Universität Osnabrück
Fachbereich 01: Sozialwissenschaften
Seminar: Parteien und Wählerverhalten im internationalen Vergleich
Nichtwähler in der BRD
Forschungstand - Legitimität - Macht
Sassan Gholiagha
Inhaltsverzeichnis
1.0 Einleitung ... 1
2.0 Theorien des Wählerverhaltens ... 2
2.1 Übersicht über die verschiedenen Ansätze ... 2
2.1.1 Mikrosoziologischer Ansatz ... 2
2.1.2 Makrosoziologischer Ansatz ... 2
2.1.3 Individual- und sozialpsychologische Ansätze ... 2
2.1.4 Das Modell des rationalen Wählers ... 3
3.0 Das Phänomen der Nichtwähler ... 4
3.1 Determinanten konventioneller Partizipation ... 4
3.2 Erklärungen für die sinkenden Wahlbeteiligung ... 5
3.2.1 Sinkende Wahlnorm – Steigendes Nichtwählerbekenntnis ... 6
3.2.2 Cross-Pressure-Groups ... 7
3.2.3 Realignment/Dealignment ... 7
3.2.4 Weitere Faktoren ... 8
3.3 Typen von Nichtwählern und Elektroratsstruktur ... 10
3.3 Legitimität von Nichtwählern – Wahlpflicht? ... 12
3.4 Machtpotenzial von Nichtwählern ... 14
4.0 Fazit ... 16
I. Literaturverzeichnis ... 17
1.0 Einleitung
Problemstellung
Die Wahlbeteiligung in der BRD ist seit den letzten Jahren gesunken. Dies zeichnet sich nicht nur bei den Landtags- und Kommunalwahlen ab, sondern auch bei Bundestagswahlen. Das Phänomen der Nichtwähler beschäftigt jedoch nicht lediglich die Medien, sondern hat auch seit längerem Eingang die politikwissenschaftlichen Debatten gefunden. Vor diesem Hintergrund soll in dieser Arbeit eine Untersuchung des Nichtwählerphänomens vorgenommen werden.
Fragestellung
Die Fragestellung dieser Arbeitet lautet: Welche Determinanten können Wahlabstinenz erklären? Ebenfalls soll in dieser Arbeit die Legitimität von Wahlabstinenz anhand der Beschäftigung mit dem Thema nach Wahlpflicht untersucht werden. Zur Beantwortung dieser Fragestellung ist die nun folgende Vorgehensweise vorgesehen.
Vorgehensweise
Zur Beantwortung dieser Fragen werden zunächst in Kapitel zwei Theorien des Wählerverhaltens beschrieben. Kapitel drei dieser Arbeit, welches gleichzeitig den Hauptteil darstellt, analysiert das Phänomen der Nichtwähler anhand verschiedener Themen wie der Frage nach der Motivation für Wahlabstinenz und Wahlbeteiligung, der Existenz verschiedener Nichtwählertypen sowie Fragen nach Macht und Legitimität von Wahlabstinenz. Im Fazit wird die Fragestellung abschließend beantwortet und die politischen Implikationen werden beschrieben. Die Arbeit hat nicht das Ziel einer umfassenden empirisch basierten Untersuchung von Nichtwählern, da ein solches Vorhaben den Rahmen der Arbeit deutlich sprengen würde. Datengrundlage für diese Arbeit sind die Daten von Kleinhenz (1995), Daten aus dem kumulierten ALLBUS 1980-2004, dem ALLBUS 2006 und Daten aus dem Aufsatz von Schoen und Falter (2003). Der Datenfokus liegt damit primär auf generelles Wahlverhalten sowie auf dem Wählerverhalten bei Bundestagswahlen. Eine differenzierte Nichtwähleranalyse auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene würde ebenfalls den Rahmen dieser Arbeit sprengen.
2.0 Theorien des Wählerverhaltens
2.1 Übersicht über die verschiedenen Ansätze
Im Folgenden wird eine kurze Übersicht über drei Ansätze der Wahlforschung gegeben, die auf unterschiedliche Art und Weise Wählerverhalten erklären: der mikrosoziologische und der individual- und sozialpsychologische Ansatz sowie das Modell des rationalen Wählers.
2.1.1 Mikrosoziologischer Ansatz
Die mikrosoziologischen Ansätze sind zumeist für die Erklärung von Wahlverhalten, nicht jedoch für die Erklärung von Nichtwählerverhalten verwendet worden. Als Ausnahme ist hier unter anderem Kleinhenz (1995) zu nennen. Lazarsfeld, Berelson und Gaudet (1944) führten anlässlich der US-Amerikanischen Präsidentschaftswahl 1940 eine Wahlstudie durch. Diese wurde später ergänz durch die Arbeit vom Campbell et. al (1960). Diese Studien kommen zu dem Schluss dass die Zugehörigkeit zu bestimmten sozialen Gruppen entscheidend für das Wahlverhalten ist (Kleinhenz 1995: 23 – 24).
2.1.2 Makrosoziologischer Ansatz
Unter den makrosoziologischen Ansätzen ist der von Rokkan und Lipset entworfene Ansatz der cleavages der prominenteste. Rokkan und Lipset kommen zu dem Schluss, dass es seit 1920 vier zentrale Konfliktlinien gäbe, die sich bin in die 1960er Jahre (dem Zeitpunkt der Veröffentlichung ihres Ansatzes) gehalten hätten. Diese zentralen Konflikte lauten: Zentrum-Peripherie, Kirche-Staat, Stadt-Land, Arbeitnehmer-Arbeitgeber. Lipset und Rokkan argumentieren weiter, dass sich eben jene Konfliktlinien auf das Parteiensystem. Sozialstruktur und Parteiensystem werden somit in einem engen Zusammenhang gebracht (Kleinhenz 1995: 23 – 24).
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Arbeit zitieren:
B.A. Sassan Gholiagha, 2007, Nichtwähler in der BRD , München, GRIN Verlag GmbH
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