Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
2. Die Entwicklung von Sprachstandserhebungsverfahren für Kinder mit
nichtdeutscher Muttersprache 4
3. Diagnostik ist ein Prozess. 5
4. Die Problematik der Maßstäbe 6
5. Probleme bei der Einbindung beider Sprachen (L1 und L2) in
Sprachstandsdiagnoseverfahren 7
6. Vorstellung der beiden Verfahren 8
6.1 SISMIK. 8
6.2 Fit in Deutsch 9
Gemeinsamkeiten der beiden Verfahren 12
Unterschiede der beiden Verfahren. 12
7. In wiefern finden die L1 - Sprachen der Migrantenkinder Berücksichtigung in den
beiden dargestellten Verfahren? 13
8. Vergleich der Verfahren unter Berücksichtigung der Muttersprache 17
Gemeinsamkeiten 17
Unterschiede. 17
W ünschenswertes. 18
9. Fazit. 20
10. Literaturverzeichnis 21
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1. Einleitung
Die vorliegende Hausarbeit stellt einen Vergleich der beiden
Sprachstandserhebungsinstrumente „SISMIK“ und „Fit in Deutsch“ dar. Ein Schwerpunkt wird auf die Berücksichtigung der Muttersprache (L1) der Migrantenkinder gelegt.
Kinder aus Migrantenfamilien verfügen bei ihrem Schuleintritt nicht immer über die erforderlichen Deutschkenntnisse. Da gute Sprach- und Sprechfertigkeiten jedoch eine der wichtigsten Voraussetzungen sind, um in der Schule erfolgreich mitarbeiten zu können, sollte schon im Kindergartenalter interveniert und getestet werden. Bei Bedarf sollte eine Förderung erfolgen. Gerade für Migrantenkinder, die Defizite im Bereich der deutschen Sprache aufweisen, ist eine individuelle Vorschulförderung wichtig, denn die Beherrschung der deutschen Sprache ist Grundvoraussetzung für die schulische, berufliche und soziale Integration (vgl.
http://www.bildungsbericht.de/zeigen.html?seite=2343 25.08.2008). „Sismik“ und „Fit in Deutsch“ sind Sprachstandsdiagnoseinstrumente, die speziell für Kinder mit Migrationshintergrund entwickelt wurden. Beide testen den Sprachstand, damit so frühzeitig interveniert und, wenn nötig, gefördert werden kann. In dieser Arbeit werde ich zunächst die Entwicklung von Sprachstandserhebungsverfahren für Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache thematisieren. Im Anschluss daran geht es um die Diagnostik im Allgemeinen und dass diese immer als ein Prozess gesehen werden muss. In „Problematik der Maßstäbe“ wird beleuchtet, in wiefern die Sprachstandsdiagnose bei Migranten und Muttersprachlern separat betrachtet werden muss. Der nächste Punkt: „Probleme bei der Einbindung beider Sprachen (L1 und L2) in Sprachstandserhebungsverfahren“ diskutiert etwaige Probleme, die zu berücksichtigen sind. Anschließend werden die Sprachstandserhebungsverfahren SISMIK und Fit in Deutsch vorgestellt. Der Schwerpunkt dieser Arbeit besteht in der Fragestellung, in wiefern die L1 - Sprache der Migrantenkinder Beachtung in den beiden dargestellten Verfahren findet. Ein Vergleich beider Verfahren unter Berücksichtigung der Muttersprache fügt sich an. Das Fazit am Schluss dieser Hausarbeit enthält zusammenfassende Bemerkungen zum Thema.
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2. Die Entwicklung von Sprachstandserhebungsverfahren für Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache
Durch die Gastarbeiterbewegung der 70er Jahre kamen seit dieser Zeit immer mehr, überwiegend türkische Menschen, meist im Rahmen der Familienzusammenführung, nach Deutschland. Es fand eine Zuwanderung von vielen Jugendlichen, die zwei-oder mehrsprachig waren, aber oft nur geringe Deutschkenntnisse aufwiesen, statt. Für die Schulen war dieser Immigrationsstrom daher sowohl eine pädagogische, wie auch didaktische Herausforderung. Es wurde daher notwendig, eine Sprachstandsdiagnose bei den zwei- oder mehrsprachigen Kindern durchzuführen. Dafür mussten die notwendigen Instrumente, wie beispielsweise Tests, entwickelt werden (vgl. Reich, 2003, S. 914).
Viele der bis dato eingesetzten Verfahren, so zum Beispiel Sprachtests, die in Intelligenztests bereits vorhanden und eingebunden waren, erwiesen sich als ungeeignet bei der Einschätzung des Kenntnisstandes der schulpflichtigen Jungen und Mädchen (vgl. Reich, 2003, S. 900).
Daher wurde mit der Entwicklung einer eigenen Didaktik für Deutsch als Zweitsprache begonnen. Die bereits vorhandenen Didaktiken der Fremdsprachen dienten als Steinbruch. So wurden einige Bereiche, die zum Beispiel die Wortschatzarbeit oder Leistungsbewertungen betrafen, angepasst und aus der Fremdsprachendidaktik übernommen (vgl. Reich, 2003, S. 914). Die daraus entstandenen vereinzelten ersten Diagnoseverfahren wurden bis Mitte der 80er Jahre verwendet. Insgesamt war der Markt sehr wenig mit Sprachdiagnoseverfahren bestückt (vgl. Apeltauer, 1987, S. 207).
Ferner eigneten sich die Verfahren in der Praxis nicht wirklich, so dass zunächst auch keine weiteren Diagnoseverfahren entwickelt wurden, sondern besonderes Augenmerk auf die Fortbildung von Lehrkräften in Bezug auf die sprachliche Sensibilisierung gelegt wurde (vgl. Reich, 2003, S. 914). Es gab einige wissenschaftliche Untersuchungen, die sich mit der Aneignung von Deutsch als Zweitsprache befassten und die zur Entwicklung der Diagnoseverfahren teilweise auch beitrugen. Besondere Aufmerksamkeit wurde dabei auf die Problematik gelenkt, dass die zu entwickelnden Sprachstandsinstrumente nicht nur die Zweitsprache, sondern auch die Erstsprache zu erfassen haben. Ende der 90er Jahre entstand ein neues Bewusstsein für Sprache und damit auch an
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Instrumenten zur Sprachstandsmessung. Wichtig zu erwähnen ist hierbei, dass diese Tests so ausgerichtet sind, dass sie nicht defizit-, sondern entwicklungsorientiert ausgerichtet sind. Das bedeutet, dass nicht nur festgestellt wird, dass ein Mangel vorherrscht, sondern auch Empfehlungen herausgearbeitet werden, wie dieser Mangel behoben werden kann. Es muss also eine zielgerichtete Sprachförderung für die Kinder angeboten werden (vgl. Reich, 2003, S. 915).
3. Diagnostik ist ein Prozess
Diagnosen sind nicht durch die einmalige Anwendung bestimmter diagnostischer Verfahren zu gewinnen. Vielfältige Faktoren spielen hierbei eine Rolle. Sowohl Befragungen, als auch Beobachtungen und Testungen liefern immer nur Momentaufnahmen für den entsprechenden Zeitpunkt (vgl. Kany, Schöler, 2007, S. 95). Diagnostik sollte deshalb immer als ein Prozess gestaltet werden, in dem Annahmen geprüft und eventuell auch verworfen werden. Zwischenergebnisse sind Prognosen, aber keine Festlegungen! Deshalb bedeutet Diagnostik auch, dass kontinuierlich untersucht werden muss, wie das bei SISMIK möglich ist. So kann der aktuelle Leistungsstand eines Kindes mit dem früheren Leistungsstand verglichen werden. Ein intraindividueller Vergleich ist also möglich. Das ist schon sinnvoll, zumal es sich um eine Testsituation handelt und ein Kind beispielsweise nicht immer dieselbe Tagesform hat. Erhebungen sind auch immer Testsituationen, die die Kinder mit einer meist fremden Person konfrontieren. Außerdem geben Einschätzungen immer nur den ungefähren Entwicklungsstand der Kinder wieder.
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4. Die Problematik der Maßstäbe
Sprachstandserhebungen führen laut Reich (2003) zu erheblichen Problemen, da in der Zielgruppe der zu untersuchenden Schülerinnen und Schülern an deutschen Schulen eine starke Heterogenität in Bezug auf den Spracherwerb herrsche. Daher sei es schwierig, einen geeigneten Maßstab anzusetzen. Der Spracherwerb werde durch den Beginn des Deutschlernens, das Ausmaß der Deutschkontakte genauso beeinflusst, wie durch Typus, Gebrauch und Beherrschung der jeweiligen Herkunftssprache.
Für den Autor stellt sich in erster Linie die Frage, in wiefern eine objektive Sprachstandserhebung überhaupt möglich ist. Es muss entschieden werden, ob die zweisprachigen Jugendlichen in Bezug auf ihre Fähigkeiten, Deutsch zu sprechen, zu der Bevölkerungsgruppe gezählt werden können, die Deutsch als Muttersprache spricht oder welcher Bevölkerungsgruppe sie überhaupt zugeordnet werden können. Unter der Annahme, dass die sprachlichen Fähigkeiten von Muttersprachlern die von Natur aus bestehende Messlatte der Sprachbeherrschung sind, ergibt sich, dass diese Fähigkeiten einen angemessenen Anhaltspunkt dafür bieten, was Schüler noch lernen müssen, um dieses Niveau zu erreichen. Reich äußert in diesem Zusammenhang Kritik, dass ein zweisprachiger Schüler als ein doppelt einsprachiger, aber bruchstückhaft einsprachiger Schüler gesehen werden kann. Daraus resultiere dann die Problematik der Leistungsdifferenzierung im unteren Bereich.
Damit angemessene Maßstäbe bestimmt werden können, ist es notwendig, dies in differenzierter Art und Weise zu tun. Das bedeutet auch, dass es laut Reich nicht möglich sei, zweisprachige Schulanfänger mit deutschen Muttersprachlern gleichen Alters zu messen und sich an deren Norm zu orientieren. Es muss allerdings erwähnt werden, dass ausschließlich eine normbezogene Gegenüberstellung mit sowohl den zweisprachigen Kindern, als auch den einsprachigen deutschen Muttersprachlern, zeigen könne, ob das Ziel der sprachlichen Förderung, die den Schulbesuch und damit auch den Schulerfolg erst möglich macht, von der Schule auch erreicht wird. Auf der anderen Seite würde eine Sprachstandsfeststellung wie „Fit in Deutsch“ dazu benutzt, überhaupt festzustellen, ob Förderbedarf besteht. Daher sei es laut Reich essenziell, dafür Methoden zu entwickeln, die das Erreichen bestimmter Kriterien und damit auch die Erfüllung von Normen sicherstelle (vgl. Reich, 2003, S. 916).
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Arbeit zitieren:
Katharina Keil, 2008, Vergleich der Sprachstandsdiagnoseinstrumente SISMIK und Fit in Deutsch, München, GRIN Verlag GmbH
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