Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS.......................................................................................................................... 1
1 EINLEITUNG 2
2 DIE ERZIEHUNG DER JUGEND IM DRITTEN REICH 3
2.1 Zur Autorin und zur Entstehung des Buches 3
2.2 Das Kind im Dritten Reich 5
2.3 Die Familie 6
2.4 Die Schule 7
2.4.1 Vergleich Weimarer Republik - Nationalsozialismus 7
2.4.2 Position der Lehrer. 9
2.4.3 Unterricht und Materialien. 11
2.5 Die Staatsjugend 14
3 FAZIT 16
4 LITERATUR. 17
1
1 Einleitung
Das Buch „10 Millionen Kinder. Die Erziehung der Jugend im Dritten Reich“ von Erika Mann gilt heute als wichtiges zeitgeschichtliches Dokument ebenso wie als bewegendes Stück Exilliteratur über die Erziehung der Jugend im Dritten Reich. 1
Zunächst geht diese Arbeit auf die Autorin, ihr politisches Engagement und die damit verbundene Entstehung des oben genannten Buches ein.
Im Anschluss wird anhand der Frage „Hatte das Regime Adolf Hitlers tatsächlich die Gewalt über die Jugend?“ das Thema auf Basis des Buches bearbeitet und die wesentlichen Aussagen und Ansichten der Autorin zusammengefasst. Analog zum Referat liegt mein Schwerpunkt hierbei auf der Schule im Dritten Reich. Anhand von ausgewählten Inhalten des Buches sowie von anderen Arbeiten werden die Schulpolitik der Nationalsozialisten, die Position der Lehrer, der Unterricht, einzelne Unterrichtsmaterialien und die Auswirkungen auf die Schüler der damaligen Zeit beispielhaft untersucht.
Um dem Buch als „Gesamtwerk“ gerecht zu werden, werden in dessen chronologischer Reihenfolge auch die drei anderen Kapitel „Das Kind“, „Die Familie“ sowie „Die Staatsjugend“ im Hinblick darauf, ob und in wieweit die einzelnen Instanzen von den Nationalsozialisten für deren Ziele instrumentalisiert wurden, behandelt.
1 vgl. Erika Mann: 10 Millionen Kinder, 5. Auflage Februar 2007, „Zu diesem Buch“, S. 2
2 Die Erziehung der Jugend im Dritten Reich
2.1 Zur Autorin und zur Entstehung des Buches
Erika Mann, geboren 1905 als erstes Kind von Katia und Thomas Mann, studierte nach dem Abitur 1924 Schauspiel in Berlin. Erste Engagements folgten. Ende der 20er Jahre begann sie außerdem zu schreiben. „‚Nur für die Zeitung', hatte sie sich fest vorgenommen, wollte sie schreiben; nur, weil sie von der Schauspielerei nicht leben konnte, wechselte sie von der Bühne an den Schreibtisch.“ 2
Sie veröffentlichte unter anderem Glossen, Reiseberichte, Reportagen, Rezensionen, Bühnenstücke und Kinderbücher.
Im Jahr 1932 wurde Erika Mann wegen ihres beginnenden politischen Engagements immer wieder von den Nazis angegriffen, sie führte gegen nationalsozialistische Publikationen Prozesse, zeigte sich wütend und enttäuscht über die Lage in Deutschland. Einen Monat vor der „Machtergreifung“ wurde das politische Kabarett „Die Pfeffermühle“ in München eröffnet.
„Erika Manns Kabarett ist literarisch und politisch, es werden Märchen, Balladen, Kindergeschichten und scheinbar harmlose Alltäglichkeiten erzählt, man spielt mit dem Unausgesprochenen, ohne sich zu verstecken, und man liebt das Naive, um mit ihm 3 zu entlarven.“
Kurz darauf emigrierte Erika Mann in die Schweiz, das Kabarett wurde dort wiedereröffnet und tourte anschließend durch Europa.
Die Situation in Europa spitzte sich zu, im September 1936 ging Erika Mann nach New York ins Exil. Sie versuchte dort, gemeinsam mit ihren Mitstreitern, die Pfeffermühle „wieder zu beleben“, jedoch fiel das Programm bei den Amerikanern durch. Sie konnten mit der eigenwilligen, europäisch geprägten Mischung des Kabaretts nichts anfangen.
Im März 1937 wurde Erika Mann zur „Peace an Democracy Rally“, der ersten amerikanischen Massenkundgebung gegen Hitler geladen, auf der sie ein Gruß-
2 Irmelav. d. Lühe: Erika Mann. Eine Biographie. 2. Auflage 1994, S. 43 3 Ebd. S. 75
telegramm ihres Vaters verlesen sollte. Sie nutzte ihren Auftritt vor rund 20.000 Menschen außerdem dazu, ihr eigenes politisches Anliegen zu verkünden. „Wir müssen alles, wirklich alles in unserer Macht Stehende tun, um der Menschheit beim Erkennen der Wahrheit zu helfen, so dass sie ihren Feind eindeutig sieht, den Erzfeind der Zivilisation, des Fortschritts und aller menschlichen Würde - Hitlers Faschismus!“ 4
Erika Mann hatte mit ihrer Rede Erfolg, bekam weitere Aufträge und zog von da an als „lecturer“ durch die USA, klärte die Amerikaner über die Entwicklungen in Deutschland auf und warnte vor der Gefahr, die weit über Deutschland hinaus von Hitler ausging.
Einen Schwerpunkt ihrer Vorträge legte sie auf die Situation der Kinder und Jugendlichen im Dritten Reich. „School for Barbarians“ und „Who has the youth, has the future“ waren Vortragsthemen, deren Brisanz den Amerikanern unmittelbar einleuchtete [...]“ 5
Das Buch, das 1938 zunächst in englischer Sprache unter dem Titel „School for Barbarians. Education under the Nazis.“ erschien, von der Autorin als „politisches Lehrbuch“ bezeichnet, beinhaltet eine Sammlung und Weiterverarbeitung der Vorträge. 6 Im selben Jahr wurde es, mit 40.000 verkauften englischen Exemplaren ein Bestseller, auch auf Deutsch unter dem Titel „10 Millionen Kinder. Die Erziehung der Jugend im Dritten Reich“ vom Amsterdamer Querido-Verlag herausgegeben.
Erika Mann griff in ihrem Buch auf die literarische „Mischform“ ihrer Vorträge zurück: „dokumentarisches Material in selbsterlebte Geschichte einzubinden und dabei die von den Nazis erlassenen Gesetze, ihre Verlautbarungen und Vorschriften prinzipiell gegen den Strich zu lesen.“ 7 Ihre Art zu schreiben ist leicht verständlich und lebensnah. Auch Formen des politischen Kabaretts der Pfeffermühle finden sich wieder: Auf den ersten Blick manchmal harmlos wirkende Alltäglichkeiten werden erzählt, die Autorin begegnet dem schwerverdaulichen Thema mit
4 Ute Kröger: Wie ich leben soll, weiß ich noch nicht. Erika Mann zwischen „Pfeffermühle“ und „Firma Mann“, Zürich, 2005, S. 35
5 Erika Mann: 10 Millionen Kinder, 5. Auflage Februar 2007, Nachwort v. d. Lühe, S. 200
6 Vgl. ebd., Nachwort v. d. Lühe, S. 201
7 Vgl. ebd., Nachwort v. d. Lühe, S. 202
Arbeit zitieren:
Kendra Hirnstein, 2008, Hatte das Regime Adolf Hitlers tatsächlich die Gewalt über die Jugend?, München, GRIN Verlag GmbH
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