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Sprach- und Literacyförderung in der Familienbildung

Die Konzeption Family Literacy

Title: Sprach- und Literacyförderung in der Familienbildung

Term Paper , 2008 , 34 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Corinna Kühn (Author)

Social Work
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Wesentlich für die volle Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sind Sprach- und Schriftsprachkompetenz (vgl. Ring 2003, S. 17). Gegenwärtig werden jedoch bei 10 bis 15 Prozent der Kinder im Vorschulalter mit deutscher Muttersprache sowie bei 20 bis 30 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund oder aus sozioökonomisch benachteiligten bzw. bildungsfernen Schichten Sprachentwicklungsprobleme konstatiert (vgl. Fried/Briedigkeit 2008, S. 7). Des Weiteren unterstreichen die Ergebnisse der IGLU-Studie 2006 das, worauf bereits die PISA-Studie 2000 hingewiesen hat, nämlich, dass Bildung immer noch stark an die soziale Herkunft gekoppelt ist. Kinder aus sozial ungünstigeren Verhältnissen sowie Kinder mit Migrationshintergrund besitzen durchschnittlich schlechtere Leistungen im Lesen und Schreiben als Kinder aus sozial günstigeren Verhältnissen oder ohne Migrationshintergrund (vgl. Schwippert et al. 2007, S. 266). Geringere schriftsprachliche Leistungen werden insbesondere auf die „Erfahrungsarmut“ (Holler 2002, S. 122) im Umgang mit Sprache, Schrift und Büchern in der Familie zurückgeführt.
In der vorliegenden Hausarbeit wird eine im deutschen Raum noch recht unbekannte und wenig verbreitete Konzeption der familienorientierten Bildungsarbeit vorgestellt, nämlich das Konzept „Familiy Literacy“, welches seinen Schwerpunkt auf die Sprach- und Literacyförderung in der Familie in Zusammenarbeit mit Kindertageseinrichtungen und Schule legt und sich gezielt an Familien in benachteiligten Lebenslagen richtet (vgl. Nickel 2007, S. 70). Diese Konzeption erkennt das Faktum an, dass die Familie der fundamentale Bildungsort der Kinder ist und unterstützt die Entwicklung von eben den Kompetenzen, welche die Schlüsselqualifikationen für alle weiteren Bildungsprozesse darstellen. Nach einer einführenden Darstellung darüber, was sich hinter den Termini „Familienbildung“ und „Litaracy“ verbirgt, soll die theoretische Konzeption von „Family Literacy“ vorgestellt, ihre Wirksamkeit belegt sowie ihre bisherige praktische Umsetzung in Deutschland erläutert werden.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Familienbildung

2.1 Familienbildung mit benachteiligten Adressaten

3. Der Begriff „Literacy“

3.1 Das Bedingungsgefüge der Literacy-Entwicklung nach Nickel

3.2 Die Bedeutung früher schriftsprachlicher Erfahrungen für den Literacy-Erwerb

4. Family Literacy

4.1 „Family Literacy“ – ein generationsübergreifendes Interventionsprogramm

4.2 Die praktische Umsetzung der Konzeption „Family Literacy“ in Deutschland

4.3 Reflexion des in Deutschland durchgeführten Modellprojektes

4.4 Die Wirksamkeit von „Family Literacy“ Programmen

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept "Family Literacy" als generationsübergreifendes Interventionsprogramm zur Sprach- und Schriftförderung in benachteiligten Familien. Das Ziel ist es, die theoretische Fundierung der Literacy-Entwicklung darzulegen, die Wirksamkeit des Ansatzes zu analysieren und die praktische Implementierung in Deutschland kritisch zu reflektieren, um Potenziale für eine nachhaltige bildungspolitische Förderung aufzuzeigen.

  • Bedeutung der Familie als fundamentale Bildungsinstitution
  • Theoretische Verortung und Definition des Begriffs "Literacy"
  • Struktur und Wirkungsweise von Family Literacy Programmen
  • Analyse des deutschen Modellprojekts "FLY" in Hamburg
  • Bedarf an präventiver Förderung im Elementarbereich

Auszug aus dem Buch

4.1 „Family Literacy“ – ein generationsübergreifendes Interventionsprogramm

„Family Literacy“ im Sinne der generationsübergreifenden Interventionsprogramme wurde in den 1980er-Jahren in den USA entwickelt und hat sich über England in den 1990er-Jahren in Europa verbreitet (vgl. Elfert/Rabkin 2007a, S. 8). In der deutschsprachigen Fachdiskussion fasste der generationsübergreifende Ansatz „Family Literacy“ erst knapp 20 Jahre nach seiner Entwicklung in den USA Fuß (vgl. Nickel 2004, S. 4f.). „Der konkrete Aufbau und die Zielsetzung der einzelnen Programme [in den unterschiedlichen Ländern] unterscheiden sich entsprechend der zahlreichen Projektvarianten beträchtlich“ (Nickel 2007b, S. 8; Zus. v. C.K.).

Charakteristisch für das generationsübergreifende Interventionsprogramm „Family Literacy“ ist eine bestimmte Struktur. Das amerikanische „National Center for Family Literacy“ vertritt eine Aufteilung in vier Komponenten, nämlich in „Adult Education”, „Children´s Education”, „Parent and Child Together Time” (PACT) und „Parent Time”. In Großbritannien wurden die vier Konstituenten des „Family Literacy Programms“ auf drei Komponenten verdichtet, indem die „Parent Time“ und „Adult Education“ inhaltlich zusammengefügt wurden. Dort setzt sich das Programm aus den Säulen „Parent´s Session“, „Children´s Session“ und „Joint Session“ zusammen. Beim Vergleich der beiden Strukturen zeigt sich, dass sich „Family Literacy“ Programme aus jeweils parallelen Angeboten für Kinder und für Eltern sowie aus einem gemeinsamen Angebot zusammensetzen (vgl. Nickel 2007, S. 71).

Nickel überträgt das sich aus drei Säulen zusammensetzende britische „Family Literacy Programm“ ins Deutsche. Er bezeichnet die drei Komponenten als „Elternzeit“, „Kinderzeit“ und „Familienzeit“. Der konzeptionelle Schwerpunkt während der „Kinderzeit“ soll auf sprachlich, literalen und kreativen Aktivitäten liegen, die in den unmittelbaren Alltag der Kindertageseinrichtung oder der Schule integriert sind. Durch solche Aktivitäten sollen Kinder z.B. spielerisch den Zeichencharakter der Schrift kennenlernen. Während der „Elternzeit“ soll die Grundbildungskompetenz der Eltern optimiert werden. Zudem sollen Informationen darüber vermittelt werden, wie Kinder in sprachlicher und literaler Hinsicht lernen und wie diese Lernprozesse unterstützt werden können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die bildungspolitische Relevanz der Familienerziehung und identifiziert Bildungsbenachteiligung als zentrales Problem, das durch gezielte Literacy-Förderung adressiert werden soll.

2. Familienbildung: Dieses Kapitel definiert den gesetzlichen und inhaltlichen Rahmen der Familienbildung in Deutschland und diskutiert spezifische Ansätze zur Unterstützung benachteiligter Adressaten durch verschiedene Förderprogramme.

3. Der Begriff „Literacy“: Der Abschnitt erläutert die komplexe Bedeutung von Literacy als Prozess der Enkulturation und zeigt das Bedingungsgefüge der schriftsprachlichen Entwicklung nach Nickel sowie die Bedeutung früher Erfahrungen auf.

4. Family Literacy: Dieses Kapitel stellt das generationsübergreifende Interventionsprogramm vor, analysiert dessen Drei-Säulen-Struktur und reflektiert die Umsetzung sowie die Wirksamkeit des Hamburger Modellprojekts „FLY“.

5. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und fordert die Anerkennung der Familie als grundlegende Bildungsinstitution sowie eine flächendeckende Implementierung von Family Literacy Angeboten.

Schlüsselwörter

Family Literacy, Familienbildung, Sprachförderung, Schriftförderung, Literacy-Entwicklung, Bildungsbenachteiligung, FLY-Projekt, Lesesozialisation, Erziehungskompetenz, Prävention, Grundbildung, Generationsübergreifendes Lernen, Schriftspracherwerb, Eltern-Kind-Interaktion, Empowerment.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption „Family Literacy“ als einen Ansatz zur Sprach- und Schriftförderung in Familien, um Bildungsbenachteiligungen entgegenzuwirken.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind Familienbildung, die theoretischen Grundlagen der Literacy-Entwicklung, die Struktur generationsübergreifender Interventionsprogramme und deren praktische Umsetzung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die theoretische Konzeption von „Family Literacy“ vorzustellen, ihre Wirksamkeit zu belegen und zu analysieren, wie das Konzept Familien in benachteiligten Lebenslagen effektiv unterstützen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Forschungsanalyse nationaler und internationaler Studien, ergänzt durch die Reflexion eines konkreten deutschen Modellprojekts.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Definition von Literacy, die Faktoren der Literacy-Entwicklung, die Struktur des Family-Literacy-Ansatzes sowie das Hamburger „FLY-Projekt“ detailliert beschrieben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Family Literacy, Familienbildung, Bildungsbenachteiligung, Schriftspracherwerb und Empowerment charakterisiert.

Warum ist das „FLY-Projekt“ in Hamburg von besonderer Bedeutung?

Das FLY-Projekt gilt als das erste deutsche Modellvorhaben für Family Literacy, an dem sich die Wirksamkeit und die Herausforderungen einer solchen Konzeption in der deutschen Praxis exemplarisch ablesen lassen.

Was versteht man unter der Drei-Säulen-Struktur bei Family Literacy?

Diese Struktur umfasst die drei Komponenten „Elternzeit“, „Kinderzeit“ und „Familienzeit“, welche gemeinsam den generationsübergreifenden Lernprozess und die Reflexion der häuslichen Literacy-Praktiken fördern.

Welches Problem besteht bei der aktuellen staatlichen Förderung von Familienbildung?

Laut SGB VIII handelt es sich bei der allgemeinen Förderung der Familienerziehung oft um „Soll-Leistungen“, was die Verbindlichkeit und die Bereitstellung finanzieller Mittel im Vergleich zu „Muss-Bestimmungen“ erschwert.

Warum ist der Zeitpunkt des Förderbeginns bei Family Literacy kritisch?

Die Forschung betont, dass Literacy-Erfahrungen bereits im ersten Lebensjahr beginnen; Programme, die erst im Grundschulalter ansetzen, lassen daher frühkindliche Potenziale ungenutzt.

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Details

Title
Sprach- und Literacyförderung in der Familienbildung
Subtitle
Die Konzeption Family Literacy
College
University of Dortmund  (Institut für Sozialpädagogik, Erwachsenenbildung und Pädagogik der frühen Kindheit)
Course
Neue Ansätze in der Familienarbeit
Grade
1,7
Author
Corinna Kühn (Author)
Publication Year
2008
Pages
34
Catalog Number
V121922
ISBN (eBook)
9783640265084
ISBN (Book)
9783640265114
Language
German
Tags
Sprach- Literacyförderung Familienbildung Neue Ansätze Familienarbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Corinna Kühn (Author), 2008, Sprach- und Literacyförderung in der Familienbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121922
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