1. Einleitung 3
2. PISA Grundlagen Methoden und Ergebnisse 4
2.1. Grundlagen und Methoden der PISA Studien 4
2.2. Analyse einiger Ergebnisse der Studien im Vergleich 5
2.3. Die Leistungen der Schüler mit Migrationshintergrund bei PISA 2003 6
3. Probleme und Ursachen von PISA 8
3.1. Allgemeine Probleme der Vergleichbarkeit 8
3.2. Aussagefähigkeit von Schülerangaben zu ihrer sozialen Herkunft 9
3.3. Erklärungsansätze für die schlechten schulischen Leistungen von
Schülern mit Migrationshintergrund: 10
3.4. Höhe der Bildungsaussagen in der Bundesrepublik Deutschland 12
4. Lösungsansätze der Bundesregierung zur Verbesserung der Bildungssituation
13
5. Fazit: 15
Literaturverzeichnis 17
2
1. Einleitung
Über kaum ein Thema wurde in den letzten Jahren so viel diskutiert wie über das „Programme for International Student Assessment“, besser bekannt unter dem Namen „PISA“. Vor allem die erste PISA – Studie im Jahr 2000 sorgte aufgrund des schlechten Abschneidens der Bundsrepublik Deutschland für viel Interesse in den Medien. Zwar zeigten sowohl PISA 2003 als auch PISA 2006 einen kontinuierlichen Anstieg der deutschen Ergebnisse im internationalen Vergleich, die öffentliche Kritik am deutschen Bildungssystem blieb aber weiterhin bestehen. In der nun vorliegenden Hausarbeit werde ich daher zum einen untersuchen, inwieweit diese Kritik gerechtfertigt ist, und zum anderen ausführlich auf mögliche Gründe für die vorliegenden Ergebnisse eingehen.
Beginnen werde ich die Hausarbeit allerdings mit einer kurzen Übersicht über den Aufbau und Ablauf von Pisa sowie einer kurzen Zusammenfassung der allgemeinen Ergebnisse. Um den vorgegebenen Rahmen der Hausarbeit nicht zu sprengen und aufgrund der in den letzten Jahren bereits ausführlich geführten Diskussion in den öffentlichen Medien, werde ich mich hier aber auf die grundlegenden Informationen beschränken. Vielmehr möchte ich mich in diesem ersten Teil auf das von PISA aufgedeckte, aber bislang wenig diskutierten Problem der großen Leistungsunterschiede zwischen leistungsstarken und leistungsschwachen Schülern 1 konzentrieren. Dabei ist es besonders notwendig, genauer auf die Ergebnisse derjenigen Schüler mit Migrationshintergrund einzugehen, deren Leistungen bei allen drei
PISA – Studien in Deutschland deutlich schwächer waren, als in den meisten anderen
teilnehmenden Ländern.
Im zweiten Teil werde ich mich dann näher mit möglichen Gründen für das schlechte Abschneiden Deutschlands bei PISA beschäftigen. Hier werde ich mich vor allem mit dem Problem der Vergleichbarkeit verschiedener Nationen mit unterschiedlichen Schulsystemen befassen und somit versuchen den tatsächlichen Aussagegehalt von PISA etwas genauer zu umreißen. Auch werde ich in diesem Teil auf die Frage eingehen, welchen tatsächlichen Informationsgehalt die PISA - Studien in Bezug auf den Zusammenhand zwischen Leistung und sozialem Hintergrund der Schüler haben und welche Probleme hier auftreten könnten. Ein weiterer wichtiger Punkt der in der Öffentlichkeit häufig als Ursache für die schwachen Leistungen deutscher Schüler genannt wird sind die im internationalen Vergleich relativ
1 Um das Schriftbild nicht unnötig zu verkomplizieren, sind im Folgenden mit „Schülern“ sowohl Schüler als
auch Schülerinnen gemeint.
3
geringen finanziellen Aufwendungen der Bundesrepublik Deutschland für Bildung. Daher erscheint es mir notwendig, zumindest kurz auf die Bildungsausgaben Deutschlands einzugehen und diese mit denen anderer Nationen zu vergleichen.
Im abschließenden letzten Teil werde ich dann noch einen Ausblick auf geplante oder bereits begonnene Maßnahmen der Bundesregierung eingehen, die eine Verbesserung der Bildungssituation in Deutschland zum Ziel haben. Zu nennen seien hier insbesondere die „Qualifizierungsinitiative für Deutschland“, sowie in diesem Zusammenhang die Verbesserung frühkindlicher Erziehung und Bildung.
2. PISA – Grundlagen, Methoden und Ergebnisse
2.1. Grundlagen und Methoden der PISA – Studien
Weltweit und insbesondere in Deutschland für Aufsehen sorgte im Jahr 2000 der erste Teil der sogenannten PISA – Studie. Ziel der von der OECD gestarteten Studie war es, Schülerleistungen international zu erfassen und zu vergleichen und somit Hinweise auf die Qualität und mögliche Schwächen innerhalb der Bildungssysteme der teilnehmenden Länder zu erhalten 2 . Unterteilt war die Studie in drei Teilstudien, die im Abstand von drei Jahren, also in den Jahren 2000, 2003 und 2006 durchgeführt wurden. Zielgruppe der Befragung waren jeweils 15-jährige Jugendliche, deren Kompetenzen in den drei Schlüsselbereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften abgefragt wurden. Jeder der drei Teilstudien war dabei eine Schwerpunktskompetenz zugeordnet, die etwa 50 Prozent der zu beantwortenden Fragen ausmachte. Diese Schwerpunkte lagen bei der ersten PISA – Studie auf der Lesekompetenz, bei PISA 2003 auf Mathematik und zuletzt bei PISA 2006 auf dem Bereich der Naturwissenschaften. Alle Aufgaben zeichneten sich insbesondere dadurch aus, dass weniger kurzfristig erlerntes Wissen abgefragt wurde, sondern vielmehr die Fähigkeit erwartet wurde, grundlegende fachliche Kenntnisse auf realitätsnahe Problemstellungen anzuwenden. Um die Vergleichbarkeit der Ergebnisse auf internationaler Ebene zu gewährleisten bestand
2 Informationen und Daten zu PISA stammen aus den jeweils veröffentlichten, offiziellen Berichten
(vgl. Stanat, Baumert et al. (2002) : PISA 2000 : Die Studie im Überblick – Grundlagen, Methoden und
Ergebnisse ; Pisa Konsortium Deutschland (2007): PISA 2006: Die Ergebnisse der dritten internationalen
Vergleichsstudie)
4
ein Großteil der Studie aus Multiple-Choice-Aufgaben. Nur ein geringer Bestandteil der Aufgaben war offen gestellt und ließ somit den Korrektoren Interpretationsmöglichkeiten.
Neben dem Ziel die fachlichen Kompetenzen der Schüler zu erfassen, lag ein weiterer Schwerpunkt der Studie darin, die Leistungen der Schüler in einen bestimmten Zusammenhang mit dem entsprechenden sozialen Umfeld zu bringen, aus dem die Schüler stammen. Hieraus erhofften sich die teilnehmenden Staaten Erkenntnisse darüber, in wieweit das jeweilige Bildungssystem in der Lage ist, auch Schülern aus bildungsfernen und sozial schwachen Elternhäusern ähnliche Zukunftsaussichten zu ermöglichen, wie dies bei privilegiert Schülern aus einem starken sozialen Umfeld der Fall ist. Somit war es letztlich nötig, neben den kompetenzbezogenen Informationen auch Informationen über den sozialen und kulturellen Hintergrund der Schüler zu erhalten. Dies wurde versucht dadurch zu erreichen, dass neben dem eigentlichen Wissenstest noch drei weitere, allgemeine Fragebögen an die Schüler ausgegeben wurden. Dabei handelte es sich zum einen um einen internationalen Schülerfragebogen und zum anderen um einen, den internationalen Schülerfragebogen ergänzenden, in Deutschland entwickelten, Zusatzbogen. Mit Hilfe des dritten Fragebogens wurden die Eltern der Schüler angesprochen. Um auch diejenigen Eltern anzusprechen, die nicht oder nur wenig Deutsch sprechen, wurde dieser Elternfragebogen zusätzlich in insgesamt acht verschiedene Sprachen, darunter türkisch, italienisch und russisch, übersetzt.
Hauptbestandteil aller drei Fragebögen waren Fragen, die sich auf das alltägliche Leben der Schüler, sowie auf die berufliche und somit soziale Stellung der Eltern bezogen. So wurde unter anderem nach dem Beruf der Eltern, den Wohnverhältnissen, dem Geburtsland oder der zu Hause gesprochenen Sprache gefragt. Anschließend wurden diese Daten mit Hilfe verschiedener Kodierungssysteme international vergleichbar gemacht, um somit soziale und kulturelle Vergleiche zwischen den Nationen anstellen zu können 3 .
2.2. Analyse einiger Ergebnisse der Studien im Vergleich
Die kompetenzbezogenen Ergebnisse der einzelnen PISA – Studien sind hinlänglich bekannt und wurden bereits ausführlich in den Medien debattiert. Der erste Teil der Studie, PISA 2000, zeigte eklatante Schwächen deutscher Schüler in allen drei getesteten
3 Baumert, Stanat, Watermann (2006): Herkunftsbedingte Disparitäten im Bildungswesen, S. 19-21
5
Arbeit zitieren:
Norbert Lagrain, 2009, PISA und die Folgen, München, GRIN Verlag GmbH
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