Beide, die Werk- und die Rezeptionsästhetik, beschäftigen sich mit der Schönheit von Kunstwerken. Jedoch betrachten sie das Kunstwerk aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Für die Werkästhetik ist die Meinung der Rezeptionsästhetik unwichtig. Das heißt, ein Kunstwerk kann durchaus als wertvoll bezeichnet werden, ohne dass es dem Publikum gefällt. Denn nach Meinung der Werkästhetik zählt nur der objektive Wert. In der Gartenkunst und Landschaftsarchitektur können sich durch diese Meinung große Konflikte ergeben. Es handelt sich um eine zum größten Teil öffentliche Kunst, wenn Parks und Stadtplätze gestaltet werden, die für die gesamte Bevölkerung zugänglich sind.
Teilweise werden starke Proteste laut, wenn zu moderne Gestaltungen umgesetzt werden, ohne die Werkästhetik dadurch erschüttern zu können. Die modernen Kunstwerke werden fleißig in Fachzeitschriften diskutiert und nicht selten sehr gelobt.
Inhaltsverzeichnis
1. Lage und Bedeutung in der Stadt
2. Geschichte des Platzes
3. Umgestaltung des Platzes
3.1 Aktion Platzda!
3.2 Beschreibung der neuen Gestaltung durch die Landschaftsarchitekten WES & Partner
3.3 Gestaltungsziele und deren Umsetzung
Exkurs: Werkästhetik und Rezeptionsästhetik
4. Eigene Einschätzung des Platzes
5. Bürgerbefragung auf dem Graf-Adolf-Platz
6. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den Graf-Adolf-Platz in Düsseldorf vor dem Hintergrund der Rezeptionsästhetik, um zu ermitteln, ob die moderne städtebauliche Neugestaltung von der Bevölkerung als gelungen wahrgenommen wird oder in einem Konflikt zu den Bedürfnissen der Nutzer steht.
- Analyse der historischen Entwicklung und städtebaulichen Bedeutung des Graf-Adolf-Platzes.
- Untersuchung der gestalterischen Ansätze durch die Landschaftsarchitekten WES & Partner.
- Durchführung einer empirischen Bürgerbefragung zur Akzeptanz der neuen Platzgestaltung.
- Gegenüberstellung von werkästhetischer Planung und rezeptionsästhetischer Nutzerwahrnehmung.
- Bewertung der Aufenthaltsqualität unter Berücksichtigung moderner Gestaltungselemente wie Lichtbänken.
Auszug aus dem Buch
Exkurs: Werkästhetik und Rezeptionsästhetik
Beide, die Werk- und die Rezeptionsästhetik, beschäftigen sich mit der Schönheit von Kunstwerken. Jedoch betrachten sie das Kunstwerk aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Die Werkästhetik treibt den objektivistischen Ansatz am weitesten, sie betrachtet nur das Objekt selbst, die ordnungsgemäße Ausführung, die Gestaltungsmerkmale. Sie vergleicht es mit anderen Kunstwerken gleicher Art, ordnet es einem Stil, einer Epoche zu und kommt zu einem absolut objektiven Urteil (TESSIN 2006: 29).
Die Rezeptionsästhetik hingegen beschäftigt sich in erster Linie damit, wie das Kunstwerk auf Laien wirkt. Diese Richtung versucht, die Wahrnehmung des Objekts durch das ganz alltägliche Publikum zu erfassen. In dem Zusammenhang interessiert auch, inwieweit es dem Publikum gefällt und was es im einzelnen ist, das gefällt (ebd.: 30).
Für die Werkästhetik ist die Meinung der Rezeptionsästhetik unwichtig. Das heißt, ein Kunstwerk kann durchaus als wertvoll bezeichnet werden, ohne dass es dem Publikum gefällt. Denn nach Meinung der Werkästhetik zählt ja nur der objektive Wert (ebd.).
Gerade in der Gartenkunst und Landschaftsarchitektur können sich durch diese Meinung große Konflikte ergeben. Es handelt sich um eine zum größten Teil öffentliche Kunst, wenn Parks und Stadtplätze gestaltet werden, die für die gesamte Bevölkerung zugänglich sind. Teilweise werden starke Proteste laut, wenn zu moderne Gestaltungen umgesetzt werden, ohne die Werkästhetik dadurch erschüttern zu können. Die modernen Kunstwerke werden fleißig in Fachzeitschriften diskutiert und nicht selten sehr gelobt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Lage und Bedeutung in der Stadt: Dieses Kapitel erläutert die zentrale Position des Graf-Adolf-Platzes als Verkehrsknotenpunkt und Bestandteil des historischen „Grünen Kranzes“ in Düsseldorf.
2. Geschichte des Platzes: Hier wird die Transformation des Areals von der ehemaligen Stadtbefestigung über die Namensgebung im Jahr 1891 bis hin zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und dem anschließenden Wiederaufbau nachgezeichnet.
3. Umgestaltung des Platzes: Das Kapitel beschreibt den Wettbewerb zur Neugestaltung durch WES & Partner sowie die Ziele der Initiative „PLATZDA!“, die darauf abzielte, Stadtplätze für die Bevölkerung attraktiver zu machen.
Exkurs: Werkästhetik und Rezeptionsästhetik: Dieser Abschnitt differenziert theoretisch zwischen der rein objektorientierten ästhetischen Betrachtung und der nutzerzentrierten Wirkung von Kunst im öffentlichen Raum.
4. Eigene Einschätzung des Platzes: Die Autorin bewertet die neue Gestaltung als modern und stimmig, reflektiert jedoch kritisch über die Rolle des Platzes als Durchgangsort im Vergleich zu etablierten Düsseldorfer Freiräumen.
5. Bürgerbefragung auf dem Graf-Adolf-Platz: Dieses Kapitel präsentiert die methodische Vorgehensweise und detaillierte Auswertung der Befragung von 40 Passanten zu ihrer Wahrnehmung der Umgestaltung.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass moderne Landschaftsarchitektur in der Bevölkerung oft ambivalent aufgenommen wird, jedoch einen Kompromiss zwischen gestalterischem Anspruch und Nutzerbedürfnissen anstreben sollte.
Schlüsselwörter
Graf-Adolf-Platz, Rezeptionsästhetik, Werkästhetik, Landschaftsarchitektur, Stadtplanung, Bürgerbeteiligung, Düsseldorf, Stadtplatz, Aufenthaltsqualität, Platzda, WES & Partner, Lichtbänke, Stadtraum, Freiraumentwicklung, Nutzerwahrnehmung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die städtebauliche Neugestaltung des Graf-Adolf-Platzes in Düsseldorf und untersucht mittels einer Bürgerbefragung, wie diese von der Bevölkerung wahrgenommen wird.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Theorie der Werk- und Rezeptionsästhetik, die Geschichte des Platzes sowie die praktische Umsetzung stadtplanerischer Konzepte im öffentlichen Raum.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu prüfen, ob die durch Landschaftsarchitekten geplante „moderne“ Aufwertung des Platzes mit den Wünschen und der täglichen Wahrnehmung der Nutzer übereinstimmt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin kombiniert eine Literaturrecherche zur städtebaulichen Historie und Ästhetiktheorie mit einer empirischen Bürgerbefragung (Zufallsstichprobe), die vor Ort auf dem Platz durchgeführt wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, die detaillierte Beschreibung der aktuellen Gestaltungselemente sowie die quantitative Auswertung der 14 Fragen aus der Bürgerbefragung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Rezeptionsästhetik, Bürgerbeteiligung, Aufenthaltsqualität und Stadtplatz-Gestaltung geprägt.
Warum spielt die Aktion „PLATZDA!“ eine Rolle für die Analyse?
Die Initiative „PLATZDA!“ verdeutlicht den städtischen Anspruch, Bürger frühzeitig in Planungsprozesse einzubeziehen, was in der Arbeit als Kontrast zur tatsächlichen Wahrnehmung der Nutzer dient.
Wie bewerten die Nutzer des Platzes die neuen Lichtbänke?
Die Einschätzungen sind gemischt: Während einige die ästhetische Leuchtwirkung positiv hervorheben, kritisieren andere den fehlenden Komfort und die Unklarheit darüber, dass es sich um Sitzmöbel handelt.
Wird der Platz primär als Aufenthaltsort oder als Durchgangsort genutzt?
Die Ergebnisse der Befragung legen nahe, dass der Graf-Adolf-Platz trotz der Neugestaltung überwiegend als Durchgangsort wahrgenommen und genutzt wird.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Gestaltung?
Die Autorin stellt fest, dass die Platzgestaltung ein gelungener Versuch ist, moderne Aspekte einzubinden, ohne das Publikum durch eine zu provokative Gestaltung zu überfordern, auch wenn eine vollkommene Akzeptanz ausbleibt.
- Quote paper
- Diplom-Ingenieur Linda Liebl (Author), 2007, Der Graf-Adolf-Platz - ein werkästhetisches Konstrukt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122069