Sebastian Gräf
)UHL HLWYHUNHKULQGHUÄ)UHL HLWJHVHOOVFKDIW
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
I
Abbildungsverzeichnis
II
Tabellenverzeichnis
II
1. Einleitung 1
2. Freizeitverkehr Definitionsschwierigkeiten 2
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:DVPDFKWXQVHUHÄ)UHL HLWJHVHOOVFKDIW DXV"
4. Freizeitverkehr in dHUÄ)UHL HLWJHVHOOVFKDIW 5
4.1 Entscheidung zum Freizeitverkehr 5
4.1.1 Ursachen/Motive des Freizeitverkehrs 6
4.1.2 Verkehrsmittelwahl 9
4.1.2.1 Fahrrad und zu Fuß 9
4.1.2.2 Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) 10
4.1.2.3 Motorisierter Individualverkehr (MIV) 10
4.1.2.4 Eisenbahn, Reisebus, Schiff, Flugzeug 11
4.1.2.5 Anteile der angeführten Verkehrsmittel an Freizeitwegen 12
4.1.3 Ziel- und Routenwahl 13
4.1.4 Rolle von Routinen 15
4.2 Tatsächlicher Umfang des Freizeitverkehrs 16
4.2.1 Zahlen und Fakten 16
4.2.2 Entwicklungen 18
4.3 Probleme 19
4.3.1 Freizeitaktivitäten und Umweltverträglichkeit 19
4.3.2 Verursachte Probleme 21
4.4 Mögliche Maßnahmen zur Verbesserung der momentanen Situation 24
4.4.1 Verkehrsvermeidung 25
4.4.2 Verkehrsverlagerung 27
4.4.3 Umweltverträgliche Abwicklung 28
5. Zusammenfassung 29
6. Schluss 30
7. Quellen 31
7.1 Literatur 31
7.2 Internetquellen 33
7.3 Tabellen 34
7.4 Abbildungen 35
8. Erklärung 36
I
Sebastian Gräf )UHL]HLWYHUNHKULQGHUÄ)UHL]HLWJHVHOOVFKDIW³ Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Anteil von Motiven für Alltagsfreizeitsaktivitäten A und
Erlebnisfreizeitsaktivitäten E
Abbildung 2: Verkehrsaufteilung auf einzelne Freizeitzwecke
Abbildung 3: Anteil an Anzahl der Wege und Anteil an Strecken des Freizeitverkehrs 1998 in Deutschland
Abbildung 4: Flächen- und Energieverbrauch einzelner Verkehrsmittel Abbildung 5: Anteile der Anzahl der Freizeitwege bestimmter Längen an der Gesamtanzahl
Abbildung 6: Konkrete Ziele der Freizeitverkehrswege Abbildung 7: Personenverkehrsaufwand, Zuwachs und Anteile 1976 bis 1994 nach Wegzwecken
Abbildung 8: Entwicklung der Freizeitmobilität in Westdeutschland von 1976 bis 1994 Abbildung 9: Verkehrstote und ±verunglückte, sowie Fahrzeugbestand Abbildung 10Ä1DFKKDOWLJH9HUNHKUVSROLWLN³ Abbildung 11: Das Einliterauto von VW Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Anteile der Routineentscheidungen in Alltags- und Erlebnisfreizeit Tabelle 2: Umweltverträglichkeit und Handlungsbedarf einzelner Freizeitaktivitäten
II
Sebastian Gräf )UHL]HLWYHUNHKULQGHUÄ)UHL]HLWJHVHOOVFKDIW³
1. Einleitung
In unserer Gesellschaft muss alles immer unglaublich schnell gehen. Gerade auch, wenn es um unsere Freizeitgestaltung geht, soll alles immer noch schneller, weiter weg und erlebnisreicher werden. Oft wird der Wunsch nach Mobilität schon in Markennamen, die aus dem Tierreich stammen und wild und schnell klingen, deutlich. So steht manch einer morgens auf und schlüpft in seine Socken, die mit dem Namen einer großen Raubkatze animalisch wild klingen, so wild sogar, dass die Zehen sofort in die Kangaroo-Turnschuhe gebohrt werden, mit denen es dann möglich wird, ganz große Sprünge zu verrichten. Die Mustang-Jeans wird bei diesem Vorhaben sicherlich auch nicht bremsen. Ein roter Bulle kann schon zum Frühstück Flügel verleihen, die bei dem Tagesprogramm manchmal auch bitter nötig werden und dazu brüllt ein Schokolöwe in Riegelform den Hunger in die Flucht, Essen darf ja auch nicht zu lange dauern, wenn man viel vor hat. Beim Gang in die Garage fällt ihm auf, dass der ansonsten so flotte, gelb-schwarz gemusterte und für wehrlose Pflanzenfresser so gefährliche Sportwagen lahmt und deswegen ja gerade in der Werkstatt ist, um dort wieder fit gemacht zu werden. Zum Glück ist dann da ja noch die schwarze Wunderkiste, die ihn mit bunten Bildern und fröhlichen Klängen in die Ferne sehen lässt. Sehnsucht weckende Sendungen werden unterbrochen von nett gemeinten Ratschlägen, wie er die Zeit, die er eigentlich gar nicht hat, verbringen soll. Geht ja auch alles ganz schnell und alles was man kaufen soll, spart ja letztendlich auch wieder so viel Zeit beim Gebrauch ein, dass man am Ende mit einem satten Plus dasteht. Wirklich zu freundlich diese Werbung. Alleine käme man wahrscheinlich nicht auf die Idee, die 'Geschmäcker der Welt zu entdecken' oder jedes Mal davon zu segeln, wenn man ein Bier genießen möchte. Nur die Sache mit den tropischen Inseln, auf denen man schon zum Frühstück zu exotisch-rythmischen Klängen tanzt und sich milchig-alkoholische Drinks mit viel Eis zu Gemüte führt hat einen Haken: Zu zeitaufwändig, es sei denn, man hat daran gedacht, sein Handy mitzunehmen... Jedes Mal, wenn er Werbung sieht, dann fällt ihm wieder die Frage ein, die er immer beim Metzger gestellt bekommt, wenn er Wurst kauft. 'Darf's auch ein bisschen mehr sein?' Seine Antwort wäre zweifelsohne 'Ja'. Warum auch nicht, eigentlich wäre er auch mit weniger zufrieden, aber wenn es ihm schon so angeboten wird... Mittags gibt es -wie könnte es anders sein- Fast Food, ganz einfach und ohne unnötigen Zeitverlust, denn der Pizza-Blitz schlägt auf Bestellung ein und geliefert wird frei Haus. Dann wird wie jeden Tag, wenn man es selber nicht schafft, immerhin noch die kleine Computermaus durch die ganze große Welt gejagt auf der Suche nach Dingen, die man ansonsten höchstwahrscheinlich nicht einmal im Traum vermisst hätte. Wie wäre es mal
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wieder mit einem Flug bei nächster Gelegenheit, was sehen, unterwegs sein, was erleben. Diese Insel aus der Werbung klang ja doch gar nicht so schlecht. Und wer könnte schon einem majestätischen Vogel wie dem Condor widerstehen...
Aber warum sind wir denn eigentlich so fixiert auf die Mobilität in unserer Freizeit? Warum legen wir denn so häufig große oder auch kleine Strecken zurück? Warum fahren wir denn so häufig mit dem Auto? Und welche Auswirkungen hat dieses Verhalten auf uns und unsere Umwelt? Diese und andere Fragen sollen nun im Rahmen dieser Hausarbeit beantwortet werden.
2. Freizeitverkehr ± Definitionsschwierigkeiten
(V LVW VFKZLHULJ GHQ Ã)UHL]HLWYHUNHKU¶ LQ HLQHU NODUHQ 'HILQLWLRQ ZLHGHU]XJHEHQ XQd abzugrenzen. Die Schwierigkeit dabei ist es, dass laut Fastenmeier et al (ifmo (Hrsg.) 2003) eine solche Definition überhaupt nicht existiert. Bezeichnenderweise spricht Tokarski (2000 (zitiert in ifmo (Hrsg.) 6 YRQ GHU Ä%HOLHELJNHLW GHV FreizHLWSKlQRPHQV³ So ist der große Unterschied zwischen dem Freizeitverkehr und anderen Verkehrsarten wie dem Berufs- oder Einkaufsverkehr, dass dem Freizeitverkehr DOV Ä5HVLGXDONDWHJRULH³ %UDQQROWH et al 1998, S.17) eine Vielzahl von Fahrten unterschiedlicher Zwecke zugeordnet werden, diejenigen nämlich, die in keine der anderen gängigen Verkehrskategorien eingeordnet werden können. Diese
Negativdefinition macht es schwierig, den Freizeitverkehr zu erfassen und zu messen, geschweige denn ihn zu begreifen und zu erklären. Gather und Kagermeister sprechen YRQ GHU ÄXQEHNDQQWHQ %ODFN-%R[ GHV Ä)UHL]HLWYHUNHKUV³ « >XQG GDVV@ ZHGHU [dessen] =ZHFN QRFK 8PIDQJ RGHU 5LFKWXQJ « bislang hinreichend statistisch erfasst >ZXUGHQ@³(Gather, Kagermeister (Hrsg.) 2002, S.10).
Auf dieser unsicheren Basis erscheint es sinnvoll, sich erst der Frage nach einer Definition des Begriffes ÃFreizeit¶ zuzuwenden, bevor der Freizeitverkehr genauer eingegrenzt wird. )UHL]HLW LVW GHU '6/ ]XIROJH QDFK KHXWLJHP 9HUVWlQGQLV ÄGHU =Hitraum, in dem Freiheit der einzelnen Lebensäußerungen subjektiv stärker erlebbar ist als in anderen =HLWUlXPHQ³'6/6)UHL]HLWLVWVRPLWHLQVXEMHNWLYHU%HJULII der bei jedem eine individuelle Bedeutung besitzt, was die Problematik einer Eingrenzung des Begriffes noch verstärkt. So kann es beispielsweise für den einen eine schöne Freizeitbeschäftigung sein, mit den eigenen Kindern Unternehmungen zu tätigen, der andere hingegen fasst dies als notwendigen Einschnitt in seine frei verfügbare Zeit auf (ifmo (Hrsg.) 2003). Bemerkenswert ist, dass Götz et al ausdrücklich formulieren, dass die Definitionen von )UHL]HLWDOV5HVLGXDONDWHJRULHLP*HJHQVDW]]X$XVVDJHQDXVGHU9HUNHKUVIRUVFKXQJÄLQ
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den Sozialwissenschaften seit langem nicht mehr gebräuchOLFK³ VLQG 8PZHOWEXQGHVDPW 2003, S.6). Nicht die allgemeine Zwanglosigkeit und die Abgrenzung gegenüber Verpflichtungen gibt für deren bevorzugte Definition den Ausschlag, vielmehr ist Freizeit hinsichtlich der Verhaltenserwartungen von OrgaQLVDWLRQHQ³ GLH Ä$XV-Zeit
(Umweltbundesamt 2003, S.8), ist also nicht mit Freiheit gleichzusetzen und kann auch durchaus negative Aspekte beinhalten, beispielsweise das Auftreten von Vandalismus und Krisen durch die Überforderung mit offenen Entscheidungen. Nichtsdestotrotz sollen für den Zweck dieser Arbeit für die Festlegung des Terminus Freizeit der Einfachheit halber ebendiese kritisierten Definitionsansätze ausschlaggebend sein. ÃFreizeit¶ soll also durch Ä$EJUHQ]XQJ JHJHQEHU (UZHUEVWlWLJNHLW $EJUHQ]XQJ gegenüber Erholung als (physiologischer) Reproduktion, Abgrenzung gegenüber Haushalts-und Familienverpflichtungen, Abgrenzung gegenüber sonstigen
verpflichtenden Tätigkeiten [und@=ZDQJORVLJNHLW³8PZHOWEXQGHVDPW6EHVWLPPW sein. Mit anderen Worten kommen Fastenmeier et al nach Auswertung einer repräsentativen bundesweiten Haushaltsbefragung zu dem Schluss, dass Freizeit HPSIXQGHQ ZLUG DOV ÄDOOHV ZDV QLFKW ]XU $UEHLW JHK|UW XQG 6SD PDFKW³ LIPR +UVJ 2003, S.27). So verwenden auch Karg et al (ifmo (Hrsg.) 2000) den Arbeits- und Freizeitbegriff als Gegensatzpaar, Arbeit wird mit Nicht-Freizeit und Freizeit wird mit Nicht-Arbeit gleichgesetzt. Dabei können die hier unterschiedenen Haushaltshandlungen zum Unterhalt und Transfer ±im Speziellen Information, Beschaffung, Produktion, Konsum, Entsorgung und Transferhandlungen (ifmo (Hrsg.) 2000, S.97: Abbildung 1)± je nach Enge und Weite der Definition des Arbeitsbegriff und entsprechend Weite und Enge der Definition des Freizeitbegriffes unterschiedlich zugeordnet werden. Kehren wir nun wieder zum ÃFreizeitverkehr¶ zurück. Karg et al definieren die Freizeitmobilität (was mit dem Freizeitverkehr gleichzusetzen ist) als sehr einfache 1HJDWLYGHILQLWLRQ Ä)UHL]HLWPRELOLWlW LP $OOWDJ LVW DOVR GLH 0RELOLWlW GHV 0HQVchen in der Tageszeit, in der er keine Arbeit verrichtet, und zu der Zeit des Jahres, in der er keinen 8UODXE KDW³ LIPR +UVJ 6 'HU 8UODXEVYHUNHKU ZLUG DXFK LQ GHQ PHLVWHQ anderen Definition vom Freizeitverkehr durch die Anzahl der Übernachtungen abgegrenzt. Ausflüge und Kurzreisen mit bis zu 3 Übernachtungen zählen demnach zum Freizeit-, Reisen mit mehr als 3 Übernachtungen zum Urlaubsverkehr. Hier stimmen mindestens Gather und Kagermeister (2002), Karg et al (ifmo (Hrsg.) 2000) und Fastenmeier et al (ifmo (Hrsg.) 2003) überein. Für Untersuchungen ist es wichtig, den Freizeitverkehr trotz aller Schwierigkeiten möglichst fass- und messbar zu umgrenzen, also am besten nicht als Negativ- sondern als Positivdefinition. Gather und Kagermeister fassen aus diesem Grund
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den Freizeitverkehr als den Zusammenschluss einzelner Bereiche von Verkehrszwecken auf GLH EHL %HGDUI ZHLWHU XQWHUJOLHGHUW ZHUGHQ N|QQHQ 'LHVH VLQG Ä9HUZDQGWHQ- und %HNDQQWHQEHVXFKH %HVXFKH YRQ .XOWXUYHUDQVWDOWXQJHQ XQG Ä(YHQWV³ +REby einschließlich Sport sowie Wochenend- XQG .XU]]HLWHUKROXQJ³ *DWKHU .DJHUPHLVWHU (Hrsg.) 2002, S.10).
:HQQ PDQ DOVR YRQ Ã)UHL]HLW¶ XQG Ã)UHL]HLWYHUNHKU¶ VSULFKW VR PXVV PDQ VLFK LPPHU LP Klaren darüber sein, dass diese Ausdrücke nicht eindeutig festgelegt sind. Die Definitionsproblematik sei an dieser Stelle aber nicht noch weiter vertieft. Für den Zweck dieser Arbeit sollen die Begriffe über die vereinfachten, wenn auch damit nicht fehlerfreien Abgrenzungen verstanden werden, Freizeit also ganz grob als Nicht-Arbeitszeit und als Zeit, die Spaß macht und Freizeitverkehr eben als der Bereich des Verkehrs, der in diese Zeit fällt. Klar ist dabei auch, dass die Grenzen zwischen Freizeit- und sonstigem Verkehr so niemals scharf verlaufen können.
3. Was maFKWXQVHUHÄ)UHL]HLWJHVHOOVFKDIW³DXV"
'LH%HGHXWXQJGHV%HJULIIVÄ)UHL]HLWJHVHOOVFKDIW³LVWZDKUVFKHLQOLFKGHQPHLVWHQYRQXQV zumindest in groben Zügen geläufig. Es geht darum, dass die Menschen immer mehr Freizeit besitzen, über die sie verfügen können. Die Arbeit rückt dabei in den Hintergrund. Max Weber und Karl Marx sprechen davon, dass der Mensch sich über seine Arbeit bestimmt. Dies war früher unbestreitbar auch der Fall. Doch mit der zunehmenden Automatisierung und der von Marx prognostizierten Entfremdung des Menschen von der Arbeit (m2k collective 2000) verlor letztere mehr und mehr an Einfluss auf die Selbstbestimmung des Menschen. Schon in den 60er und 70er Jahren begann so die (QWZLFNOXQJ GHU VR JHQDQQWHQ Ã)UHL]HLWJHVHOOVFKDIW¶ EH]LHKXQJVZHLVH der Ã6SDJHVHOOVFKDIW¶ 6SlWHVWHQV QDFK RELJHQ $XVIKUXQJHQ ]XP )UHL]HLWEHJULII LVW NODU dass diese Begriffe sehr eng miteinander zusammenhängen und so ohne weiteres synonym verwendet werden können. Helmut Kohl sprach in diesem Zusammenhang 1996 auch von HLQHP ÄNROOHNWLYHQ )UHL]HLWSDUN³ Die Zeit 1996), allerdings hier klar in einem negativen Kontext, denn er bemängelte damit mangelnden Arbeitswillen. Generell ist der %HJULII Ã)UHL]HLWJHVHOOVFKDIW¶ QLFKW ZLH YRQ HLQLJHQ DQJHQRPPHQ UHLQ SRVLWLY EHOHJW, Heimken VSULFKW VRJDU YRQ HLQHU ÄSRVLWLYHQ 8WRSLH³ +HLPNHQ 6 2EZRKO HU GLH )UHL]HLWJHVHOOVFKDIW DOV ÄZHQLJHU GXUFK $UEHLWV]ZDQJ XQG HQWIUHPGHQGH /RKQDUEHLW DOV GXUFK « VHOEVWEHVWLPPWH 7lWLJNHLWHQ JHNHQQ]HLFKQHW³ (Heimken 1989, S.6) grundsätzlich als positiv beschreibt, weist er auf negative Aspekte hin, die sich ergeben, ZHQQ PDQ GDV 3KlQRPHQ Ã)UHL]HLWJHVHOOVFKDIW¶ QLFKW QXU REHUIOlFKOLFK EHWUDFKWHW
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Arbeitslosigkeit ist das beste Beispiel dafür, dass reine Freizeit meistens nicht zu Zufriedenheit führt. So sind laut ihm Konsum und Hobby komplementär und nicht alternativ zur Arbeit anzusehen hEHUKDXSW LVW GHU %HJULII Ã)UHL]HLWJHVHOOVFKDIW¶ DQ VLFK LUUHIKUHQG da er suggeriert, dass die Freizeit sich komplett von der Arbeitszeit trennen ließe. Jedoch sind Arbeit und Freizeit niemals durch einander zu ersetzen, die Begriffe sind gemeinsam in ihre Bedeutung gewachsen. Ohne Arbeit könnte man nicht von Freizeit sprechen und andersherum. Mit Arbeits- und Freizeitgesellschaft verhält es sich ähnlich. Auch in der Freizeitgesellschaft ist der Freizeitbereich sinnvollerweise nicht isoliert zu betrachten, sondern immer im Bezug zu Gesellschaft und Arbeit zu sehen.
In jedem Fall aber, ist unsere heutige Gesellschaft in einem größeren Maß von Freizeit geprägt, als das vor einigen Jahren noch der Fall war. Nicht nur die freie Zeit an sich ist größer geworden, auch oder gerade besonders das Angebot für die Freizeitgestaltung hat sich erweitert. Neben einem vielfältigen Medienangebot stehen eine Reihe von Verkehrsmitteln zur Verfügung, die ein nahezu unbegrenztes Angebot an Freizeitmöglichkeiten auch außerhalb der Wohnung bieten. Popp formuliert in einem Abschnitt ÄQHXH6HKQVFKWH>XQGGDV@%HGUIQLVQDFK(UOHEQLVNRQVXP³(Popp 2000, S. 2) XQG VSULFKW YRQ GHU ÄErlebnisgesellschaft³ HEG XQG GHQ Ä(UOHEQLVZHOWHQ³ HEG GLH GLH einzelnen Freizeitbereiche kennzeichnen. Für die Thematik des Freizeitverkehrs sind hiervon vor allem Reisen, Kultur und Gastronomie relevant.
Dadurch, dass die Freizeit in der Gesamtentwicklung für die Gesellschaft immer wichtiger wird, nimmt damit bei steigender Mobilität des einzelnen natürlich auch der Freizeitverkehr stark an Bedeutung zu.
4. Freizeitverkehr in dHUÄ)UHL]HLWJHVHOOVFKDIW³
Nun soll der Freizeitverkehr in einer beziehungswHLVH XQVHUHU Ä)UHL]HLWJHVHOOVFKDIW³ thematisiert werden. Zuerst soll die Entscheidungsfindung des Freizeitverkehrs dargestellt werden: Die Fragen warum?, wie? und wohin? werden hier gestellt. Anschließend werden Ursachen, Umfang, Probleme und Möglichkeiten zur Verbesserung des Freizeitverkehrs Gegenstand der Betrachtung sein.
4.1 Entscheidung zum Freizeitverkehr
Wenn man den Freizeitverkehr nicht nur beschreiben, sondern verstehen, erklären oder sogar in bestimmte Richtungen beeinflussen möchte, ist es unumgänglich, den (QWVFKHLGXQJVSUR]HVVGHUÃ)UHL]HLWPRELOHQ¶QDFK]XYROO]LHKHQ Der Wahl, überhaupt mobil zu werden, folgt die Wahl nach dem bevorzugten Verkehrsmittel und die Wahl des Zieles beziehungsweise der Route, die dorthin führt (wobei diese Reihenfolge in der Praxis nicht
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Sebastian Gräf, 2008, Freizeitverkehr in der "Freizeitgesellschaft", München, GRIN Verlag GmbH
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