I
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Abk ürzungsverzeichnis II
1 Problemstellung 1
2 Ausweitung der Abgrenzungskonzeption latenter Steuern 2
2.1 Konzeptionelle Grundlagen 2
2.2 Bilanzierung latenter Steuern nach dem bisherigen HGB und DRS 10. 3
2.3 Abgrenzung latenter Steuern nach IFRS 4
2.4 Bilanzierung latenter Steuern nach dem BilMoG 6
2.4.1 Überblick zur Neuausrichtung des Maßgeblichkeitsprinzips 6
2.4.2 Neukonzeption der Bilanzierung latenter Steuern 6
2.4.3 Ansatz latenter Steuern. 7
2.4.4 Bewertung latenter Steuerpositionen. 9
2.4.5 Ausweis latenter Steuern. 9
2.4.6 Vergleich mit IFRS und DRS 10
3 Aktuelle Entwicklungen im Tax Accounting 10
3.1 Konvergenzprojekt des IASB und FASB 10
3.2 Probleme der dynamischen Entwicklung im Accounting. 11
4 Thesenförmige Zusammenfassung. 11
Literaturverzeichnis V
1
1 Problemstellung
Steueraufwendungen stellen aus Sicht der Kapitalgeber - ähnlich wie Personalkosten, Materialverbrauch und andere Aufwandsarten - einen Gegenstand der Jahresabschlussanalyse dar. 1 Von Bedeutung ist daher das Verhältnis von Steueraufwand zum Jahresüberschuss vor Steuern (Steueraufwandquote, Konzernsteuerquote). 2 Um die Steuerquote und den Jahresüberschuss nach Steuern aussagekräftiger zu machen, kann man sich der Bilanzierung latenter Steuern bedienen. 3 Das Ziel der Bildung latenter Steuerabgrenzungsposten ist es eine Kongruenz zwischen dem tatsächlichen, effektiven Ertragssteueraufwand eines Unternehmens, der nach einer steuerlichen Erfolgsgröße bemessen wird und einem dem handelrechtlichen Erfolg entsprechenden fiktiven Steueraufwand herzustellen, um einen möglichst genauen Einblick in die Steuerbelastung des Unternehmens oder des Konzerns zu ermöglichen. 4 Bisher kam den latenten Steuern in Deutschland vor allem aufgrund der bislang in § 5 Abs. 1 Satz 2 EStG und §§ 274 Abs. 3, 254 und 273 HGB verankerten umgekehrten Maßgeblichkeit nur ein „Schattendasein“ 5 zu. Mit dem BilMoG 6 und der damit verbundenen Abschaffung der Umkehrmaßgeblichkeit verstärken sich die Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz. 7 Durch diese Abschaffung und die Neukonzeption der Bilanzierung latenter Steuerpositionen im Rahmen des BilMoG erfahren latente Steuern auch national eine deutliche Aufwertung. 8 Fraglich ist hierbei neben der Ausgestaltung der Bilanzierung latenter Steuern nach dem neuen HGB auch die Abgrenzung und Unterschiede zur Bilanzierung latenter Steuerpositionen nach IFRS. Zudem erscheint es zweifelhaft, ob die Ziele des BilMoG durch die vorgeschlagenen Änderungen im Bereich der latenten Steuern erreicht werden können.
Wie die geplanten Neuregelungen zu werten sind und inwiefern sie sich der IFRS-Konzeption annähern bzw. diese übernehmen wird im Folgenden untersucht. Dabei
1 Vgl. Henselmann (2008b), S. 495.
2 Vgl. Herzig (2008b), S. 288.
3 Vgl. Kröner/Beckenhaub (2008), S. 4.
4 Vgl. Hoffmann (2007), § 26 Rn. 1; Bieg/Hossfeld/Kußmaul/Waschbusch (2006), S. 267; Hoyos/Fischer (2006), § 274 HGB Rn. 4; vgl. grundlegend zur Abgrenzung latenter Steuern Küting/Zwirner (2003), S. 304; Küting/Zwirner (2005), S. 1553; Küting/Gattung (2005), S. 241; Loitz (2004), S. 1177.; Schildbach (1998), S. 939.
5 Kirsch (2008b), S. 282.
6 Vgl. BMJ, Gesetzentwurf der Bundesregierung eines Gesetzes zur Modernisierung des Bilanzrechts vom 21.5.2008 (im Folgenden: RegE).
7 Vgl. Henselmann (2008a), S. 255.
8 Vgl. Engels (2008), S. 1554.
2
sollen auch aktuelle Entwicklungen im Rechnungswesen beleuchtet und Probleme eines dynamischen Verweises auf die IFRS aufgezeigt werden.
2 Ausweitung der Abgrenzungskonzeption latenter Steuern
2.1 Konzeptionelle Grundlagen
Grundsätzlich ist zwischen einer bilanzorientierten und einer GuV-orientierten Abgrenzungsmethode zu unterscheiden. 9 Das Timing-Konzept (GuV-orientierte Sichtweise) stellt bei der Abgrenzung latenter Steuern nur auf solche Differenzen ab, die sowohl erfolgswirksam entstanden sind, als auch erfolgswirksam aufgelöst werden. 10 Zudem erfolgt eine eindeutige Fokussierung auf die temporären Differenzen 11 . Im Gegensatz dazu erfolgt bei dem bilanzorientierten Temporary-Konzept ein Vergleich der nach handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellten Bilanz mit der Steuerbilanz. 12 Dabei sind Differenzen, die sich im Zeitablauf wieder ausgleichen (quasi-permanente Differenzen) als Steuerlatenz abzugrenzen. 13
Neben den Unterschieden, die bereits im Einzelabschluss auftreten können (primäre Differenzen), sind beim Konzernabschluss weitere Ebenen zu betrachten. 14 So kommt es zusätzlich zur Abgrenzung latenter Steuern auf Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede zwischen der HB I und der HB II sowie aufgrund von Konsolidierungsmaßnahmen 15 (sekundäre latente Steuern). 16 Das Temporary-Konzept sieht in diesem Zusammenhang eine weiter reichende Abgrenzung latenter Steuer vor als das Timing-Konzept, 17 das somit eine Teilmenge des Temporary-Konzepts darstellt. 18 Hinsichtlich der Bewertung der Steuerabgrenzung können grundsätzlich zwei verschiedene Methoden unterschieden werden: 19 die Deferred-Methode 20 und die Liability-Methode 21 . Während die Deferred-Methode die Zielsetzung eines perioden-
9 Als dritte Methode ist die Net-of-Tax Methode zu erwähnen, der allerdings keine praktische Bedeutung zukommt und die daher nicht in die weitere Betrachtung einbezogen wird. Vgl. zu den Abgrenzungsmethoden z.B. Coenenberg/Hille (1997), S. 537 ff.
10 Vgl. Arians (2000), S. 290.
11 Temporäre Differenzen (timing differences) sind zeitlich begrenzte Unterschiede, die sich in absehbarer Zukunft umkehren.
12 Vgl. Eberhartinger (2002), § 274 HGB Rn. 23.
13 Vgl. Ballwieser/Kurz (2007), Abschn. 15, Rn. 22.
14 Vgl. Baetge/Kirsch/Thiele (2004), S. 474.
15 Hier kommen bspw. die Schuldenkonsolidierung oder die Zwischenergebniseliminierung in Frage; vgl. ausführlich Becker (2001), S.1737.
16 Vgl. detaillierter und m.w.N. Küting/Weber (2008), S. 165.
17 Vgl. Coenenberg (2005), S. 432.
18 Vgl. Elprana (2007), S. 19.
19 Vgl. Petersen/Zwirner (2008), S. 206.
20 Auch deferral method oder Abgrenzungsmethode genannt.
21 Auch als Verbindlichkeitenmethode bezeichnet.
Arbeit zitieren:
Marco Piltz, 2008, Latente Steuern nach HGB (mit BilMoG) im Vergleich mit IFRS, München, GRIN Verlag GmbH
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