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INHALTSVERZEICHNIS
1 E I N L E I T U N G 4
2. DIE SCHIZOPHRENIE 5
2.1. Zur Ätiologie der Schizophrenie 6
2.1.1. Über das Auftreten von Kindheitspsychosen 7
2.2. Die wichtigsten Formen und der Krankheitsverlauf 7
2.2.1. HEBEPHRENIE 8
2.2.2. SCHIZOPHRENIA SIMPLEX 9
2.2.3. KATATONIE 9
2.2.4. PARANOID-HALLUZINATORISCHE FORM 10
2.3. Die wichtigsten Symptome 10
2.3.1. STÖRUNG DES DENKENS 10
2.3.2. STÖRUNG DER WAHRNEHMUNG 11
2.3.3. STÖRUNG DER AFFEKTIVITÄT 11
2.3.4. AUTISMUS 11
2.3.5. AMBIVALENZ 12
2.3.6. AKZESSORISCHE SYMPTOME: 12
2.4. Die Entstehungsbedingungen: 12
2.5. Schizophrenie in anderen Kulturen 14
2.5.1. SPEZIELLE PSYCHOPATHOLOGIE: 15
2.5.2. PSYCHOSOZIOLOGIE: 17
Literaturangabe 18
A N H A N G 1 9
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Am Beginn der Betrachtung steht ein kurzer Überblick über die wichtigsten psychischen Stö- rungen, um dem Leser die Einordnung der Schizophrenie innerhalb jener zu erleichtern. Im Ab- schnitt 'Ätiologie' wird besonders auf eine amerikanische Studie eingegangen, die versucht, die Einflüsse von Milieu, Umwelt und Vererbung auf die Schizophrenie zu untersuchen. - Die wich- tigsten Formen (laut WHO) und die Leitsymptomatik werden ausführlich dargestellt. Im Anschluß wird auf Aspekte der Erziehung und auf das Problem der Konformität hingewiesen. Im transkulturellen Vergleich wird ferner über das Auftreten der Schizophrenie in anderen Kul- turkreisen berichtet.
Schlagworte: Dopamin - Chlorpromazin - Hebephrenie - Schizophrenia simplex - Katatoner Stupor - Febrile Katatonie - Kataton-schizophrenes Syndrom - Paranoid-halluzinatorische Form
- Derealisation - Depersonalisation - Wahnerleben - Autismus - Ambivalenz - Leibhypochondri- sche Schizophrenie - Echopraxie - Echolalie - Fexibilitas cerea - primordiale Kulturkreise - In- ternational Pilot Study of Schizophrenia.
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1. EINLEITUNG
Die Einordnung der psychischen Störungen ist eines der schwierigsten Probleme der Klini- schen Psychologie. Grundsätzlich ist jede psychische Leistung mehrfach störbar. So ergibt sich eine unendliche Fülle an Störungen mit mannigfaltigen Symptomen und Syndromen (i.e. Symptomeinheiten). Die Störungsbezeichnungen haben sich zum Teil über mehrere Jahrtau- sende entwickelt, andere sind neueren Datums. Es ist daher nicht verwunderlich, daß sie sich nicht ohne weiteres in ein System einfügen. Als Einführung soll daher ein kurzer Überblick über die wichtigsten psychischen Störungen dienen, um die Problematik der Schizophrenie besser verstehen zu können.
Paranoia
mittelschwer Depersonalisation,Derealisat-
schwer Schizophrenie,Zyklothymie,
Abb.1 Einteilung psychischer Störungen (Wesiack, 1990)
"Einerseits ist die Fülle von Störmöglichkeiten nicht kleiner als die Fülle von positiven Formen psychischen Verhalten und Erlebens. Eine Einteilung in hauptsächliche Störgruppen engt daher notwendigerweise die Vielfalt ein. Andererseits waren an dieser Einteilung drei vorrangige the- rapeutische Richtungen beteiligt, die von unterschiedlichen Standpunkten aus die psychischen Störungen klassifizierten: die Psychiatrie, die Psychoanalyse und die Verhaltenstheorie" (Beckmann,1984). Daraus ergaben sich letztendlich - unter besonderer Betonung des Schwe- regrades - drei Hauptbegriffe, die sich teilweise auch überschneiden (Abb.1).
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Das Verständnis für psychische Krankheit und Gesundheit hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Durch häufigeres Auftreten von psychischen Krisen, Störungen und Beein- trächtigungen erhöhte sich nicht nur in der Fachwelt, sondern auch in der breiten Öffentlichkeit die Bereitschaft, psychische Krankheit als eine Form der Beeinträchtigung und Störung anzu- sehen wie andere Behinderungen auch und sie von ihrer Stigmatisierung zu befreien.
2. DIE SCHIZOPHRENIE
"Schizophrenie ist der konventionelle Ausdruck, mit dem Personen belegt werden, die gewis- se Verhaltensweisen haben, die durch eine hypothetische Krankheit, eben die Schizophrenie, verursacht werden" (Jervis,1975;zitiert nach Fürst,1985).
Die Bezeichnung Schizophrenie stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet: schizein /schizein [spalten] phren /phren [Geist, Seele] Diese in der Bezeichnung Schizophrenie, deren Genese im Übrigen noch weitgehend ungeklärt ist, enthaltene seelische Spaltung im Sinne eines Neben- und Miteinanders von gesunden und krankhaften Empfindungen und Verhaltensweisen ist charakteristisch für diese Krankheit.
2.1. Zur Ätiologie der Schizophrenie:
Die Schizophrenie zeigt in ihrer Ätiologie ein gewisses Familienbild, insbesondere bei den prozeßhaft verlaufenden Formen. Normalerweise erkranken etwa 0,5-1% [Im Vergleich zu an- deren psychischen Erkrankungen ist sie jedoch relativ häufig; etwa 50% der in Anstalten behan- delten Fälle sind Schizophrenien (Bühler,1962)]. In Familien, in denen bereits eine Schizophre- nie aufgetreten ist, darf die Wahrscheinlichkeit weiterer Erkrankungen aber höher angesetzt werden: Ist ein Eltern- od. Geschwisterteil erkrankt, beträgt das Risiko einer Erkrankung ca. 10- 15%; sind beide Eltern erkrankt, sogar 50% für die Nachkommen.
Schizophrenie wird demnach auch polygen (und multifaktoriell) vererbt; die Korrelation wird umso stärker, je mehr gemeinsame Gene vorhanden sind. Voraussetzung dafür ist, daß die Al-
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lele intermediär (= ohne Dominanz oder Rezessivität) ausgeprägt sind. "Das Erkrankungsrisiko jedes einzelnen Familienmitglieds wächst also mit der Zahl der bereits erkrankten Angehörigen" (Hirsch-Kauffmann,1987).
Belege für diese Zusammenhänge liefern die Zwillingforschung sowie Forschungen an Adop- tivfamilien. Da sich die Wirkungen der Gene in biochemischen Prozessen äußern, lassen sich Verbindungen zu chemischen Störungen im ZNS herstellen. Pharmaka (zB Haloperidol, Chlor- promazin), die die Symptome der Schizophrenie mildern, senken die Aktivität von dopaminer- gen Synapsen im Gehirn, und Amphetamin, das den Dopaminspiegel ansteigen läßt, führt bei einer Überdosierung zu einer Psychose, die der Schizophrenie ähnelt.
"When dopamine is released at synapses and binds to dopamine receptors, it activates the dopamine-receiving neurons. It is thought that activation takes place through the second mes- senger system, which can effect changes in the cell membrane, chemical reactions within the cell and even the genetic material, the DNA, in the nucleus of the cell. When the antipsychotic drugs bind to dopamine receptors, they do not activate the dopamine-receiving neurons. They apparently are inactive, other than binding to the receptors. The reason they have such power- ful effects is because they block dopamine from attaching to the receptors, just as naxolone blocks opiate receptors. The extraordinary fact that all of the drugs effective in treating schizo- phrenia block the dopamine receptor, and are effective in proportion to how much they block it, seems to imply that schizophrenia is caused by too much dopamine. This is the 'dopamine the- ory' of schizophrenia" (Thompson,1985).
Andererseits ist bei Schizophrenen bisher noch kein erhöhter Dopaminspiegel gemessen worden: "In several studies the brain levrls of dopamine have been measured in schizophrenic patients who died. The results are negative: The brain level of dopamine appears to be normal" (Thompson,1985).
Denkbar wäre daher eine pathologische Überempfindlichkeit der Dopamin-Rezeptoren, das Fehlen eines Dopamin-Antagonisten oder das erhöhte Auftreten eines Dopamin- substituierenden Stoffes.
Arbeit zitieren:
Mag. Arno Krause, 1994, Schizophrenie, München, GRIN Verlag GmbH
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