Vorbemerkungen
Das Rückenschwimmen ist eine zur Selbst- und Fremdrettung im Wasser immer wieder unerlässliche Technik, während das Kraulschwimmen ein besonders schnelles Vorankommen im Wasser ermöglicht, weshalb sich als „Volkskraulen“ häufig besonders bei Jungen schon vor dem schulischen Schwimmunterricht eine technisch unsaubere Ausführung eingeprägt hat. In der Bedingungsanalyse werde ich auf die Vorerfahrungen der einzelnen Schüler, soweit bekannt, eingehen.
Unterrichtsziele
Sachkompetenz
- Festigung der Rückenschwimmtechnik
- Erlernen der richtigen Kraulschwimmtechnik
- Erlernen der Koordinierung Atmung-Armbewegung beim Kraulschwimmen
- Erlernen der Grundlagen des Streckentauchens
Methodenkompetenz
- Umsetzen von Bewegungskorrekturen
Personale Kompetenz
- Spaß an der Bewegung empfinden
- Leistungsbereitschaft entwickeln
Soziale Kompetenz
- Erlernen von Teamspiel und Fairplay
Vorüberlegungen
Klassensituation
Die Klasse besteht aus 12 Jungs und 14 Mädchen. Die Technik des Brustschwimmens wird mittlerweile von allen Schülern beherrscht. Drei der Kinder sind im örtlichen Schwimmverein, zwei Jungen und ein Mädchen. Diese drei zeigten bisher im Brust- und Rückenschwimmen eine sehr gute Schwimmtechnik, es ist anzunehmen, dass dies auch im Kraulschwimmen der Fall sein wird. Außerdem haben sich jeweils 4 Jungen und Mädchen als geschickte Schwimmer (jedoch nicht immer mit ganz sauberer Technik) erwiesen, welche
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verbale Anweisungen meist sehr schnell und gut umsetzen können. Insgesamt haben neun Kinder angegeben, schon Kraulen zu können, davon sieben Jungen und zwei Mädchen. Die Qualität der jeweiligen Technikausführung wird sich in dieser Stunde zeigen, die Aufgaben werden zwecks Differenzierung dementsprechend angepasst.
Äußere situative Bedingungen
Die Schwimmstunde findet jeden Mittwoch von 8 00 bis 9 45 Uhr in der Schwimmhalle statt. Die Wassertemperatur beträgt ca. 22°C und es sind im 1,80 bis 2,00m tiefen Schwimmbecken drei 25m-Bahnen abgetrennt. Desweiteren gibt es ein 15x8m großes Nichtschwimmerbecken mit einer Tiefe von 0 bis 1,20m.
Die reine Unterrichtszeit beträgt 75min, hinzu kommen Zeit zum Duschen und Anziehen sowohl 10min Rückweg zur Schule.
Damit der Unterricht pünktlich um 8 00 Uhr beginnen kann, trifft sich die Klasse rechtzeitig vor der Schwimmhalle. Im Vorfeld haben die Schüler eine Einverständniserklärung der Eltern bezüglich des eigenständigen Weges zur Halle abgegeben. Wer diese Einverständniserklärung nicht abgibt, wird 7 40 Uhr von der Sportlehrkraft an der Schule abgeholt, um den Weg unter deren Aufsicht zurückzulegen. Als Hilfsmittel stehen eine Schwimmstange, 15 Schwimmbretter, 3 Gummibälle, 2 Schwimmtore plus Befestigungsmaterial und Tauchringe zur Verfügung. Weiterhin sind 2 Trillerpfeifen unerlässlich und daher vorhanden.
Zwecks effektiver Unterrichtsgestaltung wird der Schwimmunterricht von der Sportlehrkraft und eine zusätzlichen Schwimmlehrkraft geleitet. Somit ist zugleich die Erfüllung der Aufsichtspflicht gewährleistet.
Streckentauchen
1. Gleiten
- Vorher Luftholen!!!
- gestreckter Körper
- Arme streckt nach vorn, Kopf dazwischen
- Hände gerade (Richtungskontrolle durch Handbewegung)
- Augen auf!!!
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2. Tauchen
- Vorher Luftholen!!!
- Nach Eintauchen: lange Gleitphase mit gestrecktem Körper
- Möglichst in Bodennähe tauchen
- In jedem Tauchzug: lange Gleitphase!
- Kräftige Schwimmzüge
- Wenn Bedürfnis nach Atmen: „Blubbern“
Was heißt „Blubbern“?
„Blubbern“ ist das Ausatmen von kleinen Mengen Luft unter Wasser. Es senkt durch den Ausstoß von CO 2 das stärker werdende Bedürfnis nach Einatmen und verlängert so die mögliche Tauchzeit.
Rückenschwimmen
- Rücken gestreckt
- Füße gestreckt
- Bewegung aus der Hüfte, nicht aus dem Kniegelenk Beine gestreckt
- Hand darf am Oberschenkel keine Pause machen
- Hände eintauchen, nicht aufs Wasser aufklatschen lassen
Kraulschwimmen
1. Mit Brett
- Gestreckter Körper
- Arme & Beine gestreckt
- Kopf zwischen Arme, Gesicht ins Wasser
- Einatmen an der Seite, Ausatmen ins Wasser
- Beinbewegung aus der Hüfte heraus
2. Ohne Brett
- Gestreckter Köper
- Beine & Füße gestreckt
- Kräftige Arm- & Beinbewegung
- Eintauchen der Hand, nicht Aufklatschen
- Ellenbogen hoch, beim Arm aus dem Wasser heben
- Saubere 2er-, 3er- oder 4er-Atmung (für diese Übung zunächst 2er-Atmung)
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Einbettung der Stunde in die Unterrichtseinheit
Es handelt sich um die fünfte und sechste Stunde des Schulsportabschnittes Schwimmen 2. In den Stunden eins bis vier wurde die Rückenschwimmtechnik erlernt und gefestigt, die Technik des Brustschwimmens und der Startsprung wurden bereits im letzten Jahr, im Schulsportabschnitt Schwimmen 1, vermittelt. Nach einer weiteren Wiederholung des Rückenschwimmens sollen nun also die korrekte Kraulschwimmbewegung und die zugehörige richtige Atmung sowie die richtige Technik des Streckentauchens eingeführt werden.
Methodische Vorüberlegungen
Aufgrund der Klassenstärke muss diese in zwei zahlenmäßig ca. gleichstarke Gruppen geteilt werden. Eine Einteilung nach Geschlecht bietet sich an, da Jungen und Mädchen beim Wasserball ein sehr unterschiedliches Spielverhalten an den Tag legen und bei kleinen Wettspielen so die Chancengleichheit zwischen den einzelnen Schwimmern bzw. Schwimmerinnen gegeben ist.
Während Gruppe A in den Bahnen die jeweilige Technik trainiert, beschäftigt sich Gruppe B mit Wasserball bzw. erlernt in der Zwischenzeit die Grundlagen des Streckentauchens. Jeweils nach 15min wird gewechselt.
Die spielende bzw. tauchende Gruppe wird vom Sportlehrer beaufsichtigt, während die Technikvermittlung durch die Schwimmlehrkraft erfolgt.
Inhalte der Stunde
Staffelspiele im Nichtschwimmerbecken:
Die Schüler werden in zwei Mannschaften à neun und eine Mannschaft à acht Spieler eingeteilt und stellen sich in drei Reihen im Flachbereich des Nichtschwimmerbeckens auf. Auf Pfiff der Lehrkraft läuft der Este in jeder Reihe los, schlägt am gegenüberliegenden Beckenrand im tiefen Bereich des Beckens an und läuft zurück, damit nach dem Abschlagen per Hand der Nächste aus seiner Mannschaft starten kann. Dann stellt er sich wieder hinten an. Der letzte aus der achtköpfigen Mannschaft läuft zweimal. Es gewinnt die Mannschaft, bei der zuerst wieder alle Mitglieder ordentlich in einer Reihe stehen.
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Tiefe: 0m 1,20m
Variationsmöglichkeiten:
- Vorwärts oder rückwärts laufen
- Ball schieben
- Auf dem Weg drei Tauchringe pro Mannschaft aufheben - Der erste, dritte, fünfte, siebte und neunte müssen die Ringe bei ihrem Lauf mit mindestens 2m Abstand verteilen, der zweite, vierte, sechste und achte heben die Ringe wieder auf und übergeben sie dem nächsten.
- Zu zweit laufen, an den Händen halten
Achtung: bei Schülereinteilung gleichmäßige Aufteilung der Jungen und Mädchen beachten!!!
Tauchen:
Während Gruppe A die Schwimmtechnik trainiert, probiert sich Gruppe B unter Aufsicht der zweiten Lehrkraft im Streckentauchen. Die 12 Jungs stellen sich in zwei Reihen am Beckenrand des nicht eingeteilten Bereiches im Schwimmbecken auf und springen nacheinander auf Kommando mit einem Startsprung ins Wasser. Ohne aufzutauchen gleiten sie nun soweit sie können unter der Wasseroberfläche vorwärts. Anschließend gibt die Lehrkraft Hinweise, worauf besonders zu achten ist (siehe Technikbeschreibung). Nach einem weiteren Durchgang kommen Schwimmzüge hinzu. Zuerst wird die Übung von den Vereinsschwimmern vorgemacht, dann fragt die Lehrkraft die übrigen Schüler, was ihnen auffällt bzw. wichtig erscheint. Die Aufzählungen der Schüler werden durch die Lehrkraft ergänzt, bevor die Schüler auch diese Übung mindestens zwei Bahnen lang nachmachen (wieder siehe Technikbeschreibung).
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Sobald die Schüler die richtige Technik weitgehend beherrschen, geht die Gruppe zu kleinen festigenden Wettspielen über. Möglichkeiten sind hier Einzel-Wettbewerbe, wer am weitesten tauchen kann, oder wer am schnellsten das 25m-Becken durchquert mit Heraufholen von jeweils 4 auf dem Weg verteilten Tauchringen. Auftauchen unterwegs ist dabei erlaubt, kostet aber natürlich Zeit.
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Wasserball:
Die spielende Gruppe wird in zwei leistungs- und zahlenmäßig gleichstarke Mannschaften eingeteilt. Im Tiefbereich des Nichtschwimmerbeckens stehen sich die Mannschaften zu Beginn des Spiels gegenüber. Unter der Aufsicht der Sportlehrkraft spielen zuerst die Jungen als Gruppe B. Der Gegner darf dabei nicht berührt und der Ball nicht gehalten oder getragen werden. Ziel ist es, den Ball am gegnerischen Torwart vorbei ins gegnerische Tor zu transportieren. Die Spieler dürfen sich den Ball zuwerfen, jedoch darf er ins Tor nicht geworfen, sondern nur geschoben oder gelegt werden. Pro Tor gibt es einen Punkt, die Mannschaft mit den meisten Punkten gewinnt.
Da die Jungen zuerst spielen, bauen sie auch zu Beginn ihrer Spielzeit das Tor auf, während die Mädchen am Ende ihrer Spielzeit abbauen werden.
Flach Tief
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Übungen zum Kraulschwimmen
Während die Jungen das Spielfeld aufbauen, gehen die Mädchen zu den Schwimmbahnen. Nach einer kurzen Anleitung verteilen sie sich gleichmäßig auf die Bahnen 1 und 2, die geübtesten Schwimmer gehen auf Bahn 3.
Die Schülerinnen beginnen mit 2 Bahnen Einschwimmen in der Technik des Brustschwimmens (25m hin und 25m zurück). Dabei schwimmt jede von ihrer Position aus rechts in der Bahn, so dass es zu keinerlei Zusammenstößen kommt. Ist die erste zehn Meter weit entfernt, schwimmt die nächste los.
(Zugunsten der besseren Übersicht sollte sich die Lehrkraft die meiste Zeit an der Längsseite des Beckens aufhalten.) Diese Bahnaufteilung gilt auch für alle weiteren Übungen. Nach dem Einschwimmen kommen alle Schülerinnen an den Beckenrand und dürfen sich kurz auf den Rand setzen. Es beginnt die Wiederholung der Rückenschwimmtechnik und die Schülerinnen sollen zusammentragen, worauf man dabei besonders achten muss. Was dabei vergessen wurde, ergänzt am Schluss die Lehrkraft (siehe Technikbeschreibung). Nach der theoretischen Wiederholung begeben sich die Mädchen wieder ins Wasser und schwimmen zwei Mal abwechselnd je eine Bahn Rückenkraul- und Brustgesamtbewegung. Die Lehrkraft geht an der Längsseite mit und gibt Hinweise. Nach dieser kurzen Wiederholung beginnt nun die Einführung ins Kraulschwimmen. Begonnen wird mit der Beinbewegung bei Festhalten des Schwimmbrettes. Zunächst begeben sich wieder alle an den Beckenrand und die Vereinsschwimmerin zeigt die Technik im Wasser. Die Lehrkraft erklärt anhand dieser Demonstration, worauf es besonders ankommt (siehe Technikbeschreibung).
Nach dieser Anleitung nimmt sich jede Schülerin ein Schwimmbrett und begibt sich ins Wasser am Anfang ihrer Bahn. Eine nach der anderen schwimmt auf Kommando los, das Brett mit lang durchgestreckten Armen festhaltend, das Gesicht im Wasser. Nach 25m, auf der Rückbahn, wird zum Ausgleich mit Brustbeinschlagtechnik geschwommen. Nach je 2 Bahnen hin und zurück (4x25m) kommt die Atmung hinzu. Auf den folgenden 2 Bahnen mit Kraulbeinschlag achten die Schülerinnen gezielt darauf, abwechselnd links und rechts ein-, und unter Wasser auszuatmen.
Anschließend wechseln Gruppe A und B die Schwimmbecken. Nun üben die Mädchen 15min das Streckentauchen, während die Jungen die Rückenschwimmtechnik wiederholen und an die Kraultechnik herangeführt werden.
Nach weiteren 15min. dürfen die Jungen Wasserball spielen und die Mädchen setzen das Kraultechniktraining fort. Nach 2 Bahnen der Wiederholung zur Beinschlag-Atmung-
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Koordination werden die Bretter zur Seite gelegt und die Vereinsschwimmerin demonstriert die komplette Kraulgesamtbewegung inklusive der richtigen Zweier-Atmung. Wieder gibt die Lehrkraft entsprechende Hinweise (siehe Technikbeschreibung). Dann probieren die Schülerinnen besagte Technik jeweils eine halbe Bahn lang, dann schwimmen sie mit Brustgesamtbewegung bis zum Ende der Bahn. Genauso verläuft auch der Rückweg. Wer es sich zutraut, darf die ganze Strecke lang kraulen. Den Schülerinnen auf Bahn 3 steht es zu, Zwischenschritte auszulassen und stattdessen ihre schon vorhandene Kraultechnik zu verbessern und gegebenenfalls am Ende jeder Bahn eine Wende ihrer Wahl zu probieren. Bei ihnen wird besonders auf die Feinheiten ihrer Technikausführung geachtet. Kurz vor Ende einer weiteren Viertelstunde schwimmen die Schülerinnen 2 Bahnen im Schwimmstil ihrer Wahl zur Lockerung, bevor wieder die Gruppen wechseln und die Mädchen nun zum Wasserball gehen und die Jungen zum Schwimmen.
Koordinierung Armbewegung-Atmung
Zu Hause sucht sich jeder Schüler eine Wand und stellt sich davor (Abstand zur Wand maximal 1,5 Handbreiten/20cm). Nun beginnt er mit der Kraularmbewegung und setzt dann mit der Atmung ein. Wichtig: Vor dem Einatmen den Kopf abwechselnd mal nach links, mal nach rechts drehen, beim Ausatmen die Wand anpusten! Es wird mit der 2er-Atmung (immer auf derselben Seite, alle 2 Armzüge wird geatmet) angefangen, und dann zur 4er-Atmung (selbe Seite, alle 4 Armzüge) gesteigert. Wer es sich zutraut, kann schon mal die 3er-Atmung (wechselseitig, alle 3 Armzüge) probieren.
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Literatur
Graumann, D., Lohmann, H., Pflesser, W.. Schwimmen in Schule und Verein. Celle: Pohl-Verlag 2001.
Hahmann, H., Schneider, S.. Anfängerschwimmen. Schriftenreihe zur Praxis der Leibeserziehung und des Sports Band 161. Schorndorf 1982
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Arbeit zitieren:
Maja Schulz, 2007, Unterrichtsstunde: Festigung der Rückenschwimmtechnik, Einführung ins Kraulschwimmen und Streckentauchen, München, GRIN Verlag GmbH
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