1. Einleitung-Überblick zur Forschungsgeschichte im Bereich der geistigen Behinderung 3
2. Definition und Diagnose geistiger Behinderung 3
2.1 Definition 3
2.2 Diagnose 4
2.2.1 Diagnose durch den IQ Test 4
3. Edgertons Studie- Zusammenfassung 4
3.1 Hintergrund 4
3.2 Edgertons neue Studie 5
4. Vorgeschichte der untersuchten Personen 5
5. Ausgewählte Lebensbereiche der untersuchten Personen 6
5.1 Wohngegend 6
5.2 Arbeit 6
5.3 Heirat und Sexualität 7
5.4 Freizeit 8
5.5 Zusammenfassung 8
6. Alltagsbewältigung 8
6.1 Strategien zur Alltagsbewältigung 9
7. Edgertons Nachfolgestudien 10
8. Wissenschaftlicher Diskurs 10
8.1 Gerber vs. Edgerton 11
8.1.1 Fehlender historischer Kontext 11
8.1.2 Schwerpunkt „Institutionalisierung“ 12
8.1.3 Überbewertung des IQ 13
8.1.4 Anlehnung an Goffmans „Stigma“ 13
9. Schlussbemerkungen 15
Literatur 16
Fu ßnoten 16
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1. Einleitung- Überblick zur Forschungsgeschichte im Bereich der geistigen Behinderung Das Thema der geistigen Behinderung wurde immer wieder von Wissenschaftlern aufgegriffen, doch seit den 60er Jahren lässt sich ein starker Wandel im Umgang mit geistiger Behinderung beobachten. Bis Dato wurde geistige Behinderung lediglich interpretiert, nie aber wurde auf eigene Aussagen der Betroffenen zurückgegriffen. So entstand ein stark vereinfachtes und verfälschtes Bild geistiger Behinderung. In den 60er Jahren fand ein Umdenken in Bezug auf dieses Vorgehen statt. Von nun an stand die Möglichkeit, Randgruppen im Allgemeinen, für sich selbst sprechen zu lassen, im Vordergrund. Auch geistig Behinderte wollten für sich selbst sprechen, und ihre eigenen Erfahrungen im Umgang mit ihrer Behinderung mitteilen. Dieser Wandel wirkte sich stark auf die wissenschaftlichen Studien aus, die von nun an keine bloße Interpretation des Wissenschaftlers mehr sein konnten. Geistig Behinderten wurde eine Stimme gegeben, sie waren nun kein reines Studienobjekt mehr, dessen Legitimität und Autorität bezweifelt wurde. Heute muss der Wissenschaftler auf geistig Behinderte eingehen, er muss ihnen zuhören und deren Aussagen analysieren um ein möglichst wirklichkeitsgetreues Bild ihrer Selbstwahrnehmung zu schaffen. Dabei muss es geistig Behinderten möglich sein, ihr Leben weitgehend selbst zu bestimmen. Dieses Vorgehen ist notwendig, da sich nur so präzise Unterscheidungen in der Beurteilung ihrer Gedanken und in ihrem Verhalten, sowie Aussagen in Bezug auf ihre tatsächliche Behinderung treffen lassen.
Als einer der Wegbereiter dieser neuen Art von Studie ist Robert B. Edgerton zu nennen, der als einer der Ersten versuchte, Behinderten die eben genannte Stimme zu geben und deren Selbstwahrnehmung herauszufiltern. (Gerber, 1990 i )
In der folgenden Arbeit werde ich Edgertons Studie (Edgerton, 1993 ii ) vorstellen und dabei besonders auf die Probleme, auf welche die untersuchten Personen bei der Alltagsbewältigung stoßen, eingehen.
Anschließend werde ich einige Punkte darstellen, an denen Edgerton kritisiert wurde oder zu kritisieren ist.
2. Definition und Diagnose geistiger Behinderung
2.1 Definition
Der Begriff der geistigen Behinderung kann immer nur relativ gesehen werden. Dabei ist besonders zu beachten, dass verschiedene Ursachen zu geistiger Behinderung führen können. Dennoch lautet ein halboffizielle Definition geistiger Behinderung der American Association of Mental Deficiency von 1959:
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„ Mental retardation refers to subaverage intellectual functioning which originates during the development period and is associated with impairment in adaptive behavior.“
Diese Definition beinhaltet eine Veränderbarkeit von geistig Behindert und normal, was als Resultat eines Wandels innerhalb einer Person oder des sozialen Standarts zu sehen ist.
2.2 Diagnose
Ähnlich wie bei der Definition ergeben sich auch bei der Diagnose geistiger Behinderung etliche Schwierigkeiten. Vor allem bei leichteren Fällen ist die Diagnose aufgrund des weiten Interpretationsspielraums sehr schwierig, da einige Tests nur instabile Ergebnisse liefern, welche zu viele verschiedene Ursachen außer Betracht lassen. Als Gründe hierfür lassen sich subkulturelle Normen sowie ein Wandel der sozialen und kulturellen Standarts aufführen.
2.2.1 Diagnose durch den IQ Test
Der am meisten angewandte Test zur Feststellung geistiger Behinderung ist der IQ Test. Dieser wird meist nach Auffälligkeiten im sozialen Verhalten angewandt, was oftmals auf soziale Inkompetenz schließen lässt. Dennoch bleibt auch dieser Test in seinen Ergebnissen nur relativ, da ihm verschiedene Klassifikationsmodelle zu Grunde liegen. Das am weitesten verbreitetste Modell stammt von der American Association of Mental Deficiency. Hierbei handelt es sich um ein relativ eng gefasstes Punktemodell, bei welchem allein 10 Punkte Unterschied im IQ einen Unterschied zwischen leicht und schwerer behindert bedeuten können. Der IQ kann vor allem durch Erfahrungen, die die Betroffenen in ihrer Kindheit gemacht haben, beeinträchtigt werden. Des weiteren spielen auch soziale und kulturelle Einflüsse eine bedeutende Rolle. Eine der Hauptauswirkungen leichter geistiger Behinderung ist die fehlende Möglichkeit der sozialen Integration.
3. Edgertons Studie- Zusammenfassung
3.1 Hintergrund
Edgerton beschäftigte sich mit diesem Thema, da es Anfang der 60er Jahre noch wenig detaillierte Forschung auf dem Gebiet der geistigen Behinderung gab. Die bis zu diesem Zeitpunkt entstandenen Arbeiten stellten hauptsächlich reine Beschreibungen des alltäglichen Lebens und der allgemeinen Lebensumstände geistig Behinderter dar. Die Betroffenen selbst wurden dabei nicht einmal selbst befragt und es bestand kein langer, direkter Kontakt zu den
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Personen. Es wurde also bei diesen Untersuchungen völlig auf das Prinzip der teilnehmenden Beobachtung verzichtet, was dazu führte, dass die behinderten Personen sich nicht aus ihrer eigenen Sicht beschreiben konnte.
3.2 Edgertons neue Studie
Aufgrund dieser bis dahin bestehenden Defizite auf dem Gebiet der geistigen Behinderung begann Edgerton, eine völlig neu konzipierte Studie durchzuführen. Sein Ziel war die Darstellung der Lebensbewältigung und Selbstwahrnehmung geistig behinderter Personen, die in Los Angeles allein auf sich gestellt waren. Dazu suchte sich Edgerton im Pacific State Hospital, einem Hospital für geistig Behinderte, Personen, welche er nach deren Entlassung über Jahre hinweg bei ihrem Leben „in Freiheit“ beobachten und begleiten sollte. Bis 1958 waren 110 Personen ( 55 männlich, 55 weiblich, Alter zwischen 20-75 Jahren) gefunden, welche die Auswahlkriterien, die da wären, emotionale Stabilität, geringe geistige Behinderung, keine Überwachbarkeit durch die Familie bzw. durch Freunde etc., erfüllten. Diese Personen hatten bis zu deren Entlassung oft bereits bis zu zwanzig Jahre im Hospital verbracht. Die ausgewählten Personen wußten bei deren Entlassung, dass sie von nun an auf sich allein gestellt sein werden. 1960 wurde erstmals nach den vor zwei Jahren entlassenen Personen gesucht, welche nun in ganz Amerika verstreut lebten. Bis 1961 schließlich konnten 12 Personen nicht mehr gefunden werden, andere lebten außerhalb des von Edgerton gewählten 50 Meilen Radius um das Pacific State Hospital, andere wiederum lebten wieder in ihren Familien, welche keinen weiteren Kontakt mehr zuließen. Letztendlich blieben also von den anfangs ausgewählten 110 Personen noch 48 übrig, die Edgerton als Grundlage seiner Studie dienen sollten. Diese Personen hatten bis zu deren Entlassung oft bereits bis zu zwanzig Jahre im Hospital verbracht. Die Datensammlung hierfür fand durch regelmäßigen Kontakt zu den Patienten, deren Familien, Verwandten, Freunden, Arbeitgebern und deren gesamten sozialen Umfeld statt und basierte hauptsächlich auf Interviews, denen alle Befragten ausdrücklich zustimmten. Als besondere Schwierigkeit bei der Datensammlung erwies sich die Tatsache, dass die Privatsphäre der Patienten unbedingt geschützt werden musste, da viele Personen ihrem neuen sozialen Umfeld ihre Vergangenheit verschwiegen hatten.
4. Vorgeschichte der untersuchten Personen
In der Vorgeschichte der von Edgerton untersuchten Personen lassen sich vor allem in deren Kindheit einige Gemeinsamkeiten feststellen. Fast alle durchlebten eine schlechte Kindheit,
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Arbeit zitieren:
Alexandra Mörz, 2001, Stigmatisierung und Überlebensstrategien von Menschen mit geistiger Behinderung in den USA, München, GRIN Verlag GmbH
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