Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 5
I. Theorieteil. 7
2. Gesundheitsjournalismus als Forschungsgegenstand. 7
2.1 Begriffsklärung. 7
2.1.1 Gesundheitsjournalismus und Gesundheitskommunikation 9
2.1.2 Gesundheitsjournalismus und Wissenschaftsjournalismus. 10
2.1.3 Gesundheitsjournalismus für ein Fachpublikum. 12
2.1.4 Gesundheitsjournalismus 12
2.2 Unterschiedliche Orientierungen im Wissenschaftsjournalismus. 14
2.2.1 Wissenschaftskonforme Berichterstattung. 14
2.2.2 Wissenschaftsferne Berichterstattung 15
2.3 Vermutete Orientierungen im Gesundheitsjournalismus 16
2.3.1 Vermutete Orientierungsmöglichkeiten im Gesundheitsjournalismus als
Journalismus -Konzeptionen 17
2.3.2 Die vermuteten Orientierungsmöglichkeiten im Gesundheits-journalismus und
Redaktionsstrukturen. 19
2.4 Zusammenfassung. 22
3 Journalistische Qualität. 24
3.1 Bezugsrahmen zur Bestimmung journalistischer Qualität 24
3.2 Bestimmung von Qualitätskriterien 26
3.2.1 Die Zeichentheorie von Morris: Die drei Dimensionen der Semiose 27
3.2.2 Semiotik als publizistikwissenschaftliche Theorie 27
3.2.3 Journalismus als Zeichenprozess 29
3.3 Qualitätskriterien. 31
3.3.1 Objektivität. 32
3.3.2 Vielfalt. 35
3.3.3 Relevanz 37
3.3.4 Vermittlung 41
3.4 Zusammenfassung. 44
4. Stand der Forschung. 46
4.1 Schwierigkeiten bei der Recherche 46
4.2 Darstellung der Forschungslage 47
4.3 Wissenschaftsjournalismus 48
4.3.1 Auswahl und Darstellung der Studien zum Wissenschafts-journalismus. 48
4 3.2 Zusammenfassung zur wissenschaftsjournalistischen Forschung. 59
4.4 Gesundheitsjournalismus 60
4.4.1 Auswahl und Darstellung der Studien zum Gesundheits-journalismus 60
4 4.2 Zusammenfassung zur gesundheitsjournalistischen Forschung. 65
4.5 Zusammenfassung zur Forschungslage. 66
5. Fragestellung. 67
5.1 Haupthypothesen. 68
5.2 Unterhypothesen. 68
1
II Hauptteil. 71
6 Methode. 71
6.1 Untersuchungsaufbau 71
6.2 Inhaltsanalyse als Methode 71
6.3 Grundgesamtheit und Stichprobe 72
6.3.1 Auswahl der Zeitung 73
6.3.2 Untersuchungszeitraum. 78
6.4 Auswahl und Analyse der Artikel 78
6.4.1 Codebuch. 79
6.5 Darstellung der Ergebnisse. 83
6.5.1 Benchmarking 83
6.5.2 Indexbildung. 84
6.6 Zusammenfassung. 86
7. Ergebnisse und Befunde 87
7.1 Allgemeine Beschreibung des Samples 87
7.1.1 Umfang der Gesundheitsberichterstattung 87
7.1.2 Platzierung der Gesundheitsberichterstattung. 89
7.1.3 Präsentation der Gesundheitsberichterstattung 91
7.1.4 Inhalt und Quellen der Gesundheitsberichterstattung 92
7.1.5 Zusammenfassung. 95
7.2 Auswertung nach den Hypothesen 96
7.2.1 Objektivität in der Gesundheitsberichterstattung. 97
7.2.2 Vielfalt in der Gesundheitsberichterstattung. 101
7.2.3 Relevanz in der Gesundheitsberichterstattung 108
7.2.4 Vermittlung in der Gesundheitsberichterstattung 114
7.2.5 Macher der Gesundheitsberichterstattung. 118
7.2.6 Indizes 119
8. Interpretation der Ergebnisse 123
8.1 Gesundheit als Querschnittsthema 123
8.1.1 Darstellung der Gesundheitsberichterstattung 123
8.1.2 Inhalt der Gesundheitsberichterstattung. 124
8.2 Beantwortung der Hypothesen 125
8.2.1 Objektivität (Hypothese 3) 125
8.2.2 Vielfalt (Hypothese 4) 127
8.2.3 Relevanz (Hypothese 5) 129
8.2.4 Vermittlung (Hypothese 6) 130
8.2.5 Fazit. 132
III. Schlussteil 135
9. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen 135
10. Literaturverzeichnis. 140
IV. Anhang. 147
2
Tabellen- und Abbildungsverzeichnis
Tab. 1: Vier Formen der Medizinpublizistik. 8
Tab. 2: Orientierungsmöglichkeiten im Wissenschaftsjournalismus 16
Tab. 3: Bezugsrahmen zur Bestimmung von Qualitätskriterien 25
Tab. 4: Kategorien zu den Relationen im semiotischen Modell 30
Tab. 5: Zeichenprozessebenen der gesundheitsjournalistischen Inhaltsanalyse 31
Tab. 6: Übersicht über die zentral diskutierten Forschungsstudien zum
Wissenschaftsjournalismus (Inhaltsanalysen) 48
Tab. 7: Übersicht über die zentral diskutierten Forschungsstudien zum
Gesundheitsjournalismus (Inhaltsanalysen) 61
Tab. 8: Grundgesamtheit: Tageszeitungen der Schweiz mit einer Auflagenzahl von über
100000 Exemplaren 73
Tab. 9: Ergebnis der theoriegeleiteten Stichprobenziehung. 74
Tab. 10: Redaktionelle Bearbeitung des Themas Gesundheit auf der Ressort- sowie
Personenebene innerhalb der ausgewählten Zeitungen 77
Tab. 11: Ergebnis der Zufallsauswahl auf Niveau Monat und Niveau Tag. 78
Tab. 12: Operationalisierung der Qualitätsdimensionen. 81
Tab. 13: Anzahl Gesundheitsbeiträge nach Zeitung 87
Tab. 14: Platzierung der Gesundheitsbeiträge in der Zeitung. 90
Tab. 15: Verteilung der Gesundheitsbeiträge nach Ressort 90
Tab. 16: Platzierung der Gesundheitsbeiträge in einer Rubrik 91
Tab. 17: Journalistische Darstellungsformen 91
Tab. 18: Akteursstruktur in den Gesundheitsbeiträgen. 94
Tab. 19: Macher der Gesundheitsbeiträge. 95
Tab. 20: Gesundheit als Haupt- oder Nebenthema 95
Tab. 21: Anzahl verwendeter Quellen nach Zeitung. 97
Tab. 22: Anzahl Gesundheitsbeiträge mit Bezug auf Forschungsstudien. 98
Tab. 23: Trennung von Nachricht und Meinung in Gesundheitsbeiträgen 99
Tab. 24: Wertungen in den Gesundheitsbeiträgen 100
Tab. 25: Art der Wertungen in den Gesundheitsbeiträgen. 100
Tab. 26: Emotionalisierung der Gesundheitsbeiträge 102
Tab. 27: Verteilung der Themen Wissenschaft, Medizin und Gesellschaft in den
Gesundheitsbeitr ägen. 101
Tab. 28: Anzahl Gesundheitsbeiträge mit wissenschaftlicher Quelle. 103
Tab. 29: Anzahl Gesundheitsbeiträge mit Wissenschaftler oder Privatpersonen als
Akteure. 104
Tab. 30: Journalistische Darstellungsformen (nach Zeitung) 105
Tab. 31: Platzierung der Gesundheitsbeiträge in einer Rubrik (nach Zeitung) 106
Tab. 32: Platzierung der Gesundheitsbeiträge in der Zeitung (nach Zeitung) 109
Tab. 33: Aktualisierung der Gesundheitsbeiträge (nach Zeitungstyp) 110
Tab. 34: Personalisierung der Gesundheitsbeiträge (nach Zeitungstyp) 112
Tab. 35: Ausrichtung nach human interest-Themen in den Gesundheitsbeiträgen 113
Tab. 36: Beantwortung der weiterführenden W-Fragen 114
Tab. 37: Serviceangebot in den Gesundheitsbeiträgen 115
Tab. 38: Komplexität in den Gesundheitsbeiträgen 116
Tab. 39: Präzision in den Gesundheitsbeiträgen 117
Tab. 40: Art der Visualisierung in den Gesundheitsbeiträgen 117
Tab. 41: Interaktive Angebote in den Gesundheitsbeiträgen 118
Tab. 42: Macher der Gesundheitsbeiträge. 119
Tab. 43: Punkteverteilung der beiden Indizes nach Zeitung. 121
3
Tab. 44: Übereinstimmung der Ergebnisse zur Objektivitätsdimension mit der
Hypothese 3 126
Tab. 45: Übereinstimmung der Ergebnisse zur Vielfaltdimension mit der Hypothese 4 127
Tab. 46: Übereinstimmung der Ergebnisse zur Relevanzdimension mit der Hypothese 5. 129
Tab. 47: Übereinstimmung der Ergebnisse zur Vermittlungsdimension mit Hypothese 6. 131
Abb. 1: Gesundheitsberichterstattung in Tageszeitungen als Untersuchungsgegenstand. 9
Abb. 2: Semiotisches Zeichenprozessmodell zur Beurteilung redaktioneller Beiträge 29
Abb. 3: Dimensionen der Qualitätsmessung 32
Abb. 4: Gesundheitsjournalistischer Anteil am redaktionellen Gesamtumfang der
Zeitungen 88
Abb. 5: Anzahl gesundheitsjournalistischer Beiträge nach Wochentag 89
Abb. 6: Ereigniskontexte der Gesundheitsberichterstattung 92
Abb. 7: Art der ersten Informationsquelle 93
Abb. 8: Gesundheit als Hauptthema oder Nebenthema nach Zeitung 96
Abb. 9: Wissenschafts- und Publikumsorientierung in der Berichterstattung zum Thema
Gesundheit bei den untersuchten Zeitungen. 121
4
1. Einleitung
Das Thema Gesundheit ist omnipräsent. Die Gesundheit betrifft und interessiert jedermann als Patient, Prämienzahler, Sportler, Raucher, Konsument oder Leser. Der Kommunikationswissenschaftler Göpfert (1997: 13) bezeichnet die Gesundheit aber vor allem deshalb als „Querschnittsthema“, da Gesundheitsthemen in Folge deren Breite in allen medialen Formen, Gefässen und Angeboten zu finden sind. Mit Fokus auf die tagesaktuelle Presse kennt das Berichterstattungsthema Gesundheit in der klassischen Ressortstruktur von Tageszeitungen kein eigenes
Berichterstattungsgefäss. Entsprechend wird die Gesundheit a u c h i n d e r Kommunikationsforschung selten als eigenständiges (Berichterstattungs-)Thema, das heisst in seiner ganzen Breite, analysiert. Wie die Recherche zur bestehenden kommunikationswissenschaftlichen Forschungslage zeigt (vgl. Kap. 4), wird meist vor einem normativen Hintergrund nach den präventiven und gesundheitsfördernden Möglichkeiten der Medien gefragt. Oder die Gesundheit wird als Teilaspekt eines anderen, ressortspezifischen Themenkontextes untersucht, wobei dies hauptsächlich innerhalb der wissenschaftsjournalistischen Forschung geschieht, da die Medizin als gesundheitsjournalistischer Teilaspekt den Themenschwerpunkt im
Wissenschaftsressort darstellt (vgl. Kap. 4.3).
Die thematische Schnittstelle zwischen Wissenschafts- und Gesundheitsjournalismus bildet zusammen mit der fehlenden Institutionalisierung der
Gesundheitsberichterstattung in der klassischen Ressortstruktur denn auch den Ausgangspunkt für die Fragestellung der vorliegenden Arbeit, in der ein Zusammenhang zwischen der Berichterstattung zum Querschnittsthema Gesundheit und der Institutionalisierung des Themas Wissenschaft vermutet wird (vgl. Kap. 5). Für die Definition des Gesundheitsjournalismus wird in Kapitel 2 in einem ersten Schritt der Umfang des Untersuchungsgegenstandes geklärt. Dabei wird ein möglichst breites Verständnis des journalistischen Themas Gesundheit angestrebt (vgl. Abb. 1), dessen Berichterstattung sich weder durch die Ressortstrukturen, die journalistischen Kompetenzen, die intendierten Wirkungen noch das anvisierte Publikum begrenzen soll, sondern sich zu dessen vollständigen Erfassung einzig über deren Inhalt definiert (vgl. Kap. 2.1.4).
In einem zweiten Schritt wird für die weitere Bearbeitung des Untersuchungsgegenstandes der Begriff Gesundheitsjournalismus in die zwei Dimensionen wissenschaftskonforme sowie wissenschaftsferne Berichterstattung unterteilt. Diese Zweiteilung der Gesundheitsberichterstattung erfolgt auf Grund der erwähnten Schnittstelle zwischen Wissenschafts- und Gesundheitsjournalismus, so dass die im Wissenschaftsjournalismus erkennbare Entwicklung weg von der klassisch wissenschaftlichen, hin zu einer vereinfachten und stärker an den Interessen des Publikums orientierten Berichterstattung
5
(vgl. Kap. 2.2) auf die Berichterstattung zum Thema Gesundheit übertragen wird (vgl. Kap. 2.3).
In Anschluss an diese Zweiteilung werden die beiden Orientierungsmöglichkeiten zu deren weiteren Deskription respektive deren besseren Unterscheidung im Hinblick auf die gewählte Fragestellung (vgl. Kap. 5) zusätzlich auf der Akteursebene als Journalismus-Konzeptionen (vgl. Kap. 2.3.1) sowie auf der Organisationsebene anhand unterschiedlicher Redaktionsstrukturen (vgl. Kap. 2.3.2) beschrieben, bevor sie auf der inhaltlichen Ebene mit der Qualitätstheorie bearbeitet werden (vgl. Kap. 3).
In einem der Begriffsklärung nachfolgenden Schritt werden vor der Anwendung der Theorie zur Qualität im Journalismus mit Hilfe des semiotischen Zeichenprozessmodells von Saxer/Kull (1981: 19) die verschiedenen Einflussfaktoren im publizistischen Zeichenprozess identifiziert (vgl. Kap. 3), um anschliessend mit Blick auf das gewählte inhaltsanalytische Untersuchungsdesign (vgl. Kap. 6) auf der Inhaltsebene Indikatoren für die Unterscheidung der beiden Berichterstattungsmuster herauszuarbeiten (vgl. Kap. 3).
Auf der Basis des in Kapitels 3 erarbeiteten Qualitätswürfels mit dessen vier Qualitätsdimensionen Objektivität, Vielfalt, Relevanz und Vermittlung werden die sechs nach ihren Ressortstrukturen ausgewählten Tageszeitungen (vgl. Kap. 6.3.1) einander gegenübergestellt, um im Zusammenhang mit einem vorhandenen Wissenschaftsressort Unterschiede in der Gesundheitsberichterstattung aufzeigen zu können (vgl. Kap. 5). Diese Gegenüberstellung erfolgt als Benchmarking (vgl. Kap. 6.5), wobei das vordergründige Ziel nicht die Bewertung, sondern der Vergleich der Gesundheitsberichterstattung ausgewählter Tageszeitungen ist und deshalb der analytische, statt der normierende Charakter der Qualitätskriterien (Indikatoren) hervorgehoben werden muss (vgl. Kap. 3.2).
In der abschliessenden Auswertung der Daten zeichnen die Ergebnisse jedoch ein komplexes Muster (vgl. Kap. 7), das verdeutlicht, dass die Aufteilung der Berichterstattung zum Thema Gesundheit in die beiden Orientierungsmöglichkeiten zwischen Wissenschaft und Publikum zwar gelingt, die diesbezüglichen Einflussfaktoren im publizistischen Zeichenprozess für dieses Querschnittsthema jedoch nicht auf ein vorhandenes Wissenschaftsressort reduziert werden können (vgl. Kap. 8).
6
I. Theorieteil
2. Gesundheitsjournalismus als Forschungsgegenstand
In seinem historischen Rückblick zur wissenschaftsjournalismusbezogenen Forschung im deutschsprachigen Raum stellt Kohring (1997: 30ff.) fest, dass die journalistische Berichterstattung über medizinische Themen ab den 1950er Jahren in das Blickfeld der kommunikationswissenschaftlichen Forschung rückt. Dabei stand aber nicht die wissenschaftliche Medizin im Vordergrund der Berichterstattung, sondern ihre „praktische Umsetzung als ärztliche Therapie“ (ebenda: 30). Diese Beiträge stammten zu einem beachtlichen Teil aus der Feder von praktizierenden Ärzten, die einen „angeblich sensationalistischen und unlauteren Umgang mit medizinischen Themen“ (ebenda: 31) fürchteten. Kommunikationswissenschaftler teilten diese Perspektive, aus welcher der Gesundheitsjournalismus als medizinische Aufklärung thematisiert wurde, was zu stark normativ geprägten Definitionen des Medizinjournalismus führte (vgl. Kohring 1997: 31).
Heute zeigt sich ein differenzierteres Bild. Die gesundheitsjournalistische Berichterstattung wird in der Kommunikationsforschung immer noch zu einem Grossteil als medizinwissenschaftliche Berichterstattung untersucht oder als Beitrag zur Gesundheitsförderung verstanden (vgl. Kap. 4) und mit den Vorwürfen einer sensationsheischenden, verzerrenden oder gar falschen Berichterstattung konfrontiert (vgl. Schuchman/Wilkes 1997: 976). Der Begriff Gesundheitsjournalismus wird aber auch umfassender als „Querschnittsthema“ (Göpfert 1997: 13) wahrgenommen, dessen Beiträge nicht nur im Wissenschaftsressort platziert werden, sondern über die gesamte Zeitung hinweg in allen Ressorts zu finden sind und in allen möglichen Ereigniskontexten thematisiert werden (vgl. ebenda). Um das gesamte Spektrum des Gesundheitsjournalismus zu erfassen, wird in der vorliegenden Arbeit dieser Begriff bewusst möglichst breit definiert (vgl. Kap. 2.1.4), um den Gesundheitsjournalismus mit all seinen Facetten zu analysieren (vgl. Abb. 1), wofür in den nachfolgenden Kapiteln die verschiedenen Aspekte und Dimensionen dieses Begriffes erläutert werden.
2.1 Begriffsklärung
Kohring (1997: 37) kommt in einer ersten historischen Zwischenbilanz zum Schluss, dass die Studie von Roloff (1972) bis heute als einer der anspruchvollsten Beiträge zur deutschsprachigen Medizinjournalismusforschung hervorzuheben ist. Diese Arbeit zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass sie einerseits „eine theoretisch formalisierte Beschreibung von journalistischer Kommunikation über medizinische Themen anstrebt“ (Kohring 1997: 37) und andererseits auf normative Prämissen verzichtet (vgl. ebenda).
7
Roloff (1972: 19) ordnet den Medizinjournalismus in die ‚medizinbezogene Kommunikation’ ein, die er in vier Formen unterteilt (vgl. Tab. 1). Inhaltlich zählt die medizinische Berichterstattung laut Roloff zur Wissenschaftspublizistik
(vgl. Kap. 2.1.2), wobei zwischen fachinterner und -externer Kommunikation unterschieden werden muss (vgl. ebenda). In Tabelle 1 ist die von Roloff (1990: 42) leicht überarbeitete Übersicht über die Medizinpublizistik zu sehen.
Tab. 1: Vier Formen der Medizinpublizistik (Roloff 1990: 42)
Lasswell-Formel: K = Kommunikator, A = Aussage, M = Medium, R = Rezipient, W = (potentielles) Wirkungsfeld In seiner Darstellung reduziert Roloff (1990: 42) den Gesundheitsjournalismus auf das Themengebiet Medizin und ordnet diesen dabei dem Wissenschaftsjournalismus unter (vgl. Kap. 2.1.2). In den folgenden Ausführungen wird dieser zur weiteren Differenzierung zusätzlich vom Fachjournalismus abgegrenzt (vgl. Kap. 2.1.3). Der Gesundheitsjournalismus kann jedoch auch in das Forschungsfeld der Gesundheitskommunikation eingeordnet werden, welche „die gesamte menschliche und medienvermittelte Kommunikation in der Gesundheitsversorgung und -förderung“ (Kreps 2003: 353) umfasst (vgl. Kap. 2.1.1). Die Gesundheitskommunikation wird jedoch als interdisziplinäre Forschung verstanden, welche sowohl auf der intrapersonalen, interpersonellen, organisationalen wie auch
Massenkommunikationsebene stattfindet (vgl. auch Signitzer 2001: 28ff.). Zusätzlich steht die Gesundheitskommunikation als Teilbereich der Public Health in engem Zusammenhang mit medizinisch-therapeutischen Funktionen (vgl. Kap. 2.1.1.1). Die Gesundheitsberichterstattung wie sie in dieser Arbeit zum Untersuchungsgegenstand werden soll (vgl. Kap. 2.1.4), umfasst aber ebenfalls jene Beiträge, die in ihrem Inhalt nur teilweise oder beiläufig gesundheitsbezogene Ereignisse betreffen und unterhaltende Absichten verfolgen.
In Abbildung 1 sind in einem ersten Überblick die verschiedenen Teilbereiche dargestellt, aus deren Schnittstellen sich der Umfang der gesundheitsjournalistischen Berichterstattung, wie sie als Untersuchungsgegenstand in der vorliegenden Arbeit interessiert, zusammensetzt (vgl. Kap. 2.1.4). Es soll hervorgehoben werden, dass sich die Darstellung in Abbildung 1 auf die Gesundheitsberichterstattung in Tageszeitungen konzentriert. Denn wie Glik (2001: 172) hervorhebt, unterscheiden sich die
8
(gesundheitsjournalistischen) Inhalte bei den verschiedenen Massenmedien einerseits durch die unterschiedlichen Präsentationsmöglichkeiten und andererseits durch die differenzielle Ansprechbarkeit der Zielgruppe. Abbildung 1 bezieht sich deshalb mit ihren Aussagen nur auf die Gesundheitsberichterstattung im Medium Tageszeitung. Die hierfür verschiedenen, relevanten Teilaspekte werden in den folgenden Kapiteln näher ausgeführt.
Abb. 1: Gesundheitsberichterstattung in Tageszeitungen als Untersuchungsgegenstand*
*Quellen: Bonfadelli (2002: 37); Göpfert (2004: 208); Kreps (2003: 354); Wallisch (1995: 223)
2.1.1 Gesundheitsjournalismus und Gesundheitskommunikation
Das Forschungsfeld Gesundheitskommunikation (engl. Health Communication) wird uneinheitlich beschrieben und entsprechend den verschiedenen Forscherinteressen unterschiedlich definiert (vgl. Signitzer 2001). Laut Signitzer (2001: 22) betrifft die Medizinpublizistik (vgl. Tab. 1) nur einen Teilaspekt der Gesundheitskommunikation. Denn dieses Forschungsfeld zeichnet sich durch seine Interdisziplinarität aus, weshalb Signitzer (2001) ein relativ breites Verständnis dieses Begriffes vorzieht, so dass er die Definition von Kreps/Thornton (1992: 2, zit. nach Signitzer 2001: 22) hervorhebt: „Health communication is an area of study concerned with human interaction in the health care process“.
In den Ausführungen verschiedener Autoren zu diesem Forschungsfeld wird betont, dass sich die Gesundheitskommunikation vor dem Hintergrund der Gesundheitsversorgung und -förderung abspielt (vgl. auch Kreps 2003: 354).
2.1.1.1 Public Health
Die Gesundheitskommunikation wird somit der Public Health untergeordnet, welche die World Health Organisation (WHO) „als Wissenschaft und Praxis der Krankheitsverhütung, Lebensverlängerung und der Förderung psychischen und physischen Wohlbefindens durch bevölkerungsbezogene Massnahmen“ (zit. nach Stein 1996: 320) definiert, von denen die Kommunikation ein mögliches Instrument darstellt (vgl. Jazbinsek 2000: 12). Auf Grund dieser Intentionen resultieren entsprechend
9
therapeutisch-normativ geprägte Definitionen der entsprechenden Kommunikationsformen.
So konstatiert Kohring (1997: 125), dass zwar behauptet wird, dass die allgemein beschriebenen Funktionen der Medien wie Information, Bildung und Unterhaltung ohne Abstriche auf mediale Gesundheitsberichterstattung übertragen werden können, wobei dann die Nennung konkreter Funktionen aber eindeutig die Ausrichtung an einer medizinisch-therapeutischen Perspektive in der Gesundheitskommunikation zeigt (vgl. Kohring 1997: 125).
Die möglichen gesundheitsfördernden Intentionen respektive Forderungen an den Gesundheitsjournalismus aus Sicht der Gesundheitskommunikation sollen die Definition des Gesundheitsjournalismus für die vorliegende Arbeit jedoch nicht begrenzen. Vielmehr sollen beispielsweise auch Geschichten über ‚Stars und Sternchen’ und deren gesundheitlichen Gebrechen, die nicht therapeutischen, sondern unterhaltenden Wert besitzen, in die Untersuchung eingehen (vgl. Kap. 2.1.4).
2.1.2 Gesundheitsjournalismus und Wissenschaftsjournalismus
Statt aus der gesundheitsfördernden Perspektive kann die gesundheitsthematische Berichterstattung auch aus der medizinwissenschaftlichen Sicht betrachtet und zum Wissenschaftsjournalismus gezählt werden. Laut Fischer (1992: 21) ist der Gesundheitsjournalist idealtypischerweise als „Sub-Spezies“ (ebenda) des Wissenschaftsjournalisten zu bezeichnen (vgl. auch Flöhl 1992: 49). Eine stark verbreitete Definition des Wissenschaftsjournalismus stammt von Hömberg/Roloff (1974/1975: 431f.), welche die Wissenschaftsjournalisten als jene Journalisten beschreiben, „die ausschliesslich oder überwiegend Informationen aus den Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften mit explizitem Bezug auf wissenschaftliche Verfahren und Ergebnisse beschaffen, bearbeiten beziehungsweise publizieren“. Im Vergleich zu dieser Definition von Hömberg/Roloff (1974/75), welche nur Beiträge mit explizitem Bezug zu wissenschaftlichen Verfahren und Ergebnissen erfasst, zählt Kohring (1997: 273) jeden Beitrag zum Wissenschaftsjournalismus, welcher ein „Ereignis aus dem Wissenschaftssystem zugleich als Ereignis aus der Umwelt des Wissenschaftssystems“ beschreibt, was beispielsweise auch Wissenschaftspolitik miteinschliesst. Bezogen auf die Definition des Gesundheitsjournalismus in dieser Arbeit, sollen aber nicht nur medizinische Verfahren und gesundheitsthematische Beiträge aus dem wissenschaftlichen Ereigniskontext dazugezählt, sondern auch jene Berichterstattung miteinbezogen werden, die auf nicht-wissenschaftliche Ereignisse mit gesundheitsthematischen Aspekten Bezug nehmen (vgl. Abb. 1). Der Wissenschaftsjournalismus wird aber nicht nur auf der Ebene des Inhaltes, sondern vielfach auch seitens des Journalisten und seiner Kompetenzen diskutiert. Deshalb wird im folgenden Kapitel auf mögliche fachliche Kompetenzen eingegangen.
10
2.1.2.1 Gesundheitsjournalismus und (wissenschaftliche) Kompetenzen
Wallisch (1995: 223) ordnet bei seiner Beschreibung den Wissenschaftsjournalismus in den „Bereich des ‚Journalismus als Bildungsinstrument’“ ein. Dabei liegt laut Wallisch (ebenda) die Schwierigkeit, aber auch der Reiz dieses journalistischen Genres im Bemühen, dem Publikum „hochspezifische und dem Laien unverständliche Inhalte zu vermitteln und verständlich zu machen“ (Wallisch 1995: 223). Dieses „Prinzip der Simplifizierung“ (ebenda) verlangt aber vom Journalisten bestimmte Fachkompetenzen. Damit unterscheidet sich Wallisch (ebenda) von Roloff (1972: 19), der für die Einordnung des Medizinjournalismus in die Wissenschaftspublizistik weder spezifisch medizinische noch journalistische Qualifikationen voraussetzt (vgl. Kap. 2.1). Auf Grund der Tatsache, dass das wissenschaftsjournalistische Themengebiet Medizin sowohl von „Gesundheitsfachleuten wie auch Allroundreportern journalistisch bearbeitet“ wird (Glik 2001: 179), entsteht ein Spannungsfeld, innerhalb welchem das Sachwissen mit dem journalistischen Fachwissen konkurriert, weshalb oftmals von „professionellen Problemen“ (Glik 2001: 179) in diesem journalistischen Genre die Rede ist (vgl. auch Wallisch 1995: 223) und deshalb Autoren lange Listen von notwendigen Kompetenzen nicht nur für Wissenschaftsjournalisten
(vgl. Schanne 2000: 264f.; Keil 2005: 56), sondern auch für Gesundheitsjournalisten (vgl. Larson et al. 2003: 330) verfassen. Auf die Forderung von notwendigen Fähigkeiten seitens der Journalisten wird in dieser Arbeit aber verzichtet. Denn der Zugang zum Forschungsfeld Gesundheitsjournalismus über soziale Akteure und deren Bezeichnung als Medizin- respektive Gesundheitsjournalisten in Folge bestimmter (wissenschaftlicher) Fachkompetenzen führt dazu, dass die gesamte Berichterstattung, die ebenfalls gesundheitliche Themen enthält, aber nicht wissenschaftlich oder fachjournalistisch (vgl. Kap. 2.1.3) verfährt, aus dem Blickfeld gerät (vgl. Kiese 1997: 109).
Im folgenden Kapitel wird dennoch auf den Bereich der Fachjournalistik eingegangen. Denn die Beschreibung des Fachjournalismus scheint für die Bestimmung des gesundheitsjournalistischen Begriffes insofern wichtig, als der Medizinjournalismus auf der einen Seite auf Populärdarstellungen basieren kann und auf der anderen Seite aber auch als medizinische Fachpublizistik existiert (vgl. Kohring 1997: 123) und je nachdem einerseits eine unbegrenzte (Laien-)Öffentlichkeit und andererseits eine begrenzte Fachöffentlichkeit des Medizinsystems angesprochen wird (vgl. Kap. 2.2.1). Während seiner Beschreibung des Wissenschaftsjournalismus grenzt Göpfert (1997: 207) diesen vom Fachjournalismus ab, indem er das (Laien-)Publikum als Unterscheidungskriterium nennt. Denn ähnlich zu Wallisch (1995) setzt Göpfert (2004: 208) bei seiner Beschreibung des Wissenschaftsjournalismus ebenfalls am „Prinzip der Simplifizierung“ (Wallisch 1995: 223) an, da er die
Wissenschaftsjournalisten als Autoren charakterisiert, die „Themen aus der
11
Wissenschaft journalistisch aufbereiten und an ein fachlich nicht vorgebildetes Publikum“ richten. Die Gesundheitsberichterstattung als Untersuchungsgegenstand der vorliegenden Arbeit (vgl. Abb. 1) soll sich jedoch nicht durch das anvisierte Publikum einschränken lassen und sowohl Darstellung für die Laienöffentlichkeit als auch für ein Fachpublikum miteinbeziehen.
2.1.3 Gesundheitsjournalismus für ein Fachpublikum
Russ-Mohl (2000b: 14) resümiert, dass sich der Wissenschaftsjournalist - mit der Medizin als einem möglichen Themenaspekt davon (vgl. Abb. 1) - gegenüber dem Fachjournalisten nicht trennscharf abgrenzen lässt: „Während der normale Journalist eher ‚Generalist’ ist und sich an die breite Öffentlichkeit wendet, ist der ‚Fachjournalist’ ein Spezialist, der Themen aus einem besonderen, wissensintensiven Gegenstandsbereich verfasst“ (Russ-Mohl 2000b: 14). In diesem Sinne sind laut Russ-Mohl Wissenschaftsjournalisten auch Fachjournalisten, denn sie beschäftigen sich mit spezialisierten Themen aus dem Fach ‚Wissenschaft und Forschung’, weshalb man sie als eine „Untergruppe der Fachjournalisten“ (ebenda) bezeichnen kann. Göpfert (2004: 207) hingegen sieht einen entscheidenden Unterschied zwischen diesen beiden Journalismusbereichen im jeweils unterschiedlichen Zielpublikum: „Wissenschaftsjournalisten wenden sich in der Regel an ein breites Publikum, sie schreiben für Laien“ (ebenda), wohingegen die Fachjournalisten für ein spezifisches, fachkompetentes Publikum schreiben.
2.1.3.1 Fachjournalisten oder Fachjournalisten
Als „Crux des Wissenschaftsjournalismus“ beschreibt Russ-Mohl (2000b: 14) den Umstand, dass sich zu viele Wissenschaftsjournalisten als „Fachjournalisten“ verstehen (ebenda). Das heisst, dass sie das journalistisch-handwerkliche Können gegenüber dem Expertenwissen in den Hintergrund treten lassen, da sie bei ihrem (Ziel-)Publikum sachliches Interesse voraussetzen und Vertrautheit mit dem jeweiligen Fachjargon erzielen wollen und können. Laut Russ-Mohl (2000b: 14) gehört die Zukunft jedoch den „Fachjournalisten“ (ebenda), also denjenigen Journalisten, die ebenfalls fachlich spezialisiert Bericht erstatten, jedoch bei einem Massenmedium das breite Publikum bedienen und um Allgemeinverständlichkeit sowie Lesevergnügen bemüht sind. Die Ausführungen zum Fachjournalismus respektive dessen spezifischen Zielpublikum ist für die Untersuchung der vorliegenden Arbeit insofern relevant, als die im weiteren Verlauf ausgeführten Orientierungsmöglichkeiten im Gesundheitsjournalismus sich auch durch die verschiedenen Rezipienten beschreiben respektive erklären lassen (vgl. Kap. 2.3).
2.1.4 Gesundheitsjournalismus
Roloff (1990: 43) grenzt den Medizinjournalismus von der restlichen Medizinkommunikation dadurch ab, dass die Kommunikation über „somatische und psychosomatische Bedingungen menschlicher Existenz“ nicht „fachintern“, sondern
12
„extern-allgemein“ stattfindet. Dabei gilt nicht der Gegenstand oder die Intention der Aussage als Abgrenzungskriterium, sondern es soll „auf Grund des Wortsinnes von Journalismus der Charakter der tagesaktuellen und öffentlich-dispersen Orientierung medizinischer Information“ (ebenda) hervorgehoben werden. Glik (2001: 169) beschränkt sich im Gegensatz zu Roloff (1990) in ihrer Definition nicht nur auf die medizinischen Aspekte der Gesundheit, sondern beschreibt den Begriff Gesundheit allgemeiner und schliesst neben der medizinischen Information die „gesamte Berichterstattung über neue Nachrichten und Features aus dem medizinischen und dem Gesundheitsbereich in populären Tageszeitungen, wöchentlichen Nachrichtenzeitschriften, Feature-Zeitschriften, Fernsehprogrammen oder Internet-Clips“ mit ein. Bezüglich der Funktion sieht Glik (ebenda) den Gesundheitsjournalismus aber als wichtigen Aspekt der Gesundheitserziehung und Öffentlichkeitsarbeit im Gesundheitsbereich (vgl. Kap. 2.1.1), weshalb sie an der Definition von Wallack et al. (1993, zit. nach Glik 2001: 169) ansetzt: „Gesundheitsjournalismus basiert in seiner reinen Form auf Populärdarstellungen und stellt einen anderen Zugang zur Öffentlichkeitserziehung über Gesundheits- und soziale Themen dar als geplante Informations- oder Medienkampagnen“. Göpfert (1997) hingegen verzichtet in seinen Erläuterungen zum
Gesundheitsjournalismus auf den expliziten Bezug auf gesundheitsfördernde Absichten und beschreibt Gesundheit und Medizin als „Querschnittsthemen“ (ebenda: 13), die nicht nur auf Spezialseiten und entsprechenden Beilagen vorkommen, sondern „von der ersten bis zur letzten Seite“ (Göpfert 1997: 13) mit entsprechend vielen thematischen Facetten in der Berichterstattung zu finden sind. Die Bandbreite des Gesundheitsjournalismus reicht dabei von der Kurzmeldung eines neu entdeckten Wirkstoffes, über Ratgeberseiten mit Tipps zur gesundheitlichen Vorsorge oder Schönheitskuren, wie auch Berichten zu Änderungen in der Krankenversicherung und gesundheitsbezogene Geschichten aus dem Alltag (vgl. ebenda).
Der Gesundheitsjournalismus wird in der Definition für die vorliegende Untersuchung bewusst nicht auf den medizinisch wissenschaftlichen Bereich reduziert. Für dessen Analyse wird aber dennoch an Ergebnissen aus der wissenschaftsjournalistischen Forschung angeknüpft (vgl. Kap. 4.3) und der Begriff Gesundheitsjournalismus in die beiden Dimensionen der ‚Wissenschafts- sowie Publikumsorientierung’ aufgeteilt. Anhand von Journalismus-Konzeptionen (vgl. Kap. 2.3.1) sowie der redaktionellen Strukturen (vgl. Kap. 2.3.2) werden diese beiden Begriffsdimensionen zur besseren Unterscheidung anschliessend weiter beschrieben, bevor auf den Inhalt fokussiert wird (vgl. Kap. 3).
2.2 Unterschiedliche Orientierungen im Wissenschaftsjournalismus
Hömberg (1990: 24f.) zieht aus den Ergebnissen seiner Studie zu den Strukturen im Wissenschaftsjournalismus den Schluss (vgl. Kap. 4.3.1.1), dass die
Wissenschaftsjournalisten stärker „wissenschaftsorientiert [… und] die Chefredaktoren und Programmdirektoren stärker „medien- und publikumsorientiert argumentieren“ (ebenda: 26). In ähnlicher Weise unterscheidet Flöhl (1990: 24) im Wissenschaftsjournalismus zwischen einem „elitären, eher wissenschaftskonformen und einem wissenschaftsfernen, populären Zweig der wissenschaftlichen Berichterstattung“. Diese beiden unterschiedlichen Orientierungsschwerpunkte im
Wissenschaftsjournalismus werden im Folgenden ausführlicher dargestellt, bevor sie im Kontext des Gesundheitsjournalismus weiter diskutiert werden (vgl. Kap. 2.3).
2.2.1 Wissenschaftskonforme Berichterstattung
Die wissenschaftskonforme Berichterstattung erläutert Flöhl (1990) am „Kettenmodell“ von Tannenbaum (1963: o.S., zit. nach Flöhl 1990: 24), nach welchem der Wissenschaftler die Informationen produziert und der Wissenschaftsjournalist darüber schreibt. Diese Beziehung wird auch mit der „Hohlschuld der Journalisten“ respektive der „Bringschuld der Wissenschaft“ (Pürer 1997: 9) beschrieben, in welcher dem Journalisten die Aufgabe der richtigen Übersetzung der von der Wissenschaft produzierten Ergebnisse zukommt.
Flöhl (1990: 24) nennt dieses Verständnis aber ein „blauäugiges Paradigma“, da in dieser Beziehung den Wissenschaftsjournalisten nur die Rolle des Übersetzers der Wissenschaft zusteht und sich dahinter die Auffassung verbirgt, dass richtige Informationen automatisch zu positiven Einstellungen und Entscheidungen gegenüber der Wissenschaft führen. Diese Art der Wissensvermittlung kann seiner Meinung nach auch nur für Qualitätszeitungen wie die New York Times oder die Neue Zürcher Zeitung gelten, da sich ebenfalls deren Leser, dem Wissenschaftler ähnlich, an akademischen Kriterien wie „Genauigkeit, Objektivität, Vollständigkeit, Neuigkeit oder Wichtigkeit“ orientieren (ebenda).
Kohring: (1997: 127) kritisiert an dieser starken Orientierung am Wissenschaftssystem seitens der Wissenschaftsjournalisten „die oftmals damit verbundene unkritische
14
Übernahme deren Sichtweise“. Auch Göpfert (2000: 5) bezeichnet dieses enge Beziehungsverhältnis zwischen Wissenschaftsjournalismus und der scientific community als problematisch. Denn durch die ausgesprochen starke Nutzung von wissenschaftlichen Fachzeitschriften als Quelle unterwirft sich der Journalist der Eigenkontrolle der Wissenschaft (peer review), was zu einer Verengung der Sichtweisen führen kann. Zusätzlich wird es der Wissenschaft durch dieses wissenschaftskonforme Verhalten der Journalisten möglich, mittels Pressemitteilungen und Artikelkommentaren, die Nachrichtenselektion und -darstellung zu beeinflussen (vgl. Göpfert 2000: 5). Göpfert (2000) zieht deshalb journalismuskritisch den Schluss, dass die üblichen Qualitätskriterien in Folge dieser wissenschaftskonformen Berichterstattung nicht wirksam werden. Eine mögliche Rechtfertigung sieht er allenfalls darin, dass es sich die Wissenschaftsressorts zur Aufgabe setzen, ein besonders interessiertes Publikum zu bedienen (vornehmlich Wissenschaftler), das sich über Ereignisse in verwandten oder entfernten Disziplinen schnell unterrichten möchte, weshalb es ein Vorteil ist, wenn die Berichterstattung den Regeln der Wissenschaftlergemeinschaft folgt (vgl. ebenda: 5).
2.2.2 Wissenschaftsferne Berichterstattung
Die wissenschaftsferne (Wissenschafts-)Berichterstattung findet sich laut Flöhl (1990) vor allem bei regionalen und lokalen Zeitungen, wo für die Chefredakteure und Ressortleiter die Nachrichten über Wissenschaft keine besondere Kategorie bilden. Was hier weitergegeben wird, hängt viel stärker von den Interessen der Leser ab als von jenen der Wissenschaft.
Für die entsprechenden Ausführungen verweist er auf Stephenson (o.J.: o.S., zit. nach Flöhl 1990: 24), der von einer „Säkularisierung der Wissenschaft“ (ebenda) im Sinne einer Entfernung vom Wissenschaftssystem spricht. Der Fluss der Informationsfülle an wissenschaftsbezogenen Themen, die täglich in den Zeitungen zu finden sind, erfolgt dabei nicht mehr direkt und linear von der Wissenschaft zur Öffentlichkeit. Die Nachrichtenvermittlung als kommunikativer Prozess findet vielmehr zwischen Bürgern und Medien in interaktiver Form statt (vgl. ebenda: 24f.).
Durch die Einbettung in das persönliche Erleben werden Berichte dabei lebendiger und interessanter. Solche Geschichten sind selten „objektiv, sondern subjektiv gefärbt und emotional“ (Flöhl 1990: 24). Die Ressortleiter orientieren sich bei der Nachrichtenauswahl nicht an wissenschaftlichen Gesetzmässigkeiten, sondern am Leser und an dem, was sie als dessen Bedürfnisse verstehen. Erst der Zusammenhang mit dem Leben des Rezipienten, mit Bewertungen und Hinweisen auf mögliche Veränderungen dessen Umwelt machen den Leser betroffen (vgl. auch Thierbach 1988: 172). Ähnlich der Unterscheidung von Flöhl (1990) zwischen Wissenschafts- und Publikumsorientierung unterteilt Russ-Mohl (2000b: 12f.) den
Wissenschaftsjournalismus. Für die Beschreibung der beiden Orientierungen setzt er beim Publikum an. Einerseits lässt sich der Wissenschaftsjournalismus durch eine
15
zielgruppenorientierte Berichterstattung beschreiben, die vor allem in den spezifischen Wissenschaftsressorts ohne unmittelbare Zwänge von Tagesaktualitäten stattfindet und dabei auf ein gewisses Vorwissen beim Publikum bauen kann. Andererseits findet sich eine wissenschaftliche Berichterstattung innerhalb der ‚klassischen’ Ressorts mit einer vornehmlich tagesaktuellen Prägung, die sich mittels Erklärungen und Vereinfachungen von oftmals komplizierten Zusammenhängen oder
Entscheidungsprozessen an das breite Publikum wendet (vgl. Kap. 2.1.3).
2.3 Vermutete Orientierungen im Gesundheitsjournalismus
Diese Einteilung der wissenschaftsjournalistischen Berichterstattung wie sie Hömberg (1990), Flöhl (1990), Göpfert (2000; 2004) und Russ-Mohl (2000b) vornehmen (vgl. Kap. 2.2) ist in Tabelle 2 nochmals zusammengefasst.
Tab. 2: Orientierungsmöglichkeiten im Wissenschaftsjournalismus*
Die Aufteilung des Wissenschaftsjournalismus (vgl. Tab. 2) wird für die Untersuchung des Gesundheitsjournalismus übernommen. Dieser Übertrag geschieht vor dem Hintergrund, dass das Themengebiet Medizin im Wissenschaftsjournalismus den Schwerpunkt bildet (vgl. Kap. 4.3) und der Medizinjournalismus aufgeteilt werden kann in einerseits eine populäre Berichterstattung für die Laienöffentlichkeit und andererseits eine Fachpublizistik für ein begrenztes Zielpublikum (vgl. Kohring 1997: 123). Die beiden Orientierungsmöglichkeiten (vgl. Tab. 2) werden im weiteren Verlauf als Grundlage verwendet, um die Unterschiede in der Berichterstattung verschiedener Zeitungen zu beschreiben.
Aus methodischen Überlegungen heraus muss jedoch angeführt werden, dass diese Ausführungen zu den beiden Orientierungsmöglichkeiten im Wissenschafts- respektive Gesundheitsjournalismus - wie sie die verschiedenen Autoren vornehmen (vgl. Kap. 2.2) - in ihrer Zusammenfassung in Tabelle 2 das definitorische Problem enthalten, dass sich die einzelnen Merkmalsbeschreibungen auf verschiedenen methodischen Ebenen befinden (vgl. Brosius/Koschel 2001: 42f.). So ist die Definition durch die Quellenvielfalt bereits ein messbares Merkmal, wohingegen die Umschreibungen ‚Ergebnis- und Verständnisorientierung’ erst Indikatoren sind, die noch weiter operationalisiert werden müssen (vgl. Kap. 6.4.1.1).
16
Der operationalen Definition soll jedoch nicht vorgegriffen werden, weshalb im Folgenden der Begriff Gesundheitsjournalismus zuerst in die beiden Dimensionen der Wissenschafts- und Publikumsorientierung aufgeteiltund genauer beschrieben wird, bevor einzelne Indikatoren auf der Inhaltsebene entwickelt werden (vgl. Kap. 3). Diese beiden Dimensionen werden zur genaueren Beschreibung anschliessend einerseits mit den aus der Journalismusforschung bekannten Journalismus-Konzeptionen (vgl. Kap. 2.3.1) und andererseits mit Erkenntnissen aus der Forschung zu den redaktionellen Strukturen in Beziehung gesetzt (vgl. Kap. 2.3.2), um die gesundheitsjournalistische Berichterstattung sowohl auf der Ebene des journalistischen Akteurs als auch der redaktionellen Organisation zu beschreiben, bevor im Sinne der Definition der vorliegenden Untersuchung (vgl. Kap. 2.1.4) auf den Inhalt der Berichterstattung fokussiert wird und einzelne Qualitätskriterien entwickelt werden (vgl. Kap. 3).
2.3.1 Vermutete Orientierungsmöglichkeiten im Gesundheitsjournalismus als Journalismus-Konzeptionen
Journalistische Selektionsentscheidungen sind „zielgerichtete, an bestimmten Zwecken orientierte Handlungen“ (Wyss 2001: 247). Solche Zweckorientierungen können als Anwendungen bestimmter „journalistischer Konzepte oder Berichterstattungsmuster“ (ebenda) interpretiert werden. Die Theorie zur Journalismusforschung führt exemplarisch eine Anzahl von Idealtypen solcher Berichterstattungsmuster aus (vgl. Weischenberg 1995; Haas 1999; Wyss 2001). Die von diesen Autoren in ähnlicher Weise vorgeschlagenen Konzeptionen sind aber weder eindeutig, trennscharf oder erschöpfend noch sind deren Darstellungen durch die verschiedenen Autoren deckungsgleich oder von gleichem Umfang.
In den folgenden zwei Unterkapiteln wird dennoch versucht, die beiden Orientierungen im Gesundheitsjournalismus mit Hilfe einer relevanten Auswahl an Journalismus-Konzeptionen zu beschreiben, um sie besser von einander abgrenzen zu können. In einem zweiten Schritt wird diese Unterscheidung auf der Ebene der Redaktionsstruktur weitergeführt (vgl. Kap. 2.3.2).
2.3.1.1 Wissenschaftskonformer Gesundheitsjournalismus als objektiver und präziser Informations-Journalismus
Wie in Kapitel 2.2.1 ausgeführt orientiert sich der wissenschaftskonforme Gesundheitsjournalist an den Ergebnissen des Wissenschaftssystems, welche er objektiv und neutral zu beschreiben versucht. Diese Charakteristika sind mit dem Berichterstattungsmuster des Informations-Journalisten vergleichbar, der in der Tradition des angelsächsischen ‚objective reporting’ (vgl. Weischenberg 1995) arbeitet. Dieses Rollenverständnis sieht den Journalisten in der Rolle des unabhängigen Transporteurs von Fakten und Ereignissen, der auf Grund des „Neutralitätsgebots“
17
(Haas 1996: 102) Emotionen oder Wertungen vermeidet und als neutraler Beobachter und Vermittler agiert (vgl. auch Wyss 2001: 274).
Obwohl kein direkter Zusammenhang zwischen der Konzeption des Informations-Journalismus und der Wissenschaft besteht, treffen sein „neutral-passives“ Rollenverständnis (Weischenberg 1995: 115), seine Quellenorientierung sowie die Intention einer sachlichen und wertungsfreien Berichterstattung (vgl. Weischenberg 1995: 115) auf die Beschreibung des wissenschaftskonformen Gesundheitsjournalisten zu (vgl. Kap. 2.2.1). Der Konzeption des objektiven Journalisten wird aber auch „Verlautbarungsjournalismus“ (Wyss 2001: 274) und ökonomisches Kalkül (vgl. Haas 1996: 102) vorgeworfen, da sich dahinter der Versuch verbirgt, ein möglichst grosses und heterogenes Publikum zu bedienen (vgl. ebenda). Dies trifft aber nicht auf den wissenschaftskonformen Journalismus zu, der sich vielmehr an der Wissenschaft und dessen akademischen Kriterien orientiert und für ein spezifisches Zielpublikum schreibt (vgl. Tab. 2). Was also die Rezipientenschaft betrifft, steht dem wissenschaftskonformen Gesundheitsjournalisten das Berichterstattungsmuster des Präzisionsjournalismus näher, da sich diese Konzeption in ihrer Rollenwahrnehmung an ein „informiertes und anspruchsvolles Publikum“ wendet (Weischenberg 1995: 114). Die Berufsethik des Präzisionsjournalisten entspringt jedoch den Sozialwissenschaften und verlangt, dass für die journalistische Recherche und Interpretation auf die Instrumente der empirischen Sozialforschung statt auf individuelle Überzeugungen oder parteiliches Denken zurückgegriffen wird. In dieser Rolle handelt der Journalist aber „neutral-aktiv“ (Weischenberg 1995: 115) statt objektiv und passiv.
Der wissenschaftskonforme Gesundheitsjournalist wie er in dieser Arbeit verstanden wird (vgl. Kap. 2.2.1), kann somit in den Termini der Journalismus-Konzeptionen als objektiver Journalist beschrieben werden, der in seiner neutralen und passiven Berichterstattung die Informationen und somit auch die naturwissenschaftlichen Standards der scientific community übernimmt und sich dabei an ein informiertes und anspruchsvolles Publikum wendet.
2.3.1.2 Wissenschaftsferner Gesundheitsjournalismus als Servicejournalismus
Hinter der wissenschaftsfernen, populären Orientierung im Gesundheitsjournalismus steht ein verständnisorientierter Journalismustyp (vgl. Tab. 2), worauf das Rollenbild des interpretativen Journalisten zutreffen könnte, da dieser als Erklärer (vgl. Weischenberg 1995: 114) für das Publikum Orientierung stiften und Hilfestellungen bieten soll (vgl. ebenda). Diese Hilfeleistung verlangt jedoch hintergründige Analysen und die Einbettung der Fakten in grössere Zusammenhänge (vgl. auch Wyss 2001: 275), was aber kaum zum Bild des publikumsunterhaltenden, nicht fachjournalistisch arbeitenden ‚Allrounder’ passt (vgl. Kap. 2.1.3). Diesbezüglich bezeichnet Weischenberg (1995: 114) den New Journalism als „Unterhalter“. Hinter dieser Konzeption steckt aber das Berichterstattungsmuster eines
18
literarischen Journalisten (vgl. Lorenz 2002: 99), welchen Wyss (2001: 275) als „sprachbewussten Stilist“, der Sensibilität ausdrücken will, umschreibt. Mast (2004) unterscheidet in ihrer Übersicht zu möglichen Journalismus-Konzeptionen unter anderem neben dem Journalisten als Ratgeber auch den Journalisten als Unterhalter (ebenda: 130). Der Ratgeber versucht, dem Leser Lebenshilfe im Alltag und Ratschläge bei schwierigen Problemen zu geben. Deshalb wird von diesem aber auch ein hohes Mass an „Sachwissen, Unabhängigkeit und Distanz“ (Mast 2004: 130) verlangt. Dem interptretativen Journalisten gleich (vgl. Weischenberg 1995: 114) widerspricht diese Konzeption in ihren Kompetenzanforderungen jedoch dem gesundheitsjournalistischen ‚Allrounder’, der als „Libero“ (Thierbach 1988: 169) ohne vertiefte Sachkenntnisse nebenbei auch noch das Themengebiet Gesundheit bearbeitet (vgl. Kap. 2.1.3). Der Journalist als Unterhalter versucht auf der anderen Seite das Publikum mit seiner Themenwahl und -darstellung zu unterhalten, indem er dessen Neugierde und Sensationslust mit ‚Human-Interest-Geschichten’ anspricht (vgl. Mast 2004: 130) und dazu das Thema Gesundheit als ein mögliches Mittel verstehen kann. Der wissenschaftsferne Gesundheitsjournalist kann somit als Legierung aus Ratgeber und Unterhaltender beschrieben werden. Sein Ziel ist das ‚Servotainment’, indem er versucht, ohne vertiefte Fachkenntnisse, mit dem Thema Gesundheit die Bedürfnisse des Publikums zu befriedigen, indem er mit Emotionalisierung und Sensationalisierung den Leser unterhält und mit Geschichten und Erfahrungen aus dem Alltag dem Durchschnittsleser Lebenshilfen und Identifikationsmöglichkeiten bietet. Für die vorliegende Arbeit wird dieser ratgebende und unterhaltende Journalist im Weiteren als Servicejournalist bezeichnet.
Die Journalismus-Konzeptionen als „Gesamtstrategien, an denen sich Journalisten orientieren, wenn sie beobachten und beschreiben“ (Weischenberg 1995: 41) nähern sich in ihren Erläuterungen grundsätzlich auf der Akteursebene den beiden im Gesundheitsjournalismus vermuteten Orientierungsmöglichkeiten an. Die Beschreibung mittels Journalismus-Konzeptionen kann laut Altmeppen (1999: 38) jedoch zu einer gewissen „Konfusion“ (ebenda) führen, da damit das journalistische Handeln auf verschiedenen Ebenen beschrieben wird (vgl. ebenda).
Zusätzlich zur Akteursebene sollen deshalb die Unterschiede zwischen den beiden gesundheitsjournalistischen Dimensionen (vgl. Tab. 2) im Folgenden auf der Organisationsebene anhand der redaktionellen Strukturen beschrieben und weiter ausgeführt werden.
2.3.2 Die vermuteten Orientierungsmöglichkeiten im Gesundheitsjournalismus und Redaktionsstrukturen
Journalistisches Handeln kann auch auf der Ebene der redaktionellen Organisation beschrieben werden. Altmeppen (1999: 12) spricht dabei einerseits von „Organisations-“ und andererseits von „Arbeitsprogrammen“ (ebenda), die
19
journalistisches Handeln ermöglichen oder restringieren (vgl. ebenda). Von diesen strukturellen Bedingungen journalistischen Handelns beschreibt die erste die „organisationalen Gliederungsaspekte des Journalismus“ (ebenda: 13), die zweite hingegen bezieht sich auf die journalistischen „Arbeitsweisen, Verfahrensregeln und Entscheidungskriterien“ (Altmeppen 1999: 12). Im weiteren Verlauf ist hauptsächlich von den „organisationalen Gliederungsaspekten“ (vgl. Altmeppen 1999: 13) die Rede. Die Bildung von bestimmten redaktionellen Strukturen ist sowohl vom Medienunternehmen und seinen ökonomischen Zielen als auch von der Redaktion und deren publizistischen Zielen abhängig (vgl. Jarren 2001: 156). Solche
Strukturentscheidungen schlagen sich letztendlich auch in den publizistischen Inhalten nieder. Denn wie Meier (2002: 58) in seiner Studie zeigt, ist die Medienrealität davon geprägt wie die Redaktionen die Welt, über die sie berichten, einteilen und untergliedern. Diese Gliederung widerspiegelt sich in den Ressortstrukturen. Zur Beschreibung und Erklärung der stärker fachlichen oder journalistischen Kompetenzen sowie der unterschiedlichen Quellenorientierung und Themenbearbeitung (vgl. Tab. 2) kann somit der Vergleich der unterschiedlichen redaktionellen Strukturen einen Beitrag leisten, denn die Institutionalisierung von Themen innerhalb der Redaktion bedeutet nicht nur unterschiedliche Ressourcen, sondern auch spezifische redaktionelle Wahrnehmungsstrukturen, die bestimmen, welche Relevanz bei der journalistischen Selektion und Bearbeitung einzelnen Bereichen zukommt (vgl. Meier 2002: 58f.). So werden beispielsweise Themen und Ereignisse, die in die Sparten und Ressorts einer Redaktion passen, wesentlich leichter vom Journalisten registriert als solche Themen, die ‚quer’ zu diesen publizistischen Gefässen stehen (vgl. beispielsweise Gesundheit). Für unterschiedliche Teilsysteme gelten somit „unterschiedliche Aufmerksamkeitshürden“ (ebenda: 58).
Meier (2002: 58f.) betont deshalb auch, dass gerade dann, wenn es darum geht, die Medienrealität zu charakterisieren oder die Publikations-Chancen von Themen und Ereignissen zu prognostizieren, auf die redaktionellen Wahrnehmungsstrukturen mit ihren entsprechenden Selektionsentscheidungen geachtet werden muss (vgl. Kap. 3.3.3). Diese unterschiedlichen Wahrnehmungsstrukturen werden in Untersuchungen zur Bedeutung der Organisationsstruktur für journalistisches Handeln verschieden beschrieben. So spricht beispielsweise Altmeppen (1999: 178) von „differenzierten und grobgliedrigen Strukturen“ und Jarren/Donges (1997: 182) andererseits unterscheiden zwischen „Input- und Output-Orientierung“. Die Begriffe werden im Folgenden für die Beschreibung der Orientierungsmöglichkeiten im Gesundheitsjournalismus übernommen.
2.3.2.1 Wissenschaftskonformer Gesundheitsjournalismus als ausdifferenzierte, input-orientierte Redaktionsorganisation
Die Ausdifferenzierung von Ressorts oder thematisch zuständigen Abteilungen in Redaktionen ermöglicht es den Journalisten, sich auf Themen einzustellen und zu
20
spezialisieren, indem spezifische Recherche- und Bearbeitungsroutinen entwickelt werden (vgl. Altmeppen 1999: 110). So können beispielsweise Jarren/Donges (1996) in ihrer Studie aufzeigen, dass das Vorhandensein respektive Nicht-Vorhandensein von bestimmten redaktionellen Strukturen qualitativ und quantitativ für die Programmleistung relevant ist. Denn redaktionelle Strukturen und die damit verbundenen Ressourcen ermöglichen es, die Umwelten kontinuierlich zu beobachten (Input), diese Beobachtungen intern zu kanalisieren und entsprechend den publizistischen Zielsetzungen bearbeitungsfähig zu machen (Throuput) und schlussendlich zu verarbeiten und zu publizieren (Output) (vgl. Jarren/Donges 1996: 199).
Mit Input-Orientierung beschreiben die beiden Autoren journalistisches Handeln in Redaktionen, deren Struktur sich mit der Struktur gesellschaftlicher Teilsysteme deckt und damit entsprechende Ressourcen zur Verfügung stehen, um eine umfassende und kontinuierliche Beobachtung der Umwelt zu ermöglichen. So ist im Falle der Ausbildung einer als traditionell bezeichneten Redaktionsstruktur eine umfassende Bearbeitung von bestimmten Bereichen erkennbar, welche auf der Basis eines spezialisierten und fachlich qualifizierten journalistischen Personals erfolgt (vgl. Jarren/Donges 1996: 203).
Für die Ressortstruktur von Zeitungen bedeutet dies, dass ein Ereignis oder Thema zunächst in die Wahrnehmungsstrukturen passen muss, um überhaupt wahrgenommen zu werden. So wird in der Fragestellung der vorliegenden Arbeit vermutet (vgl. Kap. 5), dass bei Zeitungen mit einem Wissenschaftsressort die Umwelt auch aus einer bewusst wissenschaftlichen Perspektive heraus beobachtet wird und Themen entsprechend angepasst werden. In Bezug auf den Untersuchungsgegenstand
Gesundheitsberichterstattung bedeutet dies, dass auch das Thema Gesundheit vermehrt aus einer wissenschaftlichen Sichtweise heraus bearbeitet wird.
2.3.2.2 Wissenschaftsferner Gesundheitsjournalismus als grobgliedrige, output-orientierte Redaktionsorganisation
Der ausdifferenzierten Redaktionsstruktur stellt Altmeppen (1999: 110) eine „grobgliedrige Organisationsstruktur“ gegenüber, in der auf Grund der strukturellen Vereinheitlichung eine Vielzahl an Themen in den weit gefassten Bereichen integriert werden kann. Die Bedeutung der Themen spiegelt sich entsprechend nicht in den redaktionellen Strukturen wieder (vgl. ebenda), sondern ist vielmehr „personengeprägt“ und orientiert sich stärker am Publikum und dessen Unterhaltung (vgl. Altmeppen 1999: 110). Jarren/Donges (1996) sprechen im Falle von gering entwickelten Redaktionsstrukturen von Output-Orientierung, bei der in Folge fehlender spezialisierter Redaktionsstrukturen auch keine fachlich einschlägig tätigen Journalisten vorhanden sind und es folglich kein auf Dauer gestelltes und spezialisiertes Entscheidungsprogramm gibt, weshalb auch keine systematische Bearbeitung einzelner Bereiche (Input) stattfindet. Die Entscheidung darüber, welche Bereiche der Umwelt
21
beobachtet werden sollen, ist vielmehr von den angenommenen Bedürfnissen der Zielgruppe (Output) abhängig (vgl. Jarren/Donges 1996: 203f.). Jarren/Donges (1996: 204) wie auch Altmeppen (1999: 111) heben hervor, dass im Falle von losen redaktionellen Strukturen und folglich beschränkter Ressourcen sowie erhöhter Personenabhängigkeit einerseits auf eine relative Beliebigkeit in der Auswahl von Inhalten und andererseits auf unverbindlichere redaktionelle Leistungen geschlossen werden muss.
Für die Gesundheitsberichterstattung bedeutet dies, dass sich in Folge des Fehlens eines eigenen Ressorts die Selektionsentscheidungen von Gesundheitsnachrichten an den bestehenden Ressorts orientieren. Ist ebenfalls kein Wissenschaftsressorts vorhanden werden die Gesundheitsnachrichten in den ‚klassischen’, hauptsächlich tagesaktuellen Ressorts platziert und angepasst. Ebenso wenig werden sie innerhalb eines spezifisch wissenschaftlichen Aufmerksamkeitsrasters und aus einer wissenschaftlichen Perspektive heraus bearbeitet. Dadurch, dass ein Wissenschaftsressort fehlt, werden die Nachrichten auch nicht von spezialisierten Ressortjournalisten bearbeitet. Eher kümmern sich Allroundjournalisten um die Nachrichten aus dem Bereich Gesundheit, deren journalistisches Handeln sich dabei „wissenschaftsfern“ (Flöhl 1990: 24), dafür stärker an den Erwartungen des Publikums orientiert.
2.4 Zusammenfassung
Die Erläuterungen im vorliegenden Kapitel zeigen, dass die Definition des Gesundheitsjournalismus aus verschiedenen Perspektiven möglich ist. Da eine breite Begriffsdefinition - Gesundheit als „Querschnittsthema“ (Göpfert 1997: 13) - angestrebt wird (vgl. Abb. 1), erfolgt die Bestimmung der gesundheitsjournalistischen Berichterstattung über den Inhalt (vgl. Kap. 2.1.4). Dadurch resultiert weder die Reduktion auf Beiträge, die von spezifischen Berichterstattern mit entsprechenden Kompetenzen (Fachjournalisten) für ein fachlich kompetentes Zielpublikum verfasst werden (vgl. Kap. 2.1.2) noch auf diejenigen Beiträge, die in spezifischen redaktionellen Gefässen begrenzt auf den Ereigniskontext Medizin publiziert werden (vgl. Kap. 2.1.3). Für die weitere Bearbeitung und Analyse der gesundheitsjournalistischen Inhalte wird der Begriff Gesundheitsjournalismus in einem weiteren Schritt in die zwei Dimensionen wissenschaftskonforme sowie wissenschaftsferne Berichterstattung unterteilt (vgl. Kap. 2.2). Diese unterschiedlichen Orientierungsmöglichkeiten in der Berichterstattung werden aus der wissenschaftsjournalistischen Forschung übernommen, in der eine Entwicklung weg von der klassisch wissenschaftlichen, hin zu einer vereinfachten und populären Berichterstattung erkennbar ist (vgl. Kap. 4.3), was in Folge des medizinischen Themenschwerpunktes innerhalb des
Wissenschaftsjournalismus für die vorliegende Untersuchung der gesamten Gesundheitsberichterstattung übernommen wird.
22
Diese beiden Orientierungsmöglichkeiten werden zu deren besseren Unterscheidung auf der Akteursebene als Berichterstattungsmuster beschrieben (vgl. Kap. 2.3). Dabei wird der wissenschaftskonforme Gesundheitsjournalismus mit den beiden Journalismus-Konzeptionen Informations- und Präzisionsjournalismus in Verbindung gebracht und als präzis, hintergründig und objektiv berichtender und sich an ein informiertes Publikum wendender Journalismus beschrieben. Im Gegensatz dazu wird der wissenschaftsferne Gesundheitsjournalist als Servicejournalist bezeichnet, dessen Rat gebende und unterhaltende Berichterstattung sich an das breite Laienpublikum richtet. Vor dem Hintergrund, dass die wissenschaftsjournalistische Theorie (vgl. Kap. 2.2) die wissenschaftskonforme respektive -ferne Berichterstattung mit unterschiedlichen redaktionellen Gefässen in Verbindung bringt (vgl. Tab. 2) und zusätzlich die strukturelle Verankerung des Themas Wissenschaft in den Redaktionen die unabhängige Variable bei der Hypothesenbildung darstellt (vgl. Kap. 5), werden in Kapitel 2.3.2 diese beiden Orientierungsmöglichkeiten weiter mit den Redaktionsstrukturen in Zusammenhang gebracht. Auf dieser Ebene werden die beiden Orientierungen in der Gesundheitsberichterstattung mit einerseits einer ausdifferenzierten, spezialisierten und inputorientierten und andererseits einer grobgliedrigen, unterhaltungs- und outputorientierten Redaktionsorganisation unterschieden.
Gegenstand der Analyse der vorliegenden Forschungsarbeit bleibt aber auf Grund der gewählten Definition (vgl. Kap. 2.1.4) der Berichterstattungsinhalt des
Gesundheitsjournalismus, weshalb im folgenden Kapitel anhand der Theorie zur journalistischen Qualität auf den Inhalt fokussiert wird, welcher die abhängige Variable in der Forschungsfrage bildet (vgl. Kap. 5).
23
3 Journalistische Qualität
Die Diskussion über journalistische Qualität ist gekennzeichnet durch die Definitionsproblematik des Begriffes einerseits und durch die Schwierigkeit der Ermittlung konkreter Messkriterien andererseits (vgl. Wyss 2002: 95ff.). Folglich kritisieren Schlussfolgerungen von publizistischen Qualitätsdebatten, dass das, was unter Medienleistung oder Medienqualität verstanden werde, oft „implizit“ und entsprechende Kriterien „vieldeutig“, „unklar und mehrdimensional“ (Bonfadelli 2002: 111) seien.
Die Komplexität des Qualitätsbegriffes und die Schwierigkeit einer konkreten Definition sind zurückzuführen auf den Umstand, dass Qualität keine Gegenstandseigenschaft, sondern ein „Beobachterkonstrukt“ (Bucher 2003: 12) ist, dessen Bezugsaspekte sich von „unterschiedlichen und sogar konfligierenden Prinzipien, Massstäben und Regelungen“ (ebenda) ableiten lassen. Zusätzlich ist die Qualität eine dynamische Dimension, die nicht nur einmalig bestimmt oder nachgewiesen werden kann, sondern auch gesichert werden muss, wobei die in der Theorie formulierten Qualitätsstandards nicht immer mit ihrer praktischen Umsetzung übereinstimmen (vgl. Bucher 2003: 12f.).
Unabhängig vom journalistischen Kontext definiert die International Standards Organization (ISO) Qualität allgemein als die „Gesamtheit von Merkmalen einer Einheit bezüglich ihrer Eignung, festgelegte oder vorausgesetzte Erwartungen und Anforderungen zu erfüllen“ (zit. nach Gumpp/Wallisch 1995: 22). In Folge dieser verschieden möglichen Erwartungshaltungen und entsprechenden Forderungen fallen auch publizistikwissenschaftliche Definitionsversuche journalistischer Qualität unterschiedlich aus (vgl. als Übersicht Wyss 2002: 96ff.), weshalb Russ-Mohl (1992) vorschlägt, den Qualitätsmassstab im Journalismus als „abhängige Variable“ (ebenda: 85) zu definieren.
In einem ersten Schritt muss also der Massstab formuliert, das heisst die Erwartungen und Anforderungen, bestimmt werden, innerhalb derer sich die spezifischen Qualitätskriterien definieren. Hierzu werden die Orientierungen wie sie im Gesundheitsjournalismus möglich sind (vgl. Kap. 2.2) herangezogen, um den erforderlichen Bezugsrahmen zu benennen (Kap. 3.1). Vor dem Hintergrund dieses Bezugsrahmens wird mit Hilfe des Modells von Saxer/Kull (1981) der ‚journalistische Zeichenprozess’ differenziert (vgl. Kap. 3.2), um relevante Qualitätskriterien zu entwickeln (vgl. Kap. 3.3) und anschliessend zu operationalisieren (vgl. Kap. 6.4.1.1).
3.1 Bezugsrahmen zur Bestimmung journalistischer Qualität
Einigkeit herrscht in der publizistikwissenschaftlichen Qualitätsdebatte dahingehend, als dass die Komplexität journalistischer Qualität, die von „ganz unterschiedlichen Akteurskategorien mit unterschiedlichen Interessen am Journalismus und aus
24
unterschiedlichen Perspektiven“ (Wyss 2002: 95) diskutiert wird, ein Modell oder ein Strukturierungsrahmen verlangt, welcher die Qualitätsbeurteilung „der Beliebigkeit des bloss subjektiven Meinens“ (Schulz 1996: 57, zit. nach Wyss 2002: 95) enthebt und dessen Diskussion transparent macht. Laut Bonfadelli 1 (2002: 115f.) beinhaltet ein solcher Bezugsrahmen die Fragen nach den… …Anspruchsgruppen, die die normativen Ansprüche an die Medien N formulieren.
…Bezugsobjekten, auf welche sich die geforderten Leistungs- und N
Qualitätsstandards beziehen sollen. …Bezugssystemen, an denen man sich für die Formulierung von N
medienbezogenen Leistungserwartungen orientiert. …Strukturen und Prozessen, welche das Erreichen der geforderten N
Medienleistungen gewährleisten sollen.
Angewandt auf den Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit (vgl. Kap. 2.1.4) definiert sich der Bezugsrahmen wie in Tabelle 3 dargestellt.
Tab. 3: Bezugsrahmen zur Bestimmung von Qualitätskriterien*
** Wissenschaftsressort meint alle Ressorts, die sich auf mindestens einer Seite der naturwissenschaftlichen Forschung und Technologie als thematischen Schwerpunkt widmen. In der vorliegenden Arbeit wird vermutet, dass die Berichterstattung zu Gesundheitsthemen mit der Institutionalisierung des Themas Wissenschaft in der Redaktion zusammenhängt (vgl. Kap. 5), da sich auf Grund der vorhandenen Strukturen, das heisst in Folge des Vorhandenseins oder Nicht-Vorhandenseins eines Wissenschaftsressorts, die Gesundheitsberichterstattung der betreffenden Zeitung entweder stärker am Bezugssystem Wissenschaft oder eher an den Interessen des Publikums orientiert. Diese unterschiedlichen Bezugssysteme stehen ebenfalls mit je anderen Anspruchsgruppen in Zusammenhang (vgl. Tab. 2), deren Erwartungen und Anforderungen die Berichterstattung des im gesundheitsthematischen Bereich tätigen Journalisten ebenfalls beeinflussen (vgl. Kap. 2.3.2). So sollen letztendlich mittels Inhaltsanalyse auf der Ebene der Berichterstattung - als Bezugsobjekt der verschiedenen Ansprüche - anhand von relevanten Qualitätskriterien die unterschiedlichen
1 Im Vergleich zu dem in der Einleitung zu Kapitel 3 erwähnten Modell von Russ-Mohl (1992: 85) setzt der Bezugsrahmen von Bonfadelli (2002: 115) einen Schritt früher an. Das heisst, Russ-Mohl (1992) stellt in seinem Modell den Qualitätsbegriff in Abhängigkeit von bereits formulierten Anforderungskriterien dar, wohingegen im Bezugsrahmen von Bonfadelli (2002: 115) die einzelnen Kriterien in Bezug auf den Untersuchungsgegenstand noch herausgearbeitet werden müssen.
25
gesundheitsjournalistischen Orientierungsmöglichkeiten in der Berichterstattung zum Thema Gesundheit aufgezeigt werden.
3.2 Bestimmung von Qualitätskriterien
Nach der Bestimmung des spezifischen Bezugsrahmens (vgl. Tab. 3) müssen nun innerhalb dieser Eckpunkte die konkreten journalistischen Qualitätskriterien ermittelt werden. Da sich Qualität immer auch durch seinen normativen Charakter kennzeichnet, orientieren sich unterschiedliche Modelle an verschieden Wertesystemen. Diese Arbeit setzt sich jedoch weder die demokratischen Werte und eine entsprechende Sozialverantwortlichkeit der Medien (vgl. McQuail 1992), noch eine Programmbeurteilung auf der Basis rechtlicher Grundlagen (vgl. Schatz/Schulz 1992) oder mit multiperspektivischem Vorgehen (vgl. Meier/Bonfadelli 1994) zum Ziel. Statt einer ‚Beurteilung’ steht vielmehr die ‚Beschreibung’ des gesundheitsjournalistischen Inhaltes mittels Qualitätskriterien hinsichtlich einer möglichen Wissenschaftsrespektive Publikumsorientierung im Vordergrund.
Als Folge dieser bewusst ‚analytisch-deskriptiven Zielsetzung’ der Untersuchung auf inhaltlicher Ebene, bei der die normativen Gesichtspunkte in den Hintergrund treten, bietet sich für die weitere Erarbeitung der erforderlichen Qualitätskriterien das „semiotische Zeichenprozess-Modell“ von Saxer/Kull (1981: 19) an. Aus der semiotischen Perspektive wird die publizistische Qualität als der „Grad […], in dem jeweils der gesamte publizistische Zeichenprozess optimiert wird“ verstanden (vgl. Saxer 1981: 47). Diese Definition verlangt ebenso, die Perspektive und das Bezugssystem mitzubenennen (vgl. Kap. 3.1), wobei Saxer betont, dass es sich dabei aber weniger um ein normierendes, als vielmehr um ein analysierendes Modell handelt, in dem es grundsätzlich darum geht, mit Hilfe des „Differenzierungs- und Organisationsvermögens semiotischer Kommunikationstheorie“ (Saxer 1981: 47) die publizistikwissenschaftliche Aussagenanalyse zu verfeinern. Die Vorzüge dieses semiotischen Modells liegen also vor allem darin, dass von der kleinen Einheit ‚Zeichen’ ausgegangen wird, was eine relativ feine Aufteilung des publizistischen Zeichenprozesses ermöglicht (vgl. Saxer/Kull 1981: 18) und eine passende Hilfestellung bietet, um den Bezugsrahmen (vgl. Tab. 3) weiter zu differenzieren und die einzelnen Indikatoren der verschiedenen Bezugssysteme in der Gesundheitsberichterstattung (vgl. Kap. 2.3) als Qualitätskriterien zu formulieren und anschliessend die gewonnenen Resultate auch wieder in das Gesamt des Zeichenprozesses zu integrieren.
Für die Qualitätsbeurteilung in der vorliegenden Arbeit bedeutet dies, dass die journalistische Gesundheitsberichterstattung in die drei semiotischen Dimensionen Syntaktik, Semantik und Pragmatik aufgeteilt wird (vgl. Kap. 3.2.1). Auf diesen Ebenen können die verschiedenen Einflussgrössen im journalistischen Zeichenprozess erkennbar gemacht werden (vgl. Kap. 3.2.2), so dass für die Untersuchung der
26
Gesundheitsberichterstattung relevante Analysekriterien entwickeln werden können (vgl. Kap. 3.3).
Bevor jedoch das semiotische Zeichenprozess-Modell von Saxer/Kull (1981) auf den vorliegenden Gegenstandsbereich angepasst wird, soll zuerst kurz auf die Zeichentheorie von Morris (1972), welche die theoretische Basis dieses Modells bildet, eingegangen werden.
3.2.1 Die Zeichentheorie von Morris: Die drei Dimensionen der Semiose
Laut Morris (1972: 20f.) besteht die Semiose, das heisst der Zeichenprozess, aus drei beziehungsweise vier Faktoren:
N Zeichenträger: dasjenige, was als Zeichen wirkt (Interpretant); N Bezeichneter: dasjenige, worauf das Zeichen referiert (Designat); N Zeichenbenützer: derjenige, der das Zeichen nutzt (Interpret), worin auch der Effekt, der ausgelöst wird, mitenthalten ist (4. Faktor). Diese drei Dimensionen des Zeichenprozesses sind untrennbar, werden in der Semiotik als ‚Wissenschaft von den Zeichen’ für analytische Zwecke jedoch in die Teildisziplinen Syntaktik, Semantik und Pragmatik unterteilt (vgl. Morris 1972: 23f.). N Die Syntaktik untersucht die Relationen zwischen Zeichen und Zeichen, also die Kombinationen von Zeichen innerhalb einer Sprache (Morris 1972: 32f.).
N Die Semantik behandelt die Beziehungen der Zeichen zu den Objekten, die sie bezeichnen (Designat) (vgl. Morris 1972: 42). N Die Pragmatik befasst sich mit der Beziehung der Zeichen zu ihren Interpretanten und Interpreten und beinhaltet somit „alle psychologischen, biologischen und soziologischen Phänomene, die im Zeichenprozess auftauchen“ (Morris 1972: 52f.).
Ein Zeichen ist dann vollständig analysiert, wenn seine „Beziehungen zu den anderen Zeichen, zu seinen aktuellen oder potentiellen Denotaten wie auch zu seinen Interpreten bestimmt worden sind“ (Morris 1972: 93).
Wie sich im weiteren Verlauf der Arbeit zeigen wird (vgl. Kap. 3.2.3.2), ist die Inhaltsanalyse der vorliegenden Arbeit im semiotischen Sinne nicht ‚vollständig’, da die pragmatische Dimension inhaltsanalytisch nicht untersucht wird. Vielmehr werden die Intention des Zeichenproduzenten (Gesundheitsjournalisten) wie auch die Funktionszuschreibungen seitens der Zeichenbenützer (Laien-, Zielpublikum) als unabhängige Variable der Analyse vorausgesetzt (vgl. Kap. 5).
3.2.2 Semiotik als publizistikwissenschaftliche Theorie
In der Publizistikwissenschaft wurde die Semiotik Mitte der 70er Jahre erstmals rezipiert, und später sogar als Basiswissenschaft (vgl. Bentele 1981; Saxer 1981) zur Analyse vor allem von (audio-)visuellen Zeichen postuliert. Denn wie Bentele (1981) darauf hinweist,
27
sind publizistische Prozesse, nicht nur „ökonomische, politische oder technische Prozesse, sondern im Wesentlichen auch Zeichenprozesse“ (Bentele 1981: 25) und somit ebenfalls unter einer einheitlich semiotischen Perspektive erforschbar. Dieser umfassende Anspruch wurde allerdings nicht eingelöst und konkrete praktische Anwendungen, wie beispielsweise in der Analyse von Werbebotschaften blieben eher selten (vgl. Bonfadelli 2002: 162), obwohl semiotische Basiskonzepte für die Analyse von Medientexten „äusserst fruchtbar“ (ebenda) sein können. Als Vorteil wird hervorgehoben, dass das Modell von Morris (1972) im Gegensatz zu klassischen publizistikwissenschaftlichen Modellen (vgl. beispielsweise Laswell 1948) seine Teildisziplinen (Syntaktik, Semantik, Pragmatik) von den Relationen zwischen den einzelnen Faktoren ableitet, wodurch die Verknüpfungen der einzelnen Einflussfaktoren im Zeichenprozess besser erkennbar und die Integration der Ergebnisse der Teilanalysen in das Gesamt des Kommunikationsprozesses vereinfacht werden (vgl. Bentele 1981: 26f.). Besonders für Analysen, die auf der Ebene des Kommunikationsinhaltes ansetzen, können innerhalb des Kommunikationskontextes auch die Beziehungen eines inhaltlichen Teilaspektes auf inhaltsexterne Bestandteile berücksichtigt werden, was Merten (1995: 24) im methodischen Kontext so genannte „Inferenzen“ nennt, bei denen „von Merkmalen eines manifesten Textes auf Merkmale eines nichtmanifesten Kontextes geschlossen wird“ (Merten 1995: 24) (vgl. Kap. 6.2).
3.2.2.1 Problembereiche der Semiotik als publizistikwissenschaftliche Basistheorie
Als die Semiotik für die Publizistikwissenschaft nutzbar gemacht wurde, identifizierte Saxer (1981: 42f.) drei Hauptschwierigkeiten: Erstens war zu jenem Zeitpunkt die Leistungsfähigkeit der Semiotik hinsichtlich der verschiedenen Medien und deren Codes sehr unterschiedlich weit entwickelt und erprobt. Dies hat sich bis in die Gegenwart nicht stark verändert, da es bei einzelnen Anwendungen blieb (vgl. Bonfadelli 2002: 162). Zweitens verfährt die semiotische Aussagenanalyse als Folge davon in starkem Masse lediglich „klassifikatorisch“, das heisst als Hilfestellung beim „Gruppieren von Kommunikationsphänomenen“ (Saxer 1981: 42), so dass sie nur in einer „Frühphase der publizistikwissenschaftlichen Erkenntnisentwicklung“ einen Beitrag leistet (ebenda). Und drittens nennt Saxer die semiotische Aussagenanalyse für publizistikwissenschaftliche Zwecke „im allgemeinen viel zu detaillistisch“ (Saxer 1981: 43), weshalb sie auf die Untersuchung von Einzelfällen beschränkt bleibt. In der vorliegenden Arbeit wird allerdings keine vollständige semiotische Analyse als Ziel verfolgt (vgl. Kap. 3.2.1). Vielmehr liegt der erwartete Nutzen gerade in einer semiotischen (Vor-)Analyse zur Gruppierung und Verortung der einzelnen Einflussfaktoren innerhalb des publizistischen Zeichenprozesses sowie dessen Entstehungs- und Wirkungskontextes (vgl. Kap. 3.2). Dies vereinfacht die für die Inhaltsanalyse relevanten Analyseeinheiten mit deren Beziehungen auf den verschiedenen Ebenen herauszuarbeiten und zum Schluss die Ergebnisse während ihrer Interpretation
28
wieder in das Gesamt des Zeichenprozesses zu integrieren und miteinander in Bezug zu setzen. Gleichzeitig gewährleistet dieses Vorgehen auch die geforderte Transparenz (vgl. Kap. 3.1) während der Erarbeitung der Qualitätsanforderungen.
3.2.3 Journalismus als Zeichenprozess
Saxer/Diethelm/Koller (1974) entwickelten auf der Basis von Morris’ Zeichentheorie ein Kommunikationsmodell zur „Analyse und Typologisierung von Fernsehsendungen“ (ebenda), welches Koller (1981) für die Ausbildung von Fernsehjournalisten operationalisierte.
Aus der semiotischen Perspektive werden publizistische Aussagen als „Zentren und Ergebnisse komplexer, organisierter Zeichenprozesse“ (Saxer 1981: 48) verstanden. Und entsprechend den drei zeichentheoretischen Dimensionen der Semantik, Pragmatik und Syntaktik (vgl. Kap. 3.2.1) kann ein journalistisches Produkt auf der Ebene des „Selektions-, Kommunikations- und Gestaltungsprozesses“ (Saxer/Kull 1981: 19) analysiert werden (vgl. Abb. 2). Dazu untersucht die semantische Analyse den journalistischen Selektionsprozess, bei dem die Umweltkomplexität inhaltlich reduziert und durch den journalistischen Zugriff eine neue (Medien-)Realität konstruiert wird. Die syntaktische Dimension fokussiert auf den Gestaltungsprozess einer publizistischen Aussage, welcher sowohl die Darstellung des einzelnen Beitrags, als auch dessen Beziehung zu anderen journalistischen Beiträgen (Platzierung) betrifft. Die Pragmatik geht davon aus, dass sich eine Aussage nicht interpretieren und beurteilen lässt, ohne dass auch auf die Entstehungs- und Rezeptionssituation der Mitteilung Bezug genommen wird (vgl. Koller 1981: 376f.).
Abb. 2: Semiotisches Zeichenprozessmodell zur Beurteilung redaktionelle Beiträge*
Jeder dieser (Teil-)Prozesse schneidet sich mit den beiden anderen, was verdeutlicht, dass ein journalistisches Produkt nicht realisiert werden kann, wenn eine der (Teil-) Ebenen weggelassen wird (vgl. Kap. 3.2.1). So erfolgen Inhaltsauswahl und Thematisierung
29
entsprechend bestimmter Intentionen des Kommunikators, die sich ebenfalls nur innerhalb eines von institutionellen Normen sowie den Publikumserwartungen festgelegten Rahmens formulieren lassen und bestimmte Funktionen wie Information, Bildung oder Unterhaltung erfüllen sollen (vgl. Koller 1981: 383). Schliesslich verwirklichen sich diese Intentionen in „zeitungsdramatischen Gestaltungsakten“ (Saxer 1981: 40), die vom jeweiligen Berichterstattungsgefäss wie auch im Rahmen des Beitragsumfeldes mitbestimmt werden (vgl. ebenda: 40f.). Die sechs Elemente, die an den Anfängen beziehungsweise Enden der drei (Teil-) Prozesse dargestellt sind (vgl. Abb. 2), nennen Saxer/Kull (1981: 20) die „Normquellen“. Jede dieser Normquellen hat ihren Einfluss auf den redaktionellen Prozess und fordert entsprechend ihren spezifischen Qualitätsstandard ein. In Tabelle 4 sind mögliche Kategorien dieser Normquellen, die den publizistischen Aussageprozess bestimmen, zusammengefasst. Von diesen Einflussgrössen werden anschliessend die relevanten Qualifikationskriterien abgeleitet (vgl. Kap. 3.3).
Tab. 4: Kategorien zu den Relationen im semiotischen Modell*
3.2.3.1 Kritik am semiotischen Zeichenprozessmodell von Saxer/Kull 1981
Laut Wallisch (1995: 165) können im Modell von Saxer/Kull (1981) zwei Defizite erkannt werden. Einerseits erscheint die Organisationsstruktur des jeweiligen Medienunternehmens nicht explizit, da diese Normquelle hierarchisch über die sechs anderen gestellt und als siebente Dimension mit „Produktorganisation der Medieninstitution“ (Saxer/Kull 1981: 20) benannt wird. Andererseits fehlt laut Wallisch (1995: 165) ebenso die ausdrückliche Deklaration der journalistischen Persönlichkeit als eigene Dimension. Wallisch (ebenda) betont, dass erst das Ensemble von „Produktstandard“ (Faktoren 1-6), „Betriebsstandard“ (Faktor 7) sowie „Persönlichkeits- und Teammerkmale“ (Faktor 8) eine Optimierung der gesamten publizistischen Qualität ermöglichen.
Was die Untersuchung der vorliegenden Arbeit betrifft, steht nicht die Optimierung der gesamten publizistischen Qualität im Vordergrund, sondern die Suche nach einem Zusammenhang zwischen der Institutionalisierung des Themas Wissenschaft und der Gesundheitsberichterstattung (vgl. Kap. 5), wozu auf die Inhaltsebene fokussiert wird und gewisse Aspekte (pragmatische Ebene) ausgeblendet werden (vgl. Kap.3.2.3.2). Die Betonung der Produktebene im semiotischen Zeichenprozessmodell wird aus diesem
30
Grund gerade als Vorteil angesehen (vgl. Kap. 3.2.2). Denn in der vorliegenden Arbeit bildet die Ebene des Mitteilungsprozesses als Relation von Publikum (Faktor 5) und Kommunikator (Faktor 6) - worin im Modell von Saxer/Kull (1981: 19) auch der Betriebsstandard wie auch die Persönlichkeit als Faktoren sieben und acht (vgl. Kap. 3.2.3.1) enthalten sind - die unabhängige Variable.
3.2.3.2 Gesundheitsberichterstattungsrelevante Schwerpunkte der Analyse
Diese pragmatische Relation des Kommunikationsprozesses wird der Inhaltsanalyse vorausgesetzt, da vermutet wird, dass sich in Folge der je anderen Institutionalisierung des Themas Wissenschaft unterschiedliche Bezugssysteme (Wissenschaft - Publikum) in der Gesundheitsberichterstattung ergeben, woraus eine je andere Gewichtung von Qualitätsstandards resultiert. Somit manifestiert sich die pragmatische Dimension im redaktionellen Beitrag, indem sie die syntaktische und semantische Ebene als abhängige Variable beeinflusst. Teilt man Tabelle 2 (vgl. Kap. 2.2) nach den von Saxer/Kull (1981) formulierten Prozessebenen auf, ergibt sich folgende neue Tabelle 5.
Tab. 5: Zeichenprozessebenen der gesundheitsjournalistischen Inhaltsanalyse*
* nach Göpfert (2004); Flöhl, (1990); Russ-Mohl (2000b); Saxer/Kull (1981)
Die mit schwarzer gestrichelter Rahmung hervorgehobenen Ebenen (Selektions- und Gestaltungsprozess) werden als abhängige Variablen bestimmt und sind somit Teil der Inhaltsanalyse Ziel des folgenden Kapitels ist es nun, Tabelle 4 und 5 zusammenzuführen, um auf den beiden Ebenen des Selektions- sowie Gestaltungsprozesses (als Untersuchungsbereiche der Inhaltsanalyse) Qualitätskriterien als Indikatoren für die beiden unterschiedlichen Orientierungsmöglichkeiten herauszuarbeiten und anschliessend zu operationalisieren (vgl. Kap. 6.4.1.1).
3.3 Qualitätskriterien
Journalistisches Handeln setzt sich aus Selektion (Input), Transformation (Troughput) und Präsentation (Output) zusammen (vgl. Kap. 2.3.2) und unterliegt dabei äusseren, redaktionellen und medialen Bedingungen sowie dem Einfluss von Qualifikationen und Selbsteinschätzung des Journalisten (vgl. Schröter 1995: 65f.). Das Modell von Saxer/Kull (1981) nimmt explizit oder implizit Bezug auf diese Einflussfaktoren (vgl. Kap. 3.2.3.1). Im Mittelpunkt der Inhaltsanalyse stehen jedoch die Selektionssowie Präsentationsebene (vgl. Tab. 5).
31
Arbeit zitieren:
master of art Michael Gabathuler, 2006, Wissenschaft und Publikum? Eine Inhaltsanalyse der Gesundheitsberichterstattung in Schweizer Tageszeitungen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Organisationsgrenzen in dynamischen Umwelten - Eine Revision der '...
Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation
Diplomarbeit, 175 Seiten
Ursachen, Auswirkungen und eingeleitete Maßnahmen aus der weltweiten F...
VWL - Internationale Wirtschaftsbeziehungen
Diplomarbeit, 129 Seiten
Die DRG-basierte Krankenhausvergütung in Deutschland
Pflegemanagement / Sozialmanagement
Hausarbeit, 16 Seiten
Sprachförderung in der Grundschule
Deutsch - Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache
Seminararbeit, 21 Seiten
Der Konflikt zwischen Theologie und Naturwissenschaft
Theologie - Systematische Theologie
Seminararbeit, 15 Seiten
Frankreich in der Europäischen Union
Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union
Hausarbeit, 23 Seiten
Die Bedeutung von Alice Salomon für die Soziale Arbeit
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 27 Seiten
Das Toyota Produktionssystem - Vorbild für die deutsche Automobilindus...
Just-in-Time betrachtet aus de...
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Essay, 23 Seiten
Erwachsenenbildung und Schlüsselqualifikationen am Beispiel der Kranke...
Pflegemanagement / Sozialmanagement
Hausarbeit, 23 Seiten
Liberale Antworten auf die soziale Frage im deutschen Kaiserreich
Geschichte Europa - Deutschland - 1848, Kaiserreich, Imperialismus
Hausarbeit (Hauptseminar), 26 Seiten
Michael Gabathuler's Text Wissenschaft und Publikum? Eine Inhaltsanalyse der Gesundheitsberichterstattung in Schweizer Tageszeitungen ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Michael Gabathuler hat den Text Wissenschaft und Publikum? Eine Inhaltsanalyse der Gesundheitsberichterstattung in Schweizer Tageszeitungen veröffentlicht
Michael Gabathuler hat einen neuen Text hochgeladen
Inklusionsverhältnisse und Ink...
Nicole Burzan, Brigitta Lökenhoff, Uwe Schimank, Nadine M. Schöneck
Die Online-Inhaltsanalyse. Forschungsobjekt Internet
Melanie Arens, Christian Baier, Annekatrin Bock, Saskia Böcking, Kerstin Bund, Elke Kronewald, Martin Welker, Carsten Wünsch
Schweizer Schokolade - Chocolat Suisse - Swiss Chocolate
Chocolat Suisse - Swiss Chocol...
Marysia Morkowska
Die schönsten Schweizer Bücher 2010
Inhaltsanalyse von webbasierten Informationsangeboten
Framework für die inhaltliche ...
Katrin Luzar
Konsensanalyse: Ein neues Instrument der Inhaltsanalyse
Theoretische Fundierung und em...
Jasmin Top
0 Kommentare