Inhaltsverzeichnis
Einleitung. 2
Hauptteil 4
1.Der Verlauf der Kuba Krise 4
2. Der Back-Channel. 6
3. Schlussbetrachtung. 11
Literaturverzeichnis. 13
Einleitung
Die Kuba Krise 1962 war ein Ereignis welches die Welt bewegte. Von den USA
zun ächst unbemerkt wurden von der Sowjetunion Atomraketen auf Kuba installiert.
Daraus folgte eine 13 tägige 1 andauernde Konfrontation der USA und der
Sowjetunion.
Durch die nukleare Bedrohung vor „der Haustür“ fühlten dich die USA
provoziert. Die beiden Nuklearmächte standen sich konfrontativ gegenüber, und eine
kriegerische Auseinandersetzung war zum greifen nah. Die Weltöffentlichkeit
verfolgte gebannt die Verhandlungen zwischen dem Präsidenten der USA, John
Fitzgerald Kennedy, und dem Staatsoberhaupt der Sowjetunion, Nikita Sergej
Chruschtschow.
Nicht alle Besprechungen der beiden Kontrahenten wurden jedoch publik. Oft
fand der Austausch von Informationen zwischen Gesandten an geheimen Orten statt.
Dieser verdeckte Transfer von Botschaften wurde auch als „Back Channel“
bezeichnet 2 Zwei Hauptakteure dieses Kanals waren der Finanzminister und Bruder
John F. Kennedys, Robert Francis Kennedy, und der Agent des russischen
Geheimdienstes GRU Georgi Bolshakov. Dieser Geheimkanal soll hier beleuchtet
werden.
1 Kennedy, Robert F.: Thirteen Days. A Memoir of the Cuban Missile Crises, New York 1969
2 Biermann, Harald: Die Kuba-Krise: Höhepunkt oder Pause im Kalten Krieg?, In: Historische
Zeitschrift (Heft 273/3), 2001, S 643 (Künftig zitiert als: Biermann: Die Kuba-Krise, In: HZ)
Zu klären ist, mit welcher Intention die beiden Parteien diesen Geheimkanal betrieben. Hatte Sergej Chruschtschow bewusst falsche Informationen gestreut? Galt dies auch für den amerikanischen Präsidenten? Eine weitere, sich daraus ableitende Fragestellung ist, welche Gefahren ein solch latenter Informationswechsel für die Beteiligten in sich birgt. Fehlte dem Präsidenten der USA bei Nutzung dieses Kanals die vorherige Beratung von Experten? Wurden Botschaften dadurch falsch interpretiert? Abschließend ist zu erläutern, ob dieser Geheimkanal half, die Kuba Krise schneller zu beenden, oder ob er negativen Einfluss auf ihren Verlauf hatte. Die Gliederung meiner Hausarbeit orientiert sich an diesen Fragen. Zuerst wird der Ablauf der Krise zusammenfassend dargestellt. Dies hilft die Relevanz des Kanals im Gesamtkontext einzuordnen. Darauf folgend wird der Beginn des Back -Channel dargestellt. Vor der Schlussbetrachtung wird die Verwendung des Geheimkanals anhand von zwei ausgewählten Beispielen, sowie das Ende des Back Channels beleuchtet.
Der Arbeit liegt insbesondere Aleksandr Fursenkos und Timothy Naftalis „One hell of a Gamble“ 1 zugrunde. Die Arbeit der beiden Autoren basiert auf den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen, und liefert eine genaue Darstellung des Kennedy - Bolshakov Back Channel. Des weiteren wurde John Lewis Gladis “We now know” 2 verwendet. Auch diese Arbeit gründet sich auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, und bietet eine gute Abhandlung zur Kuba Krise. Das von Ernest R. May und Philip D. Zelikow herausgegebene Werk „The Kennedy Tapes“ 3 liegt dieser Arbeit ebenfalls zugrunde. In diesem Werk sind die von Kennedy aufgezeichneten Gespräche im ExComm abgedruckt. Man bekommt einen sehr guten Eindruck, wie auf der amerikanischen Seite mit der Krise umgegangen wurde. Einen wichtigen Teil steuerte der Aufsatz Harald Biermanns „Die Kuba Krise“ in „Historische Zeitschrift“ 4 dieser Arbeit bei. Biermann bietet eine sehr gute Abhandlung der Konfrontation.
1 Fursenko, Aleksandr und Naftali, Timothy: One hell of a gamble. The secret history of the Cuban
Missile Crisis. Krushchev, Castro, and Kennedy 1958-1964, New York und London 1997. (Künftig
zitiert als: Fursenko und Naftali: Gamble).
2 Gladis, John Lewis: We now know. Rethinking Cold War history, New York 1997. (Künftig zitiert als:
Gladis: We now know).
3 May , Ernest R. und Zelikow, Philip D(Hrsg.): The Kennedy Tapes: Inside the White House During
the Cuban Missile Crisis , Cambridge 1997. (Künftig zitiert als: May und Zelikow: Kennedy Tapes).
4 Biermann, Harald: Die Kuba-Krise: Höhepunkt oder Pause im Kalten Krieg?, In: Historische
Zeitschrift (Heft 273/3), 2001.
Hauptteil
1.Der Verlauf der Kuba Krise
Für die Weltöffentlichkeit begann die Kuba Krise mit der Fernsehansprache John F. Kennedys am 22. Oktober 1962. In dieser unterrichtete der Präsident die amerikanische Nation über die Stationierung der sowjetischen Raketen auf Kuba und über die folgende Blockade der Insel 1 .
„He can’t do that to me“ 2 ,tobte jedoch schon sechs Tage zuvor der empörte US Präsident, als er von den Waffen auf der Insel erfuhr. Am 14. Oktober hatte ein U2 Aufklärungsflugzeug Kuba überflogen, um einige Stellung zu fotografieren. Diese Aufnahmen wurden am 15. Oktober vom NPIC (National Photographic Interpretation Center) ausgewertet. Es stellte sich heraus, dass sich Objekte, größer als normale Luftabwehrgeschütze, auf der Insel befanden. Die Beamten konnten den Fund als medium-range ballistic missiles (MRBMs) identifizierten 3 . Geschütze solchen Typs waren auch fähig atomare Sprengköpfe zu tragen 4 . Mac George Bundy, der Sicherheitsberater des Präsidenten, entschloss sich jedoch John F. Kennedy erst am folgenden Tag von diesem Fund zu berichten. Der Berater wollte dem Staatsoberhaupt vor den kommenden Tagen noch eine ruhige Nacht gönnen 5 . Nach Erhalt der Information lies Kennedy im Geheimen eine Anzahl vertrauter Mitarbeiter zusammenkommen. Diese Beraterrunde erhielt im weiterem Verlauf der Krise den Namen „Executive Committee of the National Security Council“ („ExComm“) 6 . In diesem Gremium wurde bis zur Beilegung des Konflikts jedes weitere Vorgehen besprochen.
1 Biermann: Die Kuba-Krise, In: HZ, S. 655.
2 Zitiert nach: Bundy, McGeorge: Danger and survival; choices about the bomb in the first fifty years,
New York 1988, S. 414. (Künftig zitiert als: Bundy: Danger and survival)
3 May und Zelikow: Kennedy Tapes, S. 45.
4 Ebd., S. 49.
5 Ebd., S. 46.
6 Biermann, Harald: John F. Kennedy und der Kalte Krieg. Die Außenpolitik der USA und die Grenzen
der Glaubwürdigkeit, Paderborn 1997, S. 168. (Künftig zitiert als: Biermann: Der Kalte Krieg). An den
Beratungen nahmen u.a. teil: L.B. Johnson, D. Rusk, R. McNamara, R. Kennedy, M. Bundy, J.
McCone, L. Thompson und Th. Sorensen.
Die Meinungen über eine Lösung der Krise divergierten sehr stark innerhalb des ExComm. Eine schnelle Entscheidungsfindung wurde erschwert, da es aus den Fotografien nicht ersichtlich geworden war, ob und wann die Raketen feuerbereit sein würden 1 . Theodore Sorensen, Redenschreiber und enger Vertrauter des Präsidenten, fasste die möglichen Vorgehensweisen am 17. Oktober zusammen: 1. Ausüben politischen Drucks, mit der Möglichkeit eines Militärschlags, 2. Ein Militärschlag ohne vorherige Warnung, 3. Politscher Druck, gefolgt von einer Blockade Kubas und 4. Eine Invasion Kubas 2 .
Am 18. Oktober war ein Treffen des Präsidenten mit dem sowjetischen Außenminister Andreij Gromyko anberaumt. John F. Kennedy entschied sich an diesem Tag das Wissen der USA bezüglich Kuba, nicht kundzutun. Diese Geheimhaltung stärkte den trügerischen Glauben und Willen Chruschtschows, dass die Raketen zu diesem Zeitpunkt noch nicht entdeckt waren. Schon nachdem das Staatsoberhaupt Kubas, Fidel Ruz Castro, Ende Mai 1962 der Stationierung zugestimmt hatte, versuchte Chruschtschow den beginnenden Seetransport der Raketen geheim zu halten. Die Schiffe wurden als normale Handelstransporter getarnt, und den Soldaten wurde befohlen keine Militärkleidung zu tragen 3 . Während des Treffens mit dem sowjetischen Botschafter gab Kennedy kein Zeichen seines Wissens über mögliche Atomraketen auf Kuba. Jedoch sprach er den Botschafter auf die eventuelle Existenz von Offensivwaffen auf der Insel an. Der Gesandte leugnete die Existenz dieser 4 .
Am 20. Oktober, zwei Tage nach dem Besuch des Außenministers, war im ExComm ein Konsens gefunden worden: Die Blockade Kubas. Um 10 Uhr Ortszeit am 24. Oktober 1962 trat die Blockade in Kraft. Ziel war es, mit Waffen beladene Frachter von Kuba fernzuhalten 5 . Jedoch erst eine Initiative von Robert Kennedy am 27. Oktober ebnete den Weg für ein positives Ende der Krise. Der Justizminister traf
1 May und Zelikow: Kennedy Tapes, S. 49.
2 Vgl. Sorensen, Theodore: Summary of Agreeed facts and Premises, Possible Courses of Action and
unanswered Questions, October 17, 1962, In: Chang, Laurence und Kornbluh, Peter: Cuban Missile
Crisis, 1962-Sources, New York 1992, S. 114f.
3 Fursenko und Naftali: Gamble, S. 191ff.
4 Gladis: We now know, S. 267.
5 Biermann: Die Kuba-Krise, In: HZ, S. 658.
Arbeit zitieren:
Julian Voje, 2003, Geheimdiplomatie in der Kuba Krise, München, GRIN Verlag GmbH
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