Des Weiteren folgt die Sichtweise der sozialen Arbeit. Hier soll aufgezeigt werden, welche wichtige Bedeutung Sozialarbeit hat, um auf die immer mehr zunehmende Erkrankung effektiv reagieren zu können. Die Hilfsmöglichkeiten, die die soziale Arbeit mit ihren verschiedenen Ansätzen bietet, ist eine sinnvolle Intervention bei der Bewältigung von Alltagsproblemen mit Kindern und Jugendlichen mit ADHS. Da auch die Psychologie einige Therapiemöglichkeiten bietet, habe ich sinnvolle und unter anderem neue Methoden vorstellt, die dem Kind helfen, sich besser zu kontrollieren. Der Schlussteil beinhaltet einen positiven und negativen Blickwinkel für die Zukunft.
2
Abstract -English
To begin with, I would like to tell you about a psychiatrist, named Heinrich Hofmann. He was the first person, to define the disturbance of an impulsive child, the so called “Struwwelpeter”. He became world renowned with his famous picture books and poems.
It gives you an insight on how ADHD is diagnosed and in which countries it occurs. Then comes the explanation of the “Zappelphilipp” who then develops into an unconcentrated chaos. I am going to explain with insight of the symptoms and the different age groups of ADHD during the childhood and the teens. The classifications of the ICD 10 and DSM IV are going underlined and detailed, which I’m going to present with the diagnosis methods.
Then I shall follow with the pathogenesis and the different aetiological factors as well as co morbidity. The topic of that part is the affect the children and teenagers have because of their disturbance. Everyday life between parents and children can sometimes be very difficult, that’s why I would like to give detail about children and teenagers with ADHD and the problems associated with them.
Then therapy follows - different diets are contained as well as much research and discoveries in this field and their results. I’m going to introduce the therapy because it is so broad and it’s many side-effects and areas.
A further part of my work includes the medication and it’s side-effects and field analysis. There are many negative headlines about ADHD which I have also added to my work. I’ve occupied myself with myths, critics and their views, misunderstandings as well as last years press reports.
In addition, there are possibilities for parents with suitable options on how to make family life more harmonic. The last part of my work is about the empiric study. The strange observation curve for teachers, social education workers and Kindergarten teachers with the evaluation part and the matching thesis.
Furthermore follows the view-wise of the social work. This shows you how important social work has gotten. The possibilities of the social work provides help to react effectively. Different methods that are useful, during the intervention and coping with children and teenagers affected by ADHD and their everyday problems.
The psychology offers therapy possibilities so that children and teenagers affected by ADHD, can keep their self-control. I’ve developed some new and useful methods. The last part contains a positive and a negative prediction on the future.
3
1.Einleitung 8
2.Definition von Aufmerksamkeit 12
2.1 Was man unter Aufmerksamkeit versteht? 12
3. ADHS im Kindes- und Jugendalter 14
3.1 Definition 14
3.1.1 Aufmerksamkeitsdefizit ohne Hyperaktivität (ADS) 14
3.1.2 Aufmerksamkeitsdefizit mit Hyperaktivität ( ADHS) 15
3.2 Wie oft treten die Aufmerksamkeitsstörungen auf? 16
3.3 Wer ist besonderst gefährdet, ein ADHS zu entwickeln? 17
3.3.1 Merkmale der Eltern und der Familien 17
3.3.2 Merkmale der Schwangerschaft 18
3.3.3 Merkmale in der frühen Kindheit 19
3.4 Die verschiedenen Alterstufen und deren klinisches Bild 19
3.4.1 Kleinkindalter (0 bis ca. 4 Jahre) 20
3.4.2 Kindergartenalter (ca.3-5 Jahre) 20
3.4.3 Jüngere Schulkinder (ca. 6- 10 Jahre) 21
3.4.4 Ältere Schulkinder (ca.11-14 Jahre) 22
3.4.5 Jugendliche (ca.15- 20 Jahre) 23
3.5 Der Drang nach dem Extremen 24
3.5.1 Die Folgen für die Psyche 24
3.6 Mädchen mit ADHS 25
3.6.1 Wie reagieren Mädchen mit ADHS 25
3.6.2 Die Probleme, die Mädchen mit ADHS haben, 26
3.7 Verschwinden Aufmerksamkeitsstörungen von alleine? 27
4. Klassifikationen 28
4.1 Die Veränderung der Aufmerksamkeitsstörung und ihre Erkenntnisse 28
4.2 Die Klassifikation nach dem ICD-10 30
4.3 Das multiaxiale Klassifikationsschema anhand eines Beispiels 32
4.4 Typische Merkmale einer Aufmerksamkeitsstörung 34
4.4.1 Die Grundmerkmale am Beispiel von Nicolas 34
4.4.2 Aufmerksamkeitsschwäche - „ablenkbar und nicht bei der Sache“ 35
4.4.3 Impulsivität und Überaktivität - „aufgedreht und chaotisch “ 35
4.4.4 Ein weiteres Beispiel wie chaotisch und gefährlich diese Kinder handeln 36
5. Diagnose 37
5.1 Wie wird die Diagnose gestellt? 37
5.2 Diagnosemethoden von denen abgeraten wird 37
6. Pathogenese/ Ätiologische Faktoren 38
6.1 Zwillingsforschung 40
6.2 Prä- und Perinatale Faktoren 42
6.3 Nahrungsmittelallergie 43
4
6.4 Neuropsychologische Befunde: 44
6.5 Neurochemische Befunde: 44
6.6 Botenstoffe im Gehirn (Neurotransmitter) 45
6.7 Umweltfaktoren 47
6.8 Komoribidität 47
7. Die Auswirkungen 49
7.1 Die alltäglichen Beeinträchtigungen 49
7.2 Die weiteren Folgen 49
7.3 Lernstörungen 49
7.4 Die Soziale Schwierigkeit und Aggressivität bei Kindern 50
7.5 Die Stimmungsschwankungen und Ängste bei Kindern 51
7.6 Kaspern und Meidungsverhalten 52
7.7 Die besonderen Fähigkeiten und Begabungen von ADHS- Kindern und
Jugendlichen 53
8. Der Alltag mit schwierigen ADHS- Jugendlichen 53
8.1 Warum ist es heute so schwierig für Jugendliche mit ADHS? 53
8.2 Die neuen Medien 54
8.3 Schulsituation 54
9. Therapie 55
9.1 Die verschiedenen Ansätze im diätischen Bereich 55
9.1.1 Die Feingold-Diät (nach Ben Feingold) 55
9.1.2 Die Hafer-Diät nach Herta Hafer 56
9.1.3 Die oligo-antigene Diät nach Egger 57
9.1.4 Fettsäuren und ihre langkettigen, mehrfach ungesättigten Derivate nach
Richardson und Puri 58
9.2 Wie wirksam sind die Diättherapien wirklich? 60
9.2.1 Die Untersuchungen 60
9.3 Die Medikamente oder anders formuliert:“ Wenns doch hilft Was spricht
dann dagegen? 66
9.3.1 Was man bisher versucht hat - zur Geschichte der medikamentösen
Behandlung 66
9.4 Der heutige Stand der Medikation 68
9.4.1 Die einzelnen Medikamente 68
9.4.2 Herzklopfen, Schwindel? Nebenwirkungen? 69
9.4.3 Monoaminooxidasehemmer, Beispielsweise Aurorix ( Roche) 70
9.4.4 Imipramin z.B. Tofranil ( Novartis), Desipramin, z.B. Perofran ( Novartis) 70
9.4.5 Fenetyllin, z.B. Captagon ( Asta Medica) 70
9.4.6 Amphetaminil, z.B. AN 1 ( Krugmann) 71
9.5 Kaffee??? Cola??? Was bewirkst? 71
9.6 Fazit 71
5
9.7 Wann rät man zu einer medikamentösen Behandlung??? 72
9.8 Was spricht gegen Medikamente? 72
10. ADHS: Irrtümer, Missverständnisse und Mythen 74
10.1 Kritische Äußerungen zu ADHS von Dr.Bob und der Youth Affairs
Network Organisation von Quennsland (Australien) 77
10.1.1 Psychologischer Bezug 78
10.1.2 ADHS -existent oder nicht? 78
10.1.3 Die Bedrohung der körperlichen Unversehrtheit 78
10.1.4 Rasanter Anstieg von Verschreibungen 79
10.1.5 Achtung Vor Medikamenten mit stimulierender Wirkung 79
10.1.6 Die Politik wirkt zu wenig? 80
10.1.7 Schwere, schädigende Auswirkungen 80
10.1.8 Wird Methylphenidat zur neuen Freizeitdroge? 81
10.1.9 Warum wird so ein Wirbel um ADHS gemacht? 81
10.3 Die Pharmakonzerne. 82
10.4 Ärzte 82
10.5 Die Eltern 82
10.6 Die Schule 83
11. Weitere Kritische Stellungnahmen durch die Presse 2007 85
11.1 Fazit 86
12. Hilfsmöglichkeiten für Eltern um ihren Alltag mit einem ADHS- Kind zu
erleichtern ? 87
12.1 Schwierige Situationen vermeiden 90
12.2 Die Erziehungskonzepte 91
12.3 Welche Erziehungsansätze eignen sich am besten für ein ADHS- Kind? 92
13. Die empirische Studie 94
13.1 Die Auswertung der Studie 96
13.2 Fremdbeurteilungsbogen (ADHS) für Lehrer, Sozialpädagogen und
Erzieher 98
13.3 Beispiel für eine Einzelauswertung anhand eines Schülers der 2. Klasse 101
13.4 Ein Beispiel für die Gesamtauswertung anhand der 2.Klasse 102
13.5. Die Abschlusstabelle sowie das Gesamtresultat der Studie 103
13.6 Die 1. Klasse 104
13.7 Die 2. Klasse 105
13.8 Die 3.Klasse 106
13.9 Die 5/ 6 Klasse 107
13.10 Die 7. Klasse 107
13.11 Die 9. Klasse 108
13.12 Fazit 108
6
14. Grundlagen des Hilfeverständnisses der sozialen Arbeit 110
14.1 Hilfsmöglichkeiten bei Alltagsproblemen durch Ansätze der sozialen Arbeit
110
14.1.1 Konzept der lebensweltorientierten sozialen Arbeit 111
15. Angewandte Hilfsmöglichkeiten der sozialen Arbeit bei Alltagsproblemen 112
15.1 Beratung 112
15.1.1 Definition von Beratung 112
15.2 Sozialpädagogische Beratung 113
15.3 Familientherapie 115
15.3.1 Definition 115
15.3.2 Anwendung: 115
15.4. Erziehungsberatung 118
16. Psychologische Ansätze 120
16.1 Verhaltenstherapie und das Token-System 120
17.Ein moderner Therapieansatz für Jugendliche- Das „ Skill-Training 123
17.1 Der „sokratische Dialog“ 124
17.2 Erlernen der Selbstbeobachtung 124
17.3 Selbstinstruktion - ein mühsamer Weg 124
17.4 Ansätze für den Alltag 125
17.5 Lernstragtegien 126
17.6 Fazit 126
18. Das Optimind-Konzept 127
18.1 Die Ziele des OptiMind sind 128
19.Ausblick 129
Quellenverzeichnis 131
Literaturverzeichnis 132
7
Bereits 1844 hat der Frankfurter Psychiater Heinrich Hoffmann, der Autor des Struwwelpeters das Phänomen des impulsiven, überaktiven und unaufmerksamen Kindes in seinen Kinderbilderbüchern beschreiben. In seinen Gedichten und Geschichten konnte man gut erahnen, was in diesen Kindern vor sich geht. Im Jahr 1902 wurde die Störung umfassend von George Still, dem ersten Professor für Medizin in England, beschrieben. George Still war von Kindern fasziniert und befasste sich deshalb so ausführlich mit Kindern und deren Störungen. Die hyperkinetische Störung ist aber erst seit Mitte des vorherigen Jahrhunderts als eigenständiges Störungsbild anerkannt.
Die massiven Forschungen der Verhaltensstörungen begannen in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts. Bis heute gilt die hyperkinetische Störung (WHO) bzw. Aufmerksamkeitsstörung als eine der am häufigsten wissenschaftlich untersuchten Krankheiten im Kindes- und Jugendalter. Im Wandel der Zeit wurde die hyperkinetische Störung bzw. Aufmerksamkeitsdefizit- /Hyperaktivitätsstörung mit einer Reihe von Namen belegt. (vgl. Therapaed, 22.01.2008, S.1)
Jedoch verbirgt sich hinter den zahlreichen Namen ein und dieselbe Krankheit. Nämlich ADHS - die Erkrankung mit den vier Buchstaben, die für die betroffenen Kinder und Jugendlichen schwerwiegende Folgen für das gesamte Leben haben kann. ADHS steht für das Aufmerksamkeitsdefizit- Hyperaktivitäts-Syndrom. Fünf bis zehn Prozent, d.h. mindestens 500.00 Kinder und Jugendliche in Deutschland zwischen sechs und achtzehn Jahren sind von dieser Erkrankung betroffen, wobei nur ein Teil effektiv behandelt wird. Außerdem hat die Zahl der erkrankten Kinder und Jugendlichen in den letzen Jahren sehr rasch zugenommen. In den USA wird ADHS als die sich am schnellsten ausbreitende Krankheit bezeichnet. (vgl.nlnv,21.01.2008,S.1) „ Die häufigste Ursache für eine Überweisung eines Kindes an einen Psychiater oder Psychologen ist in den USA schon seit mehreren Jahren die so genannte „ Aufmerksamkeitsdefitiz-/ Hyperaktivitätsstörung“ (ADS/ADHS).“(zit.n.Henryk Holowenko 1999, S.13)
Auch in anderen Ländern wie Großbritannien und Australien ist diese Störung zunehmender Gegenstand öffentlicher Diskussionen und nicht geringer Debatten. Schon vor Jahren hat man sich öffentlich mit dieser Störung beschäftigt Es wurden zahlreiche Zeitungsartikel zum Diskussions-Thema der Öffentlichkeit gemacht, so zum Beispiel in DER SPIEGEL 52/1999 „Ständig unter Strom kann die Psychopille Ritalin überdrehten Kindern und ihren geplagten Eltern helfen?“ (vgl.Henryk Holowenko 1999, S.13).
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Bis heute findet man regelmäßig Artikel wie in DER SPIEGEL 22/2007 „Hyperaktive Kinder im Pillenrausch“ oder in der Zeitschrift PSYCHOLOGIE HEUTE 2007 „ADHS - Frühprävention ist möglich. „ Wo die Schulmedizin bei Verhaltensstörungen nicht hilft, suchen Eltern immer öfter das Heil in Bachblütentropfen und anderen alternativen Methoden, so nachzulesen in DIE ZEIT, 7/1999. Die Störung tritt bei etwa drei bis sechs Prozent aller Kinder in verschiedenen Kulturen und geografisches Regionen auf. In der Regel sind die Jungen drei bis neun Mal häufiger betroffen als die Mädchen. Die Häufigkeit der Diagnose schwankt, wobei bei neun Prozent aller amerikanischen Kinder die Diagnose ADS/ADHS festgestellt wird. Im Gegensatz hierzu steht Großbritannien. Hier wird es nur bei einem Kind von 1500 Kindern diagnostiziert. (vgl.Henryk Holowenko1999, S.13-14: Hinshaw 1994, Prendergast et al.1988, Schachar 1991,Taylor 1994 a, Taylor et. al 1991, Kewley 1998)
Der Letztgenannte führt weitere Daten auf, die belegen, dass ca. 0,03 Prozent der Schulkinder in Großbritannien mit Psychostimulanzien behandelt werden. Hier liegt ein Vergleich zu anderen Ländern wie Australien nahe, denn dort sind es ein Prozent und in den USA drei Prozent. Im Gegensatz zu den USA wird ein Medikament in Deutschland nur unter großem Vorbehalt verschreiben, da es in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. In vielen Ländern, wie beispielsweise in den USA oder Australien, werden sehr schnell Medikamente an Kinder verschrieben.(vgl. Henryk Holowenko 1999, S.14) Um Kinder zu schützen, gibt es zahlreiche Organisationen die sich für die Rechte von Kindern einsetzen und vor den Gefahren des Medikamentenkonsums warnen.
Eine dieser Organisationen ist die italienische Konsenserklärung „Giù Le Mani Dai Bambini”® („Hände weg von den Kindern“). Diese besteht aus 371 Wissenschaftlern, darunter Psychiater, Psychotherapeuten, Professoren, Ärzte und 125 Institutionen mit über 220.000 Mitgliedern. „Giù Le Mani Dai Bambini”® setzt sich für die Rechte von Kindern ein und vertritt die Meinung, dass „ADHS - keine Krankheit“ ist. Diese Organisation ist nur eine von vielen. Daraus ergibt sich, dass die Krankheit von Land zu Land unterschiedlich oft diagnostiziert wird.
Früher glaubten Kinder -und Jugendpsychiater ADHS würde im Laufe des Alters des Kindes abnehmen.
Diese Annahme erwies sich jedoch als falsch. Nach weiteren Untersuchungen kam man zu dem Entschluss, dass ADHS auch im Jugend- und Erwachsenenalter bestehen bleibt.
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Außerdem, so die Annahme, könne es unbehandelt zu schweren Folgen führen. (vgl.adhs-schweiz,21.08.2008, S.1)
Die begriffliche Bezeichnung der Störung durchlief einen gesellschaftlichgeschichtlichen Wandel. Zuerst sprach man von “Hyperaktivität“ bzw. dem „Hyperkinetischen- Syndrom“ (HKS), danach folgte die Bezeichnung Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADS, im englischen ADD) für Kinder ohne Anzeichen motorischer Unruhe und Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom mit
Hyperaktivität (ADHS, im englischen ADD-H) für Kinder mit Anzeichen motorischer Unruhe.
Der heutige offizielle Begriff der „Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), wurde von Psychiatern festgelegt und in die vierte Auflage des
„Diagnostischen und Statistischen Manuals der Psychiatrischen Erkrankungen (DSM-IV)“ der amerikanischen psychiatrischen Gesellschaft aufgenommen. Die Krankheits-und Symptombeschreibung wurde von verschiedenen praktizierenden Ärzten,
Wissenschaftlern und auch für andere Zwecke verwendet. Auch die früheren Bezeichnungen wie „ADS“ oder „HKS“ tauchen ab und zu noch auf, wie beispielsweise innerhalb von Gesprächen der Elterngruppen. (vgl. Wender, 2002, S.13-14)
Nach heutigem Stand der Forschung, ist für die Entstehung von ADHS eine Stoffwechselstörung verantwortlich, jedoch spielen auch psychosoziale Faktoren eine entscheidende Rolle, wie sich die Krankheit entwickelt. Ein Blick in die Praxis zeigt, dass die Umgebung des Kindes häufig die Krankheit nicht anerkennt, sondern dies als ungezogen, rücksichtslos und disziplinlos bezeichnet. Die Kinder werden oft als störend empfunden, was bei dem Kind zu einem geringen Selbstwertgefühl führt. Viele Eltern sind mit der Erziehung ihres Kindes überfordert und benötigen Hilfsmöglichkeiten durch Therapeuten, Ärzte und Pädagogen. (vgl.Hilverling, Hofmann,2007, S.3)
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2.Definition von Aufmerksamkeit
„Als Aufmerksamkeit bezeichnet man einen Prozess der Ressourcenzuweisung der beschränkten Verarbeitungskapazität des Gehirns. Als Maß für die Aufmerksamkeit gilt die Konzentration (Bleuer 1983). Die Ziele der Aufmerksamkeit sind die Wahrnehmung der Umwelt, Gedanken und Gefühle, sowie des eigenen Verhaltens und Handelns.“(zit.n.Wikipedia 28.01.2008, S.1)
2.1 Was man unter Aufmerksamkeit versteht?
Im alltäglichen Leben ist Aufmerksamkeit wichtig. Als Aufmerksamkeit bezeichnet man die Fähigkeit Wachheit zu besitzen und länger an einer Sache bleiben zu können, sowie störende Dinge außer Acht zu lassen. Aufmerksamkeit hat viel mit dem eigenen Interesse und dem eigenen Können zu tun.
Im Gehirn sind verschiedene Teile zuständig um aufmerksam arbeiten zu können. Besonders sind die Gehirnteile betroffen, die für Planungen, Überprüfungen und für die „Energiezufuhr“, sowie für das Abrufen von Wissen und Vorerfahrungen zuständig sind. Es ist im Grunde wichtig, dass man sich nur einer Sache zuwendet und andere Sachen außer Acht lässt. Aufmerksamkeit beschränkt sich also nur auf eine Sache, die im Moment aktuell ist. Nach vielen Untersuchungen sind Forscher darauf gestoßen, dass Aufmerksamkeit in der menschlichen Entwicklung erst im Laufe der Zeit notwenig wurde, weil wir verschiedene Tätigkeiten ausführen können, jedoch uns für eine entscheiden müssen. (vgl.Lauth,Schlottke,Naumann 2007, S.22-23) „Früher ist man davon ausgegangen, dass Aufmerksamkeit eine Art „Speicher im Gehirn“ sei. Heute weiß man, dass Aufmerksamkeit erst beim konkreten Tun wichtig ist.“(zit.n.Lauth,Schlottke,Naumann 2007, S.23)
Um aufmerksam sein zu können benötigt man:
• eine Zielvorgabe und muss sich sein Ziel immer vor Augen halten,
• das Filtern von Reizen, also störende Reize von sich zu lassen und trotzdem weiter zu arbeiten,
• geistige Wachheit,
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• die Kontrolle, Überprüfung und das Korrekturverhaltens des eigenen Handeln, das Integrieren schon im Vorfeld gesammelter Erfahrungen und die Antizipationsfähigkeit,
• weitere Fähigkeiten wie: genau hinhören oder hinschauen.
Aufmerksamkeit erfordert sehr viel Selbstdisziplin, um diese Fähigkeiten einsetzen zu können. Im Laufe unsrer Entwicklung lernen wir aufmerksam zu sein. Wichtig ist, dass Aufmerksamkeit nicht dasselbe ist wie Konzentration. Als Konzentration bezeichnet man eine Einschränkung des Bewusstseins beispielsweise, dass man Musik oder andere Geräusche im Hintergrund nicht wahrnimmt.
Konzentration ist ein wichtiger Teil der Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit an sich ist aber noch viel weiter gefasst. Viele Eltern oder Lehrer meinen, dass das Kind sich nur anstrengen müsste. Besonders auffällig werden Kinder in Situationen, in denen man von ihnen viel Selbstdisziplin verlangt und bestimmte Anforderungen an sie gestellt werden. Dies könnte beispielsweise sein:
• Unterricht
• Hausaufgaben
• Essen am Familientisch oder im Restaurant oder bei Familienfesten
• Kindergeburtstage
• Gruppenspiele
• Arzttermine
• Familienbesuche
In solchen alltäglichen Situationen ist die Einhaltung bestimmter Regeln wichtig. Bei längerfristig geforderter Aufmerksamkeit fällt es den Kindern äußerst schwer, ihre Impulse zu unterdrücken. So rennen sie lieber umher, satt ruhig am Tisch zu essen. Oder sie schauen lieber fern, ohne dabei schnell das Interesse zu verlieren, anstatt sich einem Spiel zu widmen. Dies geht allen Menschen so.
Bei uninteressanten oder langweiligen Aktivitäten oder Verpflichtungen möchte man lieber etwas anderes tun und sich Neuem und Interessantem widmen. Doch was ADHS Kindern von den übrigen Kindern unterscheidet ist, dass die normal entwickelten Kinder sukzessive lernen, so viel Selbstdisziplin aufzubringen, dass sie es dann meistens schaffen, sich den aktuell relevanten Dingen zu widmen.
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Die meisten Kinder lernen dies von ganz alleine, was bei aufmerksamkeitsgestörten Kindern nicht zu trifft. (vgl.Lauth,Schlottke,Naumann 2007, S.22-23)
3. ADHS im Kindes- und Jugendalter
3.1 Definition
„Ist ein Kind ständig - und nicht nur gelegentlich - extrem unaufmerksam, übermäßig impulsiv und immer in Bewegung, dann leidet es möglicherweise an einer neurobiologischen Funktionsstörung im Gehirn, kurz ADHS genannt. ADHS steht für die Abkürzung Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung und ist durch die Hauptsymptomatiken Aufmerksamkeitsschwäche (Aufmerksamkeitsdefizit) Gesteigerte Impulsivität und extreme Unruhe ( Hyperaktivität)
gekennzeichnet. Diese Symptome können in unterschiedlicher Ausprägung auftreten. Herrscht nicht die Hyperaktivität, sondern die Aufmerksamkeitsstörung, spricht man auch von ADS oder Aufmerksamkeits-Defizit-Störung. Es ist beweisen, dass ADHS eine der häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter ist. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa fünf Prozent aller Kinder und Jugendlichen betroffen sind.“(zit.ucb 29.01.2008, S.1). Aber nicht jedes Kind, das unaufmerksamer, unruhiger oder voreiliger als andere Kinder ist, leidet an ADHS. Im folgenden Abschnitt werden die Begriffe und Symptome im Detail aufgegriffen. (vgl.ucb 29.01.2008, S.1).
3.1.1 Aufmerksamkeitsdefizit ohne Hyperaktivität (ADS)
Kinder mit ADS leiden an Unaufmerksamkeit, Impulsivität, sowie einer Aktivitätsverminderung (Hypoaktivität). Man vermutet, dass Mädchen häufiger an dieser Form erkranken als Jungen. Kinder mit ADS haben eine mangelnde, nicht altersgemäße Konzentrationsspanne. Dies zeigt sich in Gruppensituationen wie im Kindergarten oder in der Schule. Beim Spielen bringen sie kein Spiel zu Ende, sind fahrig und zerstreut, lassen oft Sachen liegen, selbst kleinste Anweisungen werden vergessen. In der Schule haben sie ein langsames Arbeitstempo und wirken verträumt.
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Obwohl das überschießende Verhalten vollkommen fehlt, ist bei diesen Kindern oft auffällig, dass sie isoliert werden, weil sie zu Wutanfällen und heftigen Stimmungsschwankungen neigen. In der Schule sind sie aufgrund der Konzentrationsstörung häufig leistungsschwach und gelten deshalb oft als dumm oder faul.
3.1.2 Aufmerksamkeitsdefizit mit Hyperaktivität ( ADHS)
Diese Störung zeichnet sich durch ausgeprägte und sehr lang anhaltende Trotzphasen mit häufigen und imposanten Wutanfällen aus. Dies äußert sich vor allem in Spielverhalten. Die Kinder wirken plan- und ratlos, die Ausdauer im Einzel- und Gruppenspiel ist gering und der Umgang mit Spielzeug ist sinnwidrig und destruktiv. Kinder mit ADHS sind im Vergleich zu anderen Kindern häufiger von motorischen Teilleistungsstörungen betroffen. Das Sozialverhalten der Kinder kann sich ebenfalls auffällig entwickeln. Bei einem Teil der Kinder ist das Verhalten nicht vorhersehbar und kann sich in aggressivem Verhalten äußern. Dies kann zur Folge haben, dass sich die Kinder isolieren, sowie nicht in der Lage sind, feste Freundschaften einzugehen. Mit zunehmender Klassenstufe und damit immer höher werdenden Leistungsanforderungen nehmen die Schwierigkeiten in der Schule zu. Sie stören den Unterricht, haben wenig Ausdauer Aufgaben zu erledigen und sind sehr schnell abgelenkt. Es gibt Eltern, die sich fast täglich mit Lehrern auseinander setzen müssen, weil das Kind oder der Jugendliche dazwischen redet, Geräusche produziert, zappelt, den Banknachbarn nicht in Ruhe lässt oder Klassenkameraden verletzt. Auf Ermahnungen reagiert das Kind häufig mit Wutanfällen oder spielt den Klassenclown, um Aufmerksamkeit und Zuwendung zu erhalten. Dies kann widerrum zur Folge haben, dass das Kind unglücklich wird und sein Selbstbewusstsein schwindet. Bei Kindern, die eine schwere Form von ADHS haben, kommt es oft zu einem ausgeprägten Trotzverhalten, das gemeinsam mit Misserfolgen und Isolation im Kindergarten oder in der Schule zu Problemen unter Gleichaltrigen führt. Kinder oder Jugendliche mit ADS und ADHS haben ein hohes Risiko für Unfälle. Unbehandelte Kinder oder Jugendliche beginnen oft schon in sehr jungem Alter Zigaretten zu rauchen oder Alkohol zu trinken. Die Gefahr süchtig zu werden, ist bei ihnen höher als bei Kindern und Jugendlichen ohne die Erkrankung. (vgl. Leitfaden ADS/ADHS. Informationsbroschüre des Hamburger Arbeitskreises 2004,S. 11-13)
15
3.2 Wie oft treten die Aufmerksamkeitsstörungen auf?
Es ist oft so, dass die Zahl der aufmerksamkeitsgestörten Kinder höher geschätzt wird, als sie eigentlich ist. Dies passiert besonders Lehrern, die bis zu fünfzehn Prozent ihrer Schüler als „aufmerksamkeitsgestört“ einschätzen. Dabei liegt die tatsächliche Zahl bei drei und sieben Prozent. Um ein Kind als aufmerksamkeitsgestört zu bezeichnen, bedarf dies einer sorgfältigen Überprüfung. Dies macht man anhand verschiedener Merkmale, die letztendlich entscheiden, ob so eine Krankheit vorliegt. Durch mehrere Studien zur Folge hat man herausgefunden, dass Jungen häufiger betroffen sind als Mädchen. Aufmerksamkeitsstörungen sind ein Problem der heutigen Zeit. Lehrer und Erzieher beklagen sich oft über die Kinder, wie schwierig sie heutzutage geworden sind. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die Krankheit schon als Mode-/ Schulkrankheit angesehen wird.
Die tatsächliche Zahl bei Grundschülern liegt jedoch bei drei bis sieben Prozent. (vgl.Lauth,Schlottke,Naumann2007,S.37) „Als realistische Faustregel gilt: Pro Schulklasse sind ein bis zwei Kinder aufmerksamkeitsgestört oder hyperaktiv. Damit sind die Grundschüler am häufigsten von Aufmerksamkeitsstörungen
betroffen.“(zit.n.Lauth,Schlottke,Naumann 2007, S.37)
Da es häufig verschiedene Symptome und Einschätzungen der Aufmerksamkeitsstörung gibt, gibt es viele Fehleinschätzungen. Selbst Kinder, die einfach „nur“ konzentrationsschwach sind, wenig Interesse an der Schule haben oder Schwierigkeiten haben dem Lernstoff zu folgen, sich in Gruppenspielen nicht an Spielregeln halten oder als störend erlebt werden, werden schnell in die Schublade „aufmerksamkeitssgestört“ gesteckt. Die meisten Kinder sind jedoch nicht aufmerksamkeitsgestört. Um eine zuverlässige und richtige Diagnose zu haben, bedarf dies einer Überprüfung der Probleme anhand internationale anerkannter Kriterien, um eine Diagnose zu stellen. Wenn man viele Kinder als aufmerksamkeitsgestört etikettiert ist das zu Unrecht. Aufmerksamkeitsstörungen sind ungleich auf Mädchen und Jungen verteilt. Es gibt mehrere Gründe die hierzu diskutiert werden:
• In der Pubertät bei Jungen zeigen sich öfter Verhaltensstörungen als bei Mädchen. Nach der Pubertät wird dies jedoch nicht besser. Bei Mädchen ist es eher so, dass sie Probleme nicht so sehr an sich heran lassen und sie mehr abwehren. Mädchen neigen dazu, Probleme nicht nach außen sichtbar zu zeigen, z.B. in aggressivem Verhalten, sondern ihre Probleme eher nach innen gerichtet halten, was sich häufig in Ängstlichkeit und Autoaggressionsformen äußert.
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• Einige Forscher sind der Ansicht, dass es Jungen heutzutage immer schwerer haben, sich in der Männerrolle unserer Gesellschaft zu erleben, weil sie immer weniger Vorbilder haben (dies ist allerdings nur schwer zu belegen).
• Jungen sind einem höheren Risiko ausgesetzt, krank zu werden. Diese Thesen allein erklären jedoch noch nicht vollständig die Missverhältnisse zwischen Jungen und Mädchen. Hier muss zusätzlich eine umfangreichere Bandbreite weiterer Faktoren bei der Interpretation berücksichtigt werden.
(vgl.Lauth,Schlottke,Naumann 2007, S.38)
3.3 Wer ist besonderst gefährdet, ein ADHS zu entwickeln?
Bevor ein Kind geboren wird, erhöhen elterliche bzw. familiäre Merkmale das Risiko, dass ein Kind an ADHS erkrankt. Diese Risikofaktoren sind zwar nicht nur dafür verantwortlich dass eine ADHS ausbricht Jedoch bedeutet es, dass sie eine bestimmte Vulnerabilität besitzen, dass ein Kind in diese Familie hineingeboren wird, mit erhöhtem Risiko eine ADHS haben wird, als Kinder aus Familien, bei denen diese Risikofaktoren nicht vorhanden sind.(vgl. Barkley 2002,S. 137)
3.3.1 Merkmale der Eltern und der Familien
Wie schon zuvor erwähnt weiß man aus verschiedenen Untersuchungen, dass das Risiko von Eltern, die ein ADHS haben, höher ist, dass auch die weiteren Kinder eine ADHS haben - mit einer Wahrscheinlichkeit von 25-35 Prozent. Nach wissenschaftlichen Schätzungen liegt das Risiko bei Mädchen bei 13- 17 Prozent und bei Jungen bei 27 bis 35 Prozent - unabhängig vom Geschlecht des anderen Kindes mit ADHS. Es ist unklar, warum innerhalb einer Familie Jungen ein höheres ADHS- Risiko haben als Mädchen.
Die Ursachen sind wahrscheinlich genetischer Natur: Klar ist, dass es sowohl weibliche als auch männliche Personen einer Familie weiter vererben können. Allerdings können männliche Personen es auch nur auf männliche Personen einer Familie weitervererben.
Bei den weiteren Risikofaktoren, die ein frühes Auftreten verursachen, handelt es sich um folgende:
• Niedriges Bildungsniveau der Mutter
• Einen niedrigen Sozioökonomischen Status der Eltern
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• Aufwachsen bei einem allein erziehenden Elternteil, bzw. in einer Familie, die von einem Elternteil verlassen wurde.
Diese genannten Faktoren sind jedoch nicht zwangsmäßig für die Entstehung des ADHS- Risikos mitverantwortlich, und sie sind wahrscheinlich auch nicht die alleinige Ursache für das Auftreten der Störung. Es bedeutet lediglich, dass die Kinder einem höhern Risiko ausgesetzt sind, aber wahrscheinlich gibt es noch einen dritten Faktor, der sowohl für diese Risikofaktoren als auch für die ADHS selbst verantwortlich ist. Man geht davon aus, dass genetische Faktoren zwischen der ADHS und anderen Persönlichkeitseigenschaften die entscheidende Rolle spielen. (vgl. Barkley 2002,S. 138)
3.3.2 Merkmale der Schwangerschaft
Nach zahlreichen Studien von Müttern, bei denen es während der Entbindung zu Komplikationen kam, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass deren Kinder ADHS haben, als Mütter deren Schwangerschaft problemlos verläuft. Dabei ist es nicht von Bedeutung, welche Art von Komplikationen eingetreten ist sowie deren Anzahl. Es besteht die Möglichkeit eines dritten Faktors: dass die Mutter selbst an ADHS leidet. Hier ist es so, dass die Mutter mit ADHS weniger auf die Schwangerschaft achtet und deshalb auch mehr Komplikationen erleidet. In einem solchen Fall wäre die Ursache für das Entstehen von ADHS genetisch bedingt. Tatsache ist aber, dass es hierfür nur sehr wenige Belegt dafür gibt, dass Komplikationen die Ursache für eine Entstehung von ADHS sind.
In der großen Studie Perinatal Collaborative Projekt in Amerika in den siebziger Jahren wurde dieses Projekt im Auftrag der US-amerikanischen Regierung durchgeführt. Dabei ging mit einer Schwangerschafts- oder Geburtskomplikation eine geringfügige Erhöhung des ADHS Risikos des Kindes einher.
• Zigarettenkonsum der Mutter
• Epileptische Anfälle der Mutter
• Lange Krankenhaus Aufenthalte der Mutter
• Atemschwierigkeiten des Babys während und nach der Entbindung
• Ebenso Gewicht & Zustand der Plazenta bei der pränatalen Untersuchung
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Je mehr Faktoren eintreten, desto höher war die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind ADHS- Symptome aufweist. Kinder, die früh geboren und ein niedriges Geburtsgewicht hatten, haben ein deutlich höheres Risiko. Dies ist etwa fünf - bis siebenfach höher als bei normalen Geburten. Nach neusten Studien ist dies zurückzuführen auf kleine Hirnblutungen, die häufig bei solchen Babys auftreten. Daraus geht hervor, dass etwa 40 % der Säuglinge mit den genannten Blutungen später an ADHS erkranken oder andere Entwicklungs- und Lernstörungen haben, während andere untersuchte Baby ohne diesen Befund viel seltener an solchen Problemen leiden.(vgl. Barkley 2002,S. 138)
3.3.3 Merkmale in der frühen Kindheit
Wissenschaftler haben auch einige Merkmale in der frühen Entwicklung von Kindern festgestellt, die auf ein erhöhtes Risiko von ADHS hinweisen. Wie schon erwähnt wurde in dem perinatalen Collaborative Projekt in Amerika folgende Risikofaktoren für das Entstehen von ADHS erforscht:
• Verzögerte motorische Entwicklung
• Geringer Kopfumfang bei der Geburt und im Alter von 12 Monaten
• Meconium (material aus dem Darm des Fötus) im Fruchtwasser.
• Anzeichen einer Nervenschädigung nach der Geburt
• Postnatale Teamschwierigkeiten sowie ein niedriges Geburtsgewicht
Kinder, die im Kleinkind- oder Vorschulalter häufiger krank sind oder motorische Entwicklungsstörungen haben, sind gefährdeter als andere später ADHS- Symptome zu entwickeln. Kinder, die schon im Säuglingsalter zu aktiv sind, haben ein erhöhtes Risiko an ADHS zu erkranken. (vgl. Barkley 2002,S.139-140)
3.4 Die verschiedenen Alterstufen und deren klinisches Bild
Die Aufmerksamkeitsstörung ändert sich im Laufe der Altersstufen und ist deshalb durch unterschiedliche Erscheinungsformen gekennzeichnet.
Bei Kleinkindern ist es besonders schwer, eine Aufmerksamkeitsstörung festzustellen. Jugendliche haben meistens zusätzlich soziale und berufliche Schwierigkeiten.
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Wichtig ist, dass sich die Aufmerksamkeitsstörung im Laufe des Alters verändert, jedoch selten von alleine verschwindet. Vielmehr verschlimmert sich die Symptomatik über die Jahre, was wiederum ein Entwicklungsrisiko in sich birgt. Die Betroffenen befinden sich in unterschiedlichen Lebenssituationen und demnach sind die Umstände der Erscheinungsformen auch sehr unterschiedlich: ob ein aufmerksamkeitsgestörtes Kind den Kindergarten oder die Schule besucht, ob sich der Jugendliche in der Berufsausbildung befindet oder nicht. Je nach Anforderungen und Selbständigkeit des Kindes bzw. Jugendlichen fallen Aufmerksamkeitsstörungen völlig unterschiedlich auf.
3.4.1 Kleinkindalter (0 bis ca. 4 Jahre)
Die Aufmerksamkeitsstörung zeigt sich in diesem Alter vor allem in motorischer Unruhe, in erhöhter Reizbarkeit und Anpassungsschwierigkeiten. Besonders auffällig ist, dass diese Kinder sehr schlecht durchschlafen können, Schwierigkeiten haben sich an regelmäßige Essens- und Schlafzeiten zu gewöhnen, am Tag sehr unruhig sind und sich nur schwer beruhigen lassen.
Die zusätzliche Schwierigkeit besteht darin, dass die meisten Kinder sehr temperamentvoll sind, was sich besonders für Eltern als problematisch darstellt, da sie gerne trotzen und sich nicht beeinflussen lassen wollen. Kinder mit dieser Störung, die sich im Vergleich zu anderen Kindern motorisch gut entwickelt haben, haben einen ausgeprägten Bewegungsdrang sowie eine überaus große Neugierde. Sie widmen sich gerne neuen Dingen zu, jedoch nur für kurze Zeit. Sie sind sehr leicht ablenkbar. Oft sind es die „Schreibabys“, die kaum zu trösten sind. Meistens haben sie auch einen unregelmäßigen Schlaf- und Wachrhythmus“ und ihre Bewegungen sind auffällig.
3.4.2 Kindergartenalter (ca.3-5 Jahre)
Meistens entdeckt man eine Aufmerksamkeitsstörung erst in diesem Alter. Das Kind ist im Kindergarten zum ersten Mal ohne ständige Anleitung durch einen Erwachsenen und soll sich in eine komplizierte, neue Welt eingewöhnen. Das Verhalten lässt sich hier gut beurteilen, da es mit anderen Kindern zusammen ist und Regeln einhalten muss. Deshalb fällt bei Interaktionen mit anderen Kindern impulsives, überaktives Verhalten oder eine Aufmerksamkeitsschwäche besonders auf. Anzeichen dafür können sein, dass das Kind beim Geschichten vorlesen nicht zuhört und sich sehr unruhig zeigt.
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Es ist ständig in Bewegung, kaspert viel herum, handelt vorschnell und erzeugt damit Unruhe und stört somit andere Kinder. Es kann nicht bei einer Sache bleiben, sondern wechselt ständig von einer Aktivität zur anderen. Kurz gesagt ist es im Vergleich zu anderen Kindern besonders auffällig.
Bei Gruppenspielen fällt es dem Kind schwer zu warten bis es an der Reihe ist. Zu Hause bei den Eltern wird die überschießende Unruhe bemerkt. Beim Toben geht viel kaputt, weil die Kinder herum rennen, gegen Gegenstände stoßen und sich häufig verletzen.
Wenn dieses Verhalten in verschiedenen Situationen beobachtet werden kann, wie beispielsweise im Kindergarten beim Spielen und Basteln oder im Alltag zu Hause, dann liegen mehrere Hinweise für eine Aufmerksamkeitsstörung vor. Wenn dies der Fall ist, sollte man Hilfe von professionellen Fachkräften wie Kinderpsychologen, Erziehern, Kinderärzten oder Neuropsychiatern einholen. Beobachtet man solche Verhaltensweisen, jedoch nicht regelmäßig und nur in bestimmten Situationen im Kindergarten oder in der Schule, nicht aber zu Hause, so deutet dies darauf hin, dass besondere Umstände oder Ereignisse im Kindergarten / in der Schule dafür maßgebend sind. Es könnte zum Beispiel sein, dass das Kind mit großen Kindern Probleme hat oder sich mit den Erziehern nicht versteht. Solche Möglichkeiten sollte man bedenken, wenn das Kind nur in bestimmten Situationen unruhig, ablenkbar und unbedacht ist, ansonsten aber unauffällig bleibt. Wenn es beispielsweise mit den Nachbarskindern ohne Probleme spielen kann, sich mit den Geschwistern angemessen versteht und sich auch über einen längeren Zeitraum allein intensiv mit einem Spiel beschäftigen kann, sind die Ursachen fraglich.
3.4.3 Jüngere Schulkinder (ca. 6- 10 Jahre)
Beim Schuleintritt ist es besonders wichtig, dass die Kinder „bei der Sache bleiben“ können, also Ausdauer, Konzentration und Geduld haben. Typisch und logisch ist es, wenn aufmerksamkeitsgestörtes Verhalten in der Schule Nachteile mit sich bringt. Dies kann sich darin äußern, dass es dem Kind schwer fällt, still sitzen zu bleiben, dass es seine Aufmerksamkeit nicht auf die momentan relevanten Informationen fokussieren kann, vorschnell reagiert und sich nicht an die Regeln des Unterrichts hält. Daraus resultieren Misserfolge, Klagen bis hin zu gravierenden schulischen Schwierigkeiten.
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Es dauert meist nicht lange, bis diese Kinder und deren Eltern negative Rückmeldungen von Lehrern bekommen, was zur Folge haben könnte, dass die Begeisterung für die Schule deutlich nachlässt und das Kind schulische Anforderungen meidet. Dazu gehört auch, dass das Kind versucht zu Hause bleiben zu dürfen, morgens beim Anziehen herumtrödelt, Wutanfälle bekommt, wenn es losgeschickt oder zur Schule gebracht wird.
Wenn das Kind dann immer öfter vom Unterricht fernbleibt, da die Schule nur noch eine Belastung darstellt, entstehen große Wissenslücken, was weitere Probleme nach sich zieht. Eine Aufmerksamkeitsstörung wird meistens schnell bemerkt, weil den Lehrern oder Erziehern das negative Verhalten auffällt und eine Veränderung suchen. Eine weitere typische Folge für ein ADHS- Kindes ist zusätzlich, dass soziale Probleme entstehen. Dem Kind fällt es schwer Freundschaften zu schließen, oft ist es bereits im zweiten Schuljahr ein Außenseiter. Das Kind ist gefährdet, sowohl von Lehrern als auch von Schülern, abgestempelt zu werden. Aufgrund der negativen Erfahrungen entwickelt es Folgeprobleme wie Schulunlust, Aggressivität, Selbstzweifel, die ihm die Alltagsbewältigung noch schwerer machen.
3.4.4 Ältere Schulkinder (ca.11-14 Jahre)
Die schulischen Anforderungen und Erwartungen an das Kind werden höher, die Freiräume immer geringer. Mit den Jahren wird vom Heranwachsenden immer mehr erwartet - vor allem, dass es mit seinen Schwierigkeiten zunehmend alleine fertig wird. Dies ist aber nicht mehr so leicht für das Kind, da es schon lange mit der ADHS-Störung lebt und als aufmerksamkeitsgestörtes Kind mittlerweile schon große Wissensdefizite hat. Auch für intelligente Kinder und Jugendliche ist es schwer den Schulalltag zu meistern.
Die Probleme bestehen meistens darin, dass sie dem Lerntempo nicht folgen können und sich nicht gut in die Klasse integrieren können. Des weiteren erleben die Kinder in der Schule ständig Misserfolge.
Es fehlt ihnen an hilfreichen Lernstrategien, um den umfangreichen und anspruchsvollen Lernstoff aufzunehmen und zu strukturieren. Da in diesem Alter der Kontakt zu Gleichaltrigen immer wichtiger wird, ist es für die Betroffenen besonders schwer soziale Kontakte zu knüpfen, da sie mit der Aggressivität oder ihrer Launenhaftigkeit schnell ins soziale Abseits geraten.
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Die beginnende Pubertät in diesem Alter führt zu weiteren Problemen. Jugendliche gehen in diesem Alter eigene Wege und entwickeln zudem auch eigene Interessen außerhalb der Schule.
3.4.5 Jugendliche (ca.15- 20 Jahre)
Die Probleme in der Schule und im Umgang mit Gleichaltrigen verschlimmern sich zunehmend in der Pubertät. Dieser neue Lebensabschnitt ist mit vielen neuen Herausforderungen und Neuorientierungen verbunden. In dieser Phase ist der Jugendliche bemüht, seine Persönlichkeit zu entfalten und zu finden, neue Wege zu gehen, sich vom Elternhaus zu lösen, Bindungen außerhalb der Familie einzugehen, neue Entscheidungen zu treffen in Beruf und Ausbildung und vor allem sich selbst zu akzeptieren, sowie seine Rolle im sozialem Umfeld zu finden. Untersuchungen haben gezeigt, dass fast alle Jugendlichen in der Phase der Neuorientierung Probleme haben, egal ob sie ADHS haben oder nicht. Sie sind nicht im Einklang mit sich, haben Angst vor Zurückweisungen durch Gleichaltrige, vor Konflikten mit ihren Eltern, sind emotional verunsichert und haben mangelnde Zukunftsperspektiven. In diesem Lebensabschnitt kommt es auch vermehrt zu Auseinandersetzungen zwischen Eltern und Jugendlichen. Im Vergleich zu anderen Jugendlichen, die nicht aufmerksamkeitsgestört sind, sind sie sehr eigenwillig. Ein Grund dafür ist, dass sie in ihrer Impulsivität weniger über die Folgen ihres Handelns nachdenken. Dadurch geraten sie leichter in Auseinadersetzungen mit anderen. Dazu gehört auch, dass sie unbedachter vorgehen, beispielsweise unter Alkoholeinfluss Autofahren bzw. weitere Verkehrsverstöße begehen. Ihr großes Interesse an neuen Dingen führt zwangsläufig dazu, dass sie auch risikoreichere Dinge ausprobieren. Ihre geringe soziale Geschicklichkeit hat oft zur Folge, dass sie sich eventuell strafbar machen und schlecht aus solchen Situationen herauskommen.
Durch solche wiederkehrenden Situationen ist die Eltern-Kind-Beziehung oft konfliktreicher als bei anderen Jugendlichen. Da diese Jugendlichen meist keinen verlässlichen Freundeskreis haben, der sie stützen könnte, verläuft diese Phase oft krisenhaft. So bleiben die Jugendlichen meist nicht davon verschont häufige Schulwechsel zu durchleben - sie werden nicht selten „nach unten durchgereicht“. Zusätzlich führt wiederholter Schulabbruch zu verschlechterten Chancen einen Ausbildungsplatz zu finden.
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Bei den jugendlichen ist Hier besteht dann die Gefahr, dass die
Aufmerksamkeitsstörung ernste sozial-gesellschaftliche Probleme zur Folge hat. (vgl.Lauth,Schlottke,Naumann 2007, S.39-44)
3.5 Der Drang nach dem Extremen
Die Jugendlichen mit ADHS hinterlassen oft den Eindruck einer überzeugten und selbstbewussten Person. Aber es ist oft so, dass sich hinter ihrem ich-bezogenen Verhalten oft eine große Verletzlichkeit verbirgt. Sie leiden sehr darunter, dass sie anders sind wie ihre Gleichaltrigen. „Entweder sie resignieren, oder sie wollen um jeden Preis respektiert werden.“ ( zit. n. info-adhs, 02.02. 2008,S.2) Bei Mädchen zeigt sich oft das Verhalten, dass sie sich sehr stark auf ihr Äußeres fixieren und glauben abgelehnt zu werden, weil sie nicht perfekt aussehen. Aus dieser Angst können sich Essstörungen oder ein Hang zur Selbstverletzung entwickelt werden. „Manche ADHS- Jugendliche lassen sich in extremem Ausmaß tätowieren oder piercen. Häufig tun sie sich mit anderen "Exoten" (Peergroups) zusammen. Ihre Offenheit gegenüber allem Neuen und ihr mangelnder Sinn für Gefahreneinschätzung macht sie besonders anfällig für risikoreiches Verhalten und das Experimentieren mit Drogen. Die Jugendlichen sind häufig auf der Suche nach Extremen und wollen alles ausprobieren. Aus gemachten Fehlern lernen sie meist nicht. Sie leben im Hier und Jetzt. Für sie ist vieles immer wieder neu. Die Fähigkeit abzuwägen, zu vergleichen, zu relativieren, Einsichten zu entwickeln, auch abwarten zu können und einen realistischen Überblick über die Situation zu erhalten, bleibt Jugendlichen mit ADHS lange verwehrt. Daher sind sie leicht zu beeinflussen. Zwar ist der Wunsch nach Unabhängigkeit meist sehr ausgeprägt, Jugendliche mit ADHS neigen aber dazu, sich immer wieder von anderen Personen abhängig zu machen und sich viel zu früh an einen Partner zu binden. Oft werden sie auch viel zu früh Eltern.“ ( zit.n. info-adhs, 02.02.2008, S. 2)
3.5.1 Die Folgen für die Psyche
Jugendliche, die an ADHS leiden, sind oft stimmungslabil. Oft ist es so, dass sie gehäuft an depressiven Verstimmungen leiden ohne ersichtlichen Grund. Dies kann bis zur Selbstmordgefährdung führen. Die Phase der ersten Verliebtheit kann sich mit heftigen Gefühlen äußern.
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Diese Jugendlichen haben ein stärkeres Bedürfnis nach Harmonie, jedoch fällt es ihnen schwer, sich in andere Menschen einzufühlen und auf andere Bedürfnisse einzugehen. Der Partner wird oft kontrolliert und Eifersucht spielt eine große Rolle. Dabei kann es schon passieren, dass es zu heftigen Wutausbrüchen kommt.
Es ist nicht einfach für die Jugendlichen mit Gleichaltrigen Beziehungen einzugehen oder aufrecht zu erhalten. Die Folge ist, dass sich die Jugendlichen immer mehr zurückziehen - in Verbindung mit einer ausgeprägten Angst vor dem Verlassenwerden. Eine Trennung von Partnern oder Freunden wird mit heftigen Gefühlen erlebt. (vgl. info-adhs, 02.02.2008, S. 3)
3.6 Mädchen mit ADHS
Die meisten Forschungen zu ADHS sind Untersuchungen mit Jungen. Da der größte Teil der Betroffenen sie sind. Es gibt wenig Mädchen, die hyperaktiv sind. Jedoch gibt es auch Mädchen, die von dieser Störung betroffen sind. Bei Ihnen äußert sich die Erkrankung anders. Ein Grund dafür ist, dass Jungen und Mädchen biologisch unterschiedliche Entwicklungsverläufe haben. Mädchen neigen dazu, Schwierigkeiten oder Probleme zu kompensieren, um nicht abgelehnt zu werden. Impulsives Verhalten bei Mädchen wird öfters von außen unterdrückt.
3.6.1 Wie reagieren Mädchen mit ADHS
• Mädchen mit ADHS leiden oft unter einem schwachen Selbstwertgefühl und neigen schneller dazu depressiv zu werden.
• Sie leiden gehäuft unter Angststörungen.
• Sie haben ein erhöhtes Suchtrisiko.
• Die Mädchen haben meist einen hohen IQ und neigen dazu, mehr zu psychischem Stress und fressen oft Probleme in sich hinein.
• Sie haben oft mehr Probleme in der Pubertät, mit einer gravierenden Verstärkung der Stimmungslabilität und der emotionalen Reaktivität.
• Sie erleben Schmerzen intensiver, sind hypersensibel und reagieren oft mit unklaren Krankheitszeichen.
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• „Mädchen mit ADHS vom kombinierten Typ erscheinen übereloquent, übersozial (Für andere weiß sie so gut Rat - warum nicht für sich?), über reagibel, immer beschäftigt, oft mit speziellem Charisma, oft chaotisch, immer beschäftigt, sie wirken etwas „verdorben“ und schreiben Schuld auf andere“(zit.n. Neuhaus 2000, S. 36).
• Mädchen, die Symptome vom unaufmerksamen Typ haben, wirken oft tagträumerisch, lethargisch. In der Schule, wenn Leistungen gefordert werden, sind sie eher zurückhaltend und haben Schwierigkeiten sich gewandt und flüssig auszudrücken. Sie sind schnell entmutigt und eher scheu und ängstlich.
3.6.2 Die Probleme, die Mädchen mit ADHS haben, ...
• sind entwicklungsverzögert,
• haben oft Schwierigkeiten, Gelerntes anzuwenden,
• können sich selbst schlecht überwachen,
• zeigen Probleme, mehrere Tätigkeiten gleichzeitig zu tun,
• fallen von einer Situation in die nächste,
• haben oft ein sehr sensibles Nervensystem, mit oft auffälliger Berührungsempfindlichkeit,
• haben oft Probleme, ihre Blase zu kontrollieren,
• zeigen oft Hypersensibilität gegenüber Geschmack, Geruch, Geweben (z.B. das Gefühl, dass Faserstrukturen kratzen oder elektrisch aufladen),
• haben oft ein ausgeprägtes prämenstruales Syndrom und reagieren heftigst auf zugefügte Hormone („ Pille“).
Bei den Mädchen zeigt sich auch sehr früh Scham und emotionale Bedürftigkeit. Es zeigen sich öfters Verhaltensweisen wie Nagelbeißen, Daumenlutschen, Rauchen, übermäßiges Essen und danach oft wieder Erbrechen. Gehäuft kommt es auch vor, dass Mädchen mit ADHS ein hohes Risiko haben, viel zu früh sexuell aktiv zu werden und/ oder Substanzmissbrauch zu betreiben. Angst und Depressionen sind meistens auch vorhanden. (vgl. Neuhaus 2000, S. 36: Nadeau, 2000, Biederman et al., 1999)
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3.7 Verschwinden Aufmerksamkeitsstörungen von alleine?
Das Erscheinungsbild der Aufmerksamkeitsstörung äußert sich je nach Alter unterschiedlich. Leider ist es so, dass Aufmerksamkeitsstörungen nicht von alleine verschwinden. Aufmerksamkeitsstörungen „wachsen in sich “, viele Menschen hoffen, dass sie sich im Laufe der Jahre auswächst. Es ist gerade das Gegenteil der Fall, je länger sie unbehandelt bleibt, desto mehr Komplikationen treten auf. Vielfältige Untersuchungen auf dem Gebiet der Aufmerksamkeitsstörung haben ergeben, dass Kinder im Laufe ihres Lebens eine traurige „Karriere“ einschlagen. In der Alterspanne von 18 bis 23 Jahren hatten viele Probleme mit Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Überaktivität (ca. 40 bis 60 Prozent). Außerdem haben sie meist schlechtere Lern- und Ausbildungsergebnisse als Gleichaltrige. Dazu fallen sie meist in ihrer Jugend öfter durch soziale Schwierigkeiten auf (wie beispielsweise lügen, stehlen, Zerstörungsdrang, körperliche Angriffe oder zündeln). Ein Teil der Jugendlichen war sogar schon durch ihre Kriminalität (dies sind durchschnittlich 38 Prozent) und Drogenmissbrauch (durchschnittlich 13 Prozent) auffällig geworden. In allen diesen Untersuchungen gibt es auch einen Teil von aufmerksamkeitsgestörten Kindern, die später überhaupt keine Probleme mehr hätten. Ob sich eine Aufmerksamkeitsstörung verschlimmert oder doch eine Verschlimmerung zu verhindern ist, scheint davon abzuhängen, ob das Kind noch zusätzlich soziale Probleme hat (wie Aggressivität, soziale Isolierung). Kinder die eine „reine“ Aufmerksamkeitsstörung haben, weisen leichtere Symptome von Überaktivität und Impulsivität auf, besitzen eine höhere Intelligenz, verfügen über gute soziale Kompetenzen und besitzen einen stabilen Rückhalt in der Familie.
Wer rechtzeitig professionelle Beratung erhält, hat nach mehreren wissenschaftlichen Untersuchungen die besten Möglichkeiten, sich gut und nicht abweichend zu entwickeln. Bei diesen Kindern weitet sich die Störung nicht aus. (vgl.Lauth,Schlottke,Naumann 2007, S.44-46)
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Arbeit zitieren:
Vanessa Schreiber, 2008, Vom Zappelphillip zum unkonzentrierten Chaoten - ADHS bei Kindern und jungen Erwachsenen, München, GRIN Verlag GmbH
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Eine Atbeit ohne Plan - äußerst unstrukturiert und ohne roten Faden. Eine Aneinanderreihung von verschiedenen Unterkapiteln. Desweiteren äußerst oberflächlich.
am Sunday, November 13, 2011-