II
Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis IV
1 Einleitung 1
2 Begriffsdefinitionen 2
2.1 Venture Capital 2
2.2 Private Equity 4
3 Einordnung des Venture Capital in den Kapitalmarkt 4
4 Entwicklung des Venture Capital 6
4.1 Entwicklung in den USA 6
4.2 Entwicklung in Deutschland 8
5 Der Venture Capital Zyklus 12
6 Risiken und Chancen bei der Finanzierung mit VC 14
7 Venture-Strategien 14
8 Unterschiedliche Rahmenbedingungen führen zu unterschiedlichem Erfolg 16
9 Trends auf dem Venture Capital-Markt 17
9.1 Trends in den USA 18
9.2 Trends in Deutschland 19
9.2.1 Fehlende gesetzliche Rahmenbedingungen 19
9.2.2 Gründungswelle im Hightech-Sektor 20
9.3 Künftige Märkte für Venture Capital 20
10 Schlussbetrachtung 21
Anlagenverzeichnis 23
Literaturverzeichnis 29
Verzeichnis der Internetquellen 30
III
Abkürzungsverzeichnis
ARD American Research & Development Corporation BVK Bundesverband Deutscher Beteiligungsgesellschaften DEC Digital Equipment Corporation EVCA European Private Equity and Venture Capital Association LBO Leveraged Buy Out MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft MBI Management Buy In MBO Management Buy Out NCVA National Venture Capital Association SBICs Small Business Investment Companies VC Venture Capital WFG Deutsche Wagnisfinanzierungsgesellschaft
IV
Abbildungsverzeichnis
1 Phasenschema der Venture Capital-Finanzierung 4
2 Einordnung von Venture Capital in die Systematik der Finanzierungsformen 5
3 Entwicklung der Eigenkapitalquoten westdeutscher Unternehmen nach Größenklas-
sen für den Zeitraum 1978 bis 1989 9
4 Entwicklung des deutschen VC-Marktes von 1990 bis 2004 12
5 Zyklus des Venture Capital-Marktes 13
1
1 Einleitung
Kleine und mittlere Unternehmen und speziell neu gegründete Unternehmen haben nur begrenzte Möglichkeiten zur Kapitalbeschaffung. Die Gründung von wachstumsstarken und innovativen jungen Unternehmen erfordert meist Kapitalbeträge, die deutlich über die persönlichen finanziellen Möglichkeiten hinausgehen. Öffentliche Fördermittel stehen nur in begrenztem Umfang zur Verfügung und die Fremdfinanzierung wird durch nicht ausreichende Sicherheiten begrenzt. Die Möglichkeit der Kapitalbeschaffung an der Börse und der damit verbundene Börsengang eines Unternehmens setzt eine gewisse Entwicklung voraus. 1 Die Kapitalmarktstruktur ist in Deutschland sehr zurückhaltend ausgeprägt. Diese Tatsache trägt dazu bei, dass kleine und mittlere Unternehmen bei der Kapitalfinanzierung auf private Märkte ausweichen müssen. An dieser Stelle fügt sich die Venture Capital (VC)-Finanzierung ein. 2
Diese Studienarbeit beschäftigt sich mit der Notwendigkeit des Venture Capital für kleine und mittlere Unternehmen. Zu Beginn wird der Begriff des VC von dem des Private Equity abgegrenzt und die Finanzierung mit VC in den Kapitalmarkt eingegliedert. Im Verlauf wird vor allem auf die Entwicklung in Deutschland und den USA eingegangen. Hier werden verschiedene Venture-Strategien aufgezeigt. Die Exitkanäle werden kurz erwähnt und nicht detailliert in die Arbeit aufgenommen. Die Abhängigkeit der verschiedenen Rahmenbedingungen auf den Erfolg von VC-Märkten dargestellt. Trends im Bereich des VC sollen herausgearbeitet werden. Da der VC-Markt ständigen Veränderungen unterliegt und immer abhängig von den vorhandenen Rahmenbedingungen ist, ist es schwierig, eindeutige Trends festzulegen. Deshalb stellen die dargelegten Trends größtenteils Tendenzen dar. Die mit der Investition in VC-Fonds verbundene Chancen und Risiken werden dargestellt. Die Ausarbeitung endet mit einer Schlussbetrachtung, bei der die Problemstellung und Zielsetzung noch einmal aufgezeigt wird.
Ziel dieser Arbeit ist, die Entwicklung des VC zu verdeutlichen und die damit verbundenen, teilweise regionalen, Probleme bei dem Aufbau eines VC-Marktes aufzuzeigen. Wesentlich Unterschiede zwischen dem deutschen und dem US-amerikanischen VC-Markt sollen verdeutlicht werden. Die herausgearbeiteten Fakten sollen dem Leser einen Überblick über den VC-Markt geben und mögliche und voraussichtliche Trends deutlich machen.
1 Vgl. Leopold, G.; Frommann H.; Kühr, T. (2003), S. 1 f.
2 Vgl. Schefczyk, M. (2006), S. 1
2
2 Begriffsdefinitionen
Die Übersetzungsmöglichkeiten des Begriffs VC sind sehr vielfältig. In der deutschsprachigen wissenschaftlichen Literatur wird er im Laufe der 70er Jahre von Nathusius 3 eingeführt. Bis heute gibt es kein einheitliches Begriffsverständnis in Deutschland. Häufig kommt es zu einer „Vermischung“ der Begriffe von VC und Private Equity. 4 In dieser Arbeit werden die Bezeichnungen unterschiedlich verwendet.
2.1 Venture Capital
Der Begriff VC wird in Deutschland häufig mit den Begriffen „Wagniskapital“, „Risikokapital“ oder „Beteiligungskapital“ übersetzt, seltener auch mit „Chancen-„ oder „Innovationskapital“. Die Übersetzung mit „Wagniskapital“ und Risikokapital“ haben zu Missverständnissen geführt, da sie zu der Vorstellung beigetragen haben, dass dieses Kapital extrem risikobehaftet und unkalkulierbar ist. Dies trifft aber in der Regel nicht zu. Besser ist die Bezeichnung „Entwicklungskapital“, da durch den Einsatz von VC Entwicklungen in den Unternehmen bewirkt werden sollen. 5
VC ist Beteiligungskapital, welches von Kapitalanlegern (Investoren) und Kapitalbeteiligungsgesellschaften 6 in Unternehmen investiert wird, um dort Entwicklungen zu bewirken. Diese Entwicklungen können Wachstum und Markterfolg, Neuorientierung, Umstrukturierung oder Förderung und Vermarktung von Innovation sein. 7
VC werden nach Schefczyk, M. (2006) folgende Charakteristika zugrunde gelegt: 8
-Eigenkapitalfinanzierung, d. h., risikotragendes, voll haftendes Eigenkapital durch eine direkte Beteiligung am Unternehmen.
-Minderheitsbeteiligung des einzelnen VC Investors.
-Zeitlich begrenztes Engagement des Investors, obwohl das Beteiligungsverhältnis in der Regel auf unbestimmte Zeit eingegangen wird (in der Regel ca. fünf bis acht Jahre).
3 Vgl. Nathusius, K. (1979), S. 194 ff.
4 Vgl. Leopold, G.; Frommann H.; Kühr, T. (2003), S. 4; Vgl. Schefczyk, M. (2004), S. 17 f.
5 Vgl. Leopold, G.; Frommann, H.; Kühr, T. (2003), S. 3; Vgl. Matz, C. (2002), S. 34; Vgl. Geigen-
berger, I. (2006), S. 1
6 Nach Schefczyk können die Begriffe Venture Capital-Gesellschaft und Kapitalbeteiligungsgesell-
schaft als Synonyme verwendet werden; Vgl. Schefczyk, M. (2006), S. 9
7 Vgl. Leopold, G.; Frommann, H.; Kühr, T. (2003), S. 3 f.
3
-Kontroll- und Mitspracherechte bei grundlegenden, strategischen Entscheidungen als Ausgleich für den Verzicht auf Sicherheiten.
-Beratende und betreuende Managementfunktion, zur Sicherung und Steigerung des Wertes der Beteiligung und zur Risikominderung.
-Steigerung des Unternehmenswertes mit dem Ziel, eine möglichst hohe Rendite beim Verkauf der Beteiligung zu erreichen.
Als das „reine“ VC bezeichnet man ausschließlich die Beteiligung an ganz jungen oder erst zu gründenden Unternehmen, die Erfindungen und Neuentwicklungen vermarkten und von spezialisierten Personen im Auftrag der Investoren betreut und beraten werden. 9 Solche Unternehmen finden nur schwer Zutritt zum Kapitalmarkt. Hier ist das VC eine Möglichkeit, diese teilweise riskanten, aber hoch attraktiven Unternehmen zu fördern. 10
Im weiteren Verlauf der Arbeit wird von einer weiteren Form von VC ausgegangen. Der VC-Begriff wird in Europa weiter gesehen. Es werden auch andere Unternehmensphasen unterstützt. Hier wird eine Definition für VC zugrunde gelegt, bei der von einer befristeten Bereitstellung von haftendem Kapital in Kombination mit Managementunterstützung für alle wachstumsfähigen, nicht börsennotierten Unternehmen ausgegangen wird. Eine Finanzierung mit VC ist nicht auf eine bestimmte Periode beschränkt, sondern kann in allen Unternehmensphasen zum Einsatz kommen. 11
Abbildung 1 verdeutlicht die Möglichkeiten der Finanzierung in den verschiedenen Phasen und zeigt auf, dass das VC sowohl in früheren, als auch in späteren Phasen eingesetzt werden kann.
8 Vgl. Schefczyk, M. (2006), S. 10; Vgl. Peter, M. (2001), S. 8
9 Vgl. Leopold, G.; Frommann, H.; Kühr, T. (2003), S. 4 f.
10 Vgl. Gompers, P.; Lerner, J. (2006), S. 1 f.
11 Vgl. Becker, H. P. (2002), S. 169 ff.
Abb. 1: Phasenschema der Venture Capital-Finanzierung 12
2.2 Private Equity
Für den Begriff Private Equity existieren in der Literatur verschiedene Definitionsansätze. Häufig wird der Begriff Private Equity synonym für VC verwendet. 13 Wenn der Begriff des VC nur auf die Frühphasenfinanzierung bezogen wird (junge Unternehmen in frühen Phasen der Entwicklung), wird Private Equity häufig als Investition in spätere Entwicklungsphasen gesehen. 14 Heute hat sich Private Equity größtenteils als Oberbegriff durchgesetzt, der neben dem VC insbesondere Bereiche wie Buyout und Mezzanine umfasst. Der Synonymcharakter ist bis heute noch nicht ganz verloren gegangen. 15
Private Equity ist somit ein Oberbegriff für das Eigenkapitalgeschäft außerhalb von Börsen, welches auf Zeit mit den Unternehmen eingegangen wird. Auch die EVCA schließt sich dieser Definition an. 16
3 Einordnung des Venture Capital in den Kapitalmarkt
Zur Einordnung in die einzelnen Finnanzierungsformen wird nach zwei Kriterien unterschieden. Nach der Herkunft des Kapitals wird zwischen Außen- und Innenfinanzierung differenziert und nach der rechtlichen Stellung der Kapitalgeber, ob es sich um Eigen-oder Fremdkapital handelt. 17
12 In Anlehnung an Becker, H. P. (2002), S. 171
13 Vgl. Leopold, G.; Frommann, H.; Kühr, T. (2003), S. 6
14 Vgl. Ermisch, R.; Thoma, P. (2002), S. 7 f.; Vgl. Gabler Wirtschaftslexikon (2004), S. 2396
15 Vgl. Schefczyk, M. (2006), S. 8
16 Vgl. Gompers, P.; Lerner, J. (2006), S. 26 f.; Vgl. Neubecker, J. (2006), S. 13
17 Vgl. Ermisch, R.; Thoma, P. (2002), S. 10
5
Bei der Innenfinanzierung handelt es sich um eine Vermögensumschichtung (bereits vor-handenes Kapital wird liquidiert, d. h., keine Erhöhung des insgesamt zur Verfügung stehenden Kapitals) oder um einen Vermögenszuwachs (z. B. durch die Veräußerung von nicht betriebsnotwendigen Vermögensgegenständen entstehende Gewinne, diese werden nicht entnommen). Die Innenfinanzierung durch Vermögenszuwachs wird als Selbstfinanzierung bezeichnet. 18
Bei der Unterscheidung nach der rechtlichen Stellung, also nach Eigen- und Fremdkapital, sind die beiden oben genannten Fälle (Außen- und Innenfinanzierung) zu beachten (vgl. dazu auch Abbildung 2). Unter Eigenkapital versteht man Kapital, das auf unbestimmte Zeit zur Verfügung gestellt wird und das an Chancen (Gewinn) und Risiken (Verlust) des Unternehmens teilnimmt. Es wird auch „Haftungs-„ oder „Garantiekapital“ genannt, da es Verluste am Unternehmen zu tragen hat, bis es komplett aufgezehrt ist. Da der Eigenkapitalgeber Miteigentümer ist, stehen ihm Informations- und Kontrollrechte zu. Fremdkapital wird gegen einen Zinsanspruch zur Verfügung gestellt und der Kapitalnehmer ist zur Rückzahlung in einem bestimmten Zeitraum verpflichtet. Diese Finanzierungsform wird auch als „Kreditfinanzierung“ bezeichnet. Fremdkapitalgeber gehen keine Beteiligung ein. Ihnen stehen weder Kontroll- noch Eingriffsrechte zu und sie erhalten keine Erfolgsbeteiligung. 19
Abbildung 2 zeigt auf, wie sich die zuvor genannte Systematik in die Finanzierungsformen eingliedern lässt:
18 Vgl. Ermisch, R.; Thoma, P. (2002), S. 10
19 Vgl. Kuckertz, A. (2006), S. 26; vgl.; Vgl. Ermisch, R.; Thoma, P. (2002), S. 11
20 In Anlehnung an: Ermisch, R.; Thoma, P. (2002), S. 11
Arbeit zitieren:
Stefanie Hofele, 2008, Venture Capital - Entwicklungen und Trends, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Venture Capital zur Finanzierung von technologieorientierten Unternehm...
BWL - Investition und Finanzierung
Seminararbeit, 17 Seiten
Unternehmensfinanzierung über kommerzielle Beteiligungsgesellschaften
BWL - Investition und Finanzierung
Seminararbeit, 27 Seiten
Venture Capital - Chancen und Risiken
Wagniskapital
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 24 Seiten
Akteure der Entwicklung, Anwendung und Regulierung von Carbon Capture...
Politik - Internationale Politik - Klima- und Umweltpolitik
Magisterarbeit, 97 Seiten
Erdöl und Erdgas - Eine fachwissenschaftliche Abhandlung
Sachunterricht, Heimatkunde (Grundschulpädagogik)
Hausarbeit, 11 Seiten
Venture Capital als Finanzierungsalternative
BWL - Unternehmensgründung, Start-ups, Businesspläne
Hausarbeit, 17 Seiten
Auswahl von Beteiligungsunternehmen aus Sicht eines Risikokapitalgeber...
BWL - Investition und Finanzierung
Hausarbeit, 15 Seiten
Untersuchungen zum gegenwärtigen Stand der Konversion von Biobrennstof...
Projektarbeit, 65 Seiten
Two phased anaerobic digestion in waste treatment plants and renewable...
Increased efficiency for the p...
Wissenschaftlicher Aufsatz, 6 Seiten
Innovationsmanagement - Das Zusammenspiel zwischen Innovation, Geschäf...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Studienarbeit, 30 Seiten
Equity Gap - Komplementäre Beteiligungsfinanzierung durch Privat Equi...
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Seminararbeit, 56 Seiten
Stickstoffoxid-Entfernung aus Abgasen mittels SCR und SNCR
Referat (Ausarbeitung), 21 Seiten
Stefanie Hofele's Text Venture Capital - Entwicklungen und Trends ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Stefanie Hofele hat den Text Venture Capital - Entwicklungen und Trends veröffentlicht
Stefanie Hofele hat einen neuen Text hochgeladen
Private Equity and Venture Capital Trends in a Turbulent Economy: Lead...
Barfield, Multiple Authors
Understanding Legal Trends in the Private Equity and Venture Capital M...
Robert C. , Jr. Brighton, Gregory K. Gale, Lucantonio N. Salvi
Theorie der staatlichen Venture Capital-Politik
Begründungsansätze, Wirkungen ...
Ekkehardt Anton Bauer
Erfolgsstrategien deutscher Venture Capital-Gesellschaften
Analyse der Investitionsaktivi...
Michael Schefczyk
Portfoliostrategien von Venture-Capital-Gesellschaften
Agenncytheoretische Analyse de...
René Thamm
Finanzierung von Social Entrepreneurship durch Venture Philanthropy un...
Auswahlprozess und -kriterien ...
Peter Heister
IFRS für Venture Capital-Gesellschaften
Definition, Problemanalyse und...
Tobias Wagner, Hans C. Brauweiler
0 Kommentare