Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
Bewusstes 3
Unbewusstes Wissen 4
Erinnerung an die Gegenwart 6
Qualia 7
Das Leib-Seele-Problem 7
Geist ohne Materie 9
Multiples Bewusstsein 10
Fazit 13
Literaturverzeichnis 15
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Einleitung
In dieser Arbeit werde ich versuchen zu analysieren was dazu führt, dass etwas bewusst ist und warum bestimmte Prozesse dem Bewusstsein entzogen zu sein scheinen. Ich beginne den Text mit einer kurzen Darstellung des Bewusstseins als einen geringen Teil aller Gehirnprozesse und werfe die Frage auf, wie man erklären kann, dass offensichtlich eben nur dieses eine Fragment eine so gravierende Eigenschaft aufweist.
Im darauffolgenden Kapitel beschreibe ich einige neurologische Funktionsweisen, insbesondere solche die das Gedächtnis betreffen, und nenne Analogien mit denen diese Prozesse veranschaulicht werden können. Ich will damit deutlich werden lassen, dass Bewusstes und Unbewusstes sehr eng miteinander verflochten ist und vor allem im Bereich der Erinnerung in einem ständigen Austausch steht. Anschließend gehe ich noch genauer auf das Kurzzeitgedächtnis ein, welches durch seine Präsenz allem Anschein nach die Basis für bewusstes Erleben bildet.
Um nun die Schwierigkeit besser zu beschreiben, die trotz dieser naturwissenschaftlichen Eingrenzung des Bewusstseins immer noch besteht, erkläre ich was Qualia sind und warum ihre Existenz nicht befriedigend von der materialistischen Sichtweise auf das Bewusstsein begründet werden kann. Das damit eng verbundene Leib-Seele-Probleme versuche ich im anschließenden Kapitel aufzulösen. Dazu bediene ich mich Chalmers Theorie eines jeder Informationsverarbeitung zugrunde liegenden Bewusstseins und Görnitz’ Interpretation der Quanteninformation. Der dann folgende Abschnitt beschäftigt sich noch einmal präziser mit der Versöhnung von Geist und Materie. Ich führe dort aus, warum es sinnvoller ist dem Geist tatsächlichen Realitätscharakter zuzusprechen anstatt der Materie.
Im letzten Kapitel gehe ich zuerst auf sogenannte Split-Brain-Patienten ein, die getrennte Gehirnhälften haben, welche jeweils ein separates Bewusstsein besitzen, und komme darüber zu Menschen mit Multipler Persönlichkeitsstörung. Diese Beispiele sollen noch einmal meine These verdeutlichen, dass Prozesse, die unserem Bewusstsein nicht zugänglich sind, nicht zwangsläufig ohne Bewusstsein sein müssen.
Abschließend beschreibe ich in einem Fazit meine eigenen Überlegungen und Schlüsse und verknüpfe sie mit den relevanten Darstellungen im Text.
Bewusstes
Um sich über die Problematik, welche sich aus dem Vorhandensein des Bewusstseins ergibt, klar zu werden, muss man sich erst einmal vor Augen führen, dass die Menge der Information, die im Gehirn zwar verarbeitet wird, aber unbewusst bleibt, ein gewaltiges
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Übergewicht hat und derjenige Anteil, der ins Bewusstsein dringt eine außerordentlich hohe, gefilterte Komprimierung darstellt. Der überwiegende Teil dieses bewussten Erlebens wird von einem summarischen Lagebericht des Befindens und von verhaltenstauglichen Konstrukten und Interpretationen der Umwelt und des eigenen Körpers gebildet. Auch bei logisch-kausalen Sonderleistungen des Bewusstseins, wie dem Denken oder dem geplanten Handeln, bleiben Eigenschaften ihrer unbewusste Herkunft merklich bestehen (vgl. Oeser/Seitelberger 1995: 95-96). Umgekehrt besteht in der kognitiven Psychologie auch allgemeine Einigkeit darüber, dass es rein mentale Vorgänge gibt, die unbewusst sind. Wahrnehmungsbilder beruhen auf einem Konstruktionsprozess, der durch begriffliche Kategorien, Erfahrungswissen und gestalthafte Organisation gebildet wird. Beim Sprechen bilden wir ständig mehr oder weniger komplizierte Sätze nach bestimmten grammatikalischen Regeln. Das alles geschieht, ohne dass wir uns dessen bewusst sind (vgl. Gadenne 1996: 90). Angesichts dieser Tatsachen kann sich einem nun durchaus die Frage stellen, ob Bewusstsein denn überhaupt notwendig sei. Die Entstehung des Bewusstseins in der Evolution des Menschen scheint jedenfalls keinen Einschnitt und keine Emergenz darzustellen, sondern ist vielmehr die Konsequenz einer kontinuierlichen Entwicklung. Sie ist aber dennoch auch keine Vorraussetzung für Handeln im Sinne einer informationsverarbeitenden Gehirnleistung. Laut Turing kann jede logische Aufgabe auch von einem Automaten gelöst werden (vgl. Oeser/Seitelberger 1995: 96-97).
Unbewusstes Wissen
Wenn man aufmerksam und konzentriert denkt oder handelt findet eine kontrollierte Informationsverarbeitung statt. Man geht seriell vor. Jemand der gerade erklärt bekommen hat wie man ein Auto startet und das Handlungsprogramm nun ausführt, wird eine Teilhandlung nach der anderen ausführen, wobei viel bewusste Aufmerksamkeit nötig ist. Ein routinierter Autofahrer kann hingegen die entsprechende Bewegungsabfolge sehr schnell und automatisch ausführen, ohne sich auf die Einzelheiten konzentrieren zu müssen (vgl. Gadenne 1996: 107- 108). Philip Johnson-Laird vertrat die Hypothese, dass spezielle Sinnes-, Erkenntnis- und Bewegungssysteme deshalb so schnell arbeiten könnten, weil sie parallel abliefen. Hingegen entsprächen bewusste Aktivitäten einer Art seriellem Betriebssystem. Dieses hätte keinen Zugang zu den Einzelheiten der Vorgänge des Systems, sondern nur zu den Ergebnissen, die diese lieferten (vgl. Crick 1994: 251).
Man geht allgemein davon aus, dass eine kontinuierliche neuronale Aktivität die Grundlage dafür bildet, dass wir uns etwas einprägen können (vgl. Calvin/Ojemann 1994: 149). Das gespeicherte Muster funktioniert wie ein Strichcode auf einer Supermarkt-Packung. Neue
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Erfahrungen könnten es also erforderlich machen einen neuen Code zu erzeugen. Ist dieses Muster generiert, bleibt es einfach vorhanden und wartet darauf, dass etwas in Resonanz mit ihm wieder ein raumzeitliches Muster hervorruft. Man kann also von einem passiven und einem aktiven Gedächtnis sprechen (vgl. ebd.: 154-156). Wenn man eine Sprache oder eine motorische Fertigkeit erlernt, dann verlangt dies beträchtliche Anstrengung und Konzentration, man muss die sprachliche Verknüpfung oder die Bewegungsabfolge viele Male wiederholen. Wenn das zu Lernende aber erst einmal im Langzeitgedächtnis gespeichert ist, fällt einem gar nicht mehr auf, dass man etwas neues gelernt hat, doch wenn man es abruft, ist es vorhanden. Ohne Übung könnte zwar ein Teil davon ins Langzeitgedächtnis gelangen, das meiste ginge allerdings verloren (vgl. Thompson 1994: 385-386).
Man kann also auch etwas wissen, ohne sich dessen bewusst zu sein. Die Unterscheidung zwischen explizitem und implizitem Gedächtnis macht dies klar. Das explizite Gedächtnis kann überprüft werden, indem man Personen ein Liste mit Worten auswendig lernen lässt und sie dann bittet diese zu wiederholen. Das implizite Gedächtnis hingegen wird überprüft, indem man den Probanten nach dem Auswendiglernen stattdessen eine Liste mit den ersten beiden Buchstaben der Wörter vorlegt und sie bittet das erste Wort zu nennen, das ihnen dazu einfällt. Patienten mit anterograder Amnesie können die implizite Aufgabe ohne Probleme lösen, während sie nicht im Stande sind die explizite zu lösen (vgl. ebd.: 429).
Wenn eine neue Information ins Gedächtnis eingebracht wird, steigert sich die Aktivität der Neuronen ein paar Sekunden lang und sinkt dann wieder auf einen Grundwert. Wird die gespeicherte Information zum ersten Mal wieder hervorgeholt, steigert sich die Aktivität wieder, diesmal aber nicht bei so vielen Neuronen und nicht so lang. Es scheint so als würde das Gehirn versuchen die ursprüngliche Aktivität zu rekonstruieren. Wird die Information weitere Male abgerufen dann ist jeweils noch weniger Aktivität zu beobachten als vorher. Man braucht weniger Gehirn um etwas zu tun, was man vorher gut geübt hat (vgl. Calvin/Ojeman 1994: 150-151).
Die meisten Forscher stimmen darin überein, dass die Reproduktion eines Gedächtnisinhaltes darin besteht, eine Sequenz von neuronalen Entladungen zu erzeugen, die zwar ein paar Details weglässt, aber dem Muster bei der Einprägung immer noch ähnelt. Dieser Mechanismus erinnert an den der Anzeigetafeln in Sportstadien. Dort erzeugen viele kleine Lichter, die an- und ausgehen, eine Botschaft. Und zwar unabhängig davon wo die Botschaft auf der Tafel erscheint. Ein Apfel ist beispielsweise immer ein Apfel, egal welche Lampen ihn erzeugen (vgl. ebd.: 153).
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Arbeit zitieren:
Patrick Zimmerschied, 2008, Was ist Bewusstsein?, München, GRIN Verlag GmbH
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