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1 Relevanz des Themas 3
2 Schwierigkeiten 4
2.1 Definition und Bildtypen 4
2.2 Darstellung von Bildquellen 5
3 Umgang mit Bildquellen 7
3.1 Einsatzmöglichkeiten und Schülerverhalten 7
3.2 Ein Modell für die Interpretation 9
3.3 Handlungsorientiertes Vorgehen 11
4 Schlussbemerkungen 13
Literaturverzeichnis 14
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1. Relevanz des Themas
Die Verwendung von Bildquellen im Geschichtsunterricht stößt bei Schülern überwiegend auf Zustimmung 1 , und diese Tatsache dürfte auch kaum überraschen. Ein Bild erscheint Schülern in der Regel schließlich wesentlich interessanter als etwa eine Textquelle, es lässt sich schneller erfassen, einprägen und verstehenkurzum: es scheint wesentlich einfacher und angenehmer zu handhaben. Dazu mag kommen, dass ein Bild - womöglich noch ein farbiges dazu - viel leichter Aufmerksamkeit erregt, provoziert oder schockiert. Diese Reizwirkung und Motivationskraft, die von Bildern ausgeht, kann die Geschichtsdidaktik nutzen, und zahlreiche Bildquellen in den aktuellen Schulbüchern belegen, dass dies auch getan wird. 2 Dabei kommt der Bearbeitung solch einer Art von Quelle im Klassenzimmer eine umso größere Bedeutung zu, als das Visuelle einen heute noch immer zunehmenden Anteil an der Lebenswirklichkeit der Schüler ausmacht. Neuere Beiträge, die sich mit Bildquellen als Medium für den Geschichtsunterricht befassen, werden daher nicht müde, dies zu betonen. Gleichzeitig wird eindringlich darauf hingewiesen, dass gerade in einer stark visualisierten Welt auf eine Sensibilisierung der Schüler für Bilder als reiche Informationsquelle abgezielt werden muss, und dass für das Verstehen einer solchen Quelle die üblichen Wahrnehmungs- und Sehgewohnheiten der Schüler nicht ausreichen. 3
Im Folgenden soll nun versucht werden, einen Überblick über den in der neueren Forschung zur Geschichtsdidaktik zunehmend intensiver beachteten Komplex 'Bildquellen im Geschichtsunterricht' zu geben. Dazu wird zunächst auf Probleme aufmerksam gemacht werden, die die Definition des Begriffs Bildquelle sowie die Art der Präsentation von Bilder in Schulbüchern betreffen. Auch auf Schwierigkeiten, mit denen sich Schüler bei der Auseinandersetzung mit Bildern konfrontiert sehen, soll eingegangen werden. Anschließend soll gezeigt werden, welche Methoden im Umgang mit Bildquellen von der Geschichtsdidaktik vorgeschlagen wurden, welcher Stellenwert dabei systematischen Analyse-
1 In einer Untersuchung beurteilten besonders Schüler niedriger Klassenstufen Bilder als Quellen positiv: Wolfrum/Sauer, Zum Bildverständnis von Schülern, S. 416. Hier Kurztitel, die vollständigen Literaturangaben finden sich im Literaturverzeichnis auf Seite 14.
2 Gies, Geschichtsunterricht, S. 239f.
3 So etwa Sauer, Stichworte, S. 114; Buntz, Arbeit mit Bildquellen, S. 4; Erdmann, Bilder sehen lernen, S. 6.
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schemata zukommt und welche Möglichkeiten für den Einsatz von Bildquellen im Unterricht des Weiteren vorgeschlagen werden.
2. Schwierigkeiten
2.1 Definition und Bildtypen
Wird eine Bildquelle im Unterricht eingesetzt, so geschieht dies sicherlich in der Erwartung (oder zumindest in der Hoffnung), dass sie den Schülern einen Erkenntnisgewinn über ein historisches Thema bietet 4 . Bei der Auswahl der Quelle ist also darauf zu achten, dass unterschiedliche Typen von Bildquellen auch jeweils spezifische Schwierigkeiten für Interpretation und Verstehen des Bildes aufweisen. Wichtig erscheint an dieser Stelle, dass zunächst der Begriff 'Bildquelle' klar definiert wird. Spricht beispielsweise Michael Sauer davon, dass „auch Rekonstruktionszeichnungen“ (...) zu den 'Geschichtsbildern' [gehören]“ 5 , so wird er damit im strengsten Sinne nicht dem Quellenbegriff gerecht. Hans-Jürgen Pandel weist dagegen zu Recht darauf hin, dass eine Bildquelle nur dann als eine solche zu bezeichnen ist wenn sie drei Kriterien erfüllt: Erstens muss es sich um eine zweidimensionale bemalte oder bedruckte Fläche handeln (also beispielsweise keine Plastik), zweitens muss sie eine Quelle im historischen Sinn, also in der Vergangenheit entstanden sein. Des Weiteren muss klar sein, dass eine Quelle eben nur eine Quelle für den Zeitpunkt ihres Entstehens ist. 6 Die Arbeit etwa mit einer Rekonstruktionsdarstellung im Unterricht kann also nicht eigentlich als Quelleninterpretation bezeichnet werden. 7 Im Folgenden wird daher die o.g. grundsätzliche Definition von Pandel zugrunde gelegt. Innerhalb des nun festgelegten Bildbegriffes ist eine weitere wichtige Unterscheidung notwendig: Die Zeitebene des Bildes. Es ist entscheidend zu wissen, in welchem zeitlichen Verhältnis der Entstehungszeitpunkt eines Bildes zu dem in ihm Dargestellten steht, das heißt, ob beide Komponenten auf einer zeitlichen Ebene liegen, oder ob es sich um ein sogenanntes 'Historienbild' handelt. Nach Pandels Definition können beispielsweise aus einer Darstellung
4 Zum Ziel 'Entwicklung einer Bildkompetenz' siehe unten.
5 Bilder im Geschichtsunterricht, S. 125.
6 Bildinterpretation, S. 172.
7 Was natürlich nicht heißen soll, dass eine solche Darstellung für den Geschichtsunterricht völlig nutzlos ist; nur handelt es sich dabei eben höchstens für die Zeit des Entstehens der Rekonstruktion um eine historische Quelle. Die Rekonstruktion wiederum ist ja meist zeitgenössisch und damit erübrigt sich ihre Verwendung als historische Quelle.
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Kaiser Barbarossas aus dem 19. Jahrhundert ausschließlich Rückschlüsse über dieses Jahrhundert gezogen werden, niemals aber über jene Zeit Barbarossas. Für den Geschichtsunterricht heißt das konkret, dass die Auswahl eines solchen Historienbildes aus dem 19. Jahrhundert als Bildquelle gänzlich ungeeignet ist, wenn Kenntnisse über Verhältnisse zur Zeit Barbarossas im 12. Jahrhundert vermittelt werden sollen. Es kommt hinzu, dass die angesprochene Zeitebene des Bildes natürlich mit dem jeweiligen kunstgeschichtlichen Hintergrund der Epoche korreliert. Neben dem historischen Erkenntnisgewinn bei der Interpretation eines Bildes sollte auch auf das (Wieder)erkennen von angewandten künstlerischen Techniken und epochenspezifischen Darstellungsformen Wert gelegt werden. 8 Oftmals lassen sich beide Aspekte - historischer und künstlerischer Blickwinkelohnehin kaum klar von einander abgrenzen. Zeitlich und/oder kulturell entfernte Gesten, Symbole und Allegorien sind nicht selten überhaupt erst der Schlüssel zum Verstehen einer Bildquelle.
2.2 Darstellung von Bildquellen
Weitere Schwierigkeiten können sich bei der Darbietung der Bildquellen ergeben. Banal aber wichtig ist zunächst die Forderung, bei der Präsentation der Quellen auf eine gute Darstellungsqualität zu achten. 9 Die Bilder müssen gut erkennbar sein, ausreichend groß und vollständig abgebildet. In der Regel werden die Quellen im Schulbuch abgedruckt sein, aber auch eine Verwendung als Wandprojektion ist möglich und bietet gewisse Vorteile, besonders bei großformatigen Bildern. 10 Eine weitere, wenn auch nur bedingt praktizierbare Art der Bildbetrachtung stellt der Besuch von Kunstmuseen dar. 11 Gewöhnlich wird aber wohl das Schulbuch die wichtigste Quelle für im Unterricht verwendete Bilder darstellen. Das Angebot an Bildquellen in den Bücher ist, wie schon erwähnt, reichlich 12 , und es sollte auch darauf Verlass sein, dass die Qualität des Abgedruckten im Allgemeinen gut ist. Dies dürfte zumindest für die rein (druck)technischen Aspekte gelten, wohingegen im Hinblick auf andere
8 Vgl. Sauer, Stichworte, S. 119. Sauer bedauert in diesem Zusammenhang das Verschwinden der Vermittlung von Kunstgeschichte im Kunstunterricht.
9 Buntz, Arbeit mit Bildquellen, S. 4.
10 Ebd.
11 So von Borries, Bilder, S. 364. Dies sei vorzuziehen, da es den Abbildungen in Schulbüchern an „Materialität“ und „Authentizität und realer Größe“ mangele.
12 Wunderer spricht schon 1992 von „optischer Opulenz“ der Schulbücher (Neue Unterrichtsmaterialien, S. 12).
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Arbeit zitieren:
Markus Maleika, 2006, Die Verwendung von Bildquellen im Geschichtsunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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