Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS 2
1) EINLEITUNG 3
2) DIE LEBENSWELT VON JUGENDLICHEN. 3
3) SELBSTENTWICKELNDES LERNEN ODER ANLEITENDES LEHREN 5
3.1) Sport in der Freizeit. 6
3.2) Sport in der Schule 8
4) SUBJEKTIVE ERFAHRUNGEN IM SPORTUNTERRICHT 11
LITERATURVERZEICHNIS. 13
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1) Einleitung
Die sportliche Jugendkultur erlebte in den letzten Jahrzehnten einen deutlichen Wandel. Wo früher der institutionalisierte Vereinssport nahezu alle jugendlichen Sporttreibenden angezogen hat, entscheiden sich heute viele junge Menschen für selbstorganisierte, kreative Sportarten wie z.B. das Skateboarden. Ohne Zweifel sind auch die traditionellen Vereine nach wie vor ein Anziehungspunkt für sehr viele Jugendliche, sie haben aber Konkurrenz bekommen, die sich durch vollkommen andere Ausgestaltungen im Trainingsprozess sowie im Wettbewerb auszeichnen. Diese Unterschiede möchte ich aufzeigen und deren Bedeutung für die Entwicklung von Jugendlichen verdeutlichen. Es stellt sich die Frage, wie sich Jugendliche Selbst- und Welterfahrung aneignen. Hier ist zu überprüfen, wie sich diese Erfahrungen nach den unterschiedlichen Auffassungen von Sport und Bewegung unterscheiden.
Schließlich soll die Bedeutung eines selbstentwickelnden und eigenverantwortlichen Lernens im Schulsport untersucht werden. Welche Vor- und Nachteile ergeben sich aus einem offenen Unterricht, in den die Schüler eigene Ideen einbringen und auch das Ergebnis offen bleibt gegenüber einem Lernen, das unter vorgegebenen Richtlinien und Zielen abläuft? Zunächst werde ich die „Lebenseinstellung“ der Jugendlichen - ihre Wertvorstellungen und ihre Einstellung gegenüber der Gesellschaft, in der sie leben - beschreiben, um auf dieser Basis die Sport- und Bewegungskultur der Heranwachsenden zu beleuchten.
2) Die Lebenswelt von Jugendlichen
Zunächst möchte ich aus soziologischer Sicht auf die Jugendkultur und die Lebenswelt der Heranwachsenden eingehen, wobei hier nicht die konkreten Lebensumstände gemeint sind, sondern die daraus resultierende Sicht der Welt.
Es ist keine objektiv zu sehende Welt, sondern eine zu interpretierende, durch die Gesellschaft geformte Umwelt, die sich den Jugendlichen als solche verschieden zeigen kann und somit nicht einheitlich ist. Eine zentrale Frage ist auch die Einstellung gegenüber der Gesellschaft, die Bereitschaft zu sozialer Verantwortung und das Engagement für individuelle und allgemeine Ziele.
Die Jugendzeit wird nicht als eindeutig festgelegter Lebensabschnitt definiert. Traditionell wurde sie als eine Übergangsphase von Kindheit zum Erwachsenenalter, (etwa 15. bis 21. Lebensjahr), charakterisiert. Heute wollen viele Kinder möglichst früh als jugendlich gelten,
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während es für viele Erwachsene als erstrebenswert gilt, jugendlich zu bleiben oder zu wirken. (WOPP 2001, 342) Hierbei spielt der Sport eine große Rolle, weil er einerseits die Chance bietet, körperlich fit und somit auch „jung“ zu bleiben und andererseits, weil sportliche Betätigung in der Jugendkultur eine große Rolle spielt. Ein Autor der Shell-Studie 1997, einer seit 1953 regelmäßigen erscheinenden Studie über Jugend und Jugendkultur, stellt die These der Entstrukturierung der Jugendphase auf. (MÜNCHHEIMER 1998) 1 'Darunter wird als Erscheinungsbild und Entwicklungstrend verstanden, dass die einheitliche kollektive Statuspassage Jugend „in plurale Verlaufsformen und Zeitstrukturen zerfällt“ und sich gleichsam „mehrere 'Jugenden' entwickeln, die sich voneinander so stark unterscheiden, dass sie nicht mehr in einem Modell zusammengefasst werden können.“ ' (Jugend 1997, 12f.) 2 Vor allem für Sportlehrer ist es wichtig diese Entwicklung zu verstehen, weil sie sich „im unterschiedlich ausgeprägten Umgang der Heranwachsenden mit Körperbewusstsein und Bewegungskultur“ ausdrückt. (HINSCHING 2001, 144) Diese These stimmt knapp zehn Jahre später mit Sicherheit noch, was anhand der unterschiedlichen Sport- und Bewegungskultur verschiedener gesellschaftlicher Gruppen zu erkennen ist. Während viele Jugendliche sich in Vereinen engagieren und klassische Sportarten ausführen, gibt es vor allem im urbanen Gebiet sehr viele Jugendliche, die sich in selbst organisierten Gruppen treffen und unverbindlich miteinander Sport treiben. Hier sind die Asphaltsportarten zu nennen, aber z.B auch der Breakdance. Diese sehr anspruchsvolle „Tanzart“ erfordert hartes Training für einen athletischen Körper und höchste Körperbeherrschung. Auffallend ist, dass es oft vorwiegend Ausländer sind, die diese Form der sportlichen Betätigung wählen. Viele Jugendliche entscheiden sich aber auch für einen gemischten Weg, indem sie in einem Verein bleiben, aber nebenher auch selbst organisierte Sportarten ausüben.
So stark die Lebenswelten von Jugendlichen differieren mögen, ist es trotzdem möglich, einen Trend hinsichtlich der Wertvorstellungen und der Mentalität der Jugendlichen festzustellen. In den Shell-Studien werden junge Menschen danach gefragt, worauf sie besonders wert legen, was sie am stärksten interessiert und womit sie sich beschäftigen. In der 14. Shell-Studie 2002, in der Jugendliche zwischen 12 und 25 Jahren befragt wurden, ist u.a. ein Trend zur Leistungsbereitschaft und ein starkes Abwägen von Chancen und Risiken zu erkennen. Sicherheit spiele in dem Leben der Jugendlichen eine größer werdende Rolle, weil auch die Angst um einen Arbeitsplatz und die damit verbundene gesellschaftliche Stellung immer stärker ausgeprägt sei. Trotzdem sei die Grundhaltung weniger pessimistisch als in den 80er
1 ,2 In: HINSCHING 2001, 145
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Arbeit zitieren:
Reiner Kapinus, 2006, Selbstentwickelndes Lernen im Sport, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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