). S.177189.
5 Vgl. Jutta Konda: Das Christusbild in der deutschen Hymnendichtung vom 18. bis zum 20. Jahrhundert. Weimar Wien: Böhlau Verlag 1998. S.224 ff.
6 Vgl. Arnold Stadler: Das Buch der Psalmen und die deutschsprachige Lyrik des 20. Jahrhunderts. Zu den Psalmen im Wekr Bertholt Brechts und Paul Celans. Köln: Böhlau Verlag 1989. S. 34.
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2.3 Interpretation
Die Interpretation folgt weitestgehend dem Aufbau des Gedichts. Den Titel betreffend werden einige Verweise auf spätere Stellen im Gedicht vorkommen.
Zunächst ist der Titel des Gedichts bereits von großer Bedeutung, da an die Wahl eines Titels, der eine Gattung bezeichnet, die Erwartung gebunden ist, dass es sich bei dem Gedicht tatsächlich um einen Psalm handelt. Arnold Stadler folgt in seinen Ausführungen gar der Auffassung „Der Titel ist Programm“. 7
Es fallen viele Formulierungen und Begriffe auf, die aus der religösen Sprache bekannt sind, vor allem aus der psalmischen Sprache ( z.B.: „Gelobt seist du, [...]“). Die erste Strophe erinnert an eine Klage, an die sich im vierten Vers ein Lob anschließt, welches der klassischen jüdische Benediktionsformel entspricht. Anschlißend klingen die zwei folgenden Verse („Dir zulieb wollen/wir blühen“) wie ein Gelübde. 8 Die im Gedicht vorkommenden Parallelismen („Dir zulieb[...]“ und „Dir/entgegen“, „die Nichts, die/Nemandsrose“, „waren wir, sind wir, werden/wir bleben,[...]“) zeigen, dass sich das Gedicht an der für Psalmen charakteristischen Figur des Parallelismus membrorum orientieren:
Ein Vers besteht dabei zumeist aus zwei, manchmal aus drei parallel gesetzten Teilen (Stichoi), die einander, je nach Art des Parallelismus, als synonymer, antithetischer, synthetischer oder klimatischer Parallelismus zugeordnet sind. 9
So ist der oben zuerst genannte Parallelismus ein antithetischer, der zweite ein synonymer und der dritte ein klimatischer. Jetzt ist zu sehen, dass Celans Psalm sowohl im Aufbau als auch in der Wortwahl tatsächlich einem biblischen Psalm ähnelt. Nun ist herauszustellen, an welchen Stellen diese Ähnlichkeit endet, bzw. was ungwöhnlich erscheint. Im 14. Vers findet ein Bruch statt, die Sprache ist nicht mehr „psalmisch“ und auch der Aufbau ähnelt nicht mehr dem eines Psalms. Das einzige Element im letzten Abschnitt, welches noch in Verbindung mit der
7 Stadler: Das Buch der Psalmen und die deutschsprachige Lyrik des 20. Jahrhunderts. S.155.
8 Vgl. Auerochs: Gründung und Auslöschung des Judentums. S. 267268.
9 Stadler: Das Buch der Psalmen und die deutschsprachige Lyrik des 20. Jahrhunderts. S.4.
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Psalmensprache steht, ist das eingeklammerte „o“ im vorletzten Vers. Im Folgenden ist noch einmal auf die Ähnlichkeiten des Gedichts mit dem psalmischen Sprechen zurückkommend, um dann in der Interpretation weiter dem Verlauf des Gedichts zu folgen - eine weitere Auffälligkeit zu erkennen. Die ersten zwei Verse orientieren sich an der Psalmengattung des Hymnus, genauer gesagt, am Schöpfungshymnus, welcher Gott als Schöpfer der Welt und als Herrn über Himmer und Erde preist. 10
Mit diesen Versen werden „im Stil einer hymnischen Preisung [...] einleitend schöpfungstheologische Grunddaten ausgesagt“ 11 . Niemand steht hier an der Stelle, an der in Psalmen üblicherweise der Gottesname steht. 12
Eine Schöpfung scheint ausgeschlossen(„Niemand knetet uns wieder aus Erde und Lehm“), genauer gesagt, eine Neuschöpfung wird ausgeschlossen. Das „wieder“ lässt darauf schließen, dass schon einmal eine Schöpfung stattgefunden hat. Die Neuschöpfung kann nicht stattfinden, weil der Schöpfer „niemand“ ist. Ungewöhnlich muten die Formulierungen „kneten“, so wie „den Staub besprechen“ an. Im ersten Buch Mose heißt es, dass Gott den Menschen aus dem Erdenklos macht. Die ersten Zeilen von Psalm erinnern deshalb an die Schöpfungsgeschichte, weil das „Formen aus einem Erdenklos“ durchaus als „Kneten aus Erde und Lehm“ denkbar ist. 13 Astrid Poppenhusen sieht den Staub im zweiten Vers als Synonym für Erde. Sieht man jedoch den Staub nicht als Synonym von Erde als lebensspendende Materie, sondern als leblose Materie, die kein Wasser enthält, so dass aus ihr kein Leben mehr geschaffen werden kann 14 , unterstützt dies umso mehr die Negation einer
10 Vgl. Konda: Das Christusbild in der deutschen Hymnendichtung vom 18. bis zum 20 Jahrhundert. S.224 ff.
11 Stadler: Das Buch der Psalmen und die deutschsprachige Lyrik des 20. Jahrhunderts. S.155.
12 Vgl. Ebd.
13 Vgl. Astrid Poppenhusen: Durchkreuzung der Tropen. Paul Celans "Niemandsrose" im Lichte der traditionellen Metaphorologie und ihrer Dekonstruktion. Heidelberg: Universitätsverlag C. Winter 2001.
14 Vgl. Inka Bach, Helmut Galle: Deutsche Psalmendichtung vom 16. bis zum 20. Jahrhundert. Untersuchungen
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Neuschöpfung. Ebenso wie die unpassend erscheinenden Begriffe „kneten“ und „besprechen“, die Distanz zur religösen Welt schaffen und menschliche Tätigkeiten beschrieben, um damit aufs Diesseits zu verweisen. 15
Die dreifache Anapher in der ersten Strophe des Gedichts verstärkt ebenfalls die Negation, die Annahme, dass „niemand“ nicht jemand ist. Doch schon beim dritten und allein stehenden „Niemand“ wären - im Blick auf den folgenden Vers - verschiedene Lesarten möglich. „Niemand“ lässt sich als Indefinitpronomen, als Negation des unbestimmten Pronomens jemand lesen oder aber als Namen. 16 Ganz klar wird letzteres erst im nächsten Vers, in dem das „wir“ den nun deutlich personifizierten „Niemand“ lobt. Versteht man „niemand“ auch als Personifikation, ändert sich die Bedeutung völlig. Das würde heißen, dass eine Neuschöpfung sehr wohl geschieht und zwar initiiert durch „N/niemand“, der die Sprechenden wiederknetet. Es ist aber nicht davon auszugehen, dass „Niemand“ in den ersten Versen noch nicht als Name zu verstehen ist, da es im zweiten Vers klein geschrieben ist und deshalb als Indefinitpronomen identifiziert werden kann.
Da „Niemand“ hier an der Stelle steht, an der üblicherweise Gott genannt wird (siehe oben), liegt die Annahme nahe, dass es sich um blasphemisches Sprechen handelt. Dieser Ansicht nach würde die Existenz Gottes geleugnet. Man kann dagegen aber auch das „Niemand“ als Bezeichnung für Gott verstehen. Dies lässt sich mit Blick auf die kabbalistische Tradition belegen. In der Kabbala gibt es trotz einer göttlichen Einheit viele verschiedene Offenbarungsweisen Gottes, die sich in den Sefiroth und verschiedenen Gottesnamen widerspiegeln.Entgegen aller Veränderlichkeit und Vielheit, gibt es als Gottesbezeichnung in der Kabbala das Fragewort „Wer“ oder „Nichts“. 17 Liest man „Niemand“ nun als ein Synonym zur Geschichte einer lyrischen Gattung Quellen und Forschungen zur Sprach und Kulturgeschichte der germanischen Völker. http://www.uniessen.de/EvTheologie.
15 Vgl. Ebd.
16 Vgl. Konda: Das Christusbild in der deutschen Hymnendichtung vom 18. bis zum 20. Jahrhundert. S.224 ff.
17 Vgl. Jüdisches Lexikon. Georg Herlitz/Bruno Kirschner (Begr.). Bd.3, 2. Auflage. Berlin: Jüdischer Verlag
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zu „Nichts“, kann man den „Niemand als Gott der Mystiker verstehen. Außerdem gibt es die jüdische Vorschrift, den Namen Gottes nicht zu nennen. 18 Damit ist hier jegliche Art von Blasphemie widerlegt.
In den Versen, in denen „N/niemand“ und „Nichts“ vorkommen, kling eine gewisse Paradoxie mit. Auf der einen Seite ist „Niemand“ niemand, also keine Person, auf der anderen Seite aber doch jemand, denn immerhin wird dieser Jemand angesprochen von einem „Wir“. Dieses „Wir“ dankt dem „N/niemand“ und möchte ihm entgegenblühen. So ist es ebenfalls im Sprechen und Handeln existent, obwohl es sich selbst als „Nichts“ bezeichnet.
Der Vers „Gelobt seist du, Niemand“ klingt wie die typische Preisungsformel mancher Psalmen („Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels [...]“). Ungewöhnlich ist nur die Ansprache in der zweiten Person, da in den Psalmen die dritte Person üblich ist. Hier lässt sich ein Einfluss aus der Gattung des Gebets erkennen. 19
Ebenfalls verwunderlich ist, dass das „Wir“ dem „Niemand“ entgegenblühen möchte, obwohl ja in der ersten Strophe deutlich wurde, dass eine Neuschöpfung ausgeschlossen ist, dass also vom „Niemand“ keine Aktivität ausgeht, dass dieser kein Leben verleiht. Hier wird eine weitere Verbindung zur jüdischen Mystik deutlich: Der Mystiker strebt nach einem Wissen durch lebendige Erfahrung, „er hat Gott nicht ohne weiteres“ 20 . Diese Erfahrung setzt starke Aktivität des Menschen voraus, z.B. in strengen Meditationsübungen. Dadurch entsteht der Eindruck, der Mensch müsse zuerst einmal Gott entgegenkommen, damit sich dieser dem Menschen offenbart. 21 So ist hier im Gedicht davon auszugehen, dass das „Wir“ aus freiem Entschluss, dem „Niemand“ entgegenblüht. In der Formulierung „dir zulieb“ wird deutlich,
1987. S. 509517.
18 Vgl. Krämer: Eine Sprache des Leidens.
19 Vgl. Joachim Schulze: Celan und die Mystiker. Bonn: Bouvier 1976.
20 Ebd.
21 Vgl. Ebd.
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dass dies geradezu als Gefallen, als Entgegenkommen geschieht. Ebenso bei der Formulierung „Dir/entgegen“, wobei diese wiederum verschieden Lesarten zulässt.
Die erste Lesart ist die wohl naheliegenste, das „Wir“ blüht dem „Niemand“ entgegen, in seine Richtung, ihm zu. Das impliziert auch, dass das „Wir“ nach oben, dem Licht, dem Himmel und somit Gott (=Niemand) entgegenblüht. Anders zu verstehen ist „entgegen“, indem die blühende Pflanze in die Gegenrichtung wächst. 22 Die entspricht der Vorstellung des Weltenbaums der jüdischen Mystik (siehe Beschreibung oben), welcher von oben nach unten wächst. Dies ist ein weiterer Beleg, dass es sich hier um den Gott der Mystiker handeln muss. Man könnte „entgegen“ auch blasphemisch verstehen, so als wende sich das blühende „Wir“ von Gott ab, in die entgegengesetzte Richtung. Jedoch zeigen die vorangehenden Ausführungen, dass sich das „Wir“ ja aus freiem Willen dem „Niemand“ zuwendet, so dass hier eine blasphemische Deutung unpassend ist.
Da nun die Bedeutung des „Niemand“ bereits geklärt wurde, drängt sich als nächstes die
Frage auf, um wen es sich beim „Wir“ handelt. Wer sind die Personen, die im Gedicht sprechen und sich an „Niemand“ wenden? Klar ist schon, dass es sich um ein lyrisches Wir handelt und nicht um ein lyrisches Ich; das heißt hier sprechen mehrere Personen. Wieviele ist jedoch unklar. Das „Wir“ steht dem „Niemand“ als Opposition gegenüber, muss also irgendwie in Beziehung zu ihm stehen. Mit Blick auf die ersten zwei Verse des Gedichts lässt sich sagen, dass das „Wir“ zu Erde und Lehm oder Staub geworden sein muss, denn es beklagt, dass niemand es wiederknetet und niemand seinen Staub bespricht. Den Ausführungen Krämers folgend handelt es sich um die jüdischen Toten. Das Gedicht
spricht also für das jüdische Volk, welchem in der Geschichte das Schicksal von Exil,
22 Vgl. Poppenhusen: Durchkreuzung der Tropen. S.208.
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Verfolgung und Tod zu allen Zeiten anhaftet. 23 Es sind die Toten Israels, die von dem Ausbleiben einer Wiederherstellung sprechen. 24 Betrachtet man nun die Verse „Ein Nichts/waren wir, sind wir, werden/wir bleiben [...]“ wird dies umso deutlicher. Es werden alle drei Zeitstufen aufgezählt: Die Verganenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Zu keiner Zeit hat das jüdische Volk ein positives Dasein geführt. 25
Dennoch bleibt das „Wir“, blühend, dem „Niemand“ als „Nichts/Niemandsrose“ entgegenblühend. In der Formulierung „die Nichts, die Niemandsrose“ werden „Nichts“ und „Niemand“ in eins gesetzt. Das „Wir“ definiert sich auf die gleiche Weise wie den „Niemand“. Durch das Enjambement im siebten Vers werden wieder zwei Lesarten eröffnet. Man kann die Zeitenfolge durchgehend lesen („waren wir, sind wir, werden wir bleiben“) mit dem Zusatz „blühend“. Das heißt das „Wir“ hätte, obwohl es sich selbst als „Nichts“ bezeichnet und einem „Niemand“ entgegenblüht, bereits in der Vergangenheit geblüht, blüht in der Gegenwart und wird auch in der Zukunft immer weiterblühen. Liest man diese Verse jedoch mit der Unterbrechung, die durch den Zeilensprung gegeben ist, kann man auch lesen: „wir bleiben blühend“, was dem Verständnis der ersten Lesart entsprechen würde. Jedoch mit dem Zusatz im vorangehenden Vers: „wir werden“. Das Alleinstehen des „werden“ deutet auf einen kleinen Hoffnungsschimmer hin, der mitten in der Negativität des Gedichts auftaucht. Etwas, das wird, trägt sich Entwickelndes, Leben in sich.
Warum nun wird das „Wir“ eine Rose genannt? Wie steht eine Rose, eine Pflanze, eine blühende noch dazu, in Verbindung mit „Nichts“ und „Niemand“, welche im Gegensatz zur lebendigen, blühenden Rose, eher tot und leer wirken? Eine Rose ist eine Pflanze, die als Symbol für unterschiedlichste Dinge steht. Sie lässt zahlreiche Assoziationen zu. So stehen z.B. rote Rosen für die Liebe; jedoch besitzt die Rose auch eine gewisse Ambivalenz. Sie ist
23 Vgl. Krämer: Eine Sprache des Leidens .
24 Vgl. Auerochs: Gründung und Auslöschung des Judentums.
25 Vgl. Krämer: Eine Sprache des Leidens.
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eine schöne Pflanze, wirkt mit ihren Dornen aber dennoch bedrohlich und gefährlich. In diesem Gedicht jedoch scheint keine der üblichen Assoziationen richtig zu passen. Hier ist wieder auf die Kabbala zu verweisen. Betrachtet man nicht nur den einzelnen Ausdruck „die Nichts/die Niemandsrose“, sondern ihn im Kontext des gesamten Gedichts, entsteht das Bild einer Rose, die von oben nach unten wächst, eben so wie der Weltenbaum mit den zehn Sefiroth. 26 Oben stehen Erde und Lehm, weiter unten erst steht die Rose. Und schaut man noch weiter im Gedicht, werden am Schluss die einzelnen Bestandteile der Rose beschrieben („Griffel“, „Staubfaden“). Desweiteren ist die Rose in der Kabbala ein Symbol für die Sefiroth, die zehn göttlichen Potenzen. Die Sefiroth wiederum werden auch mit der Gemeinde Israels identifiziert. 27 Denn in der Kabbala heißt es auch, dass die Welt das Spiegelbild der sich in den Sefiroth manifestierenden göttlichen Wesenheit ist. 28 Das bestätigt den Schluss, dass es sich bei den im Gedicht Sprechenden um die Toten Israels handelt, die sich selbst als „Nichts“, sowie sie auch ihren Gott äquivalent dazu als „Niemand“ bezeichnen. Die Rose steht hier als Metapher für die Personen, die im Gedicht sprechen. Mit dem Blühen zusammen kann man sie bereits als Allegorie betrachten. 29
Diese Allegorie setzt sich nun fort in der letzten Strophe des Gedichts. Dort wird die Rose in ihren Einzelteilen beschrieben („Griffel“, „Staubfaden“, „Krone“, „rot“, „Dorn“). Der Griffel ist Teil des weiblichen Geschlechtsorgans der Rosenblüte und trägt die Narbe. Der Staubfaden trägt als Teil des männlichen Geschlechtsorgans den Staubbeutel. 30 Damit sind also die Organe der Befruchtung beschrieben. Noch einmal zurückverweisend auf das Bild der kopfüberwachsenden Rose, die an den SefirothBaum erinnert ist festzustellen, dass auch der
26 Vgl. Quinkenstein: Die Freiheit zu blühen. S.183.
27 Vgl. Auerochs: Gründung und Auslöschung des Judentums. S.272.
28 Vgl. Lexikon für Theologie und Kirche. Hrsg. von Josef Höfer und Karl Rahner. 5. Band. Freiburg: Herder
1960. S.12321236.
29 Vgl. Poppenhusen: Durchkreuzung der Tropen. S.209.
30 Vgl. Ebd.
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Griffel und der Staubfaden als männliches und weibliches Prinzip in dieses Bild passen. Desweiteren gibt es in der Kabbala die Vorstellung, dass ein Urmännliches (auch Vater oder König geannt) und ein Urweibliches (Matrone, Mutter, oder auch Schechina) allem Weltenschicksal zu Grunde liegen. 31
Die Befruchtungsorgane der Rose eröffnen den Horizont einer (Neu)Schöpfung, welche aber durch die dem „Griffel“ und dem „Staubfaden“ hinzugefügten Adjektive „seelenhell“ und „himmelswüst“ gleich wieder negiert wird. Diese Adjektive sind genauer zu untersuchen, da ihre Bedeutung sich nicht gleich beim ersten Lesen erschließt und es sich hier um Neologismen handelt. „Seelenhell“ setzt sich aus Seele und hell zusammen. Die Seele ist der innere geistige Teil des Menschen, der unsichtbar und nicht genau festlegbar ist. Die Seele ist ein Zeichen von Lebendigkeit. 32 Wenn die Seele hell ist, ist sie sichtbar, sie macht sich bemerkbar. So könnte das „seelenhell“ hier als Verdeutlichung dafür dienen, dass der Griffel als Fortpflanzungsorgan der Pflanze die Entstehung neuen Lebens ermöglicht und so sein göttlicher Usrpung erkennbar ist. Diese Deutung von „dem Griffel seelenhell“ passt scheinbar gar nicht zum Gedichtanfang, wo deutlich die Möglichkeit einer Neuschöpfung ausgeschlossen wird. Schaut man genauer hin, wird sichtbar, dass es sich bei der Fortpflanzung der Rose um eine organische Reproduktion handelt, während die göttliche Schöpfung einmalig ist und so nicht beliebig oft wiederholbar. 33 „Himmelswüst“ setzt sich aus Himmel und wüst zusammen. Mit Himmel assoziiert man das Himmelsgewölbe, den Sitz der Götter, mit „wüst“ leer und öde. 34 Dennoch wird auch hier die Möglichkeit etwas Lebendiges entstehen zu lassen, die Möglichkeit einer Schöpfung deutlich. Zwar kling „himmelswüst“ eher negativ, jedoch sei darauf hingewiesen, dass auch die Erde
31 Vgl. Jüdisches Lexikon. S.515.
32 Vgl. Poppenhusen: Durchkreuzung der Tropen. S.214.
33 Vgl. Poppenhuse: Durchkreuzung der Tropen. S.217.
34 Vgl. Ebd. S.214.
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wüst und leer war, bevor der Mensch geschaffen wurde. 35 Jedoch gehört auch der Staubfaden zum Fortpflanzungsorgan der Blüte und ist somit an der organischen Reproduktion beteiligt. So wird also in den zwei Versen „dem Griffel seelenhell,/dem Staubfaden himmelswüst“ die Negation einer Neuschöpfung durch Gott in der ersten Strophe wieder aufgegriffen und ausführlich dargelegt.
Die Krone im folgenden Vers lässt wieder mehrere Lesarten zu. Zuerst ist im Zusammenhang mit den zuvor beschriebenen Bestandteilen der Rose ebenfalls an ein solches zu denken. Als Krone werden auch die farbigen Blütenblätter einer Blume genannt. 36 Auch die Farbe rot („der Krone rot“) passt also deutlich in diesen Zusammenhang.
Eine weitere zulässige Assoziation ist die Krone eines Herrschers, sie lässt an eine königliche Krone denken. Auch das „Purpurwort“ im nächsten Vers lässt durch die Farbe Purpur etwas an den Mantel eines Königs denken, da Purpur als edel gilt.
Bernd Auerochs weist sogar auf eine Anspielung auf Christus hin. So sei mit der Krone und dem Dorn im letzten Vers die Dornenkrone Christi zu verbinden und mit Purpur ein Purpurkleid, von welchem in einer Bibelstelle (Joh.19,5) die Rede ist. Jesus trug dort die Dornenkrone und das Purpurkleid. 37 Jedoch sind in diesem Gedicht keine weiteren Verbindungen zur Leidensgeschichte Jesu zu finden und Celan soll selbst davor gewarnt haben „Psalm auf christliche Anklänge festzulegen“. 38
Im Kontext der jüdischen Mystik ist es naheliegender bei der Krone an die zehnte Sefiroth (die Schechina, auch Rose genannt) zu denken, welche als ebendies bezeichnet werden und die Gegenwart der schöpferischen Kraft Gottess verstanden wird. 39 Die Rose steht also für die
35 Vgl. Quinkenstein: Die Freiheit zu blühen. S.184.
36 Vgl. Poppenhusen: Durchkreuzung der Tropen. S.209.
37 Vgl. Auerochs: Gründung und Auslöschung des Judentums. S.273.
38 Quinkenstein: Die Freiheit zu blühen. S.181.
39 Vgl. Schulze: Celan und die Mystiker. S.31.
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zehn Sefiroth (siehe oben) und die Krone der Rose für das Haupt der Sefiroth, für die zehnte Sefirah, „das Symbol dieser Welt“, „das obere Jerusalem“. 40
Da sich nun die Anspielung auf das Leiden Jesu als falsch herausgestellt hat, bleibt noch zu klären, was unter dem „Purpurwort“ zu verstehen ist und weshalb es „über, o über/dem Dorn“ gesungen wird.
Es heißt „[...] Krone rot/vom Purpurwort, das wir sangen“. Daraus lässt sich schließen, dass die Krone vom gesungenen Purpurwort rot gefärbt wurde. Es besteht also ein Zusammenhang zwischen dem „Purpurwort“ und „rot“. Auch Blut hat die Farbe rot und purpur ist eine Farbe, die rot sehr ähnlich ist. Blut lässt an Verletzung und Leid denken. Um schon den „Dorn“ vorwegzugreifen, ist dieser der gefährliche, Verletzung hervorrufende Teil der Rose. Sieht man die Rose also nun im übertragenen Sinn als die zehn Sefiroth, deren Spiegelbild die Welt ist (siehe oben), beschreibt der Dorn das Leiden in der Welt, genauer gesagt das Leiden, die Bedrohung der Juden in der Welt, was diese über alle Zeiten hinweg begleitet hat. Dieses Leid steht im Zusamenhang mit dem Glauben, welcher sich im „Purpurwort“ manifestieren lässt, welches ja gesungen wird. Es geht hier um ein Lied, das gesungen wird, um Gott zu loben (hier also wieder eine Verbindung zum Titel Psalm). Das eingeklammerte „o“ ist hier als Zeichen dafür, dass es sich um Gesang handelt, sowie dafür, dass es auch um Leid geht, zu sehen. Die Krone, die ja als Symbol für diese Welt (siehe oben) steht, ist also gefärbt vom leidbringenden Purpurwort. Die Juden haben auf Grund ihres Glaubens viel Leid ertragen müssen, aber dennoch singen sie ihrem Gott ein Loblied. „Purpur“ lässt die Asszoiation „blutfarbig“ zu, aber auch „wertvoll“. Der Glaube wird also dennoch als wertvoll betrachtet.
40 Ebd.
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3. Schlussbetrachtung
Die Arbeit hat nun herausgearbeitet, dass es sich im Gedicht nicht um blasphemisches Sprechen handelt, obwohl es an einigen Stellen zwischen Frömmigkeit und Blasphemie zu stehen scheint. Doch es hat sich herausgestellt, dass es sich bei „Niemand“ um die Bezeichnung des Gottes der Mystiker handelt und nicht um eine Negation Gottes. Dennoch wird deutlich, dass eine Neuschöpfung nicht stattfinden kann. Das wird direkt am Anfang des Gedichts klar und besonders in der letzten Strophe in der Beschreibung der einzelnen Blütenbestandteile.
Es hat sich auch herausgestellt, dass es sich bei den Sprechenden um die jüdischen Toten handelt, die trotz des Leides und einer ausgeschlossenen Neuschöpfung, ihrem Gott, „dem Niemand“, entgegenblühen und ihm ein Loblied singen. Sie fühlen sich ihrem Gott nah und ähnlich, was in der Formulierung „die Nichts, die/Niemandsrose“ deutlich wird. Die „Niemandsrose“ blüht, ihr bleibt die Fruchtreife verwehrt. Dies ist ein weiterer Hinweis darauf, dass es keine Neuschöpfung geben wird. Aber sie blüht, rot, in der Farbe die Leid (Blut) beschreibt, aber auch in rot, der Farbe der Liebe, der Liebe zu ihrem Gott.
In der vorliegenden Analyse wurden weitere Untersuchungsaspekte auf Grund des begrenzten Umfangs ausgelassen. Zum Beispiel wäre noch zu untersuchen, inwieweit Psalm hermetisch ist. Dies ist ein viel diskutierter Aspekt, viele Autoren sind der Meinung, Celans Lyrik sei hermetisch. An dieser Stelle sei nur darauf hingewiesen, dass Celan selbst bestritten haben soll, dass seine Lyrik hermetisch sei. Viel mehr werde durch die „Vielstelligkeit des Ausdrucks“ die Präzision seines Sprechens garantiert. 41
41 Vgl. Lehmann: Kommentar zu Paul Celans „Die Niemandsrose“. S.7.
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Literaturverzeichnis
Auerochs, Bernd: Gründung und Auslöschung des Judentums: Zu Paul Celans Gedicht
„Psalm“. In: Literaturwissenschaftliches Jahrbuch.N.F.45. Berlin: GörresGesellschaft zur Pflege der Wissenschaft
Hörisch, Jochen: Niemandes Pfingstfest. Celans „Psalm“ und die Poetik. In: Bolz, Norbert (Hrsg): Heilsversprechen. München: Fink 1998. S.203208.
Lehmann, Jürgen: Kommentar zu Paul Celans „Die Niemandsrose“. Heidelberg: Universitätsverlag C. Winter 1997.
Konda, Jutta: Das Christusbild in der deutschen Hymnendichtung vom 18. bis zum 20. Jahrhundert. Weimar: Böhlau Verlag 1998.
Krämer, Heinz Michael: EineSprache des Leidens. Zur Lyrik von Paul Celan. München: MatthiasGrünewaldVerlag 1997.
Poppenhusen, Astrid: Durchkreuzung der Tropen. Paul Celans "Niemandsrose" im Lichte der traditionellen Metaphorologie und ihrer Dekonstruktion. Heidelberg: Universitätsverlag C. Winter 2001.
Quinkenstein, Lothar: Die Freiheit zu Blühen. Überlegungen zu Paul Celans Geicht Psalm. In: Convivium. 11 (2003). S.177189.
Schulze, Joachim: Celan und die Mystiker. Bonn: Bouvier 1976.
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Stadler, Arnold: Das Buch der Psalmen und die deutschsprachige Lyrik des 20. Jahrhunderts. Zu den Psalmen im Wekr Bertholt Brechts und Paul Celans. Köln: Böhlau Verlag 1989.
Jüdisches Lexikon. Georg Herlitz/Bruno Kirschner (Begr.). Bd.3, 2. Auflage. Berlin: Jüdischer Verlag 1987.
Lexikon für Theologie und Kirche. Hrsg. von Josef Höfer und Karl Rahner. 5. Band. Freiburg: Herder 1960.
Bach, Inka/Galle, Helmut: Deutsche Psalmendichtung vom 16. bis zum 20. Jahrhundert. Untersuchungen zur Geschichte einer lyrischen Gattung Quellen und Forschungen zur Sprach und Kulturgeschichte der germanischen Völker. http://www.uniessen.de/Ev Theologie.
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Judith Schnettler, 2007, Celans "Psalm", München, GRIN Verlag GmbH
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Beth Hawkins, Franx Kafka, Paul Ceelan
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