Vorwort_________________________________________________________ II__
Vorwort
In seinem „Brotfall“ (Arbeitsskript zum Modul VII) zeigt Adrian Schweizer auf 1 , dass er bei der Mediation im Unternehmen nach einem Dreierschritt, mit den Phasen: Investigation, Design und Solution vorgeht und nicht nach dem klassischen 5-Phasen-Modell. Er sieht dabei eine Analogie zum typischen Vorgehen des Arztes bei der medizinischen Promlemanalyse: Anamnese, Diagnose und Therapie. Dies brachte mich auf die Idee zu untersuchen, ob es weitere Gemeinsamkeiten bei diesen, eigentlich völlig unterschiedlichen, Disziplinen gibt. Da die Medizin sich mit pathologischen Vorgängen im Körper des Menschen beschäftigt und die Mediation mit pathologischen Verhaltensweisen der Menschen untereinander, ist als gemeinsames Interesseobjekt jedenfalls der Mensch im Umgang mit sich (seinem Körper) bzw. mit anderen Menschen (soziale Gemeinschaft) erkennbar.
Da ich vor einigen Jahren, aus medizinischem Interesse, eine Heilpraktikerausbildung absolviert hatte und mein Interesse seither besonders der Homöopathie gilt, fiel mir hier eine weitere Gemeinsamkeit auf: Die Homöopathie - als spezielle medizinische Richtung - hat ihre Wurzeln schon weit vor dem Mittelalter, steht aber heute in Deutschland einer völlig anders ausgerichteten, mächtigen Institution gegenüber - der Schulmedizin. Ähnlich liegen die Wurzeln der Mediation bereits in den frühen Stammesgesellschaften, sie steht heute aber ebenfalls einem völlig anders ausgerichteten, mächtigen juristischen Apparat gegenüber.
Bei soviel Analogien reizte es mich, hier eine vergleichende Betrachtung darüber anzustellen, wie beide Disziplinen zur Überwindung der Pathologien vorgehen. Vielleicht lässt sich daraus ja auch ein praktischer Nutzen ziehen.
Ausschließlich aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde die geschlechtsspezifische Anrede in dieser Arbeit nicht konsequent durchgehalten. „Media-tor“ schließt für den Verfasser aber immer auch „Mediatorin“ gleichberechtigt ein.
1 Seite 36/37 des Skriptes
Inhaltsverzeichnis_________________________________________________III___
Inhaltsverzeichnis
Vorwort II
Inhaltsverzeichnis III
Verzeichnis von Begriffen und Abkürzungen IV
1. Die Homöopathie
1.1 Entstehung, Wurzeln
1.2 Pathologie aus Sicht der Homöopathie
1.3 Homöopathisches Vorgehen bei der Heilung der Pathologie
1.4 Zielsetzung der Homöopathie
2. Die Mediation
2.1 Entstehung, Wurzeln
2.2 Pathologie (Streit) aus Sicht der Mediation
2.3 Mediatives Vorgehen bei der Beseitigung des Streites
2.4 Zielsetzung der Mediation
3. Gemeinsames und Trennendes der beiden Methoden
4. Reflexion: Kann man aus diesem Vergleich Nutzen ziehen ?
Literaturverzeichnis und sonstige Quellen V
Seite: 1
1. Die Homöopathie
Die klassische Homöopathie ist seit etwa 200 Jahren die bedeutendste Alternative zur vorherrschenden, mechanistischen Medizin.
1.1 Entstehung, Wurzeln
Es handelt sich bei der Homöopathie um eine spezifische Heilmethode, die von dem deutschen Arzt Dr. Samuel Hahnemann (1755 - 1843) begründet wurde, deren geistige Wurzeln aber bis in die Anfänge der menschlichen Geschichtsschreibung (Alchemie) zurückreichen. Aus Unzufriedenheit über die im 18. Jahrhundert vorrangigen, nicht gerade humanen Heilmethoden (Aderlaß, Abführ-, Brech- und Schwitzkuren) forschte Hahnemann nach Alternativen und entwickelte schließlich ein komplexes Heilsystem auf der Basisannahme „Similia similibus currentur“ - Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt. Grundüberzeugung hierbei ist, dass Substanzen (Pflanzen, Minerale, Tiere), die nach Einnahme spezifische Symptome erzeugen, Krankheiten heilen können, die genau diese Symptome haben 2 . Auch Hippokrates und Paracelsus (1493 - 1541), einer der großen Heiler am Ende des Mittelalters, hatten dieses Ähnlichkeitsprinzip bereits erkannt 3 . Dieser Heilmethode gab er den aus dem Griechischen abgeleiteten Namen „Homöopathie“, was sinngemäß mit „Ähnliches Leiden “ übersetzt werden kann. Eine Therapie, die nach anderen Grundsätzen vorgeht als die Homöopathie, bezeichnete er als „Allopathie“ 4 .
Um zu diesen Erkenntnissen zu gelangen, waren umfangreiche Selbstversuche mit verschiedensten Substanzen notwendig, die er und seine
2 Siehe hierzu etwa Rau, S. 27 ff und Wichmann, S. 24 ff
3 Siehe hierzu Wichmann, S. 95 ff und Vithoulkas Voegeli, S. 33
4 Ausführliches hierzu z.B. unter: www.dhu.de
Seite: 2
Schüler durchführten. Da es sich dabei häufig um sehr giftige Substanzen handelte, entwickelte Hahnemann ein System der Verdünnung und Potenzierung dieser Substanzen. Hierbei wurde von ihm eine gründlich verriebene Substanz (z.B. das Gift Arsen) im Verhältnis 1:100 mit Weingeist verdünnt und dann zehn mal rhythmisch verschüttelt. Das ist die sogenannte Potenzierung. So potenzierte Mittel werden mit „C“ und einer Zahl gekennzeichnet, die die Anzahl der Potenzierungsschritte (Verdünnung plus Verschüttelung) angibt. Bei Arsenicum C12 wäre also der Ausgangsstoff, Arsen, zwölf mal im Verhältnis 1:100 verdünnt und verschüttelt worden.
Oberhalb von C12 ist tatsächlich kein Molekül der Ausgangssubstanz mehr in dem Medikament enthalten. Die in der klassischen Homöopathie häufigsten Potenzstufen sind C30 und C200, weshalb die Allopathie (Schulmedizin) sie als wirkungslos ansieht und ihr nur Placeboeffekte zugesteht.
1.2. Pathologie aus Sicht der Homöopathie
Krankheit wird in der Homöopathie als Ungleichgewicht, als eine Störung der Lebenskraft (Dynamis) gesehen. Ganz im Gegensatz zur Schulmedizin, die auf einem materialistischen Weltbild basiert, sieht daher die ganzheitlich orientierte Homöopathie das Eindringen von Viren, Bakterien etc. nicht als Auslöser einer Krankheit, sondern lediglich als deren Folge und bekämpft sie aus diesem Grund i.d.R. auch nicht mit Antibiotika oder Ähnlichem 5 . Krankheit ist für die Homöopathie kein Zustand, sondern ein Geschehen, ein dynamischer Prozess. Um hier wieder zum Gleichgewicht zu kommen, wird daher vom Therapeuten ein in einem dynamischen Prozess (Potenzieren) hergestelltes Mittel verwendet, das bei den über Jahrhunderte durchgeführten Selbstversuchen ähnliche Symptome
5 Siehe z.B. Voegeli, S. 143 ff und Vithoulkas, S. 48 ff
Seite: 3
erzeugt hatte. Stimmt das Mittel und die gewählte Potenz, so sind Heilungen in kurzer Zeit möglich und insbesondere bei chronischen Erkrankungen, bei denen die Schulmedizin recht hilflos ist, zeigen sich gute Ergebnisse. 6
Die völlig unterschiedliche Sicht der Krankheit von Homöopathie (hermetisches/holistisches Weltbild) und Schulmedizin (naturwissenschaftlichmechanistisches Weltbild) zeigt folgender Vergleich: 7
Entscheidend für den Behandlungserfolg ist das tiefe Verständnis des Therapeuten für das individuelle Wesen des Patienten und seine Symptome, so dass er das passende Mittel (Simile) finden kann.
6 Voegeli, S. 137 ff und Rau, S. 69 ff
7 Leicht verändert entnommen aus Wichmann, S. 130/131
Arbeit zitieren:
Dipl. Kfm. Gerhard Kohlenz, 2008, Homöopathie und Mediation: Beides Methoden zur Überwindung von Pathologien beim Menschen, München, GRIN Verlag GmbH
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