Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Definition des Begriffs Flüchtling, Einbezug der Jugendlichen. 4
2.1. Anlass für das Inkrafttreten eines „Flüchtlingsgesetzes“ 4
2.1.1 Politische - wirtschaftliche Flüchtlinge aus der DDR. 4
2.2. Das Notaufnahmegesetz. 5
2.3. Abgelehnte Flüchtlinge 5
3. Das Erziehungssystem und die schulische Ideologie in der DDR 7
3.1. Sozialistische Persönlichkeit. 7
3.2. Die Sowjetpädagogik 7
4. Gründe für junge Zuwanderer aus der DDR in die BRD zu flüchten 9
4.1. Motivation für den Westen 9
4.2.Die jugendlichen Bedürfnisse 9
4.3. Primärer Fluchtgrund 9
4.4. Die wirtschaftlichen Beweggründe der Flucht. 10
4.5. Die Jahre, die zwischen dem Kriegsende und dem Mauerbau 10
4.6. Ankunft in Westdeutschland 11
4.7.Der schulische und universitäre Werdegang. 11
4.7.1. Die Freie Deutsche Jugend 11
4.8. Jugendlichen meist „blauäugig“ in den Westen. 12
5. Integration der jungen Zuwanderer in die Bundesrepublik Deutschland. 13
5.1. Die Jugendhilfsorganisationen 13
5.2. Die Wohnheime 13
5.3. Jugendgemeinschaftswerke. 14
5.4. Die Probleme während der Eingliederung 14
5.5. Integrierung Jugendlicher aus einem anderen Werte - und Gesellschaftssystem 15
5.6.Unterscheidung der Eingliederung. 15
5.7. Geldverdienen stand an erster Stelle 16
5.8.Die Hürde des Notaufnahmegesetzes 16
6. Schlussfolgerung. 17
7. Literatur. 18
7.1 Gedruckte Literatur 18
7.2 Ungedruckte Literatur 18
2
1. Einleitung
Nach der Beendigung des zweiten Weltkrieges sollte eine neue Zeit anbrechen, in der die Menschen nach modernen Lebens- und Gesellschaftsformen suchten, da sie die Erlebnisse der Hitlerdiktatur hinter sich lassen wollten.
Die Deutsche Demokratische Republik die - mit neuen Ideen - in eine neuartige Staatsform einsteigen wollte, bewegte viele Menschen, sich in der DDR niederzulassen. Der ursprünglich politische Grundgedanke in der DDR klang viel versprechend und vor den zuziehenden Menschen, wie auch den bereits in der DDR lebenden Bürgern schien eine Zukunft zu liegen, in der sie ihr Leben augenscheinlich neu ausrichten konnten. Doch bald sollte sich die „goldene Zukunft“, die die Führenden versprachen, als gar nicht so „golden“ herausstellen. Die Flüchtlingsproblematik, ein immer größer werdendes Problem in der Deutschen Demokratische Republik, warf einen großen Schatten auf die DDR. Die Menschen verließen ihre Heimat zu tausenden und kehrten dem Staat, durch den sie sich ein sozialeres und erfolgreicheres Leben gewünscht hatten, den Rücken zu.
Was bewegte nun diese Flüchtlinge - vor allem junge Menschen - aus der DDR zu flüchten? Welche Gründe veranlassten die Heranwachsenden zu gehen und wie verlief deren Integration in Westdeutschland? Meine Fragen und Erörterungen beziehe ich auf die Zeit vor dem Mauerbau August 1961, da in diesem Zeitabschnitt die meisten Menschen aus der DDR nach Westdeutschland flüchteten. Der Aufbau dieser Proseminararbeit richtet sich nach folgenden Überlegungen und Kriterien: Der Flüchtling eine Begriffserklärung, das Erziehungssystem der DDR, Fluchtgründe und Integration der jungen Zuwanderer in Westdeutschland. Die Literatur die ich verwendet habe, bezog sich auf den Zeitausschnitt 1945 - 1961. Die häufigsten Arbeitschritte habe ich mit Volker Ackermanns Migrationsforschung, [Der „echte“ Flüchtling, Deutsche Vertriebene und Flüchtlinge aus der DDR 1945-1961] erarbeitet. Dieses Buch erschien mir hervorragend geeignet, um diese Arbeit anzufertigen. Die Forschungsliteratur von Bettina Effner [Flucht im geteilten Deutschland], war ebenso hilfreich.
3
2. Definition des Begriffs Flüchtling, Einbezug der Jugendlichen
Das Ende des zweiten Weltkrieges führte dazu, dass das besiegte Deutschland in vier Besatzungszonen unterteilt wurde, regiert durch die Siegermächte Frankreich, Großbritannien, Amerika und die Sowjetunion. Die westlichen Besatzungszonen, später aufgegangen in der Bundesrepublik Deutschland, erlebten bereits einen deutlichen Anstieg des Zustroms von Flüchtlingen aus den Ostgebieten („Ostzone“). Diese Zuwanderung hielt stetig bis zum Mauerbau am 13. August 1961 an.
2.1. Anlass für das Inkrafttreten eines „Flüchtlingsgesetzes“
Nach dem Mauerbau gelang es nur noch einzelnen Personen über die Grenze zu gelangen, meist war dies nur mit einem hohen persönlichen Gefahrenpotential zu bewältigen. Durch die großen Zuwanderungsströme entstand in Westdeutschland eine heftige Diskussion über die Frage, wer denn nun Anspruch erheben darf, als „echter“ Flüchtling in Westdeutschland aufgenommen zu werden. Prämisse war:
Ein „echter“ Flüchtling würde nicht so ohne weiteres sein Heimatland verlassen, wenn die Flucht lediglich durch materielle Überlegungen motiviert war, ein echter Flüchtling hatte nur politische Gründen zu haben. 1 Diese Diskussion beinhaltete auch, zu welchen Kriterien ein DDR- Flüchtling aufgenommen werden dürfe und was für Leistungen dieser erhalten solle.
2.1.1 Politische - & wirtschaftliche Flüchtlinge aus der DDR
Der politische Flüchtling galt in weiten Kreisen der westlichen Intellektuellen einzig als „echter“ Flüchtling. Folge dieser Denkart war, dass die Menschen, welche eben meist aus wirtschaftlichen Gründen aus der DDR flüchteten, bis 1961 nicht als „echte“ Flüchtlinge anerkannt wurden. Eine Schwierigkeit dieser Flüchtlings Definition lag unter anderen darin, dass die Bundesrepublik nicht nur „politische“ Flüchtlinge aufnehmen konnte, denn als Folge diesen Handelns wären die meisten Zuwanderer sich selber und der eigenen Not überlassen worden. Allerdings wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit die Flüchtlingspolitik anders verlaufen, wenn alle Flüchtlinge gleich behandelt worden wären. 2 Dadurch, dass eben auch
1 Volker Ackermann , Der „echte“ Flüchtling, Deutsche Vertriebene und Flüchtlinge aus der DDR 1945-1961. S.
138 (V.A.: D.e.F. S. …)
2 Helge Heidemeyer, Flucht und Zuwanderung aus der SZB/DDR 1945/1949-1961. Die Flüchtlingspolitik der
Bundesrepublik Deutschland bis zum Bau der Berliner Mauer, Düsseldorf 1994. Zitiert in: Ebd. V. A., S. 15
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Wirtschaftsflüchtlinge in die Bundesrepublik Deutschland kamen, war die damalige Bundesregierung, unter Konrad Adenauer, in Zugzwang damit diese Menschen in Westdeutschland von der Bevölkerung akzeptiert wurden.
Die Fluchtbewegung wurde so interpretiert, dass „in der Konkurrenzsituation des Kalten Krieges als Zeichen für die politische Überlegenheit des Westens“ 3 diese Menschen aufgenommen wurden. Die deutsche Regierung schuf ein Gesetz, das den Zustrom der Flüchtlinge aus der DDR und Ostberlin regeln sollte.
2.2. Das Notaufnahmegesetz
Das Bundesnotaufnahmegesetz (kurz: Notaufnahmegesetz) wurde am 22. August 1950 verkündet. Die Regelungen, die das Notaufnahmegesetz mit sich brachten, sollten der Bundesregierung die Belastung durch den Zuzug der vielen Menschen erleichtern. In diesen Bestimmungen wurde den Flüchtlingen, nach der Anerkennung in Westberlin, ein Wohnort zugewiesen. Der Zuzug zu dem vorbestimmten Wohnort, war die zwingende Vorraussetzung, damit die DDR- Flüchtlinge in der BRD bleiben durften.
Das Notaufnahmegesetz schuf mit seinem Inkrafttreten ein innerstaatliches Asylrecht. Damit die Anerkennung des „echten“ Flüchtlings mit diesem Gesetz vollzogen werden konnte, war es erforderlich, dass der Flüchtling einer unmittelbar drohenden Gefahr für sein Leib und Leben oder wegen Bedrohung seiner persönlichen Freiheit die DDR verlassen musste. 4 Die westdeutsche Regierung schuf damit einen gangbaren Weg, mit welchem die westlichen Behörden herausfiltern konnten, wer als „echter“ Flüchtling galt und wer eben nicht. Die Menschen, die erfolgreich durch das Notaufnahmegesetz zugelassen wurden, erhielten eine Zuweisung in verschiedene Bundesländer.
2.3. Abgelehnte Flüchtlinge
Flüchtlinge, deren Aufnahmeantrag abgelehnt wurden, erhielten nicht die vollen sozialen Leistungen der Bundesrepublik Deutschland und hatten damit einen weitaus schwierigeren Start in die westdeutschen Realität. Es galt jedoch der eherne Grundsatz, dass kein Flüchtling aus der DDR zurück geschickt werden durfte. 5
Für jugendliche Zuwanderer, die aus der DDR nach Westdeutschland flüchteten, galt ein besonderer Aspekt des Notaufnahmeverfahrens. Den Jugendlichen wurde von den
3 Ebd.,S.336; Zitiert in: Ebd. V. A.: D.e.F. S. 15
4 Ebd. V. A.: D.e.F. S. 13
5 Bettina Effner, Helge Heidemeyer (Hg.). Flucht im geteilten Deutschland. Zonengrenze. S. 115
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Arbeit zitieren:
Svenja Anderson, 2008, Weshalb zog es bis 1961 tausende junger DDR-Bürger in den Westen Deutschlands? Welche unterschwelligen Faktoren spielten eine bedeutende Rolle?, München, GRIN Verlag GmbH
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