CSR-Berichterstattung
Eine Nutzen- und Kostenanalyse
Hausarbeit
in
Corporate Social Responsibility
an der
Fachhochschule für Wirtschaft Berlin
von
Ludmilla Dell
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 3
1.1 Problemstellung und Zielsetzung ... 3
1.2 Vorgehensweise ... 3
2. Corporate Social Responsibility... 4
2.1 Definition ... 4
2.2 Interne und externe Dimension von CSR... 6
2.3 Das Drei-Säulen-Model: Ökologie, Ökonomie und Soziales ... 8
3. CSR-Berichterstattung ... 10
3.1 Entwicklung von CSR-Berichterstattung ... 10
3.2 Standardisierung der CSR-Berichterstattung ... 11
3.3 Anspruchsgruppen der CSR-Berichterstattung ... 12
3.4 Bewertung von CSR-Berichten... 14
4. Nutzen der CSR-Berichterstattung... 15
4.1 Gründe und Absichten für CSR- Berichterstattung... 15
4.2 Externer Nutzen für Unternehmen ... 16
4.3 Interner Nutzen der CSR-Berichterstattung ... 16
4.4 Nutzen für Stakeholder... 17
5. Kosten und Probleme der CSR-Berichterstattung... 18
5.1 Finanzieller und personeller Aufwand ... 18
5.2 Probleme der CSR-Berichterstattung ... 18
6. Untersuchungsergebnisse der empirischen Erhebung... 19
6.1 Methodische Vorgehensweise... 19
6.2 Zusammenfassung der Befragung... 20
7. Schlussfolgerung ... 22
8. Literaturverzeichnis... 23
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1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
In den letzten Jahrzehnten entwickelte sich Corporate Social Responsibility (CSR) bzw. ,,die
soziale Verantwortung von Unternehmen" zu einem immer stärker beachteten Thema. Die
unzureichende Substituierbarkeit der Ressourcen und damit die Begrenztheit vertretbarer
Umweltnutzungen für den Menschen verstärken immer mehr das Interesse der Öffentlichkeit
an einem ökologisch, ökonomisch und sozial handelnden Unternehmen. Heutzutage ist das
nachhaltige Bewusstsein der Bevölkerung, vor allem in den Industriestaaten, ausgeprägter als
je zuvor, dieses macht für ein Unternehmen sehr schwer verantwortungslos zu handeln und
sich auf Dauer nur auf den finanziellen Erfolg zu konzentrieren. Fast alle großen
Unternehmen aber auch eine wachsende Zahl von mittelständischen Betrieben erstellen
mittlerweile einen CSR-Bericht, wo sie dokumentieren, wie verantwortungsbewusst sie mit
ihrer Umwelt, ihren Mitarbeitern, Kunden, Investoren und Geschäftspartnern umgehen. Sie
machen es nicht nur um die Erwartungen ihrer Stakeholder zu erfüllen, sondern auch um sich
auf die zukünftigen Entwicklungen und Herausforderungen vorzubereiten. Diese
vorausschauenden Unternehmen schaffen sich große Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen
Unternehmen und sichern sich somit die Voraussetzungen auf eine erfolgreiche Zukunft.
Wachsende Glaubwürdigkeit und steigendes Image bei Stakeholdern erhöhen nachweislich
den Gesamtwert von Unternehmen.
Am Beispiel Lidl erkennt man das erhöhte Interesse der Öffentlichkeit an einem nachhaltig
handelnden Unternehmen. Als im April dieses Jahres die strikte Überwachung der Mitarbeiter
bekannt wurde, haben einige Kunden Lidl geschrieben, dass sie nicht mehr dort einkaufen
werden. Als Folge dieser Überwachungsaffäre ist der Umsatz des Unternehmens gesunken.
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Die Aufgabe dieser Arbeit ist es eine Kosten- und Nutzenanalyse der CSR-Berichterstattung
eines Unternehmens darzustellen. Von großer Bedeutung eines CSR-Berichts sind die dabei
anfallenden Kosten, denn ein Unternehmen wird einen Bericht nur dann erstellen, wenn den
mit der Anfertigung verbundenen Kosten ein entsprechender Nutzen gegenübersteht.
1.2 Vorgehensweise
Der Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit ist die Analyse der aufgetretenen Nutzen und
Kosten der CSR-Berichterstattung für ein Unternehmen. Die Ausarbeitung ist in fünf
1
http://www.n-tv.de/947130.html
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Hauptteile gegliedert. Im ersten Teil (Kapitel 2) wird zuerst auf die Definition von Corporate
Social Responsibility eingegangen. Weiterhin werden die externe und die interne Dimension
des CSR-Konzepts beschrieben. Nach einer Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen des
Grünbuches der Europäischen Kommission beschäftigt sich der nächste Punkt mit den
ökologischen, ökonomischen und sozialen Zielen der gesellschaftlichen Verantwortung von
Unternehmen. Kapitel 3 setzt sich mit CSR-Berichterstattung auseinander. Dies umfasst die
Entwicklung der Berichte, die Standardisierungsmaßnahmen sowie die Beschreibung der
Zielgruppen. Zum Schluss dieses Abschnittes folgt eine Darstellung des Ranking, einer
Bewertungsmethode der Berichte. Kapitel 4 beschäftigt sich mit dem Nutzen der CSR-
Berichterstattung. Zuerst werden die Gründe und Absichten für die Erstellung aufgezählt.
Dann werden der externe und der interne Nutzen geschildert. Im nächsten Kapitel wird
ausführlich auf die Kosten und auf die Probleme der Nachhaltigkeitsberichterstattung
eingegangen. Schließlich wird eine empirische Kosten und Nutzenanalyse durchgeführt. Die
Arbeit wird dann mit einer Schlussfolgerung beendet.
2. Corporate Social Responsibility
2.1 Definition
Der Begriff Corporate Social Responsibility zu Deutsch: gesellschaftliche Verantwortung des
Unternehmens, stammt ursprünglich aus den USA, wo sich bereits Ende des 19. Jahrhunderts
Geschäftsleute mit der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen auseinander
gesetzt haben. Die Eigentümer der großen Konzerne begannen sich zunehmend um das Wohl
und um die Arbeitsbedingungen ihrer Beschäftigten zu kümmern. Das Thema Corporate
Social Responsibility wurde erstmals 1953 in den USA von Howard R. Bowen aufgegriffen.
Er setzte in seiner Publikation ,,Social Responsibilities of the Businessmen" fest, dass die
Unternehmer in der Verantwortung stehen, sich an den Erwartungen und Werten einer
Gesellschaft zu orientieren. In Europa und zwar in Großbritannien ergriffen Unternehmen in
den 1980er Jahren freiwillig soziale Maßnahmen, nachdem die Wirtschaftspolitik der
damaligen Regierung
zunächst zu einem sprunghaften Anstieg der Arbeitslosigkeit führte.
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Bei genauerer Betrachtung des Begriffes Corporate Social Responsibility ist es nicht einfach
eine eindeutige Definition zu finden. Mögliche Gründe sind die zum Teil sehr
unterschiedlichen Darstellungen in Praxis und Wissenschaft, wie auch innerhalb dieser
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http://www.ioew.de/home/future-IOEW_CSR-Studie_Kurzfassung.pdf
5
Bereiche selbst. Die EU-Kommission definiert CSR als ,,ein Konzept, das den Unternehmen
als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre
Tätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren." Dazu zählen
vor allem freiwillige Aktivitäten im Bereich der Arbeitsbedingungen sowie des
Umweltschutzes. Mit dieser Definition ist CSR mit dem Begriff Nachhaltigkeit
gleichzusetzen.
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Die Unternehmen, die in umweltschonende Technologien und im sozialen
Bereich über die gesetzliche Bestimmungen investieren, erschließen sich Wettbewerbsvorteile
und steigende Produktivität.
Heribert Meffert und Matthias Münstermann haben die vier CSR-Modelle (CSR
1
bis CSR
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)
und die Definition von der Europäischen Kommission zusammengefasst und erläutern CSR
als ,,ein integriertes Unternehmenskonzept, das ausgehend vom Wertegerüst und den Zielen
des Unternehmens dessen Rolle in der Gesellschaft und der damit einhergehenden
Verantwortung konkretisiert. Es umfasst die Gesamtheit aller sozialen, ökologischen und
ökonomischen Beiträge eines Unternehmens zur freiwilligen Übernahme gesellschaftlicher
Verantwortung, die über die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen hinausgehen. Die
Integration dieses Engagements in inhaltlicher, zeitlicher, und kommunikativer Hinsicht und
die strukturell-prozessuale Implementierung in die Unternehmenstätigkeit sowie die
Sicherstellung langfristiger Wechselbeziehungen mit den relevanten Anspruchsgruppen
(Stakeholdern) sind zentrale Bestandteile des CSR-Konzepts. "
4
Abb.1: Historische Entwicklung des CSR Konzeptes
Quelle: Institut für ökologische Wirtschaftsforschung GmbH, IÖW
3
http://www.bmu.de/files/wirtschaft_und_umwelt/downloads/application/pdf/brochuere_csr.pdf
4
Meffert/Münstermann: Corporate Social Responsibility in Wissenschaft und Praxis, 2005, S. 22
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Solche Bekenntnisse zur unternehmerischen Verantwortung treten keinesfalls nur unter dem
Begriff Corporate Social Responsibility auf. Seit 1990 entwickelten sich in fast allen OECD-
Ländern Begriffsbezeichnungen wie Sustainable Development und Corporate Citizenship.
Auf der Rio-Konferenz 1992 wurde Sustainable Development zu Deutsch ,,Nachhaltige
Entwicklung" als neues Entwicklungsziel verabschiedet. Als nachhaltig wird eine
Entwicklung angesehen, die Bedürfnisse aller heute lebenden Menschen befriedigt ohne dabei
die Bedürfnisbefriedigungsmöglichkeiten der Menschen in der Zukunft zu gefährden.
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Unter
dem jungen Begriff Corporate Citizenship versteht man freiwillige Übernahme
gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen vor dem Hintergrund wirtschaftspolitisch
günstiger Rahmenbedingungen. Dazu gehört zum Beispiel die Zusammenarbeit von
Unternehmen mit zivilgesellschaftlichen Organisationen wie Corporate Giving (Spenden,
gesellschaftsorientiertes Sponsoring) oder Corporate Volunteering. Unter Corporate Giving
werden Spenden- und Sponsoringaktivitäten von Unternehmen zusammengefasst, mit denen
insbesondere Non- Profit-Organisationen oder gemeinnützige Zwecke unterstützt werden. Als
Corporate
Volunteering wird das bürgerschaftliche Engagement von Mitarbeitern in sozialen Projekten
bezeichnet, das von Unternehmen gefördert wird.
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2.2 Interne und externe Dimension von CSR
Im Grünbuch ,,Europäische Rahmenbedingungen für die soziale Verantwortung der
Unternehmen" wird der CSR-Konzept in interne und externe Dimensionen differenziert. Bei
der internen Dimension von CSR geht es um die Verantwortung des Unternehmens nach
innen, gegenüber den internen Leistungsträgern. Bei der externen Dimension handelt es sich
um die Verantwortung des Unternehmens gegenüber der Unternehmensumwelt und somit
auch gegenüber den externen Stakeholdern.
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5
Holger Rogall: Von der globalen zur betrieblichen Leitidee der Nachhaltigkeit, 2000, S. 21
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Meffert/Münstermann: Corporate Social Responsibility in Wissenschaft und Praxis, 2005, S. 18
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www.dgb.de/themen/themen_a_z/abisz_doks/c/csr_handlungsfelder_fuer_betriebsraete.pdf
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