Der Konstruktivismus nach Kersten Reich
1. Einleitung 3
2. Grundlagen der systemisch-konstruktivistischen Pä dagogik
nach Kersten Reich 5
2.1 Konstruktion 5
2.2 Rekonstruktion 5
2.3 Dekonstruktion 5
2.4 Praxisbeispiel 6
3. Symbolik Imagination und reale Ereignisse 8
3.1 Symbolik 8
3 2 Imagination 8
3.3 Reale Ereignisse 9
4. Die Wahrnehm ung bei Kersten Reich 10
4.1 Wahrnehmung durch Beobachter 10
4.2 Wah rnehmung als Selbstbeobachter 11
4.3 Wahrnehmung durch Kommunikation 11
5. Literaturverzeichnis 14
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1. Einleitung
Grundsä tzlich gibt es drei unterschiedliche Strö mungen des Konstruktivi smus. Sie haben sich hauptsä chlich seit den Siebziger Jahren des vergangen Jahr- hunderts entwickelt.
Neben dem Methodischen und dem Sozialen Konstruktivismus gibt es den Radikalen Konstruktivismus. Zu Letzterem kann Kersten Reich zugeordnet werden, auf dessen Werk [Reich, Kersten: Systemisch-konstruktivistische Pä - dagogik: Einführung in Grundlagen einer interaktionistisch– konstruktivistischen Pä dagogik / Kersten Reich. – 4., durchgesehene Auflage. – Neuwied; Kriftel: Luchterhand, 2002. – 298 S.] ich mich im Wesentlichen beziehe.
Der Grundgedanke des Radikalen Konstruktivismus lässt sich knapp zu- sammenfassen: Es wird davon ausgegangen, „dass grundsä tzlich ‚menschliche Wahrnehmung, das Denken und Erinnern nicht eine ä uß erliche Realitä t abbil- den oder reprä sentieren, sondern eine eigene Wirklichkeit erzeugen .’“ (Rusch, Wien 2002, Seite 18) 1 Kersten Reich zeigt zu Anfang seines Werkes drei Bilder auf. Das erste Bild passt wunderbar zu der Zusammenfassung von G. Rusch über den Radikalen Konstruktivismus.
Das Bild handelt von dem Philosophen René Descartes. Dieser las und stu- dierte unzä hlige Bücher um die reine Wahrheit zu erfahren. Doch mit jeder ne u- en Theorie wurde eine andere widerlegt. Eine absolute Wahrheit konnte er nicht finden. Dies frustrierte Descartes sehr und er grenzte sich gegen diese Unüber- sichtlichkeit und Widersprüchlichkeit ab und zog sich aus dem Studium der Welt auf sein reines Ich zurück. Er merkte, dass Zweifel erlaubt und positiv sind. Laut Descartes kann man jedoch mit anderen „Geistern“ gemeinsam herausfinden, welches Wissen JEWEILS, und ich finde DAS ist der Schlüssel, Bestand und Gültigkeit hat.
1 Rusch, G.: Beantwortung der Frage: Was ist „Radikaler Konstruktivismus“? In: Wallner, F.G. / Agnese, B. (Hrsg.): Konstruktivismen. Eine kulturelle Wende. Wien 2000, S.18. In: Kö nig, E- ckard: Theorien der Erziehungswissenschaft: Einführung in Grundlagen, Methoden und prakti- sche Konsequenzen / Eckard Kö nig/Peter Zedler. – 2. Aufl., Dr. nach Typoskript. – Weinheim; Basel : Beltz, 2002. – 262 S. (UTB; 8219). S. 228.
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Es gibt also überhaupt kein allgemeingültiges Wissen, sondern es ist viel diffe- renzierter zu sehen. Nicht jede Theorie passt zu jeder Praxis. Das hei ß t weiter- hin, dass zum Beispiel in der Pä dagogik mit Kindern eine von mir angewandte Theorie für das eine Kind absolut perfekt sein kann. Im gleichen Fall kann aber genau diese Pä dagogik für ein anderes Kind sehr schä dlich sein.
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2. Grundlagen der systemisch– konstruktivistischen Pä dagogik
Konstruktion, Rekonstruktion und Dekonstruktion sind für die Pädagogik drei neue Beobachterperspektiven. Die Gemeinsamkeit dieser Perspektiven ist der Konstruktivismus.
2.1 Konstruktion
Das Grundmotto der Konstruktion lautet: „Wir sind Erfinder unserer Wirklich- keit.“ (Reich, 2002, Seite 119). Ein konstruktivistisch ausgerichteter Unte rricht fö rdert also im besonderem Maß das Ausprobieren, die Selbsterfahrung, das Experimentieren, welches immer in eigene Konstruktionen ideeller oder mat e- rieller Art führt.
2.2 Rekonstruktion
Das Motto der Rekonstruktion lautet: „Wir sind die Entdecker unserer Wirklich- keit.“ (Reich, 2002, Seite 119). Das meint, dass wir Dinge oder Umstä nde zwar für uns neu erfahren, diese aber nicht von uns neu erfunden oder entdeckt wo r- den sind. Wir verwenden sehr viel Lernzeit darauf, die Erfindungen und Entd e- ckungen anderer für uns nach zu entdecken und uns so unsere Wirklichkeit zu konstruieren, was in diesem Fall eine Rekonstruktion ist.
2.3 Dekonstruktion
Die dritte der oben genannten Perspektiven ist die Dekonstruktion. Ihr Motto lautet: „Es kö nnte auch noch anders sein! Wir sind die Enttarner unserer Wirk- lichkeit!“ (Reich, 2002, Seite 121). Hier geht es besonders um die Auslassun- gen der Wirklichkeit, die einen anderen Blickwinkel mit sich bringt. Diese verä n- derte Sichtweise beansprucht seit 2004 der franzö sisch– deutsche Fernsehsen- der ARTE für sich. Er wirbt: „Arte. So habe ich das noch nie gesehen.“ Ziel ist
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Bettina Rütten, 2004, Der Konstruktivismus nach Kersten Reich, Munich, GRIN Publishing GmbH
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