Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Erkenntnisinteresse/Problemstellung: Soziale Arbeit im
Gesundheitswesen 4
2.1 Professionelle Identität Sozialer Arbeit 4
2.2 Bewertung Sozialer Arbeit im Gesundheitswesen: ausgewählte Forschungsprojekte 6
2.3 Soziale Arbeit in der Psychiatrie 8
3 Forschungsdesign: Mitarbeiterbefragung in einem psychiatrischen Krankenhaus 9
3.1 Grundsätzliche Überlegungen: Quantitative und Qualitative Sozialforschung 9
3.2 Fragestellung: Hypothese und Operationalisierung 9
3.3 Methodenauswahl 12
3.3.1 Techniken zur Datenerhebung 12
3.3.2 Schriftliche Befragung 13
3.4 Organisation/Durchführung der Befragung 16
3.4.1 Genehmigung der Mitarbeiterbefragung 16
3.4.2 Klärung der Finanzierung/personelle Unterstützung 17
3.4.3 Fragebogenentwicklung 17
3.4.4 Pretest 20
3.4.5 Vorankündigung der Mitarbeiterbefragung 20
3.4.6 Durchführung der Mitarbeiterbefragung 20
3.5 Auswertung der Mitarbeiterbefragung 21
3.6 Ergebnisdarstellung und Interpretation 21
4 Überprüfung der Eingangshypothesen 33
5 Zusammenfassung 33
6 Anhang 34
7 Literaturverzeichnis 48
2
1 Einleitung
Als ich meine Stelle als Diplom-Sozialarbeiter im Bereich der Rehabilitation antrat, nannten mich meine Kollegen aus der Krankenpflege liebevoll-ironisch „Schnittlauchteetrinker“. Eine Zuschreibung, die aufgrund meiner sozialarbeiterischen Profession entstand. Nun war ich weiß Gott kein Teetrinker (seit Jahren war ich, wie so viele in der Psychiatrie, eher dem Kaffee erlegen) und kein praxisferner Weltverbesserer. Trotzdem wurde mir dieses Attribut gegeben. Diese Etikettierung Sozialer Arbeit war sicher nicht böse gemeint, aber entsprach deren Vorstellung, deren Vorurteil von unserer Profession. Damit wurde die Diskussionsfreudigkeit, mangelndes methodische „Rüstzeug“ der Sozialarbeit etc. ironisch bemängelt. War dies noch eine scheinbar harmlose Einschätzung der Sozialen Arbeit, wurde mir bei der Bemerkung eines mir bekannten leitenden Mitarbeiter jedoch mulmig. Dieser erwähnte immer wieder, dass in seinem ersten Tätigkeitsfeld, einem psychiatrischen Krankenhaus, eine Fürsorgerin alle Patienten versorgt habe. Diese Äußerungen fielen im Kontext von Gesprächen zum Stellenumfang des Sozialen Dienstes im Gesundheitswesen. Der gleiche Mitarbeiter gab KollegInnen immer wieder den Auftrag, PatientInnen bei Einkauf zu helfen (was sozialarbeiterisch durchaus sinnvoll sein kann, aber eine Beschränkung auf diese Tätigkeit stellt eine nicht tragbare Verkürzung unserer Profession dar). Am Beispiel der Fürsorgerin zeigt sich die Einstellung, dass Soziale Arbeit in der Psychiatrie eine unbedeutende Rolle spiele und ersetzbar sei. Diese Einstellung rückt uns in die Nähe von Ehrenamtlern. So wird zumindest der Begriff der Fürsorgerin 1 gesehen. Mit dem Begriff der Fürsorgerin würde auch die disziplinäre Ausrichtung der Sozialen Arbeit, um es vorsichtig zu formulieren, infrage gestellt.
Solche verkürzten Darstellungen korrespondieren mit der Selbstwahrnehmung und Selbstbewertung mir bekannter KollegInnen der Sozialen Arbeit und gipfeln in der Behauptung, wir hätten keinen akademischen Grad, da wir an der Fachhochschule studiert haben. Ein Blick in die Diplomurkunde hätte diese Auffassung wohl revidieren können. In einer Untersuchung von Gerull und Geißler-Piltz wird den SozialarbeiterInnen eine inkonsistente berufliche Identität attestiert (vgl. Geißler-Piltz/Gerull 2007, S. 12). Effinger drückt diese berufliche Selbstwertproblematik wie folgt aus:
„Es gibt wohl kaum eine andere Profession, die wie die Soziale Arbeit so ausdauernd und voller Selbstzweifel nach dem Eigentlichen ihrer beruflichen Handlungen fragt. Manchmal scheint es so, als wenn gerade die Beschäftigung mit dieser Frage das Eigentliche der Sozialen Arbeit ausmacht“ (Effinger, S. 1).
Mit einer schlecht ausgeformten beruflichen Identität können eigene Positionen in der sozialpolitischen Diskussion nicht mit Nachdruck vertreten werden. Engelke untergliedert Soziale Arbeit in ihre Aspekte der Wissenschaft, Lehre und Praxis (vgl. Engelke 2003, S. 26 ff.). Bei den erstgenannten Subsystemen zeichnet sich eine positive Entwicklung ab. In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurde wieder eine rege Theoriediskussion entfacht, insbesondere mit der Konstituierung einer eigenständigen Sozialarbeitswissenschaft. Ferner kann sich Soziale Arbeit auf eine lange praktische,
1 Eine Einschätzung des Begriffes der Fürsorgerin, die ich nicht teile. Seit den 1930er Jahren haben sich differenzierte Konzepte der Fürsorge/Sozialarbeit entwickelt. Als wissenschaftliche Inauguratorinnen gelten Richmond, Salomon und Arlt
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vorwissenschaftliche Phase berufen und seit Mitte des letzten Jahrhunderts auf eine zunehmende Verwissenschaftlichung. Soziale Arbeit profitiert auch von der Installierung der Bachelor- und Masterstudiengänge. Dadurch werden voraussichtlich „vollakademische“ SozialarbeiterInnen und SozialpädagogInnen vermehrt promovieren und zunehmend in die Forschung und Lehre drängen. Aber dieser disziplinäre Gewinn wirkt sich bislang nicht, wie oben bereits beschrieben, hinreichend auf die Profession aus.
In der vorliegenden Hausarbeit soll der Frage nach der professionellen Identität der Sozialen Arbeit, speziell der Klinischen Sozialarbeit im Gesundheitswesen, nachgegangen werden. „Identität“ wird hier verstanden als ein Prozess der Selbst- und Fremdwahrnehmung, die sich gegenseitig determinieren und beeinflussen. Forschungsprojekte aus dem Bereich Sozialer Arbeit im Gesundheitswesen zur Effektivität und zum Selbstbild werden kurz vorgestellt.
Soziale Arbeit erhielt in der Diskussion um eine humanere Psychiatrie Mitte der 1970er Jahre einen besonderen Stellenwert, der mit dem Begriff „Sozialpsychiatrie“ markiert ist. Durch die neoliberale Wende, die auch die Soziale Arbeit in der Psychiatrie erfasste und durch die Tendenz der zunehmenden biologistischen Ausrichtung der Psychiatrie verstärkt wurde, ist der Stellenwert der Sozialen Arbeit bedroht. Auch dies soll im Kapitel 2 der Arbeit betrachtet werden.
Im Kapitel 3 werden speziell die Fremdwahrnehmung und -bewertung Sozialer Arbeit, welche die berufliche Professionalität bestimmen, mittels quantitativer Methoden der empirischen Sozialforschung untersucht. Untersuchungsfeld ist ein psychiatrisches Krankenhaus, in dem nach Entwicklung der Fragestellung und Hypothesen eine Mitarbeiterbefragung im Sinne einer Selbstevaluation durchgeführt wurde. Im Kapitel 4 werden die Ergebnisse der Befragung im Hinblick auf die Einganshypothesen untersucht und bewertet, und es werden mögliche Konsequenzen für die Soziale Arbeit betrachtet.
Die Hausarbeit ist am konkreten Beispiel einer Mitarbeiterbefragung ausgelegt, die theoretischen Aspekte werden in komprimierter Form skizziert 2 . Die Befragung folgte dem üblichen Ablauf einer empirischen Studie, die i. d. R. in fünf Phasen unterteilt ist:
„ I. Formulierung und Präzisierung des Forschungsproblems, II. Planung und Vorbereitung der Erhebung, III. Datenerhebung, IV. Datenauswertung,
V. Berichterstattung“ (Diekmann 2007, S. 187).
2 Erkenntnisinteresse/Problemstellung: Soziale Arbeit im Gesundheitswesen
2.1 Professionelle Identität Sozialer Arbeit
„Identität wird gewonnen, indem sich ein Mensch durch die Akte des Ich in leibhaftigem Wahrnehmen und Handeln und auf dem Hintergrund seiner Geschichte als der erkennt, der er ist (Identifikation) und indem er von den Menschen seines relevanten Kontextes auf dem
2 Die theoretischen Teile der Hausarbeit sind grau markiert.
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Hintergrund gemeinsamer Geschichte als der erkannt wird, als den sie ihn sehen (Identifizierung)“ (Petzold 1986, S. 362).
Simplifizierend ausgedrückt sieht Petzold, der Gründer der Integrativen Therapie, Identität als ein Produkt der Selbst- und Fremdwahrnehmung und der Bewertung der Fremdwahrnehmung. Ich sehe mich selbst, ich werde von anderen gesehen, ich sehe, wie andere mich sehen und bewerte dies. Dieses Modell kann auch auf die Identität der Sozialen Arbeit mit ihren Aspekten der Wissenschaft, Lehre und Praxis übertragen werden. Nach Gerull entwickelt sich die berufliche Identität im Verlauf der beruflichen Sozialisation. Die Identität ist gekennzeichnet durch das Vorhandensein von gemeinsamen Wissensbeständen und „ein hohes Maß an Selbstreflexivität in unterschiedlichen Belangen beruflichen Handelns“ (Gerull 2007 3 ).
Mit dem Begriff der Identität ist im beruflichen Kontext der Sozialen Arbeit der der Professionalität eng verbunden.
„Professionalität heißt, auf eine Kurzformel gebracht, die Tätigkeit nutzen zu können, breit gelagerte, wissenschaftlich vertiefte und damit vielfältig abstrahierte Kenntnisse in konkreten Situationen angemessen anwenden zu können. Oder umgekehrt betrachtet: in eben diesen Situationen zu erkennen, welche Bestandteile aus dem Wissensfundus relevant sein können. Es geht also darum, im einzelnen Fall das allgemeine Problem zu entdecken“ (Tietgens 1988, S. 37).
Rohde gekennzeichnet die Attribute der Professionalität wie folgt:
• Speziell theoretisch begründete Ausbildung
• Verpflichtung zur Einhaltung ethischer Berufsgebote
• Organisation eines berufsständischen Verbandes
• professionelle Tätigkeit hat einen besonders hohen Stellenwert für das Gemeinwohl und für die Öffentlichkeit
• hohe Entscheidungskompetenzen
• überdurchschnittliches Prestige
• Zuschreibung von Fachautorität
• i. d. R. überdurchschnittliches Einkommen (vgl. Rohde 1989, S. 449 f.).
Nach Schilling erfüllen nur wenige Berufe die oben genannten Merkmale, z. B. die Ärzteschaft. Bei der Sozialen Arbeit wird von einer Semiprofession oder unvollendeter Profession gesprochen, d. h. sie befindet sich auf dem Weg einer Professionalisierung (vgl. Schilling 2005, S. 277). Meines Erachtens verfügt die Soziale Arbeit über einen Fundus an weitreichenden wissenschaftlichen Theorien, die auch auf eine lange vorwissenschaftliche und disziplinäre Tradition zurückblicken kann. Engelke hat dies in unterschiedlichen Fachbüchern elaboriert aufgezeichnet (vgl. Engelke 2003). Seit den 1990er Jahren ist nach einer Latenzphase in der Theoriebildung Sozialer Arbeit eine rege kontroverse, wissenschaftliche Diskussion um eine autonome Sozialarbeitswissenschaft entbrannt, die zu zahlreichen Publikationen führte, der Fachwissenschaft Soziale Arbeit neue Impulse gab und letztlich auch deren Inauguration ermöglichte. Bildeten in den 1970er Jahren die
3 Die schriftlichen Unterlagen zum Vortrag wurden mir von Frau Prof. Dr. Gerull freundlicherweise zur Verfügung gestellt
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Bezugswissenschaften den Kern der akademischen Ausbildung Sozialer Arbeit, findet spätestens mit der Implementierung der Bachelor- und Masterstudiengänge („Bologna Prozess“) eine zunehmende Emanzipation von o. g. Disziplinen statt (vgl. Hochschulrektorenkonferenz). Der sogenannte Bologna-Prozess wird zu einer weiteren Akademisierung der Studiengänge in den Fachbereichen für Sozialwesen führen, indem mehr AbsolventInnen der Masterstudiengänge promovieren und zunehmend die Lehrstühle für Soziale Arbeit besetzen werden.
Die Historie der Sozialen Arbeit, mit der sukzessiven Akademisierung Sozialer Arbeit etc. könnte zu einer Festigung der professionellen Identität führen. Wie sieht es nun mit dem Bild der Sozialen Arbeit nach außen hin aus? Wie ist es um das Prestige dieser Berufsgruppe bestellt? Folgende ausgewählte Forschungen zur Bewertung der Sozialen Arbeit sollen diese Aspekte verdeutlichen.
2.2 Bewertung Sozialer Arbeit im Gesundheitswesen: ausgewählte Forschungsprojekte
Engelke benennt in diesem Zusammenhang eine in Deutschland durchgeführte repräsentative Befragung, aus der hervorging, dass die Soziale Arbeit in der Bevölkerung einen sehr hohen Bekanntheitsgrad und Stellenwert hat. Bei dieser 1997 erfolgten zielgruppenspezifischen Analyse sahen 87 % der Befragten Soziale Arbeit als Hilfe bei der Bewältigung von sozialen Problemlagen. 89 % betrachteten SozialarbeiterInnen als Fachleute für Ausgestoßene und Schwache (vgl. Engelke 2003, S. 24).
Über die Effektivität von Sozialarbeit im Krankenhaus führte die Deutsche Vereinigung für den Sozialdienst im Krankenhaus e. V. (DVSK) im Jahre 2001 unter der wissenschaftlichen Begleitung von Prof. Dr. Mühlum und Prof. Dr. Layer eine Evaluationsstudie in Form einer Patientenbefragung durch. Die Untersuchung wurde in 27 Akutkrankenhäusern durchgeführt und beinhaltete einen Fragebogen mit insgesamt 50 Fragen. Teilnehmer der Befragung waren Patienten, die Beratung beim Sozialdienst suchten und deren Entlassung bevorstand. Voraussetzung war, dass die Patienten in der Lage waren, die Bögen selbstständig auszufüllen. Nur in Einzelfällen war es Angehörigen gestattet, den Fragebogen für die Patienten auszufüllen. Für 98 % der Befragten war die Beratung beim Sozialen Dienst sehr wichtig bzw. wichtig, 88 % bezeichneten die Beratung als hilfreich (vgl. Seelhorst 2003, S. 1123 ff.). Als Auslöser der Beratung wurden komplexe Problemlagen und hoher Leidensdruck identifiziert. Die sozialarbeiterischen Hilfestellungen werden in solchen Fällen als besonders hilfreich erlebt, „(...) wenn sie neben den ‚instrumentellen‘ Hilfen vor allem sozial-emotionale Unterstützung leiste[n] und ihre Schnittstellenkompetenz einbring[en]“ (ebd., S. 1126). Für die Untersucher gilt es als belegt, dass Sozialarbeit im Krankenhaus einen Betrag leistet zur
• Krankheitsbewältigung und
• Gesundung (Salutogenese/Gesundheitsförderung) (vgl. ebd. S. 1125).
Zur Fremdbewertung Sozialer Arbeit durch Mitarbeiter liegt eine Untersuchung des Universitätsklinikums in Münster vor. Die Mitarbeiterbefragung wurde im Zusammenhang mit der Qualitätssicherung im Jahre 2004 durch den Sozialdienst dieser Klinik durchgeführt, um das Leistungsangebot des Sozialendienstes zu überprüfen. Die Erkenntnisse sollten ggf. zur Verbesserung von Strukturen und Abläufen genutzt werden, dies vor dem Hintergrund
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der Einführung des pauschalisierten Entgeltsystems 4 in Krankenhäuser und im Rahmen der Entlassungsvorbereitung. Die Befragung ergab insgesamt hohe Zufriedenheitswerte zur Beratungstätigkeit. 98 % aller befragten Mitarbeiter der Klinik gaben an, dass sie die Arbeit des Sozialdienstes als relevant erachteten, davon fanden 89 % die Arbeit sehr wichtig. 93 % der Pflegekräfte und der Ärzteschaft fühlten sich durch die Soziale Arbeit in der Klinik in ihrer eigenen Arbeit entlastet. Bei der Beurteilung der Erreichbarkeit und in punkto Informationsweitergabe über das Beratungsspektrum waren die Ergebnisse eingeschränkt positiv. Über die Hälfte der Befragten wünschte mehr Informationen über die Beratungstätigkeit des Sozialdienstes und nahezu jeder Vierte war mit der Erreichbarkeit des Sozialdienstes nicht zufrieden (vgl. http://sozialdienst.klinikum.uni-muenster.de/2407.html, zugegriffen am 01.05.2008).
„Die positiven Ergebnisse dieser Befragung zeigen, dass Klinische Sozialarbeit mit ihrer Kompetenz und Fachlichkeit mit dem Schwerpunkt psychosoziale Beratung und Begleitung des Patienten als fester Bestandteil mit in das Gesamtbehandlungskonzept des Universitätsklinikums Münster gehört.
Neben Medizin und Pflege leistet Klinische Sozialarbeit als dritte Dimension im Krankenhaus einen wichtigen Beitrag im Sinne einer patientenorientierten ganzheitlichen Behandlung und kann somit adäquat Auswirkungen von Krankheit, Krankenhausaufenthalt und/oder
bearbeiten“ muenster.de/fileadmin/DOMAIN/sozialdienst.klinikum.unimuenster.de/mitarbeiterbefragung.pdf, zugegriffen am 01.05.2008).
Geißler-Piltz und Gerull führen seit 02/2005 ein Forschungsprojekt zum Thema „Wissen und Expertise in der Sozialen Arbeit im Gesundheitsbereich“ durch. Es handelt sich dabei um eine komparative Studie der Alice-Salomon-Fachhochschule in Berlin in Kooperation mit der Deutschen Vereinigung für Sozialarbeit im Gesundheitswesen e. V. sowie der Universität Helsinki, Abteilung Soziale Arbeit (vgl. http://www.susannegerull.de/forschung/ 2005_wissen_expertise.htm, zugegriffen am 02.05.2008). Die zentrale Fragestellung des Forschungsprojektes lautet, „(...) wie Kompetenzen und Wissen im beruflichen Alltag akquiriert und erweitert werden, welchen Stellenwert Wissen einnimmt und wie die eigene Kompetenz eingeschätzt wird“ (Geißler-Piltz/Gerull 2007a, S. 10). Die Forscherinnen ordnen die Untersuchung dem Forschungstyp Grundlagenforschung und selbstreferentielle Untersuchung zu. Als angewandte Forschungsmethoden kommen Fragebögen und Leitfadeninterviews zum Einsatz (vgl. Geißler-Piltz/Gerull 2007b, S. 120). Die These des Forschungsprojektes lautet: „Die Anerkennung und Wertschätzung von SozialarbeiterInnen ist vor allem in multiprofessionellen Arbeitssettings oft gering. Um dies zu verändern, muss die Soziale Arbeit eine stärkere Identität entwickeln. Nur so kann ein fachlicher Austausch auf Augenhöhe erfolgen“ (Gerull 2007). An der quantitativen Befragung beteiligten sich in Deutschland insgesamt 307 Personen, überwiegend SozialarbeiterInnen, davon waren 241 Frauen und 66 Männer. 113 Alumnis gehörten der Kontrollgruppe an. Bei den Leitfadeninterviews wurden 9 Frauen und 5 Männer befragt. Zur Kontrollgruppe gehörten 2 Alumnis, die nicht im Gesundheitswesen tätig waren. Als ein Ergebnis stellte sich heraus, dass die Befragten den Expertenbegriff für ihren Beruf als Sozialarbeiter für abwegig hielten. Wissen im Bereich der Sozialen Arbeit wird als eine Akkumulation von Informationen verstanden. Die berufliche Identität sei kaum ausgebildet, da keine
4 DRG (Diagnosis Related Group)
7
Spezialisation möglich und für das Berufsbild ein breites Wissen notwendig sei. Als vorläufiges Fazit 5 geben die Autorinnen an, „dass Soziale Arbeit unter massivem Druck steht sich zu legitimieren und dass hierfür eine weitere Professionalisierung und die Ausbildung einer eigenständigen Identität erforderlich sind“ (ebd., S. 123).
2.3 Soziale Arbeit in der Psychiatrie
Ende der 1970er Jahre bis Anfang der 1990er Jahre herrschte im psychiatrischen Sektor eine Aufbruchstimmung, ausgelöst durch die antipsychiatrische Bewegung in Italien, die eine Weiterentwicklung in Deutschland in Richtung Sozialpsychiatrie erfuhr. Letztere prägte maßgeblich das sozial- und gesundheitspolitische Handeln jener Zeit. 1975 wurde die Psychiatrie-Enquete fertiggestellt, ein Bericht über die Lage der Psychiatrie in der Bundesrepublik Deutschland mit einer niederschmetternden Bilanz (vgl.
http://www.dgppn.de/de_enquete-1975_39.html, zugegriffen am 19.05.2008). Als Schlagwort sei an dieser Stelle nur die „Verwahrpsychiatrie“ genannt. Die aus dem Bericht resultierenden Empfehlungen der Enquete-Kommission führten zu einer gravierenden positiven Veränderung der psychiatrischen Landschaft, die heute noch anhält. Neben einer verbesserten medizinischen und psychologischen Versorgung stand das „Soziale“ im Vordergrund. Der Stellenanteil von SozialarbeiterInnen/SozialpädagogInnen stieg in diesem Arbeitsfeld sprunghaft an. Damit einhergehend waren die Fachkräfte der Sozialen Arbeit maßgeblich an der Entwicklung von extramuralen, komplementären Einrichtungen und Diensten beteiligt, stellenweise waren sie die alleinigen Initiatoren. Nach einer Konsolidierungsphase ist seit Ende der 1990er Jahre Ernüchterung eingetreten. Durch die knapper werdenden finanziellen Ressourcen im Gesundheitswesen hat sich der Blickwinkel in der Arbeit radikal verändert. Im Mittelpunkt stehen das fehlende Geld sowie die Überlegungen zur Geldbeschaffung und -einsparung. Problematisch für den Bereich der Psychiatrie ist auch die Renaissance des biomedizinischen Krankheitsmodells mit der einseitigen Fixierung auf die psychopharmakologische Behandlung, aber unter Nichtbeachtung der sozialen Umstände des Patienten.
Was sich im Kleinen in psychiatrischen Kliniken vollzog und vollzieht ist Ausdruck eines allgemeinen Wandels in der Sozialstaatlichkeit. Hofemann sieht zwar eine wachsende Notwendigkeit an sozialen Dienstleistungen, aber der erhöhte Bedarf kollidiere mit der Ökonomisierung Sozialer Arbeit, d. h. mit dem geringeren finanziellen Budget (vgl. Hofemann 2005, S. 28 ff.)
„Als Fazit kann festgehalten werden, dass es die Sozialpolitik ebenso wie die soziale Arbeit mit erheblich veränderten Rahmenbedingungen zu tun hat. Diese beziehen sich auf eine quantitativ und qualitativ verändernde Nachfragestruktur einerseits sowie verringerte Finanzierungsspielräume und ein gewandeltes ökonomisches Paradigma, das staatliche Interventionen im Sozialbereich zunehmend negativ bewertet“ (ebd., S. 31).
Wird sich Soziale Arbeit in diesem schwierigeren Kontext behaupten können oder wird sie durch den möglichen Einsatz von Ehrenamtlern, gering qualifizierten Kräften oder anderen Professionen substituiert? Eine konsistente professionelle Identität und damit verbunden ein eigenständiges berufliches Profil mit einem speziellen Leistungsangebot wird umso notwendiger in Zeiten neoliberaler Sozialpolitik. Wird diese Professionalität von den
5 Die endgültigen Ergebnisse werden für das Jahr 2009 erwartet (vgl.
http://www.susannegerull.de/forschung/2005_wissen_expertise.htm, zugegriffen am 02.05.2008).
8
SozialarbeiterInnen und SozialpädagogInnen gelebt und geschätzt und wird sie von den Adressaten und Kollegen in multiprofessionellen Teams wahrgenommen, positiv bewertet und als beruflich autonom betrachtet? - Also, Soziale Arbeit als ein Beruf mit besonderem professionellen Profil?
3 Forschungsdesign: Mitarbeiterbefragung in einem psychiatrischen Krankenhaus
3.1 Grundsätzliche Überlegungen: Quantitative und Qualitative Sozialforschung
In der empirischen Sozialforschung werden zwei Ansätze, die quantitative und qualitative Sozialforschung, unterschieden. Die qualitative Sozialforschung „bemüht sich besonders um einen Blick auf die Qualitäten in der sozialen Wirklichkeit, also um Sachverhalte und Phänomene, die nicht (oder noch nicht) in Zahlen zu fassen und zu bewerten sind“ (König 2007, S. 42). Folgende Merkmale zeichnen sie aus:
• theorieentwickelnd
• hypothesengenerierend.
• induktives Vorgehen. (vgl. Wolf/Priebe 2000).
„Typisch quantitative Methoden zur Datenerhebung sind z. B. das Experiment, die Soziometrie und die quantitativen Formen der Beobachtung und Befragung. Zur Datenanalyse wird die Statistik angewendet. Geht diese über einen rein beschreibenden Charakter hinaus (Deskriptive Statistik), wird die Inferenzstatistik bemüht, mit der man u. a. Hypothesen überprüft. Ein Kennzeichen von quantitativen Methoden ist die deduktivnomothetische Erklärung“ (Wolf/Priebe 2000).
Der Kritische Rationalismus (Popper) gilt als eine Leitmethodologie der quantitativen Forschung (vgl. http://www.harald-ruessler.de/downloads/lehre/empiri-Vorlesung.ppt, zugegriffen am 25.06.2008).
In der folgenden Untersuchung werde ich die Methoden aus der quantitativen Forschung vorstellen und anwenden.
3.2 Fragestellung: Hypothese und Operationalisierung
9
Nachdem der Entstehungshintergrund, das Erkenntnisinteresse im Kapitel 2 verdeutlicht wurde, wird im Folgenden die Hypothese, anhand der oben genannten wissenschaftlichen Kriterien, skizziert.
Die Untersuchungen der Universitätsklinik Münster haben im Rahmen der Mitarbeiterbefragung einen hohen Zufriedenheitsgrad bezüglich der Sozialen Arbeit ergeben. Die Fremdwahrnehmung aus der Patientenperspektive zeigte bei der Untersuchung der Deutschen Vereinigung für den Sozialdienst im Krankenhaus e. V. (DVSK) ebenfalls hohe Zufriedenheitswerte. Diesen Ergebnissen möchte ich mich im Gegensatz zu der Untersuchung von Geißler-Piltz und Gerull anschließen, wobei ich jedoch die Innenperspektive der Autorinnen, d. h. ihre Sicht über die Selbstwahrnehmung Sozialer Arbeit, teile.
Atteslander schlägt folgende Operationalisierungsschritte vor (vgl. ebd., S. 42 ff.), die anhand der durchgeführten Befragung verdeutlicht werden sollen:
1. Hypothesenformulierung
2. Gegenstandsbenennung
Die Hypothese gilt für den Bereich des Gesundheitswesens, hier speziell für die Psychiatrie. Die Befragung wird in einer psychiatrischen Klinik im Rhein-Kreis Neuss durchgeführt. Das St. Alexius-/St. Josef-Krankenhaus ist ein
Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie in Neuss und bietet eine therapeutische Vollversorgung für den gesamten Rhein-Kreis Neuss mit seinen über 450.000 Einwohnern. Das Krankenhaus ist untergliedert in eine Abteilung für Allgemeinpsychiatrie, Gerontologie, Suchtmedizin, Tageskliniken und unterschiedliche Ambulanzen.
Untersuchungsgegenstand war die Tätigkeit des Sozialen Dienstes, der derzeit 11 Personen umfasst. Sämtliche Kollegen sind diplomierte Sozialarbeiter oder Sozialpädagoginnen. Der Soziale Dienst ist eine eigenständige Fachabteilung im
6 Diese Hypothese soll aber nicht Gegenstand der Arbeit sein, da sie den Rahmen sprengen würde. Sie ist der Vollständigkeit wegen aufgeführt. Bei einem größeren Zeitbudget wäre es interessant, mit Mitteln der qualitativen Sozialforschung beispielsweise Interviews zu erfassen. Also eine Forschungsarbeit mit einem Verbindung von qualitativen und quantitativen Verfahren (Triangulation) (vgl. Flick 2007, S. 44 ff.)
10
Krankenhaus, der eine Leitung aus dem Team vorgesetzt ist. Die Kollegen des Sozialen Dienstes arbeiten i. d. R. auf mehreren Stationen in multiprofessionellen Teams. Außerhalb der Stationsarbeit gibt es enge Berührungspunkte mit der Patientenverwaltung im Zusammenhang mit Kostenklärungen. Der Kontakt zu den Sekretariaten und den Mitarbeitern der therapeutischen Dienste ist unterschiedlich ausgeprägt. Neben der Patientenversorgung sind einzelne Kollegen des Sozialen Dienstes in unterschiedlichen „Sonderaufgaben“ eingebunden. Als Beispiel sei die Mitwirkung im Rahmen des Qualitätsmanagementsystems des Hauses und in der Mitarbeitervertretung erwähnt. Ein Kollege ist mit der therapeutischen Leitung einer Station für Medizinische Rehabilitation Suchtkranker betraut. Es wurden alle Mitarbeiter des Pflegedienstes (279 inklusive 44 Pflegeschüler), des ärztlichen und psychologischen Dienstes (72), der therapeutischen Dienste (25) und aus der Verwaltung (insgesamt 22, davon 15 aus den jeweiligen Sekretariaten und 7 aus der Patientenverwaltung), d. h. 398 Personen insgesamt, befragt. Bei der Auswahl der Mitarbeiter spielte der enge berufliche Bezug zum Sozialen Dienst die entscheidende Rolle. Verständlicherweise wurde der Sozialdienst nicht befragt, da es sich um eine Untersuchung der Fremdwahrnehmung und Fremdbewertung des Sozialen Dienstes handelte. Von der Befragung wurden Berufsgruppen mit geringer Mitarbeiteranzahl ausgeschlossen, da es zum einem z. T. nur geringe Schnittstellen in der Arbeit zum Sozialen Dienst gibt, zum anderen aus Gründen der Anonymität. Einzelne Mitarbeiter könnten hier sonst schneller identifiziert werden.
3. Definitionen
7 Soziale Arbeit wird nach Englke in Wissenschaft, Praxis und Ausbildung unterteilt. Gegenstand ist dabei das Bewältigen von sozialen Problemen (vgl. Engelke 2003, S. 27).
11
Abb. 1) Operationalisierungsschritte als Übersetzung von Begriffen in Variablen und Indikatoren am Beispiel Soziale Arbeit 8
3.3 Methodenauswahl
3.3.1 Techniken zur Datenerhebung
8 Abbildung in Anlehnung an Atteslander (vgl. Atteslander 2007, S. 42)
9 „Unter sozialen Daten im engeren Sinne verstehen wir systematisch erhobene Aspekte gesellschaftlicher Wirklichkeit“ (Atteslander 2008, S. 12).
12
Aus folgenden Gründen habe ich für die genannte Fragestellung/Hypothese die schriftliche Befragung gewählt:
• Interesse an der Fremdwahrnehmung Sozialer Arbeit (vgl. ebd., S. 275)
• Begrenzter Zeitrahmen: Es bestand ein Zeitbudget von nur 3 Monaten.
• Begrenzte personelle Ressourcen: Aufwendige Interviews, beispielsweise
3.3.2 Schriftliche Befragung
10 Die Systematik einer Befragung ist kein ausreichendes Kriterium, da beispielsweise auch ein Arzt im Rahmen der Anamneseerhebung seinen Patienten gezielt und systematisch befragt.
14
nicht so zeit- und personalintensiv wie eine mündliche Befragung ist. Ferner konnte ich dadurch alle Mitarbeiter des psychiatrischen Krankenhauses erfassen. Bei der schriftlichen Befragung entfällt auch die Fehlerquelle des Interviewers (vgl. ebd., S. 147). Hätte ich als Interviewer die Befragung mündlich durchgeführt, wäre die Gefahr der Reaktion im Sinne der sozialen Erwünschtheit groß gewesen, da ich im Untersuchungsfeld arbeite und mich viele Kollegen kennen. Bei der Entscheidung war mir bewusst, dass die Befragungssituation nicht so eingehend kontrolliert werden kann wie bei einer mündlichen Befragung. Es besteht das Risiko, dass die Fragen nicht richtig verstanden werden und es zu „falschen“ Antworten kommt. Um diesem zu begegnen, habe ich den Teilnehmern die Möglichkeit gegeben, mich per E-Mail oder telefonisch zu befragen. Ferner wurde ein Pretest durchgeführt, um mögliche Unklarheiten auszuräumen (siehe unten). Ferner besteht bei einer schriftlichen Befragung die Gefahr, dass die Fragen nicht mit der notwendigen Ernsthaftigkeit und Sorgfalt ausgefüllt werden und der Rücklauf gering ausfällt (vgl. ebd., S. 147).
Exkurs: Evaluation
Der Soziale Dienst hatte sich im Rahmen des Qualitätsmanagementsystems des Krankenhauses selbst verpflichtet, die Qualität seiner Tätigkeit einer
Bewertung/Evaluierung zu unterziehen. Geplant war eine Selbstevaluation im Sinne einer Patientenzufriedenheitsbefragung. Selbstevaluation wird hier verstanden als „die Beschreibung und Bewertung des eigenen alltäglichen Handelns und seiner Auswirkungen nach (selbst) bestimmten Kriterien“ (König 2007, S. 41). In dieselbe Richtung zielte die vorliegende Untersuchung. Die Evaluation erfolgte im Sinne einer Fremdbewertung durch die anderen Berufsgruppen und ergänzte die oben genannten Bestrebungen. Da mein eigenes Berufsfeld 12 evaluiert wurde, kann bei dieser Untersuchung von einer Selbstevaluation gesprochen werden (vgl. ebd., S. 39). Als eine reine Selbstevaluation kann es nicht verstanden werden, da ich die Arbeit im Rahmen meines Studiums durchführte. Die Kriterien einer Selbstevaluation können wie folgt zusammengefasst werden: • „Selbstevaluation hat immer mit Beschreibung und mit Bewertung unseres Alltagsgeschäfts zu tun.
11 Die Verteilung erfolgte über die persönlichen Postfächer der Mitarbeiter und über die Berufsgruppenleiter.
12 Ich arbeite im untersuchten Krankenhaus seit 15 Jahren im Sozialen Dienst.
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• Es ist notwendig, Praxisausschnitte zu definieren, die der Beschreibung und Bewertung unterzogen werden sollen. (...)
• Sowohl das berufliche Handeln als auch seine Auswirkungen (...) können Gegenstand der Beschreibung und Bewertung sein.
• Messlatte für die Bewertung des Beschriebenen sind immer selbst formulierte Kriterien, deren Herkunft offen gelegt und deren Bedeutung in eigener Verantwortung theoretisch und/oder fachlich begründet werden muss“ (ebd., S. 41).
3.4 Organisation/Durchführung der Befragung
3.4.1 Genehmigung der Mitarbeiterbefragung
Nach der Formulierung der Hypothese, den Operationalisierungsschritten der Methodenauswahl und der Bestimmung des Untersuchungsfeldes erfolgte die Genehmigung der Befragung durch die folgenden Institutionen des Krankenhauses:
• Mitarbeiter des Sozialen Dienstes
• Einrichtungsleitung
• Berufsgruppenleiter
• Personalabteilung
• Mitarbeitervertretung.
In einem ersten Schritt wurde die grundsätzliche Genehmigung eingeholt, damit eine Planungssicherheit vorhanden war. Folgende Aspekte spielten bei dem
Genehmigungsverfahren eine Rolle:
• Vorstellen des Forschungsdesigns und damit verbunden die Formulierung der Notwendigkeit der Anonymität der Befragten. In diesem Zusammenhang habe ich klargestellt, dass die Forschungsarbeit im Rahmen meines Studiums der Sozialen Arbeit erfolgt und nicht durch meinen Arbeitsgeber beauftragt wird. Damit bleiben alle Fragebögen in meinem Besitz und gelangen nicht in „fremde Hände“.
• Die Mitarbeitervertretung stimmte zunächst grundsätzlich zu, aber behielt sich nach Voransicht des Fragebogens ein Vetorecht vor. Wichtig war, dass durch die Bögen keine einzelnen Mitarbeiter geschädigt wurden. Diesem Punkt wurde von mir, auch aus forschungsethischer Sicht, uneingeschränkt zugestimmt. Es wurde zugesichert, dass keine Rückschlüsse auf einzelne Mitarbeiter gezogen werden können. Für die MAV war es von besonderer Relevanz, dass die Befragung im Rahmen des Studiums durchgeführt wurde und nicht im Auftrag der Einrichtungsleitung.
• Die Personalabteilung stimmte zunächst auch grundsätzlich zu, behielt sich jedoch ebenfalls ein Vetorecht nach Durchschicht des Bogens vor: Man wollte damit die Mitarbeiterechte wahren.
• Die Einrichtungsleitungen und Berufsgruppenleiter genehmigten die Befragung verbunden mit der Bitte, die Ergebnisse für alle zugänglich zu machen.
Nach der Erstellung des Fragebogens wurden von oben genannten Stellen keine Bedenken geäußert, sodass eine Umsetzung erfolgte.
16
3.4.2 Klärung der Finanzierung/personelle Unterstützung
Folgende Finanzierung und personelle Unterstützung wurde von der Einrichtungsleitung zugesagt:
• Übernahme sämtlicher materieller Kosten für Papier, Kopien, Briefumschläge und Etiketten
• Erstellung der Fragebogenkopien und der Briefumschläge durch die Arbeitstherapie „Bürotraining“
• Nutzung des hausinternen E-Mail-Systems und der Mitarbeiterpostfächer; Einrichtung eines speziellen Postfaches und Aufstellung einer Box für die Rücksendung der Bögen. Möglichkeit der Vorstellung des Projektes in den jeweiligen Berufgruppensitzungen.
3.4.3 Fragebogenentwicklung
Bei meiner Fragenbogenkonstruktion habe ich mich nach den Regeln für Fragebogenentwicklung und den sukzessiven Fragenablauf gerichtet. Im Folgenden werde ich die relevanten theoretischen Aspekte aufführen und mit ausgewählten Beispielen aus meinem Fragebogen (vgl. Anhang 1) veranschaulichen. Zwischen dem Erstentwurf und der endgültigen Fassung lagen unzählige Arbeitsschritte, verbunden mit Gesprächen mit Kollegen, Freunden und den Qualitätsbeauftragten der Einrichtung.
Als Beispiel für eine Frage mit einfacher Wortwahl und kurzer Formulierung kann die Frage 11 aus dem Fragebogen gesehen werden.
>>11. Der Soziale Dienst ist erreichbar.<< Diese Formulierung hatte ich zunächst etwas ausgeschmückt, um das Ganze wissenschaftlicher wirken zu lassen. Aber nach Vorlage der Frage bei mehreren Kollegen wurde die Frage immer kürzer und kompakter. Sie gaben die Rückmeldung, dass die Frage im Kontext der Klinik verständlich sei.
13 Von anderen Autoren werden diese Fragen als wichtig erachtet (vgl. Schnell/Hill/Esser 2005, S. 336).
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Das Hinzufügen des Items „keine Beurteilung möglich“ erfolgte erst nach dem Pretest. Die Mitarbeiter aus der Verwaltung hatten angegeben, dass sie gewisse Punkte der Sozialen Arbeit nicht beurteilen könnten, da der berufliche Kontakt in diesem Falle auf das Sozialadministrative beschränkt sei. Näheres dazu findet sich in Kapitel 3.4.4. Bei der Itemanzahl habe ich mich bei Fragen, in denen die Einstellung erfragt wird, bewusst für eine gerade Anzahl entschieden, um somit eine klare Positionierung in positiver oder negativer Hinsicht bei den Befragten zu erreichen und um die Tendenz zur Mitte zu vermeiden (neutraler Wert) (vgl. Diener 2006, S. 10).
Bei Aufbau des Fragebogens habe ich mich bewusst für eine andere als die sonst übliche Variante entschieden. Die sozialdemografischen Fragen habe ich an den Anfang gesetzt, um sie als Einstiegsfragen zu nutzen. Direkte Fragen zur Sozialen Arbeit wären eventuell für die Verwaltungskräfte und für die Mitarbeiter der therapeutischen Dienste zu schwer gewesen. Durch die Motivierung der Mitarbeiter im Berufsgruppenteam ging ich im Vorfeld von einer hohen Beteiligung aus. Fragen zur Teamarbeit habe ich nach den Fragen zur Patientenarbeit gestellt, da diese schwieriger zu beantworten waren. Den Themenblock „Bekanntheitsgrad der Klinischen Sozialarbeit“ habe ich am Schluss positioniert, da er meiner Meinung nach den „kniffligsten“ Teil des Bogens darstellt.
An den Anfang des Schreibens wurde eine Erläuterung gesetzt, in welcher der Grund der Befragung und die Genehmigung der Mitarbeiterbefragung erklärt sowie der Autor vorgestellt wurde. Besonderes Augenmerk lag hier auch auf dem Datenschutz. Als Beispiel für die Trichterung kann der Themenblock „Patientenarbeit“ genommen werden. Die Fragen 7 bis 9 werden sukzessive spezifischer, in dem Sinne, als zunächst nur nach der allgemeinen Wirkung der Sozialen Arbeit gefragt wurde (Frage 7), dann spezieller nach dem Aspekt der Genesung (Frage 8) und darauffolgend der Aspekt der Genesung noch einmal spezifiziert wurde (Frage 9) (vgl. Anhang 1).
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Als Beispiel für eine geschlossene Frage mit Einfachnennung kann folgende Frage gelten: >>15. Fühlen Sie sich durch die Tätigkeit des Sozialen Dienstes in Ihrer Tätigkeit entlastet? << Geschlossen Fragen mit Mehrfachnennung wurden nicht verwendet, dafür aber halboffene Fragen. Als Beispiel sei hier die Frage 6 genannt (vgl. Anhang 1). Am Ende des Fragebogens wurden zwei offene Fragen gestellt, um den Mitarbeitern die Möglichkeit zu bieten, ihre Meinung frei und ohne Vorgaben zu äußern.
Als Beispiel für die Nominalskala sei die Frage 1 (der Mitarbeiterbefragung) nach dem Geschlecht genannt. Es kann nur ein Item angekreuzt werden, die Items weiblich oder männlich schließen sich gegenseitig aus. Die Ordinalskala wurde beispielsweise bei Frage 10 angewendet. Die Intervallskala wird in der empirischen Sozialforschung selten eingesetzt. Die Problematik des Übergangs von der Ordinal- zur Intervall-Skala in der
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empirischen Sozialforschung soll hier nicht vertieft werden. Dazu hat sich Porst explizit geäußert (vgl. Porst 2008). Eine angepasste Form der Intervall-Skala stellen die Fragen 11 bis 14 dar. Die Ratio-Skala wurde im Fragebogen nicht verwendet (vgl. Anhang 1).
3.4.4 Pretest
Als Entwicklungs-Pretest kann bei meiner Fragebogenkonstruktion gelten, dass ich den Bogen immer wieder mit Personen durchgesprochen und anschließend angepasst habe. Einen Abschluss-Pretest habe ich 5 Tage vor dem Erhebungszeitraum mit 12 Personen durchgeführt, entsprechend der prozentualen Verteilung der Berufsgruppen. 7 Mitarbeiter aus der Krankenpflege, 2 aus dem ärztlich-psychologischen Dienst, 2 Verwaltungskräfte und eine Mitarbeiterin der therapeutischen Dienste. Die Kollegen aus der Pflege und dem ärztlich-psychologischen Dienst hatten keine Probleme beim Ausfüllen des Bogens, im Gegensatz zu den Kollegen aus der Verwaltung und den therapeutischen Diensten, die einige Fragen nicht beantworten konnten, wie z. B. die Frage 12, da keine Teamarbeit mit dem Sozialen Dienst besteht. Daraufhin habe ich die Antwortmöglichkeit „keine Beurteilung möglich“ eingefügt.
3.4.5 Vorankündigung der Mitarbeiterbefragung
Um einen hohen Rücklauf der Fragebögen zu gewährleisten, habe ich mehrere Formen der Vorankündigungen gewählt:
• Ankündigung per E-Mail: Das Schreiben ging an alle Mitarbeiter ein Tag vor der Erhebung (vgl. Anhang 2).
• Ferner habe ich die Mitarbeiterbefragung bei der Besprechung der pflegerischen Stationsleitungen und bei der Besprechung der therapeutischen Dienste vorgestellt.
• Für die Ärztebesprechung hat dies freundlicherweise mein Dienstvorgesetzter, der Chefarzt der Suchtabteilung, übernommen.
• Die Kollegen aus dem Sozialen Dienst haben ferner „Werbung“ in ihren jeweiligen Stationsteams gemacht.
3.4.6 Durchführung der Mitarbeiterbefragung
Die Mitarbeiterbefragung fand vom 29.04.2008 bis zunächst zum 08.05.2008 statt. Der Erhebungszeitraum wurde dann noch um einen Tag verlängert, um den Rücklauf nochmals zu erhöhen. Vorher wurde ein Erinnerungsschreiben per E-Mail versandt (vgl. Anhang 3). Um es den Mitarbeitern zu erleichtern, wurden beschriftete Briefumschläge beigelegt. Die Verteilung erfolgte entweder über die persönlichen Postfächer der Mitarbeiter oder über die
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Berufsgruppenleiter. Für den Rücklauf der Bögen wurde in einem Bereich des Krankenhauses ein Briefkasten angelegt, in einem anderen Teil eine Box.
3.5 Auswertung der Mitarbeiterbefragung
Die Auswertung der Bögen erfolgte über das Softwareprogramm GrafStat, ein Programm für Befragungsprojekte. Die Eingabe habe ich persönlich über die Funktion „Bildschirminterview“ vorgenommen.
Mit diesem Programm sind sowohl einfache als auch komplexere Auswertungen möglich. Beim letztgenannten Punkt können beispielsweise zwei Merkmale miteinander gekreuzt werden (Kreuztabelle). Es können Filter gesetzt oder Gruppierungen vorgenommen werden. Um die Daten zu interpretieren und vorzustellen, können Grafiken unterstützend eingesetzt werden (vgl. http://www.forschen-mit-grafstat.de/, zugegriffen am 26.06.2008). Die Auswertung des Fragebogens erfolgt mit der deskriptiven Statistik, d. h. mit der statistischen Beschreibung der Befragungsdaten, (vgl. Atteslander 2008, S. 285 ff.) durch statistischer Diagramme, Graphiken, bzw. Tabellen. Überwiegend habe ich Häufigkeitstabellen und Prozenttabellen verwendet.
3.6 Ergebnisdarstellung und Interpretation
Fragen zur Person
Die Grundauswertung der Befragung ist im Anhang (Nr. 4) zu ersehen. Von den 398 Personen befragten Personen haben insgesamt 129 Mitarbeiter teilgenommen, d. h. die Rücklaufquote beträgt 32,4 %. Bei vergleichbaren Untersuchungen im Haus belief sich die Rücksendung auf ca. die Hälfte 14 . Mögliche Ursachen für die 67,6%ige Nonresponse-Quote könnten in Krankenstand und Urlaubszeiten liegen. Diesbezüglich liegen mir jedoch keine konkreten Zahlen für den Erhebungszeitraum vor. Ferner konnte ich nicht jeden einzelnen Fragebogen persönlich aushändigen, sondern war auf die Kooperation der Berufsgruppenleiter angewiesen. Ob jeder einzelne Bogen die Befragten erreicht hat, lässt sich infrage stellen, insbesondere gilt dies für die 44 Krankenpflegeschüler, die sich in vielen Fällen wochenlang zu Außeneinsätzen außerhalb der Klinik befinden. Einen Hinweis darauf könnte der geringe Rücklauf in der Altersgruppe der unter 26-jährigen liefern. Der Rücklauf betrug hier insgesamt nur 5 Bögen. Die Altersgruppe der unter 26-jährigen im Bereich der Krankenpflege beträgt aber 39 Personen, d. h. in dieser Altersklasse gab es nur eine 12,82%ige Beteiligung. Ein weiterer Aspekt ist der kurze Erhebungszeitraum von elf Tagen und möglicherweise die Befürchtungen, die Daten könnten nicht anonym behandelt werden. Dies ist verständlich, da ich als Untersucher auch in der Einrichtung arbeite. Ein weiterer Punkt ist das schlichte Desinteresse an der Teilnahme an einer Befragung. Die Verteilung der einzelnen Berufsgruppen im Krankenhaus zeigt die folgende Abbildung.
Abb. 4) Mitarbeiterverteilung im St. Alexius-/St. Josef-Krankenhaus Neuss
14 Mündliche Aussagen von leitenden Mitarbeitern.
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Die Verteilung der einzelnen Berufsgruppen, die an der Befragung teilgenommen haben, zeigt die Abbildung 5.
Abb. 5) Beteiligte Berufsgruppen: Absolute Zahlen und prozentuale Angabe
Die geringe prozentuale Beteiligung des Pflegedienstes an der Befragung ist vermutlich durch den nahezu kompletten Ausfall der Krankenpflegeschüler zu erklären. Ferner arbeiten hier viele Teilzeitkräfte an den Wochenenden, und diese haben keine Berührungspunkte mit dem Sozialen Dienst. Die ebenfalls geringe Beteiligung der Verwaltungskräfte hat eventuell mit einem Messfehler zu tun, da ich vermute, dass das Personal der Sekretariate sich dem ärztlich-psychologischen Dienst zugeordnet hat. Erfreulich ist die hohe Beteiligung des ärztlich-psychologischen Dienstes und der therapeutischen Dienste. Hier hat jeder Zweite den Bogen ausgefüllt.
An der Befragung nahmen 82 Frauen (64,06 %) und 46 Männer (35,94 %) teil. Ob dies der tatsächlichen prozentualen Verteilung entspricht, kann ich nur vermuten, da mir hierzu von der Personalabteilung keine Daten zur Verfügung gestellt wurden. Die Altersverteilung der Befragten sieht wie folgt aus: 18-25 Jahre → 5 (3,91 %) 26-35 Jahre → 22 (17,19 %) 36-45 Jahre → 43 (33,59 %) 46-55 Jahre → 38 (29,69 %) 56-65 Jahre → 20 (15,63 %)
Die hohe Anzahl der Mitarbeiter im Alter von 46 Jahren aufwärts (45,32 %) korrespondiert mit den langjährigen Berufserfahrungen von vielen Mitarbeitern im Gesundheitswesen. Nahezu zwei Drittel der Befragten arbeiten seit über 16 Jahren im Gesundheitswesen. Einen signifikanten Unterschied zeigt sich in der Altersgruppe der 26-35-jährigen zwischen der Berufsgruppe der Krankenpflege (13,50 %) und dem ärztlich-psychologischen Dienst (31,40 %). Dies hängt damit zusammen, dass das Krankenhaus Ärzten und Psychologen nach dem Studium im Rahmen der Facharztausbildung oder im Rahmen eines Praktikums für angehende psychologische Psychotherapeuten eine Spezialisation anbietet. Signifikante Unterschiede gab es auch in der Geschlechterverteilung der letztgenannten Berufsgruppen (siehe dazu Abbildung 6).
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Abb. 6) Geschlechterverteilung Pflegedienst und ärztlich-psychologischer Dienst
Fragen zur Patientenarbeit des Sozialen Dienstes
Die Fragen zur unmittelbaren Patientenarbeit ergaben hohe Zustimmungswerte. Von 129 Befragten beantworteten 126 die Frage nach der Bedeutsamkeit der Arbeit des Sozialen Dienstes. Davon sprachen 50,80 % der Sozialen Arbeit große Bedeutung zu, 49,20 % eine sehr große Bedeutung. Dies ist eine 100%ige Zustimmung für die Patiententätigkeit des Sozialen Dienstes.
Abb. 7) Bedeutsamkeit der Arbeit des Sozialen Dienstes für Patienten
Auffallend ist hierbei, dass mit dem Alter der Mitarbeiter auch die generelle Zustimmung zur Sozialen Arbeit steigt. Eine Ausnahme bildet hier die Gruppe der 36-45-jährigen, in der die Bewertung etwas vorsichtiger positiv ausfiel.
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Abb. 8) Bedeutsamkeit der Arbeit des Sozialen Dienstes für Patienten, differenziert nach dem Alter der Befragten
intensiver die Zusammenarbeit ist. Die höchsten Zustimmungswerte äußerten die Pflegekräfte und der ärztlich-psychologische Dienst. Hier besteht die engste Zusammenarbeit im multiprofessionellen Team.
Abb. 9) Bedeutsamkeit der Arbeit des Sozialen Dienstes für Patienten, differenziert nach Berufsgruppen
In der nächsten Abbildung ist eine sinkende Zustimmung bei den Arbeitsfeldern mit geringem Arbeitskontakt sichtbar, so bei den Ambulanzen, den Tageskliniken und den abteilungsübergreifend arbeitenden Mitarbeitern.
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Abb. 10) Bedeutsamkeit der Arbeit des Sozialen Dienstes für Patienten, differenziert nach Abteilungszuordnung
Das Leistungsangebot des Sozialen Dienstes wird von 96,60 % als eher passend bzw. sehr passend bewertet. Allein 54,70 % betrachten das Angebot als sehr passend. Interessant ist hierbei, dass die Krankenpflege und der ärztlich-psychologische Bereich das Angebot positiver bewerten als beispielsweise die therapeutischen Dienste und die Verwaltung (vgl. Anhang 5).
Die Aspekte der Klinischen Sozialarbeit, also der Stellenwert der Sozialen Arbeit für die Genesung der Patienten, wurden von 34,10 % als sehr bedeutsam und von 59,50 % als bedeutsam beurteilt. Bei diesem Aspekt zeigten sich 6,40 % der Befragten eher kritisch oder ganz kritisch. Die Zustimmungswerte sinken leicht, je tiefer der Gegenstand der Klinischen Sozialarbeit abgefragt wird. Bei der Frage nach dem Stellenwert der Sozialen Arbeit für die Krankheitsbewältigung und Krankheitsverarbeitung der Patienten beurteilten insgesamt 11,50 % der Befragten den Gegenstand negativ. Die Beurteilung für eine sehr hohe Bedeutsamkeit in diesem Bereich sinkt ebenso deutlich. Stimmten noch bei der Frage nach der Bedeutsamkeit des Sozialen Dienstes für die Patienten 49,20 % der Befragten mit „sehr gut“ ab, sinkt dieser Wert bei der Frage nach dem Stellenwert der Sozialen Arbeit für Krankheitsverarbeitung und Krankheitsbewältigung auf 22,10 %.
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Abb. 11) Fragen zur Patientenarbeit des Sozialendienstes/alle Befragte.
29,60 % der Männer gaben an, dass sie dem Aspekt der
Krankheitsverarbeitung/Kranheitsbewältigung sehr große Bedeutung zu sprechen, während dies nur 18,20 % der Frauen taten.
Abb. 12) Fragen zur Patientenarbeit des Sozialendienstes, differenziert zwischen Frauen und Männer
Differenziert man die Frage nach der Krankheitsverarbeitung und Krankheitsbewältigung, ergibt sich folgendes Bild.
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Abb. 12) Fragen zur Patientenarbeit des Sozialen Dienstes, differenziert nach Berufsgruppen.
Die Einschätzung darüber, welche Hauptaufgaben dem Sozialen Dienst zugeschrieben werden, verdeutlicht Abbildung 13.
Abb. 13) Welche sind die Hauptaufgaben des Sozialen Dienstes?
Hervorzuheben scheint der Aspekt, dass nur ca. ein Drittel aller Befragten die Soziotherapie/ Psycho-soziale Behandlung angegeben haben, der eigentliche Hauptgegenstand der Klinischen Sozialarbeit.
Innerhalb der Suchtabteilung wird dem letztgenannten Aspekt eine andere Bedeutung beigemessen: So haben von 19 Befragten 13 Personen die Soziotherapie/psychosoziale Behandlung als Hauptaufgabe des Sozialen Dienstes gewertet. Das entspricht einem Prozentsatz von 68,42 % (vgl. Anhang 6). Mögliche Ursache dafür könnte sein, dass Soziale Arbeit in der Suchtkrankenhilfe traditionell therapeutische Elemente im Aufgabengebiet hatte und bis heute hat und sich dies auch in der Tätigkeit der Sozialen Arbeit innerhalb der Suchtabteilung widerspiegelt.
27
Hohe Zustimmungswerte zeigen sich auch bei der Frage, wie passend das Leistungsangebot des Sozialen Dienstes sei.
Abb. 14) Beurteilung des Leistungsangebotes des Sozialen Dienstes: alle Befragten
Fragen zur Zusammenarbeit/Teamarbeit mit dem Sozialen Dienst
Die Erreichbarkeit wird von 98,30 % aller Befragten positiv bewertet, die Teampräsenz von 92,20 %. Von 89,70 % aller Teilnehmer wird die Transparenz der Arbeit positiv gesehen und der Aspekt der Innovation von 89,40 %. Zwei Aspekte sollen konkretisiert werden. Während bei der Transparenz der Pflegedienst (93 %) und der ärztlich-psychologische Dienst (88,90 %) hohe Zustimmungswerte aufweisen, zeigen sich hier die Kollegen der therapeutischen Dienste kritischer. 25 % sind mit der Transparenz sehr zufrieden, 37,50 % sind zufrieden, aber 37,50 % beurteilen die Transparenz negativ (vgl. Anhang 7). Interessant sind auch die Unterschiede in der Beurteilung der Innovationsfreudigkeit des Sozialen Dienstes durch die Krankenpflege und die Ärzte/Psychologen. Während beim Pflegedienst nur 3 % eine negative Beurteilung abgaben, schätzen die Mitarbeiter des ärztlichpsychologischen Dienstes dies kritischer ein. Hier gaben 22,60 % eine negative Beurteilung ab.
Durch die Tätigkeit des Sozialen Dienstes fühlen sich 27,60 % in ihrer Arbeit sehr entlastet und 50,90 % entlastet, während sich 19 % kaum entlastet und 2,60 % nicht entlastet fühlen. Die Kooperation mit den Sozialen Dienst erleben 94,07 % aller Befragten positiv.
Fragen zur Klinischen Sozialarbeit im Allgemeinen
Die Fragen 17 bis 27 (vgl. Anhang 1) sollten einen Überblick über den Bekanntheitsgrad der Methoden der Klinischen Sozialarbeit verschaffen, wobei einige Methoden auch einer „allgemeinen“ Sozialen Arbeit zugerechnet werden können. Anhand einer Tabelle sollen diese Werte prozentual skizziert werden.
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Abb. 15) Methoden Klinischer und allgemeiner Sozialarbeit
Der Bekanntheitsgrad der Methoden der Klinischen Sozialarbeit im engeren Sinne ist bei Frauen deutlich höher als bei Männern, aber mehr Frauen geben an, dass sie keine Kenntnis der Methoden haben. Pflegekräfte zeigen eine größere Kenntnis der Methoden der Klinischen Sozialarbeit im engeren Sinne als Ärzte und Psychologen.
Abb. 16) Bekanntheitsgrad Klinischer Sozialarbeit, differenziert nach Geschlecht
Der unterschiedliche Bekanntheitsgrad zwischen der Berufsgruppe der Krankenpflege und dem ärztlich-psychologischen Dienst kann möglicherweise in der unterschiedlich langen Berufserfahrung begründet sein.
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Abb. 17) Berufserfahrung im Gesundheitswesen: Krankenpflege und ärztlichpsychologischer Dienst
Deutliche Unterschiede zeigen sich beim Kenntnisgrad psychotherapeutischen Methoden zwischen den Berufsgruppen der Krankenpflege und dem ärztlich/psychologischen Dienst. 43,50 % der Pflegekräfte gaben an, dass sie psychotherapeutische Methoden innerhalb der Klinischen Sozialarbeit kennen würden, hingegen nur 25 % der Ärzte und Psychologen. Dies mag an der, wie oben bereits erwähnt, unterschiedlich langen Berufserfahrung liegen. Möglicherweise spielt hier aber auch ein latentes Konkurrenzgefühl bei den Ärzten und Psychologen eine Rolle, da mit diesem Aspekt der Klinischen Sozialarbeit eine starke Schnittmenge besteht und dies zu einer möglichen Verweigerung dieses Items führen könnte.
Wünsche/Kritik
Die offene Frage 28 nach eventuellen Wünschen wurde von 31 Befragten beantwortet. Die Antworten werden in Zahlen nachfolgenden Kategorien zugeordnet. Einzelne Beispiele 15 sollen diese Kategorien verdeutlichen:
• Lob an den Sozialen Dienst: 5 „Nur weiter so.“; „Unser SD ist sehr gut.“
• Mehr Präsenz/Stellenerweiterung: 11
„Bessere personelle Ausstattung“; „Bei Urlaubsvertretungen schnelle Reaktion bei akuten Patientenangelegenheiten“
• Mehr Transparenz: 2
„mehr Eigeninitiative bei Wahrnehmung der sozialarbeiterischen Aufgaben, mehr Transparenz über Arbeit“
• Aufklärung über Methoden der Sozialen Arbeit: 2 „Aufklärung über die Methoden der Klinischen Sozialarbeit“
15 Die Antworten werden in der Originalfassung wiedergegeben.
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• Angaben zum Leistungsspektrum: 9
„spezielle Angebote für Privatpatienten“; „noch intensivere Einbindung in das Alltagsgeschehen, mehr Infos über die rechtlichen Möglichkeiten, die der Betroffene hat“; „mehr Zeit für Therapieangebote“
Die Frage 29, welche die Möglichkeit gibt, Kritik zu äußern, wurde von 22 Personen beantwortet. Die ausgewählten Kategorien überschneiden sich zum Teil mit den Kategorien von Frage 28.
• Kritik an das gesamte Team: 1 „zu sehr eigene Gruppe, uneins in sich“
• Kritik an fehlender Präsenz: 7
„Die Urlaubsvertretungen reagieren sehr verzögert auf Anrufe, sodass akute Pat.-Angelegenheiten nicht rechtzeitig erledigt werden können, wie z. B. Förderverein Vorschuss vor den Feiertagen/Wochenenden“.
• Kritik an psychodynamischer Arbeitshaltung: 1 „Eigene psychopathologische bzw. causalitäts Vorstellungen vom Wesen psychischer Erkrankungen werden zu stark eingebracht und vertreten, sodass es zu Konflikten hinsichtlich Diagnosestellung und Therapieplanung und -umsetzung kommt“.
• Kritik an zu starker Case-Management-Orientierung: 1 „strukturelle Vorgaben m. E. zu sehr auf Schnittstellenmanagement begrenzt“.
• Explizit keine Kritik: Lob und Zuspruch: 4 „Erhalten Sie Ihre Arbeitskraft“.
• Kritik an Zusammenarbeit: 2
„Mehr Absprache mit den Therapeuten“; „Häufige Zuständigkeitsrangeleien“.
Exkurs: Nonresponse
In Folgenden werde ich, illustriert an ausgewählten Beispielen, der Frage des Nonresponse kurz nachgehen. Aus Gründen der Vereinfachung habe ich die Items-Nonresponse, also die Personen, die bei den Fragen keine Variablen angegeben haben, und die Befragten, die das Item „keine Beurteilung möglich“ ausgewählt haben, zusammengefasst. Erwartungsgemäß haben die Berufgruppen mit den geringeren Schnittstellen zum Sozialen Dienst, also die Verwaltungskräfte und das Personal der therapeutischen Dienste die Fragen nach der Patientenarbeit und der Teamarbeit häufiger nicht beantwortet. Zwei konkrete Fragen sollen dies verdeutlichen.
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Abb. 18) Nonresponse: Krankheitsverarbeitung und Krankheitsbewältigung
Abb. 19) Nonresponse/Teampräsenz
Vorstellung der Ergebnisse
Die Ergebnisse der Befragung werden neben der Verarbeitung im Rahmen der Hausarbeit auch den Mitarbeitern des Krankenhauses zur Verfügung gestellt. Mit mehreren Berufsgruppenleitern ist abgesprochen, dass ich die Auswertung im Rahmen einer PowerPoint-Präsentation vorstelle. Denkbar ist auch ein kurzer Artikel in der Zeitung des Trägers.
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4 Überprüfung der Eingangshypothesen
Für die untersuchte Klinik lässt sich der erste Aspekt der ersten Hypothese bestätigen: Soziale Arbeit in der Psychiatrie ist anerkannt und geschätzt, jedoch nur im Sinne einer generalistisch orientierten Sozialarbeit Sozialarbeit.
Die Ergebnisse bezüglich der Aspekte der Klinischen Sozialarbeit, verstanden als behandelnde, therapeutische Sozialarbeit, sind nicht einheitlich. Sozialer Arbeit wird zwar eine hohe Bedeutung für die Genesung, die Krankheitsbewältigung und Krankheitsverarbeitung zugeschrieben, die als Ziele einer gesundheitsfördernden, Klinischen Sozialen Arbeit verstanden werden, aber nur ein Drittel der Befragten ordnete die Soziotherapie/psycho-soziale Behandlung der Sozialen Arbeit zu. Deutlich wurde, dass der Kenntnisstand über die Methoden Klinischer Sozialarbeit, insbesondere im engeren Sinne, bei weit unter 50 % liegt. Weit über die Hälfte der Befragten kennt die Methoden kaum oder gar nicht. Bei den Männern sind es in etwa drei Viertel, die nur über geringe oder keine Kenntnisse der Methoden der Sozialen Arbeit verfügen. Auch der ärztliche und psychologische Dienst verfügt nur über rudimentäre Kenntnisse in diesem Bereich der Sozialen Arbeit. Dies mag nun der Tatsache geschuldet sein, dass auch die Methoden der Klinischen Sozialarbeit im engeren Sinne nicht von allen Sozialarbeitern/Sozialpädagogen angewendet werden. Im Krankenhausbereich mit den traditionellen Berufsgruppen der Krankenpflege und der Ärzteschaft dürfte auch eine Klinische Sozialarbeit mit ihren behandelnden Aspekten als Konkurrenz erlebt werden. Möchte sich die Klinische Sozialarbeit im Bereich der Psychiatrie etablieren und den sozialen Aspekt innerhalb einer biopsychosozialen Betrachtungsweise von seelischen Erkrankungen hervorheben, bedarf es einer offensiven Vermittlung der Ziele, Sichtweisen und Methoden Klinischer Sozialarbeit über Fortbildungen und in der alltäglichen Tätigkeit, innerhalb der multiprofessionellen Teams. In Zeiten einer Wiederkehr biologischer Verfahren in der Behandlung psychisch Kranker ist die Hervorhebung des Sozialen in der Psychiatrie von besonderem Stellenwert, und es sollte meiner Einschätzung nach auch Aufgabe des Sozialen Dienstes sein, diesen Aspekt zu benennen.
5 Zusammenfassung
Ausgehend von der Darstellung des Erkenntnisinteresses, dass Soziale Arbeit in ihrer professionellen Identität bedroht sei, aufgezeigt an der Entwicklung in der Psychiatrie, wurde der Aufbau und die Durchführung einer Mitarbeiterbefragung in einem psychiatrischen Krankenhaus skizziert. Diese wurde in Form einer Selbstevaluation durchgeführt. Das Hauptaugenmerk lag hierbei auf Fremdwahrnehmung und Fremdbewertung Sozialer Arbeit. Es zeigte sich, dass die Soziale Arbeit im Untersuchungsfeld eine hohe Zustimmungsrate erreicht, aber die Aspekte der Klinischen Sozialarbeit nur von einem Teil der Mitarbeiterschaft tatsächlich der Sozialen Arbeit zugeschrieben werden. Der Kenntnisstand über diese Fachsozialarbeit ist nur unzureichend ausgeprägt.
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6 Anhang
Anhang 1) Fragebogen Mitarbeiterbefragung
Dario Deloie Neuss, den 28.04.2008 Diplom-Sozialarbeiter
Mitarbeiterbefragung
Fragebogen zur Erfassung der Qualität der Arbeit des Sozialen Dienstes im St. Alexius/St. Josef Krankenhaus Neuss
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
Qualitätsmanagement mit seinen Aspekten der Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung spielt seit mehreren Jahren eine bedeutende Rolle im Gesundheitswesen. Der Soziale Dienst im St. Alexius/St. Josef Krankenhaus in Neuss stellt sich dieser Herausforderung. Uns interessiert Ihre Meinung zur Arbeit des Sozialen Dienstes und wir bitten Sie deshalb den beiliegenden Fragebogen auszufüllen. Das Beantworten dauert ca. 10 Minuten.
Ausfüllhinweise
Bitte füllen Sie den Bogen möglichst vollständig aus. Sollten Sie eine Frage nicht beantworten können, da z. B. keine Teamarbeit mit dem Sozialen Dienst besteht, können Sie das Feld „keine Beurteilung/Aussage möglich“ ankreuzen. Das wird i.d.R. Mitarbeiter der Verwaltung und stellenweise der Therapeutische Dienste betreffen. Den ausgefüllten Fragebogen können die Mitarbeiter des SAK in dem extra dafür eingerichteten Postfach (Befragung Sozialer Dienst) einwerfen. Für die Mitarbeiter des SJK wurde eine Box mit der Aufschrift „Mitarbeiterbefragung Sozialer Dienst“ an der Pforte aufgestellt.
Erhebungszeitraum 29.04 bis 08.05.2008
Datenschutzerklärung
Ihre Fragebögen werden vertraulich behandelt und anonym ausgewertet. Die Bögen bleiben im Besitz des Verfassers und werden unter keinen Umständen Dritten zur Einsicht gegeben oder zur Verfügung gestellt. Nach der vollständigen Auswertung der Bögen werden diese vernichtet. Die Fragen werden so ausgewertet, dass keine Rückschlüsse auf einzelne Mitarbeiter möglich sind. Dies ist von besonderer Relevanz bei "kleineren" Berufsgruppen. Lediglich die Endauswertung kann von allen Interessierten eingesehen werden.
Diese Befragung wurde mit der Mitarbeitervertretung abgesprochen. Die Mitarbeiterbefragung erfolgt im Einverständnis mit der Einrichtungsleitung, den Leitern der Berufsgruppen und der Abteilungen, der Personalabteilung und der Qualitätsmanagerin.
Diese Befragung wird im Rahmen meines Studiums der Klinischen Sozialarbeit an der Fachhochschule Koblenz durchgeführt.
Wenn Sie Fragen zum Bogen haben, können Sie mich anrufen. Sie erreichen mich in der Regel von Montag bis Freitag (8.00-16.30h) unter der Rufnummer 26272 im SAK.
Mit freundlichen Grüßen
Dario Deloie
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Fragen zu Ihrer Person
1. Geschlecht?
a □ weiblich b □ männlich
2. Welcher Altersgruppe gehören Sie an?
a □ 18-25 Jahre b □ 26-35 Jahre c □ 36-45 Jahre d □ 46-55 Jahre e □ 56-65 Jahre
3. Seit wie vielen Jahren sind Sie im Gesundheitswesen tätig?
a □ unter 5 Jahre b □ 5-10 Jahre c □ 11-15 Jahre d □ 16-24 Jahre e □ über 26 Jahre
4. Welcher Berufsgruppe gehören Sie an?
a □ Pflegedienst b □ ärztlicher und psychologischer Dienst c □ Therapeutische Dienste d □ Verwaltung
5. In welcher Abteilung arbeiten Sie derzeit?
d □ Tageskliniken Abteilungsübergreifend Fragen zur Patientenarbeit des Sozialen Dienstes
6. Wie würden Sie die Hauptaufgaben des Sozialen Dienstes beschreiben? (Mehrere Antworten sind möglich)
a □ Außenkontakte b □ Entlassungsvorbereitung c □ Vermittlung in weiterführende Behandlungs- und Betreuungsformen d □ Psycho-soziale Beratung/ e □ Soziotherapie/Psycho-soziale Behandlung f □ Familien- und Angehörigenarbeit g □ Sozialrechtsberatung h □ Sicherung von Leistungsansprüchen i □ Rehabilitationsberatung j □
Sonstiges.......................................................................................................................
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7. Welche Bedeutung hat, Ihrer Meinung nach, die Arbeit des Sozialen Dienstes für die Patienten?
4 □ keine Bedeutung 8. Die Arbeit des Sozialen Dienstes wirkt sich positiv auf die Genesung der Patienten aus.
1 □ trifft sehr zu 2 □ trifft zu 3 □ trifft nicht zu 4 □ trifft gar nicht zu □ keine Beurteilung möglich
9. Die Arbeit des Sozialen Dienstes wirkt sich positiv auf die Krankheitsverarbeitung und Krankheitsbewältigung der Patienten aus.
1 □ trifft sehr zu 2 □ trifft zu 3 □ trifft nicht zu 4 □ trifft gar nicht zu □ keine Beurteilung möglich
10. Das Leistungsangebot des Sozialen Dienstes ist...
4 □ nicht passend Fragen zur Zusammenarbeit/Teamarbeit mit dem Sozialen Dienst
11.-14. Wie zutreffend sind für Sie folgende Aussagen?
trifft sehr zu trifft zu trifft nicht zu trifft gar nicht zu keine Beurteilung möglich
11. Der Soziale Dienst ist erreichbar. □ □ □ □ □ 12. Der Soziale Dienst ist im Team präsent. □ □ □ □ □ 13. Der Soziale Dienst macht seine Arbeit transparent. □ □ □ □ □ 14. Der Soziale Dienst ist offen für neue Entwicklungen in der Psychiatrie. □ □ □ □ □
15. Fühlen Sie sich durch die Tätigkeit des Sozialen Dienstes in Ihrer Tätigkeit entlastet?
1 □ sehr entlastet 2 □ entlastet 3 □ kaum entlastet 4 □ nicht entlastet □ keine Beurteilung möglich
16. Wie erleben Sie die Zusammenarbeit des Sozialen Dienstes im multiprofessionellen Team insgesamt?
1 □ sehr hilfreich 2 □ hilfreich 3 □ kaum hilfreich 4 □ nicht hilfreich □ keine Beurteilung möglich
Fragen zur Klinischen Sozialarbeit im allgemeinen
17.-26. Welche der folgenden Methoden Klinischer Sozialarbeit kennen Sie?
gut bekannt etwas bekannt nicht bekannt
22. Psychotherapeutische Methoden
im Rahmen der Beratung und Behandlung
□ □ □
23.
Case-Management (Schnittstellenmanagement)
□ □ □
24.
Familientherapie/ systemische Therapie
□ □ □
25
. Mediation
□ □ □
(Empowerment) □ □ □
Ihre Wünsche/Ihre Kritik
28. Bitte äußern Sie hier Ihre Wünsche an den Sozialen Dienst.
.................................................................................................................................................... .................................................................................................................................................... ......
29. Bitte äußern Sie hier Ihre Kritik an den Sozialen Dienst.
.................................................................................................................................................... .................................................................................................................................................... Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
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Anhang 4) Grundauswertung
Grundauswertung Teil 1 der Befragung:
1) Geschlecht? weiblich 82 (64,06%) männlich 46 (35,94%) ____________ ______________
2) Altersgruppe?
____________ ______________
3) Tätigkeit Gesundheitswesen?
____________ ______________
4) Berufsgruppe?
5) Abteilungszuordnung?
Abteilungsübergreifend 14 (10,94%) ____________ ______________
6) Hauptaufgaben SD?
Vermittlung in weiterführende Behandlungs- und Betreungs 103 (81,75%)
7) SD Bedeutsamkeit für Patienten?
8) Genesung?
9) Krankheitsverarbeitung/Krankheitsbewältigung?
10) Leistungsangebot SD?
16) Kooperation?
17) Soziale Diagnostik
____________ ______________
18) Psycho-soziale Beratung
19) Psycho-soziale Behandlung
____________ ______________
20) Psycho-soziale Gruppenarbeit
____________ ______________ Summe 113
21) Soziotherapie
____________ ______________
22) psychoth. Methoden
____________ ______________ Summe 113
23) Case-Management
____________ ______________
24) Familientherapie
____________ ______________
25) Mediation
____________ ______________ Summe 110
26) Sozialrechtsberatung
____________ ______________
27) Empowerment
____________ ______________ Summe 117
7 Literaturverzeichnis
Atteslander, P.: Methoden der empirischen Sozialforschung. 12., durchgesehene Auflage. Berlin 2008, S. 12, S. 37, S. 101 ff., S. 121 ff., S. 147, S. 213, S. 274 f.
Diekmann, A.: Empirische Sozialforschung. Grundlagen, Methoden, Anwendungen. Vollständig überarbeitete und erweiterte Neuausgabe. 18. Auflage. Reinbek bei Hamburg 2007, S. 187.
Diener, U.: GrafStat. Das Fragebogenprogramm. Handbuch. Ratingen 2006, S. 10.
Effinger, H.: Wissen, was man tut und tun, was man weiß - zur Entwicklung von Handlungskompetenzen im Studium der Sozialen Arbeit. In: http://ivv7srv15.unimuenster.de/buko/effingerag.pdf, zugegriffen am 19.05.2008, S. 1.
Engelke, E.: Die Wissenschaft Soziale Arbeit. Werdegang und Grundlagen. Freiburg im Breisgau 2003, S. 24., S. 26 ff., S. 301 ff.
Flick, U.: Qualitative Sozialforschung. Eine Einführung. Vollständig überarbeitete und erweiterte Neuausgabe. Reinbek bei Hamburg 2007, S. 44 ff.
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Diplom-Sozialarbeiter Dario Deloie, 2008, Fremdwahrnehmung Sozialer Arbeit im Gesundheitswesen, München, GRIN Verlag GmbH
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