Inhalt
1. Einleitung. 1
2. Die Fischwirtschaft in Thailand: Die Seefischerei 2
2.1 Entwicklungsphasen 2
2.2 Aktuelle Trends der Fischwirtschaft 7
2.3 Organisationsstruktur der Fischerei auf nationaler Ebene 8
3. Die Fischwirtschaft in Thailand: Die Aquakultur. 9
3.1 Historie der kultivierten Spezies in Thailand 9
3.2 Entwicklungsphasen der Garnelen-Aquakultur 11
3.3 Ökonomische Effekte 15
3.4 Heutige Situation und Prognosen 16
3.5 Ökologische Effekte 18
3.5.1 Die Mangrovenzerstörung. 18
3.5.2 Die Grundwasserentnahme 19
3.5.3 Chemikalien 19
4. Pläne, Strategien und Gesetze zur nachhaltigen
Fischwirtschaft. 20
4.1 Fisheries Act 20
4.2 Code of Conduct CoC 20
4.3 Andere Dokumente im Zusammenhang mit dem CoC. 22
4.4 The National Economic and Social Development Plan 22
5. Fischversorgung durch Kleinbetriebe 22
5.1 Ländliche Kleinbetriebe der Aquakultur 22
5.2 „The School Fishpond Project“ 24
5.3 Auswirkungen des Tsunamis auf Kleinbetriebe 24
6. Fazit. 25
7. Literaturverzeichnis 27
Abbildungs - und Tabellenverzeichnis
Abbildung 1: Ringwade 2
Abbildung 2: Die ausschließliche Wirtschaftszone Thailands 5
Abbildung 3: Führende Fischfangnationen 2001. 6
Abbildung 4: Entwicklung und Prognosen der modernen Fangfischerei 7
Abbildung 5: Gesamte Exportwerte und jährlich relative
Wachstumsrate 7
Abbildung 6: Organisationsstruktur der thailändischen Fischerei. 9
Abbildung 7: Aquakultur in Thailand 11
Abbildung 8: Anstieg der Produktion in der Aquakultur. 13
Abbildung 9: Differenzierung der Produktion in Spezies 13
Abbildung 10: Der Weltgarnelenmarkt 1996:
Produktions - und Importländer 15
Tabelle 1: Hauptfanggebiete und Fangmengen Thailands 6
Tabelle 2: Garnelenproduktion in Thailand 1972 - 1993 12
Tabelle 3: Die Top Ten der Aquakulturproduzenten 17
Tabelle 4: Fisch aus der Aquakultur: aktuelle Daten und Vorhersagen je
Region 18
Tabelle 5: Durchschnittlicher Preis von Süßwasserspezies 2000 23
Tabelle 6: Produktionsstatistik unter dem
School fishpond program 2000 24
Tabelle 7: Betroffene Provinzen des Tsunamis 2004 25
Fischwirtschaft und Aquakultur in Thailand
1. Einleitung
Ein altes Sprichwort der thailändischen Bauern lautet: „Heute morgen aß ich Reis und Fisch, heute abend esse ich Fisch und Reis“ (LING 1977: XIV). Dieses Sprichwort drückt aus, welch elementarer Bedeutung neben dem Reis auch dem Fisch und anderen Meeresfrüchten in der Ernährung für die thailändische Bevölkerung zukam und auch heute noch zukommt. Aus einer uralten Tradition im Fischfang entwickelte sich die Subsistenzwirtschaft über die Jahrhunderte bis heute zu einer aufstrebenden, marktorientierten Exportindustrie.
Doch die marktorientierte Exportindustrie führt zu einer zunehmenden Überfischung der Weltmeere. Fangeinbußen sind die Folge und lassen die Preise auf dem Weltmarkt ansteigen. Der Mensch entzieht sich selbst dadurch nicht nur seine eigene Wirtschaftsgrundlage, sondern auch den Eiweißvorrat als Grundversorgung. Neben verbessertem Management, einem Verhaltenskodex für die Fischerei und weiteren Vorschlägen für eine nachhaltige Entwicklung der Bewirtschaftung der Weltmeere, spielt die anthropogen kontrollierbare Aquakultur als „Blaue Revolution“ eine führende Rolle in der zukünftigen Kompensation der Fangeinbußen. Doch welche Auswirkungen ökonomischer, ökologischer und sozialer Art durch die Aquakultur auftreten und ob die kontrollierte Produktion von aquatischen Organismen wirklich die Lösung aller Probleme darstellt, soll im Folgenden analysiert und beurteilt werden.
1
Fischwirtschaft und Aquakultur in Thailand
2. Die Fischwirtschaft in Thailand: Die Seefischerei
2.1 Entwicklungsphasen
Die Fischwirtschaft zählt zum bedeutendsten Bereich der Nahrungswirtschaft und Rohstoffgewinnung in Thailand. Laut UTHOFF (1991: 223 ff) lässt sich die Entwicklung dieses Wirtschaftzweiges zu einer der bedeutendsten Hochseefischereinationen in drei Phasen aufteilen.
Phase I: bis 1960
Die traditionelle marine Fischerei in Thailand beschränkte sich bis 1960 auf die Flachwassergebiete an den Küsten des Golfes von Thailand und auf die Mangrovensümpfe an der Westküste Malakkas am Andamischen Meer. Die Fischgründe betrugen etwa 20 m Tiefe, wobei „gondelartige Langboote“ (UTHOFF 1991: 224) als meist unmotorisierte Fangfahrzeuge eingesetzt wurden. Traditionelle Fanggeräte wie Reusen, Körbe, Haken und Leinen, einfache Hebe-, Wurf-, Schiebe-, und Stellnetze, Harken und Dredgen sowie Bambus-Fischzäune und Bambus-Fischfallen dienten primär zur Fischver-sorgung als Subsistenzwirtschaft mit niedriger Produktivität (UTHOFF 1991: 224).
Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges begann die Motorisierung mit Außen-bordern und damit eine Zunahme der Bootslänge auf 10 bis 14 m Länge. Erst mit der Einführung der Ringwade als neues Fanggerät wurde es nun möglich auch pelagische Arten bis in eine Tiefe von 50 m zu erreichen. Dabei schließt sich, wie in Abbildung 1 dargestellt, ein Netz mit einer Größe von bis zu 2000 Meter Länge und 200 Meter Höhe ringförmig um einen Fischschwarm, welches unten zugezogen wird (GREENPEACE 2004: 2). Mit zusätzlicher Hilfe von Treib- und Stellnetzen aus Nylon erreichte Thai-land Anlandungen von rund 150.000 t, wobei die kommerziell tätigen Fischer
Abb. 1: Ringwade (Quelle: GREENPEACE 2004: 2)
2
Fischwirtschaft und Aquakultur in Thailand
Phase II: 1961 bis 1987
Ein bedeutender Einschnitt in der Entwicklung der thailändischen Fischerei vollzog sich mit der Einführung der Schleppnetzfischerei durch eine Gruppe deutscher Fischereiexperten, die mit dem thailändischen „Department of Fisheries“ (DoF) zusammenarbeiteten. Im Rahmen einer bilateralen Entwicklungshilfe wurde der Grundstein für die Nutzung des reichen Grundfischvorkommens im Golf von Thailand und auf dem Sunda-Schelf gelegt. Mit der Einführung von Scherbrettschleppnetzen (Ottertrawl), Baumkurren (Beamtrawl) und Gespannschleppnetzen (Pairtrawl), erreichten die Fischer spektakuläre Fangerträge von 300 kg/Stunde. Das Land erfuhr einen immensen Investitionsschub, wodurch die Zahl der Trawler von null im Jahr 1960 auf rund 10.000 bis zum Jahr 1982 anstieg (UTHOFF 1991: 225). Die Zunahme an Trawlern führte dazu, dass sich nun die Fischversorgung grundlegend verbesserte und durch die großen Anlandemengen zu einer exportorientierten Fisch-(verarbeitenden)industrie führte. Jedoch zeichnete sich nach den viel versprechenden Anfangsjahren eine Überfischungstendenz ab, der ein rapider Rückgang der Fangmengen folgte. Die noch im Jahr 1960 erreichten 300 kg/ Stunde sanken bis zum Jahr 1975 auf 47 kg/Stunde (UTHOFF 1991: 227). Dennoch kann diese Phase zwischen 1960 und 1977 mit einer jährlichen Zuwachsrate von 18,1 % als die produktivste bezeichnet werden.
An diesem wirtschaftlichen Erfolg konnten allerdings die traditionellen Küstenfischer nicht partizipieren, da sie nicht die nötigen Kenntnisse über den küstenfernen Grundfischfang besaßen. Der Beginn des bis heute existierenden dualen Systems in der Fischwirtschaft war somit besiegelt und führte unter anderem zu einem sozialen Konfliktpotenzial.
Durch die einhergehende personelle, institutionelle und finanzielle Trennung der „familiär oder nachbarschaftlich organisierten kleinen Küstenfischerei und der kapitalintensiven Hochsee- und Fernfischerei“ (UTHOFF 1999: 63), ent-standen Spannungen. Arbeitsintensive aber ertragsarme Fischereihaushalte existieren parallel zu einer von finanzstarken Investoren oder Kapitalgesellschaften getragenen kapitalintensiven und marktorientierten Hochseefischerei (UTHOFF 1991: 226). So verzeichneten 1987 70% der Fischer nur 16% der Fangmengen (UTHOFF 1991: 226).
Die industrielle Hochseefischerei setzte neben innovativen Fangtechniken bei sinkenden Erträgen ihren Erfolg auf eine Expansion der Fangreisen, welche bis zum Golf von Bengalen oder sogar bis an die Küsten Chinas, Australiens und Ostafrikas reichten. Etwa Mitte der siebziger Jahre wurde ca. die Hälfte der Fangerträge in fremden Gebieten gefischt und „das Fangrecht des Stärkeren galt uneingeschränkt“ (UTHOFF 1999: 64).
3
Fischwirtschaft und Aquakultur in Thailand
Das Ende der ungehinderten Expansion der thailändischen Hochseefischerei wurde 1977 bis 1980 mit der Proklamierung der 200 Seemeilen-Wirtschaftszonen bzw. ausschließliche Wirtschaftszone (EEZ) besiegelt. Diese Begrenzung war das Konferenzergebnis der Dritten UN Seerechtskonferenz.
Phase III: seit 1987
Obwohl das Seerechtsübereinkommen die uneingeschränkte Ressourcennutzung der Meere erst 1994 formal beendete, hatten bereits viele Küstenstaaten die Inhalte durch Erklärungen noch bis 1980 vorweggenommen. Das Fischereirecht sah nun eine Aufteilung der seewärts anschließenden Flächen in drei Raumkategorien mit unterschiedlichen Souveränitäts- und Nutzungsrechten vor (aus UTHOFF 1999: 64f) :
1. Das Küstenmeer (terriotal sea): umfasst einen von der Niedrigwasserlinie oder geraden Basislinien seewärts ausgehenden Streifen von maximal 12 sm (1 sm = 1 Seemeile =1852,0 m) Breite. Untergrund, Meeresboden, Wassersäule, Wasseroberfläche und Luftraum darüber unterstehen hier der vollen Souveränität des Küstenstaates. Nutzung und Bewirtschaftung der lebenden marinen Ressourcen liegen allein in seiner Zuständigkeit und Verantwortung.
2. Die ausschließliche Wirtschaftszone (exclusiv economic zone EEZ): die 200sm beinhalten das Recht zur exklusiven fischereilichen Nutzung des Staates, wobei diese nach den Konvensartikeln 61 bis 70 nicht uneingeschränkt ablaufen darf, sondern eine optimale Bestandsnutzung garantiert werden muss.
3. Die hohe See (high seas): Zu dieser dritten Raumkategorien wird das Gebiet außerhalb der national zugeordneten Meeresflächen gezählt. Anders wie vor der Einführung des Fischereirechts gilt hier jetzt die Pflicht zur internationalen Zusammenarbeit bei der Erhaltung und Bewirtschaftung der Bestände, die Festlegung von Fangobergrenzen, die Einführung von Schutzmaßnahmen zur Sicherung nachhaltiger Nutzung, Informationspflicht über Forschungsergebnisse, Fangmengen und Befischungsintensitäten sowie eine Antidiskriminierungsverpflichtung gegenüber anderen in dieser Zone aktiven Fischereinationen.
Die ausschließliche Wirtschaftszone besitzt wohl die größte Bedeutung. Die nationalisierten Gebiete verfügen über hochproduktive Bereiche, wie im Falle
4
Fischwirtschaft und Aquakultur in Thailand
Thailands beispielsweise der Mangroven. Rund 325.000 km² zählen zu der EEZ Thailands (siehe Abbildung 2) auf deren Fläche sich die Fernfischereiflotte zurückziehen müsste.
Abb. 2 : Die ausschließliche Wirtschaftszone Thailands (EEZ) (Quelle: UTHOFF 1991: 230)
Der 5th.National Economic and Social Development Plan (1982-1986) sah eine Produktivitätssteigerung im Fischereisektor vor, welche mit den Fischbeständen der eigenen EEZ nicht zu erreichen war. Bilaterale Fischereiabkommen mit anderen Staaten machten es möglich, deren marine Ressourcen zu nutzen. Allerdings ist die Grenze zwischen vereinbarten Fangmengen und Raubfischerei meist fließend. Wie weit verbreitet eine durch wirtschaftliche Interessen geförderte Triebkraft für Seerechtsverletzungen reicht, wird deutlich durch die Tatsache, dass die Schaffung eines Fonds stattfand, der den Freikauf von festgesetzten Fischern ermöglichen sollte (UTHOFF 1991: 231).
Im Jahr 1995 wurde zuletzt ein Maximum der Fangleistung erzielt. Zu diesem Zeitpunkt zählte Thailand 53.000 Fischereiunternehmen mit 161.667 beschäftigten Fischern, die mit 54.538 Fangbooten ausgerüstet waren (nach: Internet 1, 2006).
5
Arbeit zitieren:
Dipl. Geogr, Anna Trinks, 2006, Fischwirtschaft und Aquakultur in Thailand, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Mythos Thailand - Der Traum vom Auswandern: Realität und literarische ...
Wie Alex Garland und Danny Boy...
Wissenschaftlicher Aufsatz, 41 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Anna Last's Text Fischwirtschaft und Aquakultur in Thailand ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Anna Last hat den Text Fischwirtschaft und Aquakultur in Thailand veröffentlicht
Anna Last hat einen neuen Text hochgeladen
Islam und Staat in den Ländern Südostasiens
Islam and State in Southeast A...
Fritz Schulze, Holger Warnk
Südostasien Tauch- u. Schnorchelführer
Thailand, Kambodscha, Philippi...
Ken May, Armin Köhler
Food Safety in Shrimp Processing: A Handbook for Shrimp Processors, Im...
Laxman Kanduri, Ronald A. Eckhardt, L. Kanduri
SEDIMENT, NATURAL FOOD AND WATER QUALITY IN TIGER SHRIMP POND
SEDIMENT CONDITION, NATURAL FO...
Abu Hena M Kamal
0 Kommentare