Leibniz Universität Hannover, Fachbereich
Architektur und
Landschaft, Fachgruppe Landschaft,
Institut für Freiraumentwicklung
Der Graf-Adolf-Platz
ein werkästhetisches Konstrukt?
Bearbeiterin: Linda Liebl
Seminar Rezeptionsästhetik im SS 2007
,,Der Graf-Adolf-Platz ein werkästhetisches Konstrukt?", Ausarbeitung im Seminar Rezeptionsästhetik, SS 2007, Bearbeiterin: Linda Liebl
Inhalt
1. Lage und Bedeutung in der Stadt 3
2. Geschichte des Platzes 3
3. Umgestaltung des Platzes 4
3.1 Aktion Platzda! 5
3.2 Beschreibung der neuen Gestaltung durch die Landschaftsarchitekten WES & Partner 6
3.3 Gestaltungsziele und deren Umsetzung 8
Exkurs: Werkästhetik und Rezeptionsästhetik
9
4. Eigene Einschätzung des Platzes 10
5. Bürgerbefragung auf dem Graf-Adolf-Platz 10
6. Fazit 19
7. Quellenverzeichnis 20
7.1 Literaturverzeichnis 20
7.2 Abbildungsverzeichnis 21
8. Anhang: Fragebogen 22
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,,Der Graf-Adolf-Platz ein werkästhetisches Konstrukt?", Ausarbeitung im Seminar Rezeptionsästhetik, SS 2007, Bearbeiterin: Linda Liebl
1. Lage und Bedeutung in der Stadt
Der Graf-Adolf-Platz befindet sich inmitten der Düsseldorfer Innenstadt und bildet den Übergang des Stadtteils Karlstadt zu den Stadtteilen Friedrichstadt und Stadtmitte (KOLKAU 2007: 11). Durch seine zentrale
Altstadt
Lage stellt er einen wesentlichen Verkehrsknotenpunkt sowohl für den PKW- als auch für den Bus- und Bahnverkehr dar. Auf dem Platz kreuzen sich Straßenbahnlinien und werden über Haltestellen
Karlstadt
miteinander verknüpft, so dass sich eine wichtige Knotenpunktfunktion für den Personennahverkehr ergibt (STADTPLANUNGSAMT DÜSSELDORF 2003a:
4). Fast alle Straßen, die den Stadtplatz kreuzen, sind Hauptverkehrsstraßen mit wesentlicher Funktion für das innerstädtische Verkehrsnetz, weil sie die Innenstadt
Abb. 1: Lage des Graf-Adolf-Platzes
mit der Rheinkniebrücke und dem Rheinufertunnel verbinden (STADTPLAUNGSAMT DÜSSELDORF 2003b: 1). Die Bebauung ist durch kerntypische bauliche Nutzung wie Hotels, Geschäftshäuser und zentrale Einrichtungen geprägt (STADTPLAUNGSAMT DÜS-SELDORF 2003b: 1).
Der Stadtplatz ist ein wesentlicher Bestandteil des historischen ,,Grünen Kranzes" (angelegt von Weyhe und Vagedes), der entlang der historischen Stadtgrenze des frühen 19. Jahrhunderts um die Altstadt und Karstadt (s. Abb. 1) herumführt (STADTPLANUNGS-
Abb. 2: Stadtkarte Graf-Adolf-Platz
AMT DÜSSELDORF 2003a: 4). Dies ist bedingt durch die Lage zwischen Kö-Graben, der nordöstlich anschließt, und der Parkanlage um den Schwanenspiegel mit der Ständehausanlage, welche südwestlich in die Fläche übergeht. Die Grünflächen des Graf-Adolf-Platzes sind als Bestandteil des Baudenkmals Königsallee seit 1994 ebenso wie die Parkanlage um den Schwanenspiegel herum denkmalrechtlich geschützt (STADTPLANUNGSAMT DÜSSELDORF 2003a: 4).
2. Geschichte des Platzes
Bis Ende des 18. Jahrhunderts war das Gebiet des heutigen Graf-Adolf-Platzes Teil der historischen Stadtbefestigung. Erst als Anfang des 19. Jahrhunderts die Festungsanlagen geschleift wurden, konnte an dieser Stelle der Stadtplatz entstehen. Es wurden
,,großzügige Alleen und Parks (...) angelegt"
(KOLKAU
Abb. 3 u. 4: Die Ballwerferin 1902 und heute
2007: 11) und Maximilian Friedrich Weyhe hat den ,,Grünen Kranz" geplant, von dem der Graf-Adolf Platz ein Teil war (KOLKAU 2007: 11). 1891 konnte der Platz nach Süden hin erweitert werden, da der damalige Zentralbahnhof verlegt wurde.
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,,Der Graf-Adolf-Platz ein werkästhetisches Konstrukt?", Ausarbeitung im Seminar Rezeptionsästhetik, SS 2007, Bearbeiterin: Linda Liebl
Im selben Jahr wurde dem Platz zu Ehren von Graf Adolf v. Berg, dem Gründer Düsseldorfs, sein Name gegeben. Diese Namensgebung weist auf eine gewisse Wichtigkeit des Platzes schon im 19. Jahrhundert hin. 1902 wurde am südlichen Ende der Königsallee am östlichen Platzrand ein kleiner botanischer Garten angelegt mit der berühmten Statue der Ballwerferin (s. Abb. 3 u. 4).
Schon 1910 fuhren auf dem Platz viele Pferde- und Benzinkutschen, obwohl die angrenzende Graf-Adolf-Straße noch recht schmal und begrünt war. Bis 1926 hat sich der Platz zu einem Verkehrsknotenpunkt entwickelt, vor allem die Straßenbahnen fuhren von hieraus bereits nach Duisburg, Moers und über den Rhein nach Krefeld (GESCHICHTSWERKSTATT DÜSSELDORF 2004). Von 1933 bis 1945 bekam der Platz den Namen ,,Adolf-Hitler-Platz". Doch auch diese ,,patriotische"
Abb. 5: Der Graf-Adolf-Platz 1910
Namensänderung konnte den Platz nicht vor den feindlichen Bomben schützen.
,,Schon im September 1942 wurde dieser Teil Düsseldorfs durch Luftangriffe stark mitgenommen und die Bebauung der Jahrhundertwende weitgehend zerstört."
(STADT-ARCHIV DÜSSELDORF) Der Wiederaufbau in den 50er und 60er Jahren brachte Häuser mit acht bis zehn Stockwerken hervor. Auf dem Platz wurde ein Straßenbahnhof gebaut, der später durch eine konventionelle Grünanlage ersetzt wurde (KOLKAU 2007: 11). Diese Grünanlage wurde immer mehr vernachlässigt
Abb. 6: Zerstörung 1945
und 2002 dann von den Landschaftsarchitekten WES & Partner aus Hamburg umgestaltet.
3. Umgestaltung des Platzes
2005 wurde ein Wettbewerb zur Bebauung des Grundstücks Graf-Adolf-Platz 15 ausgeschrieben, in dem die Gestaltung des gesamten Platzes zur Aufgabe gestellt wurde. Der Platz bildet ein wichtiges Bindeglied zwischen Kö-Graben und Schwanenspiegel mit der Ständehausanlage und sollte als solche wiedererlebbar gemacht werden. Durch den Bau eines hochwertig genutzten Hochhauses mit unterirdischen Stellplatz-
Abb. 7: Kö-Graben
angeboten bot sich eine Chance, auch die Aufenthaltsqualität des Platzes zu verbessern.
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Der Verkehr konnte neu geordnet werden, einerseits durch das Parkhaus und andererseits durch den geplanten Bau einer U-Bahn (Wehrhahnlinie), so dass insgesamt mehr Fläche mit Freiraumfunktion gewonnen werden konnten (STADT-PLANUNGSAMT DÜSSELDORF 2003b: 2). Wegen ihrer wichtigen Lage in der Stadt sollte die Grünanlage zu einem repräsentativen Vorplatz und öffentlichen Park des
Abb. 8: Schwanenspiegel
GAP 15 Hochhauses umgestaltet werden (KOLKAU 2007: 11). Im Bebauungsplan war für diese Fläche eine ,,Öffentliche Grünfläche" mit der Zweckbestimmung ,,Historische Grünverbindung" und ,,Historische Parkanlage" vorgesehen. Diese Festsetzung dient als Flächensicherung und Grundlage einer Neugestaltung. Weiterhin sah der Bebauungsplan einen Rückbau der Verkehrsflächen und eine Verdeutlichung der stadträumlichen Zusammenhänge und denkmalpflegerischen Bedeutung vor (STADTPLANUNGSAMT DÜSSELDORF 2003a: 9).
3.1 Aktion Platzda!
PLATZDA! steht für die Neugestaltung der Düsseldorfer Plätze und ist eine Initiative des Stadtplanungsamtes Düsseldorf. Im Rahmen dieser Initiative begleitet das Stadtplanungsamt interdisziplinäre Planungsprozesse und hilft bei der öffentlichen Diskussion. Die Ziele dieser Aktion sind es, das öffentliche Bewusstsein für Plätze zu schärfen und eine höhere Akzeptanz von Planungen bei der Bevölkerung zu erzielen, indem diese frühzeitig in die Planungsprozesse einbezogen wird und ihre Wünsche zur jeweiligen Gestaltung äußern darf. Außerdem versucht die Aktion die Düsseldorfer Plätze im Zusammenhang zu sehen und ein gesamtheitliches Stadtbild zu schaffen. Übergeordnete Handlungskonzepte sollen eine einheitliche Formensprache, Aufenthalts- und Gestaltsqualität der Stadtplätze in Düsseldorf sicherstellen.
Zu der Gestaltung von Stadtplätzen allgemein wurde eine Ideenbörse veranstaltet, in der die Bevölkerung eine Formulierung gewünschter Verbesserungen erarbeiten konnte. Dabei haben sich die folgenden 7 Punkte als wichtigste Änderungsvorschläge herauskristallisiert: Es wird eine Einschränkung des
Verkehr
s und die Befreiung der Stadtplätze aus ihrer Insellage inmitten von Verkehrsflächen gefordert. Stattdessen wird mehr
Grün
, d.h. Bäume, Sträucher und sogar Liege- und Blumenwiesen gewünscht. Damit die Plätze belebter werden, sollen kleine
Geschäfte
sowie Gastronomie am Rande der Flächen angesiedelt werden. Auch
zusätzliche Angebote
wie Trinkwasserbrunnen und Toiletten sind gewünscht. Wiederholt wird auch die
Sauberkeit und Pflege
der Plätze diskutiert, die auch die Pflege der angrenzenden Hauswände mit einschließt. Um die Stadtplätze nutzbarer und angenehmer zu gestalten, wünschen sich viele Bürger mehr
Sitzgelegenheiten
und eine unauffällige Gestaltung von unschönen Gegenständen wie z.B.
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Diplom-Ingenieur Linda Liebl, 2007, Der Graf-Adolf-Platz - ein werkästhetisches Konstrukt?, Munich, GRIN Publishing GmbH
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