Brandenburgische Technische Universität Cottbus
Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades eines Doktoringenieurs
Architektur als Gegenstand medialer Darstellung
Am Beispiel der INFO-BOX am Potsdamer Platz in Berlin
Thomas Fietz
Inhaltsverzeichnis
Vorwort ... 4
1 Einführung
1.1 Fragestellung ... 4
1.2 Abstrakt ... 6
1.3 Bezugsobjekt INFO BOX ... 6
2 Architekturdarstellung in Architektur- und Bauausstellungen
2.1 Darmstadt Mathildenhöhe ... 7
2.2 Stuttgart Weißenhof ... 10
2.3 Nationalsozialismus ... 15
2.4 Nachkriegszeit ... 19
2.5 IBA Berlin und IBA Emscher Park ... 24
2.6 Architektur- und Bauausstellungen in der DDR ... 31
2.7 Zusammenfassung ... 32
3 Die INFO BOX am Potsdamer Platz
3.1 Vergleichbare Konzepte ... 34
3.2 Hintergründe und Ursachen zum Bau der INFO BOX ... 38
3.3 Die Investoren und ihre Ausstellungen ... 46
3.4 Zusammenfassung ... 51
4 Voruntersuchung
4.1 Einleitung ... 53
4.2 Gästebuch der INFO BOX ... 54
4.3 Pressespiegel ... 58
4.4 Zusammenfassung ... 63
5 Fragebogen
5.1 Methodenbeschreibung/ Fragebogenkonzept ... 65
5.2 Randauszählung ... 69
5.3 Zusammenfassung ... 78
6 Besucherprofile
6.1 Differenzierung in Besucherprofile ... 79
6.2 Besucherprofil nach Herkunft ... 81
6.3 Besucherprofil nach Alter ... 86
6.4 Besucherprofil nach Geschlecht ... 90
6.5 Besucherprofil nach Bildung ... 93
6.6 Besucherprofil nach Beruf ... 96
6.7 Besucherprofil nach Computernutzung ... 99
6.8 Besucherprofil nach Wochentagen ... 101
6.9 Besucherprofil nach Intervieweffekt ... 101
6.10 Besucherprofil nach Bewertung der Bauvorhaben ... 102
6.11 Besucherprofil nach dem Aspekt: "nicht aufgefallen/ keine Meinung" ... 102
6.12 Besucherprofil nach dem Aspekt: "Eintritt Dachterasse" ... 104
6.13 Zusammenfassung/ Profilvergleich ... 105
7 Wesentliche Aspekte des INFO BOX Konzeptes
7.1 Die Baustelle als Event ... 113
7.2 Die Ausstellungen als Infotainmentkonzept ... 119
7.3 Die INFO BOX als "Multimedium" ... 122
7.4 Zusammenfassung ... 125
8 Erwartungshaltungen
8.1 Veranstaltermotiv versus Besuchererwartung ... 126
8.2 Glaubwürdigkeit ... 137
8.3 Information und/oder Entertainment ... 142
8.4 Zusammenfassung ... 149
9 Architekturdarstellung zwischen künstlicher und realer Welt
9.1 Komplexitätsreduzierung durch das Medium oder durch den Planer ... 150
9.2 Der gelenkte Blick ... 158
9.3 Die INFO BOX als Architekturdarstellungsmedium ... 168
9.4 Zusammenfassung ... 173
10 Zusammenfassung, Konsequenzen, Ausblick ... 175
Quellenverzeichnis ... 178
Anhang
Fragebogen der Besucherbefragung ... 186
Tabellarische Auswertung ... 190
Bildanhang ... 226
1 Einführung
1.1 Fragestellung
Als im November 1996 die INFO BOX am Potsdamer Platz ihre Pforten öffnete, war sie nicht nur das erste Gebäude, das nach der Maueröffnung an diesem öden und leeren ehemaligen Grenzabschnitt entstand, es sollte auch für mehrere Jahre der einzige Bau inmitten einer bizarren und unwirklichen Baustellenlandschaft sein. Die "Wüstenei"1 auf dem Potsdamer Platz, der vor dem 2. Weltkrieg den belebtesten Verkehrsknotenpunkt in Europa markierte, soll bis 2005 beseitigt sein und der Potsdamer Platz wieder den Glanz und die Belebtheit alter Tage erreichen. Bis dahin muß aber noch viel Erde und mehrere Millionen Tonnen an Baumaterial diese Vision Wirklichkeit werden lassen bewegt werden. Schon bei kleinen Bauvorhaben ist es nicht einfach, sich nur anhand von Zeichnungen und Modellen vorzustellen, wie der Bau einmal in der Realität aussehen wird. Bei einer Bauaufgabe in dieser Größenordnung fehlt bei den meisten von uns die Vorstellungskraft, sich das Resultat der Bauarbeiten vorzustellen. Deshalb, so die Veranstalter, wurde die INFO BOX gebaut. Sie verschafft den interessierten Bewohnern und Besuchern Berlins eine Einsicht in die Bauvorhaben und die zukünftige Verkehrsplanung.
Das Interesse an der INFO BOX war derart groß, daß die Veranstalter von ihrem eigenem Erfolg ein wenig überrascht worden sind. Der als Provisorium konzipierte Ausstellungspavillon wurde inzwischen das mit Abstand meist besuchte Gebäude der Stadt, wenn man das Brandenburger Tor als Gebäude nicht mitzählt. Hatte man anfänglich mit etwa 300 Besuchern im täglichen Durchschnitt gerechnet, so lagen schließlich an manchen Wochenenden die Besucherzahlen bei weit über 3000. Keine Ausstellung in Berlin war bisher derart stark besucht worden, und das Interesse schien nicht abzunehmen. Ließ sich dieses Interesse allein dadurch begründen, daß sich hier die größte Baustelle Europas befindet? Aber warum ist besonders diese Baustelle "hoffähig"2 geworden? Lag es vielleicht an der historischen Bedeutung des Potsdamer Platzes? Ausstellungen zur Planung am Alexanderplatz oder zur Neugestaltung des Regierungsviertels am Spreebogen hatten keine vergleichbare Resonanz beim Publikum. Lag es möglicherweise an der außergewöhnlichen Form der INFO BOX? Eine Neuerfindung ist die INFO BOX nicht, denn Architektur- und Bauausstellungen in avantgardistischer Architektur gab es beispielsweise schon auf der Interbau 1957. Oder sind es die Ausstellungen der Investoren in der INFO BOX?
Was ist die INFO BOX? Welche Rolle spielt sie bei der medialen Vermittlung von Architektur? Welchen Einfluß auf Architektur- und Bauausstellungen, auf die Darstellung von Architektur und schließlich auf unsere Wahrnehmung von Architektur hat das INFO BOX-Konzept? Dies sind die Ausgangsfragestellungen, die zu meiner Auseinandersetzung mit der INFO BOX führten.
[...]
1 Diepgen, Eberhard: Vorwort, in: Nishen, Dirk (Hrsg.): INFO BOX Katalog, Berlin 1996, S. 6.
2 Pröfener, Franz: Zeitzeichen Baustelle - Realität, Inszenierung und Metaphorik eines abseitigen Ortes, Frankfurt/ New York 1998, Klappentext.
Quote paper:
Dr. Ing. Thomas Fietz, 1999, Architektur als Gegenstand medialer Darstellung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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