Inhaltsverzeichnis
1 Einführung 1
Energiemanagement in der Hotellerie 2
1.1 Energieträger 2
1.2 Alternative Energieformen 2
1.3 Kennzahlen zum Energieverbrauch 4
1.4 Verbrauchsanalysen 5
2 Maßnahmen des Energiemanagements 6
2.1 Sofortmaßnahmen 6
2.1.1 Organisatorische Maßnahmen 6
2.1.2 Technische Sofortmaßnahmen 7
2.2 Standardmaßnahmen 7
2.2.1 Gebäudehülle 8
2.2.2 Küche 9
2.2.3 Wäscherei 10
2.2.4 Hallenbad Wellness 10
2.2.5 Heizung 11
2.2.6 Warmwasser 12
2.2.7 Lüftung 14
2.2.8 Beleuchtung 14
2.2.9 Kühlgeräte 15
2.3 Sonstige Management-Maßnahmen 15
2.3.1 Mitarbeiterführung 15
2.3.2 Umweltkommunikation 17
2.3.3 Energie-Contracting 18
2.3.4 Energie-Monitoring 20
3 Schlussbemerkung 21
4 Literaturverzeichnis 22
Energiemanagement in der Hotellerie 1
1 Einführung
Das Thema Energiemanagement hat vor allem in den letzten Jahren stark an Bedeu- tung gewonnen. Dabei handelt es sich um die Überwachung der Verbräuche der E- nergieträger bzw. „um die effiziente Nutzung dieser Energien“ 1 . Die rasant steigende Klimaerwärmung und deren Folgen zeigen, dass es notwendig geworden ist, sich mit diesem Thema verstärkt auseinander zu setzen. Vor allem der sehr hohe Lebens- standard der westlichen Welt, der eine große Menge Energie vor allem aus fossilen Energieträgern erfordert, trägt zu dieser Entwicklung bei. Da die Ressourcen der fos- silen Energieträger jedoch begrenzt sind, wird der Einsatz erneuerbarer Energien aus Erde, Wind und Wasser immer wichtiger. Insbesondere für den Tourismus und damit auch für die Hotellerie bildet eine intakte Umwelt die Voraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft. Aufgrund dessen sind Maßnahmen zur Reduktion des Energie- verbrauches sowie zur Erhaltung der Umwelt von besonderem Interesse für diesen Wirtschaftszweig. Auch stellen die Kosten einen nicht zu vernachlässigenden Faktor dar, insbesondere im Angesicht ständig steigender Energiepreise. In der Hotellerie wirkt sich der Energieaufwand besonders stark auf das Betriebsergebnis aus, da die Kosten für Energie bei durchschnittlich 6 % des Umsatzes liegen. 2 Die Energieagen- tur Mittelfranken hat zudem den mittleren Strombedarf eines Hotelbetriebes, bezogen auf ein Doppelzimmer, ermittelt. Dieser beträgt ca. 3.700 kWh pro Jahr, was dem Stromverbrauch einer 4- bis 5-köpfigen Familie in einem Einfamilienhaus entspricht. Anhand dieser Zahlen wird deutlich, dass bei den Energiekosten in der Hotellerie ein erhebliches Einsparungspotential besteht, das durch gezielte Maßnahmen umgesetzt werden kann. So hat die Berliner Energieagentur ein Einsparpotential zwischen 8 % und 40 % für Hotelbetriebe ermittelt. 3 Im Folgenden soll nun ein Überblick über die verschiedenen Maßnahmen gegeben werden. Zunächst wird eine Einführung in wichtige Begrifflichkeiten des Energiemanagements gegeben. Anschließend werden die Sofort- und Standardmaßnahmen sowie sonstige Management-Maßnahmen nä- her erläutert.
1 Seitz, Georg: Hotelmanagement, Berlin, Heidelberg, New York, Springer-Verlag, 1997, S. 173 2 Vgl. eigene Berechnung, in Anlehnung an: BBG-Consulting Kanig GmbH und Treugast Institute of Applied Hospitality Sciences: Hotellerie & Gastronomie, Betriebsvergleich 2004, 2004 3 Vgl. http://energiekampagne-gastgewerbe.de/index.php?option=com_content&task=view&id=32, Energiekampagne Gastgewerbe, 18.09.2006
Energiemanagement in der Hotellerie 2
Energiemanagement in der Hotellerie
Im Folgenden werden wichtige Grundlagen des Energiemanagements näher erläutert.
1.1 Energieträger
Wie bereits in der Einführung erwähnt, betragen die Energiekosten einen nicht zu vernachlässigenden Anteil am Umsatz eines Hotelbetriebes. Die wichtigsten Energie- träger sind dabei Heizöl, Erdgas, Fernwärme, Elektrizität, Holz sowie erneuerbare Energien. 4 Um den Energieverbrauch in der Hotellerie zu erfassen, führte die Ecole hôtelière de Lausanne EHL im Jahre 2003 eine Erhebung in der Schweiz durch. Laut dieser Studie beträgt der Verbrauch eines Schweizer Durchschnittshotels an Elektri- zität ca. ein Drittel am gesamten Energieverbrauch, wohingegen Erdölprodukte und Erdgas fast zwei Drittel des Gesamtverbrauches ausmachen. Der Energieverbrauch eines Hotels hängt jedoch sehr stark von Hoteltyp (Stadthotel, Saisonhotel usw.) und Hotelkategorie ab. 5 Um dennoch den Energieverbrauch vergleichen zu können, wur- den unterschiedliche Kennzahlen entwickelt, die in Punkt 2.3 dargestellt werden.
1.2 Alternative Energieformen
Um Energiekosten zu sparen und Energie umweltfreundlich zu nutzen, wurden alter- native Energieformen entwickelt. Die drei bekanntesten Formen sind Wasserkraft, Solarenergie und Kraft-Wärme-Kopplung. 6
Die Energiegewinnung durch Wasserkraft ist jedoch sehr standortabhängig und so- mit nicht generell einsetzbar. 7
Die Gewinnung von Energie durch die Sonne kann auf zwei verschiedene Arten ge- schehen. Zum einen gibt es die sogenannte Photovoltaik-Technik, wobei die Solar- zellen des Solargenerators Strom erzeugen. Jedoch liegt der Nutzungsgrad dieser Anlagen bei gerade 10 %. Bei der Kollektortechnik wird die Strahlungsenergie der Sonne absorbiert und die dabei entstehende Wärme an einen Wärmeträger abgege- ben. Hierbei liegt der Nutzungsgrad um einiges höher, der Warmwasserbedarf kann 4 Vgl. Amstutz, Marc, Schegg, Roland: Hotel-Power. Energieeffizienz und CO2-Emissionen in der Schweizer Hotellerie. Schlussbericht der Phase I, BfE-Projekt „Energieeffizienz und CO2-Emissionen der Schweizer Hotellerie“, Lausanne/Luzern 2003, S. 25 5 Vgl. ebenda, S. 27 f.
6 Vgl. Adloff, Kerstin, Frings-Neß, Cornelia, Georg, Patricia, Schäl, Sabine: Strom – mal alternativ. Alternative Energieformen und deren Wirtschaftlichkeit für Hotellerie und Gastronomie, Bethge, Hans-Joachim, Groos, Werner H., Wolf, Kurt (Hrsg.), Heidelberger Handbuch für Hotellerie und Gastronomie, 2000, W5-1, S. 1 7 Vgl. ebenda, S. 19
Energiemanagement in der Hotellerie 3
bis zu 60 % gedeckt werden. Diese Solaranlagen sind jedoch sehr kapitalintensiv, weswegen sie meist nur mit Hilfe eines Finanzierungsmodells realisierbar sind. 8
Für die Gastronomie bzw. Hotellerie lässt sich am effizientesten die Kraft-Wärme- Kopplung nutzen. Das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung wird in sogenannten Blockheizkraftwerken umgesetzt. Sie werden zur Erzeugung von Wärme und Strom eingesetzt und arbeiten mit Verbrennungsmotoren, die einen Generator zur Stromer- zeugung antreiben. Die dabei anfallende Wärme wird zu ca. 90 % direkt in die Hei- zung und Warmwasserbereitung des Gebäudes geleitet. Diese Form der Energiege- winnung reduziert die CO2-Emissionen erheblich und auch Stromkosten können sig- nifikant gesenkt werden. 9 Das Vier-Sterne-Superior-Hotel „Thalfried“ in Thüringen zeigt, dass dieses Prinzip in der Praxis erfolgreich angewandt werden kann. Die Hei- zungsanlage des Hotels wurde um zwei gasbetriebene Mini-Blockheizkraftwerke er- weitert. Da diese effiziente Energieerzeugung im Rahmen der ökologischen Steuer- reform gefördert wird, wurde das Hotel von der Stromsteuer befreit und die Mineral- ölsteuer für Erdgas und Flüssiggas wurden erstattet. Folgende Kosten- /Nutzenaufstellung verdeutlicht die Rentabilität dieser Investition: 10
8
Vgl. Adloff, Kerstin, Frings-Neß, Cornelia, Georg, Patricia, Schäl, Sabine, a. a. O, S. 13 ff.
9
Vgl. ebenda, S. 7 ff.
10 Vgl. o. V., Blockheizkraftwerk kontra Stromspitzen, in: Hotel & Technik, 15. Jahrgang 6/2005, S. 50 ff.
Energiemanagement in der Hotellerie 4
Abb. 1: Kosten-/Nutzenaufstellung Mini-BHKWs Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: o. V., Blockheizkraftwerk kontra Stromspitzen, in: Hotel & Technik, 15. Jahrgang 6/2005, S. 53.
1.3 Kennzahlen zum Energieverbrauch
Kennzahlen sind Messgrößen, die die Fülle an Informationen in einem Unternehmen konzentriert darstellen. Mit Hilfe von Kennzahlen werden diese Informationen struktu- riert und in Zusammenhänge gebracht. 11 Die Kennzahlen im Energiemanagement vergleichen die energetische Qualität der Hotelbetriebe.
Die Energiekennzahl stellt den Energieverbrauch in einem Gebäude innerhalb eines Jahres dividiert durch die Energiebezugsfläche des Gebäudes dar. Die Einheiten 11 Vgl. Jacobs, Otto H. (Hrsg.), Oestreicher, Andreas: Bilanzanalyse - EDV-gestützte Jahres- abschlußanalyse als Planungs- und Entscheidungsrechnung, 2. neubeabeitete und erweiterte Auf- lage, München, Verlag Franz Vahlen GmbH, 1994, S. 78 f.
Energiemanagement in der Hotellerie 5
sind entweder MJ/m²a oder kWh/m²a. Die Energiebezugsfläche (EBF) stellt dabei die Summe der Geschossflächen dar (ober- und unterirdisch), die bei Nutzung beheizt oder klimatisiert werden müssen. Die Innen- und Außenwände sind bei diesem Wert mit eingeschlossen. Die Energiekennzahl kann noch aufgeteilt werden in die Ener- giekennzahl Wärme und in die Energiekennzahl Elektrizität, die jeweils den Wärme- energieverbrauch (Heizwärme, Warmwasser) beziehungsweise den Elektrizitäts- verbrauch erfassen. 12
Laut Perincioli 13 ist der Vergleich anhand dieser Energiekennzahlen jedoch schwie- rig, da Hotelbetriebe meist sehr unterschiedlich sind. So ist zum Beispiel ein Hotel Garni schwer vergleichbar mit einem Hotel mit großem, und somit stromintensivem, Restaurant. Um dennoch eine Aussagefähigkeit zu erhalten, werden verschiedene Kennwert-Arten genutzt, die den Energieverbrauch entweder auf den Umsatz oder die erbrachte Dienstleistung beziehen. Die Energiekosten in Prozent vom Umsatz stellen die wichtigste Kennzahl dar, da selbst unterschiedliche Betriebe durch diese Größe vergleichbar werden. Als Richtwert für ein effizientes Energiemanagement gelten Energiekosten zwischen 2 % und 3 % des Umsatzes. 14 In Deutschland geben die Hotels, wie bereits in der Einführung erwähnt, im Schnitt 6 % des Umsatzes für Energie aus, was bedeutet, dass noch ein erhebliches Sparpotential in den Hotelbe- trieben vorhanden ist.
1.4 Verbrauchsanalysen
Mit Hilfe von Verbrauchsanalysen lässt sich der Energieverbrauch des Hotelbetrie- bes ermitteln, um Sparpotentiale sowie Handlungsbedarf aufzuzeigen. In der Praxis werden zwei Analysearten angewandt, zum einen die Selbstanalyse und zum ande- ren die Kennwertberechnung. 15
Bei der Selbstanalyse soll der Energiekostenanteil am Umsatz überprüft werden. Diesen Kennwert können die Hoteliers selbst aufgrund von buchhalterischen Zahlen ermitteln und erhalten somit einen groben Überblick, ob ihr Betrieb energieeffizient arbeitet. Wie bereits im vorhergehenden Punkt erwähnt, beträgt der Richtwert der Energiekosten am Umsatz zwischen 2 % und 3 %. Weist ein Hotelbetrieb einen ge- 12 Vgl. Amstutz M., Schegg, R., a. a. O., S. 32 13 Vgl. Perincioli, Lorenz: Energiemanagement in der Hotellerie, Bern, 2004, S. 10 14 Vgl. ebenda, S. 13 f.
15 Vgl. ebenda, S. 15 ff.
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Diplom-Betriebswirtin (FH) Meike Lehmann, 2006, Energiemanagement in der Hotellerie, Munich, GRIN Publishing GmbH
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