Gliederung
1 Allgemeines. 3
2 Entwicklung. 3
3 Struktur. 5
3.1 „flashbulb memories“ 6
4 Aktuelle Phänomene. 7
5 Fazit. 7
6 Literatur- und Quellenverzeichnis. 8
2
1 Allgemeines
Die Erforschung der Struktur und der Funktionsweise des autobiografischen Gedächtnisses 1 erfolgt zum Beispiel durch die Analyse von Tagebüchern über differenzierte Zeiträume. Die Probanden werden dann zu den entsprechenden Vorfällen befragt und Korrelationen zu den tatsächlichen Ereignissen (laut Tagebuchaussage) erstellt. Die Erinnerungen werden durch deren Authentizität bestätigt. Die Genauigkeit der Informationen korreliert an-tiproportional mit der Vergessensrate. Dies ist eine der gängigen Forschungsmethoden (vgl. Thompson 1996, S. 1). Problematischer ist bei anderen Methoden die Rekonstruktion autobiografischer Elemente, da deren Korrektheit nur subtil zu beurteilen ist (vgl. Kebeck 1982, S. 37). 2
Da die Psychologie noch eine verhältnismäßig junge Wissenschaft ist, existiert im Sektor der autobiografischen Hirnforschung heutzutage noch keine allgemeingültig manifestierte Meinung. Unter vielen Wissenschaftlern bestehen abweichende Erkenntnisse, die sich ansatzweise überschneiden. Ich möchte in diesem Essay einen grundlegenden Überblick allgemeiner Informationen über das autobiografische Gedächtnis geben.
2 Entwicklung
„An older meaning of ‚recognition’ in psychology was that of re-cognition, the conscious referring of an object or event to personal past experience. As such, recognition was the final self-conscious step in memory processing that could occur after recall of memory content” (Ross 1991, S. 42). Wie in dem Zitat angedeutet, wird der Terminus der Wiedererkennung zunehmend spezifischer. Es erfolgt eine Eingrenzung auf dem Sektor der Erinnerung autobiografischer Elemente. Wie Gestaltpsychologen herausgefunden haben handelt es sich beim Erinnerungsprozess häufig um einen zweistufigen Vorgang:
1 Das autobiografisches Gedächtnis wird dem Langzeitgedächtnis zugeordnet. Hier unterliegt es dem Sektor des
deklarativen und nochmals dem episodischem Gedächtnis (Kluwe 2007, pass.).
2 Sicherlich liegt darin auch die Ursache begründet, warum Zeugenberichte und Autobiografien bisher nur wenig
inhaltsanalytisch analysiert wurden.
3
1.) das Wiedererkennen und 2.) Wiederherstellen der relevanten Information (vgl. Ross 1991, S. 42).
Diese Zweiteilung ist von besonderer Bedeutung, wenn der Kontext des abgerufenen Ereignisses nicht detailreich genug abgespeichert ist. Mit Hilfe dieses vorhergehenden Vorganges kann die Erinnerung und eine nahezu vollständige Wiedergabe des Geschehens erfolgen (vgl. Ross 1991, S. 42).
Im Entwicklungsprozess des autobiografischen Gedächtnisses sind weitere Fakten von Bedeutung. Dieses bildet sich erst während des Kleinkindalters zu dem heraus, was seiner endgültigen Funktionsweise entspricht. In der Übergangsphase vom Kleinkind zum Säugling ist das episodische und ein generische Gedächtnis ausgebildet, jedoch noch nicht das unterge-ordnete Autobiografische. Es erfolgt eine Evolution von einer Speicherung zu reproduktiven Zwecken hin zu einer Agglomeration mit rekonstruktiven Abrufmöglichkeiten. Diese Grundstruktur bleibt dem Gedächtnis langfristig erhalten (vgl. Punkt 3, Thompson 1996, S. 5). So wurde festgestellt, dass Kinder unter drei Jahren lediglich Ereignisse wiedergeben, diese aber nicht zeitlich in eine Reihenfolge bringen können. Der Erinnerungsprozess korreliert in diesem Fall stark mit der Entwicklung des Selbstwertgefühles und der Einprägung subjektiv bedeutender Begriffe. 3 Es wird ein entsprechendes Selbstkonzept entwickelt. Zwischen drei und sechs Jahren werden Events unvollständig erinnert. Ab einem Alter von sechs Jahren ist das autobiografische Gedächtnis voll ausgebildet. Eine vollständige Wiedergabe von Erlebnissen und deren temporäre Einordnung sind möglich (vgl. Thompson 1996, S. 3). Auf Basis dieser Erkenntnisse kann gefolgert werden, dass keine begleitende Gedächtnisspur, welche als Zwischenspeicher fungieren könnte, existent ist. Unter diesen Umständen wäre es Kleinkindern möglich, Ereignisse als zeitlich korrekte Reihenfolge zu reproduzieren (Thompson 1996, S. 4).
3 Kinder im Alter von ca. 3 Jahren erkennen sich erstmalig selbst im Spiegel wieder. Das Kind empfindet
einzelne Begriffe als relevanter gegenüber anderen. Die Erinnerung dieser Begriffe begünstigt die
Rekonstruktion des damit assoziierten Vorganges.
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Arbeit zitieren:
Etienne Pflücke, 2009, Das autobiografische Gedächtnis, München, GRIN Verlag GmbH
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