INHALTSVERZEICHNIS
1 EINLEITUNG 3
2 LOS PAZOS DE ULLOA. 4
2.1 Zur Autorin 4
2.2 Historischer Kontext des Romans. 5
2.3 Literaturwissenschaftliche Einordnung des Romans. 6
2.4 Kurze Zusammenfassung des Romaninhalts 8
3 ENTWICKLUNG DER HAUPTFIGUR JULIÁN 10
3.1 Charakterisierung und Versuch einer tiefenpsychologischen Deutung 10
3.2 Entwicklung von Julián im Handlungsverlauf mit Fokus auf
seine Beziehung zu Nucha. 11
3.4 Die Hauptfigur Julián am Ende des Romans 13
4 FAZIT UND AUSBLICK. 14
5 LITERATUR. 15
2
1 EINLEITUNG
Der Roman „Los Pazos de Ulloa“ von der spanischen Autorin Emilia Pardo Bazán wird vielfach als ihr Meisterwerk bezeichnet. 1 Die Zuordnung des Romans zum Naturalismus ist bis heute umstritten. 2 Mehrere Autoren weisen hingegen auf die facettenreiche und psychologisch fundierte Darstellung der Hauptfigur Julián hin. 3
Einige der Handlungen und Gedanken Juliáns werden von der auktorialen Erzählinstanz - teilweise ironisch - kommentiert und bewertet. Bis auf diese an den impliziten Leser gerichteten Kommentare wird die Handlung des Romans durch die Gedanken und Empfindungen der Hauptfigur vermittelt, die Gedanken der anderen Figuren kann der Leser hauptsächlich durch deren Aussagen und Handlungen erahnen. 4
Die Tragik und der psychologische Tiefgang der Figur Julián, vor allem in Bezug auf ihre Beziehung zur Figur Nucha, haben mich von Anfang an beim Lesen fasziniert, weshalb ich sie in den Mittelpunkt dieser Arbeit gestellt habe. Um sowohl dem Roman als Gesamtwerk gerecht zu werden als auch ihn kontextualisieren zu können, werden zunächst biographische Aspekte der Autorin sowie zeithistorische und literaturwissenschaftliche Aspekte beleuchtet. Hier sind vor allem die Zugehörigkeit zum bzw. Abgrenzung gegenüber dem Naturalismus zu nennen sowie das gesellschaftskritische und mitunter feministische Engagement der Autorin unter Berücksichtigung ihres lebensgeschichtlichen Hintergrundes.
Nach der Zusammenfassung des Handlungsverlaufs des Romans und Nennung der thematischen Schwerpunkte wird die Hauptfigur charakterisiert, psychologisch gedeutet und in ihrer Entwicklung, unter besonderer Berücksichtigung ihrer Beziehung zur Figur Nucha, untersucht. Im Anschluss wird die Darstellung Juliáns am Ende des Romans zusammengefasst und die Figur abschließend bewertet.
1 Vgl. u.a. Pardo Bazán/Frackowiak 1993, S. 389; Torrico Gil 1990, S. 78 sowie Villanueva 1984, S. 121
2 Vgl. u.a. Bravo Villasante 1962, S. 132; Gerli 1977, S. 56 ff.; Lott 1969, S. 11; Varela Jácome 1973, S. 47, 49; Villanueva 1984, S. 122, 138
3 Vgl. Feal Deibe 1987, S. 214; Gerli 1977, S. 57 sowie Lott 1968, S. 5
4 Vgl. Feal Deibe 1987, S. 214
2 LOS PAZOS DE ULLOA
2.1 Zur Autorin
Emilia Pardo Bazán wurde 1851 als einzige Tochter von José Pardo Bazán y Mosquera und Amelia de la Rúa Fuguerosa y Somoza in La Coruña, Galizien, geboren. Ihre Eltern waren wohlhabende Aristokraten, erzogen sie für die damalige Zeit sehr frei und unterstützten ihren Lerneifer. Ihr Vater sagte zu ihr:
Denk daran, Tochter, die Männer sind Egoisten, und wenn sie dir sagen, es gebe Dinge, die ein Mann tun dürfe, eine Frau aber nicht, dann sage ihnen, dass das eine Lüge 5 ist, denn es gibt keine unterschiedliche Moral für beide Geschlechter. Sehr früh begann Emilia, sich für Literatur zu interessieren und veröffentlichte als 16-jährige erste Gedichte. Nach ihrem Besuch einer französischen Schule in Madrid und ihrer Heirat 1868 mit dem Jurastudenten José Fernando Quiroga y Pérez de Deza beschäftigte sich Emilia im Selbststudium unter anderem mit Byron und Shakespeare sowie Kant, Descartes, Goethe, Schiller und Heine. 1876 veröffentlichte sie ihren ersten Gedichtband „Jaime“, benannt nach ihrem im selben Jahr geborenen Sohn sowie verschiedene Artikel in Madrider Zeitungen, zwei Jahre später brachte sie eine Tochter zur Welt.
1882 erschien ihre Artikelserie „la cuestión palpitante“, in der sie sich kritisch mit dem französischen Naturalismus auseinandersetzte und sich um eine Abgrenzung gegenüber diesem und um eine eigene, in ihren Augen angemessenere Definition des Naturalismus in Spanien bemühte. Ein Skandal war die Folge, weil sie einerseits als Frau ihre Meinung kundtat und sich andererseits mit einem Thema der Literatur befasste, das in Spanien zu dieser Zeit als anstößig galt. 6 Nach der Trennung von ihrem Mann, der sie im Kampf gegen ihre Kritiker nicht mehr unterstützte und versuchte, ihr das Schreiben zu untersagen, ging sie ihren Weg selbstbewusst allein weiter und veröffentlichte zahlreiche Romane, Erzählungen, Novellen, Artikel und Essays, darunter 1886 den Roman „Los Pazos de Ulloa“.
Die Autorin unterhielt Kontakte zu zahlreichen Intellektuellen und Schriftstellern und führte ab etwa 1888 eine 20 Jahre dauernde Liebesbeziehung mit dem bekannten spanischen Autor Benito Pérez Galdós. Sie setzte sich zeitlebens für die Gleichbe-
5 PardoBazán/Frackowiak 1993, S. 379
6 Vgl. Ebda., S. 381
rechtigung der Frau ein und beschrieb in mehreren Essays, Erzählungen und Romanen die ungleiche Behandlung von Männern und Frauen, unter anderem auch in „Los Pazos de Ulloa“.
Als erste Frau in Spanien wurde sie 1916 als Professorin an die Universität Madrid für „Literatura Contemporánea de Lenguas Neolatinas“ berufen. Emilia Pardo Bazán starb 1921 in Madrid.
2.2 Historischer Kontext des Romans
Der Roman spielt etwa in den Jahren zwischen 1865 und 1881 in Galizien. Die ersten 29 Kapitel beziehen sich etwa auf die Jahre zwischen 1865 und 1870, die Handlung des letzten Kapitels findet nach einem Zeitsprung von 10 Jahren statt. Im Roman finden sich keine genauen Zeitangaben, nur die Erwähnung des Sturzes der Königin Isabella im 13. Kapitel zeigt an, dass die Handlung an dieser Stelle im Jahr 1868 angesiedelt ist.
Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war in Spanien geprägt durch politische und soziale Umbrüche, es fanden mehrere Wechsel zwischen liberaler und absolutistischer Verfassung statt. In der „Era Isabelina“ bis 1868 hatte neben dem Hochadel das Finanzbürgertum die Macht im Staat, die Kirche verlor, zumindest ökonomisch gesehen. Nach dem Sturz der Königin Isabella 1868 wurde 1873 die erste Republik in Spanien ausgerufen, doch aufgrund interner Meinungsverschiedenheiten zwischen Liberalen und Republikanern existierte diese nur 10 Monate lang. 7
Die Autorin nimmt in „Los Pazos de Ulloa“ immer wieder kritisch Bezug auf die politische Situation. Diese zeichnete sich vielfach durch anarchistische Zustände und Korruption aus und ist insofern wichtig für die Handlung des Romans, als dass die Figur Don Pedro de Moscoso für ein politisches Amt kandidiert und aufgrund korrupter Machenschaften verliert, was sich entscheidend auf den weiteren Verlauf der Handlung auswirkt. Die Autorin übt durch ihre offenen Beschreibungen Kritik an den politischen Ereignissen um 1868 in Galizien und „[...] inventarisiert und analysiert [...] eine stagnierende, rückwärts gewandte politische Situation.“ 8
7 Vgl. Neuschäfer 1997, S. 233
8 Mathis 1995, S. 188
Arbeit zitieren:
Kendra Hirnstein, 2008, Emilia Pardo Bazán - Los Pazos de Ulloa, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Politisches Kabarett - Eine Methode der schulischen politischen Bildun...
Referat (Ausarbeitung), 15 Seiten
Immanuel Kant - Der Weg zum kategorischen Imperativ
Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts
Hausarbeit, 15 Seiten
El drama de honor - Das Ehrendrama im Siglo de Oro
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Hausarbeit, 15 Seiten
Der kategorische Imperativ in Kants "Grundlegung zur Metaphysik d...
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Ilmenau, am 3. September 1783: Die Darstellung von Goethes Verhältnis ...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Annette von Droste-Hülshoff: Die Judenbuche
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 18 Seiten
Schiller, Friedrich - Maria Stuart - Maria Stuart und Elisabeth
Referat / Aufsatz (Schule), 6 Seiten
Interpretation von "La vida es sueno" von Calderón de la Bar...
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Seminararbeit, 18 Seiten
Heinrich von Morungen - der moderne Dichter um 1200?
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit, 20 Seiten
Die Universalmethode des J.A. Comenius
Pädagogik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden
Hausarbeit, 11 Seiten
Humor im Fernsehen: Ein Vergleich der 'Harald Schmidt Show' mi...
Hausarbeit, 18 Seiten
Kendra Hirnstein hat den Text Emilia Pardo Bazán - Los Pazos de Ulloa veröffentlicht
Kendra Hirnstein hat einen neuen Text hochgeladen
Emilia Pardo Bazan's Articles in 'la Nacion', 'el Imparcial' and 'la E...
Martha Zarate, Martha Z_rate
Roma y los laicos : la instrucción romana del 15 de agosto de 1997
Bernard Sesboüé, Luis Manuel de la Encina
0 Kommentare