PS II Literaturwissenschaft Stefanie Huber
WS 2006/07 Sara Kerschbaumer
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1.Phantastik 4
1.1. Definition und Abgrenzung. 4
1.2. Geschichtliche Entwicklung des Genres 6
2. Villiers L’Ève future 8
2.1. Der Autor, seine Zeit und die Entstehungsgeschichte des Werkes 8
2.2. Das Werk. 10
2.2.1 Inhalt. 10
2.2.2. Erzählzeit, Erzählmodus, Erzählstimme 11
3. L’Ève future im Kontext des 19. Jahrhunderts und der Phantastik. 13
3.1. Phantastische Elemente in L’Ève future 13
3.1.1. Grenzüberschreitungen. 13
3.1.2. Zweifel und Schauplätze 14
3.2 Das Unheimliche 15
3.2.1 Die Technik als übernatürliches Phänomen 15
3.2.2 Edisons Haus 16
3.2.3 Geisterwelt 18
3.3. Das 19.Jahrhundert: eine Welt im Wandel. 19
3.3.1. Technik. 19
3.3.2. Adel 21
3.3.3. Frauenbilder 23
3.4. Der künstliche Mensch. 25
3.4.1 Der Schöpfungsakt 25
3.4.2. Der Automat. 27
3.4.3 Ambivalenz der Maschine. 29
Reflektion und Ausblick. 31
Bibliographie. 32
Prim ärliteratur 32
Sekund ärliteratur 32
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Einleitung
Die Phantastik beinhaltet immer übernatürliche Elemente, aber welche Charakteristika weist sie noch auf? Ist Villiers de l’Isle-Adams Werk L’Ève future als phantastisches Werk zu bezeichnen? In dieser Arbeit möchten wir uns mit diesen Fragen näher beschäftigen, um herauszufinden, welche und ob phantastischen Elemente in L’Ève future zu finden sind.
Zuerst werden wir auf die phantastische Literatur eingehen, indem wir versuchen werden, eine Definition zu geben und die geschichtliche Entwicklung des Genres aufzuzeigen. Anschließend wollen wir einen kurzen Überblick über den Autor, Villiers de l’Isle-Adam; seine Zeit und die Entstehungsgeschichte des Werkes geben. Außerdem möchten wir den Inhalt gerafft darstellen um auf Erzählzeit, Erzählmodus und Erzählstimme eingehen zu können. Weiters werden wir die phantastischen Elemente in L’Ève future untersuchen. Dabei wollen wir vor allem auf die Grenzüberschreitungen eingehen, die für die Phantastik typischen Zweifel und Ängste spezifischer beleuchten. Anschließend möchten wir auch auf die Charakteristika des 19. Jahrhunderts eingehen, unter Herausarbeitung bestimmter gesellschaftlicher Aspekte. Abschließend werden wir uns auf den künstlichen Menschen konzentrieren, der ein zentrales Motiv darstellt und dessen Erschaffung die Handlung in L’Ève future dominiert.
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1.Phantastik
1.1. Definition und Abgrenzung
Die Phantastik behandelt stets das Übernatürliche, Außergewöhnliche, Unglaubliche. Das Genre genauer einzugrenzen, stellt sich allerdings als besonders schwierig heraus, da die Phantastische Literatur ein Sammelbegriff für unzählige Ausformungen nicht-realer Erzählungen darstellt (Utopie, Groteske, Gespenstergeschichte, Gothic Novel, Schauerroman, Sciencefiction sowie Märchen und Sagen im weiteren Sinn 1 ).
Bedingt durch die große Varietät der phantastischen Literatur divergieren die Theorien zur Eingrenzung des Begriffes entsprechend: Tzvetan Todorov 2 definiert das Phantastische durch den Moment des Zögerns und Zweifelns an der Welt des Übernatürlichen - Aufgrund des eigenen Wissens um die in der Realität geltenden Gesetzmäßigkeiten. Dieses Zögern muss laut Todorov auch vom Protagonisten innerhalb der Erzählung durchlebt werden; was impliziert, dass der Text nicht als Allegorie rezipiert wird. Diese Definition ist recht allgemein gefasst und kann als Grundthese für das Phantastische Genre angesehen werden.
Dorothea Schurig-Geick beschäftigt sich in ihrer These mit den Veränderungen der Gesellschaft im 18. und 19.Jh und deren Auswirkungen auf die Phantastik: „[…]allmähliche Lösung des Einzelnen aus der Sicherheit religiöser und gesellschaftlicher Ordnung, die seine Befreiung wie auch seine gefährliche Vereinsamung bedeutet[…]“ 3 . Die Phantastische Literatur spiegelt die daraus resultierende Angst und Verunsicherung wieder, und steht dadurch im Gegensatz zur wunderbaren Phantasiewelt; wie sie Beispielweise im Märchen präsentiert wird. Schurig-Geick nennt dieses Wunderbare ‚merveilleux’ - „[…]ein Geschehen, das ohne größere innere Beteiligung der Gestalt, ohne Wirkung der in der Realität geltenden Gesetze, zu einem guten Ende kommt.“ 4
Das Phantastische hat wenig von dem wunderbaren, erlösenden Moment des Übernatürlichen. Vielmehr ist das Übernatürliche das Unheimliche, Beklemmende und Gefährliche, welches
1 Vgl. Bode, Eva Beate [Red.]. 3 2007. Der Brockhaus Literatur: Schriftsteller, Werke, Epochen, Sachbegriffe.
Mannheim: F.A.Brockhaus. S. 235
2 Vgl. Bastian, Myriam Noemi. 2005. Dimensionen des Fremden in der fantastischen Literatur. E.T.A.
Hoffmann, Edgar Allan Poe und Guy de Maupassant. Marburg: Tectum Verlag. S. 9-10
3 Eisner, Sandra. 2003. Theorien und Praktiken phantastischer Literatur im französischen und
hispanoamerikanischen Sprachraum. Diplomarbeit. S.6
4 Sandra Eisner. 2003. S. 9
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das menschliche Leben aus der Bahn wirft. Gleichzeitig übt dieses Unheimliche auch jene starke Faszination aus, die den Reiz der Phantastischen Literatur ausmacht.
Diese Faszination gilt nicht allein den übersinnlichen Erscheinungen wie etwa Geistern, Vampiren, Unsichtbaren Kräften und Zauberwesen, sondern auch der magisch erscheinenden Technik. Diese hat wenig von rationellem und naturwissenschaftlichem Realismus, sondern ist vielmehr magisches Wunderwerk („On soupe chez le Magicien“ 5 ) genialer, aber verschrobener Wissenschaftler. Trotzdem wird sie laut Caillois in Erzählungen als „explained supernatural“ 6 eingeführt. Das bedeutet, dass die scheinbar übernatürlichen technischen Vorgänge erklärt und dadurch rationell gemacht werden; so wie etwa Edison Lord Ewald den Aufbau seiner Hadaly minutiös beschreibt, um Lord Ewald die Angst vor der unheimlichen Androide zu nehmen. Andere Formen des „erklärten Übernatürlichen“ sind etwa Reflektionen der Protagonisten, die das Erlebte auf eine Sinnestäuschung oder einen Traum zurückführen wie z.B. in Prosper Mérimées La Vénus d’Ile; wo die unheimlichen Geschehnisse rund um eine zum Leben erwachte Venusstatue als Traum und Sinnestäuschung abgetan werden.
Mit zum „Inventar“ des phantastischen Genres zählen nicht nur die Phantastischen Gestalten wie Werwölfe, Maschinenmenschen und Geisterfrauen sondern auch die Schauplätze, an denen jene sich Aufhalten. Diese Handlungsräume sind meist entlegene oder isolierte Gebäude, Länder oder Gebiete; wobei der Aspekt des Fremden mithin eine große Rolle spielt: „Häufig gerät der Protagonist eines fantastischen Textes im Ausland bzw. durch ihm kulturell fremde Personen mit dem Übernatürlichen in Konflikt.“ 7 Das Fremde muss aber nicht immer in einem anderen Land (z.B. Transsilvanien in Bram Stokers Dracula) oder an einem unbekannten Ort (z.B. das Erdinnere in Jules Vernes Voyage au centre de la Terre) angetroffen werden, sondern kann auch ein „verborgenes“ Haus in einem großen Garten sein, wie das in L’Eve future der Fall ist.
Der Aspekt des Fremden betrifft nicht nur die Orte und die übernatürlichen Figuren, sondern auch die scheinbar „normalen“ Protagonisten - die verrückten Wissenschaftler die befremdlich wirken; die dekadenten oder verkorksten Adeligen 8 welche einer im 19.Jh.
5 Villiers de l’Isle-Adam, Auguste de. 1993. L’Ève-future. Èdition d’Alan Raitt. Saint-Amand
(cher): Éditions Gallimard. S. 271
6 Sandra Eisner. 2003. S. 9-10
7 Myriam Noemi Bastian. 2005. S. 13
8 Vgl. Myriam Noemi Bastian. 2005. S. 57-58
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zunehmend verschwindenden Gesellschaftsschicht angehören und daher dem bürgerlichen (Lese-)Publikum fremd erscheinen; die Frauen an und für sich, die entweder durch Überhöhung oder Verurteilung zu grotesken Figuren werden und dadurch den (männlichen) Protagonisten fremd erscheinen. Ein weiterer Punkt der den Aspekt des Fremden unterstützt; ist die Tatsache, dass in Phantastischen Erzählungen selten eine Innenperspektive einer oder mehrerer Figuren gegeben wird - selbst wenn diese Innensicht durch eine vermeintlich neutrale Erzählerstimme angedeutet wird „[…]le jeune homme[…]la considéra, de nouveau, en dépit de sa raison révoltée, avec le sentiment indéfinissable qu’elle avait éveillé en lui […]“ 9 . Obwohl die Innensicht nur angedeutet wird, kann das Phantastische Genre stark psychologisierte Motive und Themen aufweisen- nicht umsonst führt Todorov die Kategorie ‚thèmes du tu’ ein, die „[…]Neurosen, also die Verdrängung unbewusster Triebe[…]“ 10 behandelt. Das Pendant dazu bilden die ‚thèmes du je’ die sich mit übernatürlichen, den Menschen überlegenden Wesen, sowie Psychosen und Drogenkonsum befassen. Nach der Psychoanalyse würde etwa das Aufeinandertreffen von Bewusstem Ich und Unterbewusstsein etwa einen ähnlichen „Konflikt“ auslösen, bei dem immer gezögert wird welche Wahrnehmung nun die Reale, Wahre und Richtige ist.
Damit wäre man auch wieder bei der Anfangsthese angelangt- nämlich das die übernatürliche und die wirkliche Welt aufeinander prallen, und das aus der Unvereinbarkeit beider eine Irritation entsteht, die sich das phantastische Genre zu nutzen macht.
1.2. Geschichtliche Entwicklung des Genres
Die phantastische Literatur hat ihre Geburtsstunde in der Romantik, wo sie sich als ästhetische Kategorie und Gegenströmung zur Aufklärung etabliert. Bekannt ist vor allem die „[…]Nachtseite der Romantik, geprägt von Teufelspakten, Wahnsinn, Gespenstern, Schuld und Tod[…]“ 11 . Es lassen sich schon früh in der Geschichte phantastische Phänomene festmachen - so treten etwa in Goethes Ballade Erlkönig eine Reihe unheimlicher und übernatürlicher Wesen auf, die durch einen Fieberwahn hervorgerufen werden. Der Protagonist, Vater eines kranken Jungen, zögert zwischen zwei möglichen Erklärungennämlich einer rationellen (das Kind spricht im Fieberwahn) und einer unglaublichen (der
9 Auguste de Villiers de l’Isle-Adam. 1993. S. 242
10 Sandra Eisner. 2003. S. 16
11 http://de.wikipedia.org/wiki/Romantik, Stand 29.Dez 06, 01:55.
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Erlkönig existiert tatsächlich); was nach Todorov den Moment des phantastischen Genres ausmacht.
Das Element des Unheimlichen dominierte bis Mitte des 19.Jh. die phantastische Literatur; ausgehend von den Werken E.T.A. Hoffmanns verbreitete sich das Genre rasch im englisch-und französischsprachigem Raum; bekannt durch Werke von Edgar Allan Poe, Mary Shelley und Bram Stoker. Gegen Ende des 19. Jh. setzte eine neue Welle in der phantastischen Literatur ein: die wissenschaftliche Phantastik, die vor allem durch Werke von Jules Verne bekannt ist, und bis heute in Form der Science-Fiction fortbesteht. Etwa zur selben Zeit entwickelten sich Vorläufer der Fantasyliteratur, die jedoch (nach Todorov’scher Definition) nicht wirklich zum phantastischen Genre gezählt werden kann, da die phantastischen Welten real sind, und Übernatürliches (wie z.B. im Märchen) einfach als gegeben hingenommen wird.
Das 20.Jahrhundert hat durch die Entwicklung der Psychoanalyse und politische Veränderungen (zunehmender Nationalismus, Kolonialisierung; Krieg, u.s.w.) einen anderen Zugang zur Phantastik. Das Genre wird als Gesellschaftskritik und als Präsentation alternativer Weltansichten eingesetzt. Die Phantastik wird zunehmend als „[…]kreativer Teil konzeptueller Wirklichkeitsauffassung […]“ 12 verstanden. Es bedienen sich vor allem lateinamerikanische Autoren (Vertreter des magischen Realismus Realismo mágico)des phantastischen Genres, um z.B. Kritik an der Vernichtung der Mayas durch die weisen Siedler zu üben 13 , wie das Miguel Angel Asturias in seinem Buch hombres de maíz 14 tut. Nach der 68-iger Bewegung wurde die Phantastische Literatur vornehmlich von Frauen (z.B. Doris Lessing, Toni Morrison, Joanna Russ und Erica Jong) verwendet, um „Alternativ- bzw. Eigenwelten“ 15 zu gestalten. Die Phantastik hat sich in zwei Jahrhunderten verändert und mehrfach gewandelt und ist gegenwärtig vor allem im Bereich der Unterhaltungsliteratur (Horror & Sciencefiction) etabliert.
12 Eva Beate Bode [Red.]. 3 2007. S. 235
13 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Magischer_Realismus, Stand 13.Dez 06, 06:55.
14 dt. „Die Maismenschen“
15 Eva Beate Bode [Red.]. 3 2007. S. 236.
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2. Villiers L’Ève future
2.1. Der Autor, seine Zeit und die Entstehungsgeschichte des
Werkes
Am 7.November 1838 wird Jean-Marie-Mathias-Philippe-Auguste de Villiers de l’Isle-Adam in Saint-Brieuc geboren. In dieser Epoche werden Schriftsteller, die später als Symbolisten bezeichnet werden, wie zum Beispiel Stephane Malarmé und Joris-Karl Huysmans, geboren. Fünf Jahre später trennt sich die Mutter Marie-Francoise le Nepvoude-Carfort von ihrem Mann Joseph-Toussaint-Charles de Villiers de l’Isle-Adam. Die Familie zieht nach Lannion, um bei Mlle de Kérinou, Tante und Adoptivmutter von Mme de Villiers de l’Isle-Adam, zu leben. Von 1847 bis 1855 ist Villiers an verschiedenen Schulen in der Bretagne, in Rennes und in Vannes.
1858 veröffentlicht Villiers de l’Isle-Adam seine erste Publikation, Deux essais de poésie. Im Dezember des nächsten Jahres steigt der Schriftsteller mit zwei Musikkritiken in den Journalismus ein. 1860 trifft er Baudelaire, den er sehr bewundert. Im August 1862 publiziert Villiers den ersten Band des Romas Isis, die weiteren Teile werden allerdings nicht erscheinen. 1865 wird Villiers Stück in drei Akten Elën publiziert und ein Jahr später veröffentlicht er Morgane, ein weiteres Theaterstück. Außerdem wird in demselben Jahr das erste transatlantische Telefonkabel gelegt. Die Auswirkungen dieser technischen Neuerung stellen später zentrale Elemente in Villiers Werken dar.
Villiers de l’Isle-Adam wird 1867 Chefredakteur der Revue des Lettres et des Arts. Unter den Mitarbeitern dieser Revue finden sich unter anderen Stephane Mallarmé, Paul Verlaine, Théodore de Banville und Catulle Mendès. Villiers besucht inzwischen häufig den Salon von Nina de Villard und verkehrt mit Mallarmé, Gustave Flaubert und Richard Wagner, den er 1869 auch besucht. Im selben Jahr publiziert La Liberté Villiers Erzählung Azraël, die erste Version von L’Annonciateur. Ein Jahr später, am 6.Mai, wird das Theaterstück La Révolte zum ersten Mal aufgeführt. Es wird aber vom Publikum nicht geschätzt und wird nach fünf Aufführungen aus dem Programm genommen.
1871 stirbt Villiers de l’Isle-Adams Großtante mütterlicherseits Mlle de Kérinou. Damit werden die bereits vorher existierenden finanziellen Schwierigkeiten der Familie noch
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schlimmer. Vier Jahre später schreibt Villiers de l’Isle-Adam an den Figaro, um gegen das Theaterstück Perrine Leclerc zu protestieren. Dieses Stück stellt einen seiner Vorfahren schlecht dar. Villiers de l’Isle-Adam wird in dieser Zeit relativ bekannt. Er verbringt viel Zeit in Bibliotheken und Archiven, um sich auf den Prozess gegen die Verantwortlichen des Theaterstückes vorzubereiten. 1877 wird Villiers Klage zurückgewiesen.
Im selben Jahr kommen die ersten Erfindungen des Amerikaners Thomas Alva Edison nach Frankreich. 1878 arbeitet Villiers an einer Erzählung, aus der später L’Eve future hervorgeht, er veröffentlicht Souvenirs occultes und Le Secret de l’ancienne musique. 1879 später erfindet Edison die elektrische Lampe. Das erste Buch des Romans L’Eve nouvelle wird 1880 von Le Gaulois publiziert. Das Werk trifft aber auf Abneigung bei den Lesern und die Zeitschrift unterbricht die Publikation. Im Dezember desselben Jahres beginnt der L’Etoile française L’Eve nouvelle zu veröffentlichen. Aber bereits im Februar des folgenden Jahres beendet Villiers die Veröffentlichung des Romans L’Eve nouvelle.
Am 10. Jänner 1881 wird sein Sohn, Victor-Philippe-Auguste geboren, dessen Mutter Marie Brégeras, geborene Dantine ist. Villiers lebt mit ihr und seinem Sohn zusammen und gibt die Pläne auf, eine reiche Dame zu heiraten, um seine finanzielle Lage zu verbessern, auf. Villiers Mutter stirbt ein Jahr später. Villiers de l’Isle-Adam schließt Freundschaft mit Joris-Karl Huysmans, der 1884 A Rebours veröffentlicht, und mit Léon Bloy. Im selben Jahr wird Villiers berühmt. Er arbeitet mit dem Figaro zusammen, wo seine acht neuen contes cruels erscheinen.
Ein Jahr später stirbt der Vater des Schriftstellers. La Vie moderne beginnt am 18.Juli 1885 die erste komplette Version der L’Eve future zu publizieren. Der wissenschaftliche Fortschritt zeigt sich in der Erfindung des Unterseebootes und des Luftschiffes. Ein Jahr später, am 4.Mai 1886, publiziert Maurice de Brunhoff L’Eve future in Paris. Durch die Krankheit kann Villiers de l’Isle-Adam nicht mehr arbeiten. Im Juni 1889 schicken einige Freunde Villiers ein Exemplar des Werkes L’Eve future an Thomas Alva Edison, der nach Paris gekommen ist, um die 2.Weltausstellung zu besuchen. Man möchte ein Treffen zwischen Villiers und Edison vereinbaren, aber dieses Ziel kann nicht erreicht werden. Am 12.Juli wird der Schriftsteller in eine Klinik in Paris eingeliefert. Vier Tage vor seinem Tod heiratet er Marie Dantine, um seinen Sohn zu legitimieren. Am 18. August 1889 stirbt Villiers de l’Isle-Adam.
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Sara Claire Kerschbaumer, Stefanie Huber, 2006, L'Eve future und das Genre der Phantastik, München, GRIN Verlag GmbH
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