Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Pharsalische Felder 3
3. Am oberen Peneios 5
4. Am unteren Peneios 8
5. Am oberen Peneios wie zuvor 10
6. Felsbuchten des ägäischen Meers 13
7. Resümee 15
8. Literaturverzeichnis 18
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1. Einleitung
Diese literaturwissenschaftliche Hausarbeit zu Johann Wolfgang von Goethes „Faust“, wurde ausschließlich über die Szene „Klassische Walpurgisnacht“, aus dem zweiten Akt des Faust II, geschrieben.
Gerade diese Szene ist, wegen den drei parallel laufenden und kontrastierenden Handlungen an den verschiedenen Schauplätzen in der Antike, sehr komplex gestaltet und stellt ein eigene kleines Drama für sich dar.
Aus diesem Grund habe ich mich dafür entschieden, das Hauptaugenmerk dieser Hausarbeit auf das Thema der „Frauensuche“ zu richten.
Das Thema, » Die Suche nach der Frau in den drei verschiedenen Ebenen der „Klassischen Walpurgisnacht“ des Faust II«, soll zeigen, wie die drei Figuren Faust, Mephistopheles und Homunculus die „Klassische Walpurgisnacht“ für sich selbst erleben und wie sie letztendlich zu ihrem Ziel und dem „Objekt der Begierde“ gelangen.
Zur Bearbeitung dieses Themas wurde ausschließlich die im Literaturverzeichnis angegebene Literatur verwendet, sowie Impressionen aus den Faustfestspielen im oberfränkischen Kronach.
2. Pharsalische Felder
Die Szene „Pharsalische Felder“ stellt eine Art Einleitungsszene für die „Klassische Walpurgisnacht“ dar und erfüllt die dramaturgische Funktion eines Prologs: Diese Pharsalischen Felder, auch das Schlachtfeld von Pharsalus genannt, sind ein geschichtsträchtiger Ort, an dem Pompejus von Caesar geschlagen wurde, was das Ende der Republik und den Anfang des römischen Kaiserreiches bedeutete. Diese Ebene in Thessalien ist aus vielerlei Hinsicht ein angemessener Ort für die Einleitung der „Klassischen Walpurgisnacht“: „Thessalien ist eine Schlachtenlandschaft [...] es
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ist eine Landschaft, die aus der Produktivität gegensätzlich wirkender, polar sich ausschließender geologischer Naturkräfte entstanden ist, vulkanischer und neptunischer. Auch insofern ist die Ebene ein angemessener Ort für dieses Vorspiel auf die Verbindung von Norden und Süden, heidnischer und christlicher Welt, klassisch befriedeter Schönheit und moderner sehnsüchtiger Begehrlichkeit [...]. 1 Die Szene „Pharsalische Felder“ ist also nicht nur eine Einleitungsszene für die nachfolgenden Handlungen der „Klassischen Walpurgisnacht“, sondern auch eine Einleitung und Vorbereitung für die gesamte Helenahandlung und die Verbindung Fausts mit Helena. Genau an dieser Stelle tritt die antike Zauberin Erichtho, die Düstere, die einst die Wahrsagerin des Pompejus war, mit ihrem Eingangsmonolog auf. Erichtho ist vor allem durch die von ihr als „leidige Dichter“ bezeichneten Schriftsteller Ovid, Lukan, Vergil und Dante bekannt, die sie fast alle auf abscheuliche Art und Weise darstellten und verlästerten.
Erichtho stellt sich ganz im Sinne einer antiken Heldin selbst vor, wie auch später Helena am Anfang von Akt III und beschreibt dabei die vergangene Schlacht zwischen Caesar und Pompejus. Sie ist eine Figur der antiken Sagenwelt und besitzt deshalb das Wissen und die Kenntnis über die geschichtlichen, politischen und kulturellen Ereignisse dieser Zeit. Als sie jedoch Faust, Mephistopheles und Homunculus wie einen Meteor herannahen sieht, verschwindet sie: „Sie, die selbst ein heidnischer Todesengel ist, wittert Leben. [...] Nicht also bloß als Beschwörerin der geschichtlichen Fakten vor der Evokation der mythischen Wesenheiten zeiht sich Erichtho zurück, sondern auch als die leibhaftige Erinnerung an die immergleiche tote Vergangenheit vor ihrer Verlebendigung.“ 2
Erichthos Worte haben eine düstere, fast tote Atmosphäre geschaffen und jetzt, da sich Leben in Form Fausts, Mephistos und Homunculus anbahnt, entschließt sie sich zu verschwinden, weil sie als ein Engel des Todes dem Leben schädlich ist. Einen weiteren interessanten Gedanken zum Erichtho-Monolog führt Wolfgang Binder an, als Erichtho über den „unvollkommenen Mond“ redet. Binder ist daraufhin zu dem Entschluss gekommen, dass alles in der „Klassischen Walpurgisnacht“ unvollkommen und auf Halbheit hin ausgelegt ist: Faust sucht Helena, seine andere Hälfte; Homunculus ist ein unvollkommener (halber) Mensch und gibt seinem Drang zur Körperlichkeit nach und die antiken Halbwesen, wie die Sphinxe, Greife und Sirenen, spielen wichtige Rollen und sind stark in die Handlung mit eingebunden.
2-3 Goethe Handbuch, 1996, S. 422, 423.
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Genau deshalb, so Binder, beleuchtet der halbe Mond die „Klassische Walpurgisnacht“.
Gleich nach der Landung der drei „Luftfahrer“ stellt Faust, während er den Boden berührt, die Frage „Wo ist sie?“. Dies ist zwar ein sehr kurzer Monolog Fausts, dafür jedoch um so bedeutender und aussagekräftiger, da er die Sehnsucht Fausts nach Helena einfach und mit wenig Worten zum Ausdruck bringt. Daraufhin trennen sich die drei Figuren, um ihr eigenes Abenteuer zu erleben: Faust macht sich auf den Weg zum unteren Peneios, um den Weg zu Helena zu erfahren; Mephisto sucht ein sexuelles Abendteuer am oberen Peneios und Homunculus sucht seine körperliche Entstehung in den Felsbuchten des ägäischen Meers. Da nun die drei Figuren an unterschiedlichen Orten alleine unterwegs sind, spricht man von einer Dreiteilung, oder von den drei Sequenzen der „Klassischen Walpurgisnacht“, wobei der Faktor der Zeit sehr zu beachten ist, weil nun drei Handlungen parallel laufen: „Die Zeit als Element des dramatischen Geschehens muß von Goethe umgedacht worden sein. Der Zweite Faust spielt in einer symbolischen Zeit. [...] Was in der Logik einer dramatischen Handlung undenkbar wäre, ist in der symbolischen begründet. Wie wäre es sonst noch zu verstehen, dass dieser ganze zweite Akt als eine ausgeweitetes Vor- und Zwischenspiel zum dritten Akt konzipiert werden konnte, in dem Helena dann endlich erscheint.“ 3
3. Am oberen Peneios
Mit der Szene „Am oberen Peneios“ beginnt die Mephisto-Handlung, also die Schilderung von Mephistos Bemühungen zum Erlangen eines sexuellen Abenteuers, wo er gleich zu Beginn auf allerlei Fabelwesen trifft: nämlich Greife, Sphinxe, kolossale Ameisen, Arimaspen und Sirenen. Die Greife geben ihm jedoch schon nach kurzer Zeit zu verstehen, dass er hier in der Antike nicht willkommen ist und dass sein Verhalten ihnen nicht behagt und fremd vorkommt: „Den mag ich nicht! [...] Was will uns der?[...] Der Garstige gehört nicht hierher!“ 4
4-5 Goethe ٠ Faust. Kommentiert von Erich Trunz2002. S. 217, 219, 221.
6 Diener, Gottfried: Fausts Weg zu Helena. 1961. S. 314.
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Arbeit zitieren:
Lehrer Stefanie Warnke, 2004, Die Suche nach der Frau in den drei verschiedenen Ebenen der “Klassischen Walpurgisnacht” des Faust II, München, GRIN Verlag GmbH
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Faust 2: Die klassische Walpurgisnacht - Der Weg des Mephistopheles
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