Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Migration 2
2.1 Definition 2
2.2 Ursachen der Migration 2
2.3 Formen der Migration 3
3. Assimilation 4
3.1 Definition 4
3.2 Assimilation vs. Segregation 5
3.3 Zwiespalt der Assimilation von Immigranten 6
4. Toleranz 6
4.1 Definition 6
4.2 Verschiedene Auffassungen von Toleranz 6
4.3 Warum tolerant sein? 8
5. Migrantenprobleme in Deutschland 9
5.1 Migration nach Deutschland 9
5.1.1 Rechtliche Grundlagen 9
5.1.2 Migrationsfakten Deutschlands 9
5.1.3 Chancen und Risiken der Migration für Deutschland 10
5.2 Probleme der Migration für Deutschland 11
5.2.1 Aktuelle Probleme 11
5.2.1.1 Aktuelle Probleme an Schulen 11
5.2.1.2 Aktuelle Probleme in der Gesellschaft 12
5.2.2 Ursachenforschung 13
5.3 Lösungsansätze 14
5.4 Wie weit geht unsere Toleranz? 15
6. Zusammenfassung und Ausblick 16
Literatur 17
Internetquellen 18
Vorlesungen als Quellen 18
Abbildungen 19
1. Einleitung
Den Rahmen zu dieser Hausarbeit mit dem Thema Migration, Assimilation, Toleranz bildete das Seminar Ethisch-Philosophisches Grundlagenstudium II im Sommersemester 2006 bei Frau Dr. Cynthia Klohr. Ziel der Veranstaltung war es, ethische beziehungsweise philosophische Fragestellungen in die von den Studenten ausgeübten Wissenschaften zu übertragen und zu bearbeiten. Vorgeschlagen war es, als solche Wissenschaft eines der Studienfächer des jeweiligen Referenten zu wählen. So findet sich das Thema dieser Arbeit im Bereich der Geografie wieder.
Migration, Assimilation und Toleranz, das sind drei große und weitläufige, nicht unbedingt nur geographische Begriffe, über die man vom Umfang her sicherlich mehr als eine Seminararbeit schreiben könnte. Im Folgenden sollen diese Begriffe angerissen und für die Themenstellung ausreichend exakt dargestellt, dann möglichst zusammengeführt und auf die Probleme mit Migranten in Deutschland bezogen werden. Dies ist sicherlich nur eines von vielen Beispielen, worauf das Thema bezogen werden kann, soll aber als konkreter Bezug in dieser Arbeit genügen. Aktuell gerade durch die Berichterstattung von deutschen Hauptschulen, werden vielen Probleme erst offensichtlich und dieses, in unserer Gesellschaft eigentlich immer relevante Thema, gewinnt an Brisanz. Die Präsenz in jeder Art der Medien regt einfach zum Beschäftigen mit der Problematik an. Das ursprüngliche Thema Migration, Assimilation, Toleranz kann sicherlich auf jede Gesellschaft der Welt bezogen werden, fast überall spielt oder spielte Migration eine wichtige Rolle in der Entstehung der heutigen Formen der Gesellschaft, genauso wie $VVLPLODWLRQ EH]LHKXQJVZHLVH Ã1LFKW-$VVLPLODWLRQ¶ XQG GDPLW HLQH %HLEHKDOWXQJ Erweiterung oder Abänderung der gängigen Verhaltens-, Umgangsformen oder Ähnlichem YRQ ,PPLJUDQWHQ XQG 7ROHUDQ] EH]LHKXQJVZHLVH Ã1LFKW-7ROHUDQ]¶ XQG GDPLW $N]HSWDQ] anderer Sitten und Bräuche oder zum Beispiel Verbot von solchen, die nicht den ursprünglichen entsprechen. Natürlich ist jede Gesellschaft hierbei einem ständigen Wandel unterworfen und es ist auch nicht selten, wenn einzelne Bevölkerungsgruppen, die Politik oder die Medien sich gegenseitig widersprechen oder angreifen, wenn es um Fragen dieser Art geht. Im Zuge der Globalisierung und mit der Öffnung von Grenzen, dem Gewinn durch die Vermischung von Kulturen, der Internationalisierung mit all ihren Vorteilen auf der einen Seite, stehen dem auf der anderen Seite jedoch zunehmende Diskriminierung, National(sozial)ismus und soziale Spannungen gegenüber. Diese rühren aus dem Unverständnis gegenüber anderen Lebensweisen, Kulturen oder Religionen, dem Problem der wachsenden Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt und anderen damit direkt oder indirekt zusammenhängenden Problemen her.
2. Migration
2.1 Definition
Das Wort Migration stammt aus dem Lateinischen, migratio bedeutet 'Wanderung'. Meyers Lexikonverlag (2005, S.G12) gibt als schlichte Definition von Migration in der Geographie ÄGLH :DQGHUXQJ YRQ %HY|ONHUXQJVJUXSSHQ³ DQ 6R NXU] GLHVH 'HILQLWLRQ DXFK VHLQ mag, sie enthält doch alles Wesentliche um den Begriff zu verstehen. Einzelne Bevölkerungsgruppen können innerhalb eines Landes wandern, wenn sie in ein Land einwandern spricht man von Immigration, bei Auswanderung aus einem Land von Emigration. Hinzuzufügen bleibt noch, dass von Migration meist nur bei längerfristigen solchen Wanderungen gesprochen wird.
2.2 Ursachen der Migration
Nach der Vorlesung von Dr. Christian Hansmann werden drei Grunddimensionen von frei bestimmten Migrationen unterschieden. Diese sind durch berufsorientierte, wohnungsorientierte oder familienorientierte Motive gegeben, das heißt Menschen wandern, weil sie sich davon bessere Aussichten auf einen Arbeitsplatz beziehungsweise ein höheres Einkommen oder geringere Arbeitszeiten erhoffen, weil sie mit ihrer momentanen Wohnsituation unzufrieden sind -sei es aus Kostengründen oder Qualitätsmängeln- oder weil ein Teil der Familie anderswo bereits wohnt, beziehungsweise weil ein anderer Wohnort für eine Familie zweckmäßiger ist als der bisherige. Migrationen, die nicht freiwillig geschehen, also durch Vertreibung, Verfolgung oder Flucht der betroffenen Gruppen, sind in unserem Kulturkreis selten, zur Zeit des Nationalsozialismus waren sie aber durchaus verbreitet. Der Sklavenhandel, der noch weiter zurückliegt, ist ein weiteres Beispiel hierfür, soll aber nur am Rande erwähnt bleiben.
Zwei Arten der Migration mit besonderer Bedeutung in Europa seien exemplarisch noch etwas näher erläutert: die postkoloniale Migration und die Arbeitsmigration im 20. Jahrhundert.
Erstere betraf vor allem Großbritannien, aber auch die Niederlande, Portugal und Frankreich. Viele Siedler, Soldaten und andere kehrten nach dem Ende der Besetzung durch Kolonialmächte in ihr Heimatland zurück, emigrierten also aus den betroffenen Gebieten, andererseits entschieden sich auch Bevölkerungsgruppen, die ursprünglich aus den besetzten Gebieten stammten, in die Länder der 'Besetzer' zu immigrieren, da die dort vorherrschenden Lebensverhältnisse erheblich besser waren. Der Bedarf an unqualifizierten und günstigen Arbeitskräften in Europa unterstützte diese Bewegung
zusätzlich. Die Arbeitsmigration, die damit offensichtlich eng verknüpft ist, war auch in den USA stark verbreitet, hauptsächlich Chinesen und Mexikaner immigrierten dorthin. In Europa waren die Länder Westeuropas, genauer gesagt, deren Großstädte und Ballungsgebiete der Industrie hauptsächlich Ziel der Arbeitsmigration. Inklusive Familienangehöriger beläuft sich die Zahl der europäischen Immigranten auf etwa 30 Millionen, wobei nicht alle blieben. (Absatz nach Münz 2002)
2.3 Formen der Migration
Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Typen von Migration. Eine Typisierung stammt von Petersen (aus der Vorlesung von Dr. Hansmann). Er unterscheidet die unterschiedlichen Migrationstypen primär nach dem Typ der stattfindenden Interaktion. Dabei treten die Interaktion zwischen Mensch und Natur, die zwischen Mensch und Staat (oder einem Äquivalent), die zwischen dem Mensch und seinen Normen und die zwischen dem Mensch und anderen Menschen (als kollektives Verhalten) auf. 'LHHUVWH,QWHUDNWLRQVIRUPÃ0HQVFKXQG1DWXU¶KDWGDEHL|NRORJLVFKHQ'UXFNDOV8UVDFKH der Mensch migriert, weil er an seinem ursprünglichen Standort nicht die Möglichkeit hat, sich weiter zu ernähren, beziehungsweise seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Diese 0LJUDWLRQVDUW JLOW QDFK 3HWHUVHQ DOV ÃXUVSUQJOLFK¶ VLH ]HLJW VLFK OHW]WOLFK LQ GHU 0LJUDWLRQ von Jäger und Sammlern und der von Nomaden, wenn man sie auf die frühzeitliche und primitive Bevölkerung bezieht, eine modernere Form davon wäre die Landflucht. Als Beispiel könnte man hier die steinzeitliche Migration von jagenden Völkern nennen, die der Vorkommen von Tieren folgen, die als Fleisch- und Rohstofflieferant in Frage kommen (zum Beispiel Mammuts).
$OV ]ZHLWH ,QWHUDNWLRQVIRUP Ã0HQVFK XQG 6WDDW¶ QHQQW HU GLH GXUFK 0LJUDWLRQVSROLWLN hervorgerufene Migration. Diese wird den migrierenden Menschen aufgezwungen, von Freiwilligkeit kann keine Rede sein. Der Staat oder ein Äquivalent entscheiden in diesem Falle über die Köpfe der Menschen hinweg, diesen bleibt nur die Möglichkeit zur Flucht, ansonsten werden sie verschleppt oder wie bis ins letzte Jahrhundert hinein als Sklaven verkauft und gewaltsam aus ihrem Herkunftsland in andere Länder gebracht. Der Sklavenhandel mit Menschen, die aus Afrika verschleppt und in die Länder der jeweiligen Kolonialherren gebracht wurden, ist ein Beispiel dafür. 'HU Ã0HQVFK XQG VHLQH 1RUPHQ¶ IKUHQ ]XU 0LJUDWLRQ ZHQQ GLH JHVHOOVFKDIWOLFKH ökonomische oder politische Wirklichkeit den Ansprüchen der Menschen nicht länger genügen. Dieser Migrationstyp ist im Gegensatz zum vorhergehenden absolut freiwillig
und von den Migranten gewollt, da sich ja ±zumindest auf längere Sicht± eine Verbesserung der Verhältnisse erhofft wird. Diese Migration zeigt sich als Gruppenwanderung, bei der ganze Bevölkerungsgruppen ihr Lebendsdomizil ändern, und als Wanderung von Pionieren, bei der einzelne Menschen ihr Glück an einem neuen Standort versuchen. Ein Beispiel dafür wäre die Besiedelung des amerikanischen Kontinents im 16. Jahrhundert, bei der die Einwanderer zumeist aus sozialen, ökonomischen und religiösen Gründen ihr Herkunftsland (zumeist in Europa) verließen. 3HWHUVHQV OHW]WHU 7\S Ã0HQVFK XQG DQGHUH 0HQVFKHQ¶ PHLQW GLHMHQLJH 0igration, welche Menschen durch soziale Impulse dazu bringt, sich einer großen Masse anderer Menschen anzuschließen und ihr Migrationsziel aus dem kollektiven Ziel abzuleiten. Früher resultierte daraus eine weit verbreitete ländliche Niederlassung, in jüngerer Zeit ist dagegen eine Wanderung von ländlichen Gebieten in die Stadt zu beobachten. Beispiel hierfür wäre die großflächige Wanderung von Menschen aller Länder in die neu entstandenen Zentren der maschinellen Fertigung zu Beginn und Hochzeit der Industrialisierung in Europa. Schöneberg (1993) fasst die unterschiedlichen Formen der Migration zusammen und resümiert:
Nomadentum, Invasion, Eroberung, Kolonisierung und Sklavenhandel sind Formen der Migration, die heute weitgehend der Vergangenheit angehören. Landflucht und Deportation, die durch politische und religiöse Motive geleitete Flucht, Vertreibung, die temporäre oder dauernde Arbeitsmigration sind Formen, die gegenwärtig und wahrscheinlich auch zukünftig in großem Umfang stattfinden. (Schöneberg 1993, S.1)
3. Assimilation
3.1 Definition
Auch das Wort Assimilation hat seinen Ursprung im Lateinischen, die Übersetzung von similis ist 'ähnlich'. Assimilation, das Gegenteil von Dissimilation, bedeutet in seiner für diese Arbeit relevanten Bedeutung nach Langenscheidts Onlinefremdwörterbuch Ä$QSDVVXQJ$QJOHLFKXQJ>@>RGHU@$XIJHKHQHLQHUQDWLRQDOHQRGHUNXOWXUHOOHQ0LQGHUKHLW LQHLQHPDQGHUHQ9RON³'DVEHGHXWHWGDVVPDQYRQ$VVLPLODWLRQVSULFKWZHQQ0LJUDQWHQ Bräuche und Sitten, Lebensgewohnheiten, Kleidungsstil oder Ähnliches von den ursprünglichen Bewohnern ihres Immigrationslandes übernehmen, beziehungsweise sich soweit wie möglich daran anpassen.
Arbeit zitieren:
Sebastian Gräf, 2006, Migration, Assimilation, Toleranz - Migrantenprobleme in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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