In der heutigen Zeit muss die produzierende Industrie Produktbegleitende Zusatzkomponenten zur Erlangung von Wettbewerbsvorteilen nutzen. [2]
Produktbegleitende Zusatzkomponenten können kaufentscheidend sein und in der Zukunft zum Hauptbestandteil des Produktes avancieren. Des Weiteren müssen auch Industrieunternehmen in der Lage sein, rasch auf Marktänderungen reagieren zu können und ihr Produktangebot ändern, d.h. es an neue Gegebenheiten oder Konkurrenzangebote anzupassen sowie aktuelle oder auch neue Produkte systematisch zu entwickeln.
Kaufentscheidend für das eigene Produkt und nicht für das Konkurrenzangebot kann also laut Experten das zusätzliche Angebot von Produktbegleitenden Zusatzkomponenten sein. [3]
Ich will in diesem Aufsatz die Möglichkeiten und Chancen aufzeigen, wie die größte deutsche Branche, die Automobilbranche, speziell der Original-Zubehör-Bereich von der Entwicklung Produktbegleitender Zusatzkomponenten profitieren kann. Die Original-Zubehör-Automobilindustrie hat auf dem Zubehör-Markt durch die hohen Entwicklungs- und Prüfungskosten einen schweren Stand. Sie können sich aktuell nur über den Faktor Qualität und Zuverlässigkeit von den Billiganbietern abgrenzen. Ganz deutlich wird das im Bereich Elektrik Elektronik. Produkte aus Fernost sind zwar in der Regel sehr günstig, aber in den meisten Fällen nach Aussagen von Experten der Qualitätssicherung der jeweiligen Automobilhersteller nicht auf Ihre Sicherheit in den Fahrzeugen geprüft. Kurz, Sie stellen ein Sicherheitsrisiko für den Käufer dieser Produkte und Verkehrsteilnehmer dar. [4]
Möglichkeiten der Produktdifferenzierung
In der heutigen Zeit gibt es für die Original-Zubehör-Industrie mehrere Möglichkeiten, sich vom Aftermarket-Geschäft, im Markt für Auto-Ersatzteile, zu differenzieren. Diese Möglichkeiten werden vornehmlich durch den zunehmenden Anteil an Elektronik im Fahrzeug sowie einer höheren Lebensdauer von Einzelteilen vorangetrieben. Ebenso sind Auswirkungen auf das Aftermarket-Geschäft von
wirtschaftlichen, umweltbedingten sowie kundenseitigen Veränderungen zu erwarten, jedoch haben diese einen wesentlich geringeren Effekt. [4a]
Sicherheit als Differenzierungsmöglichkeit
Sicherheit steht nach Aussagen der Automobilhersteller als Differenzierungsmerkmal an erster Stelle. Hier haben die Originalzubehörentwickler einen großen Vorsprung zu ihren Kontrahenten aus Fernost. Produktentwickler im Bereich Zubehör eines großen Automobilherstellers haben die räumliche Nähe zu den Entwicklern der Fahrzeuge. Sie müssen sich nicht erst zu Entwicklungszwecken einen Wagen bei einer Autovermietung mieten. Über diese kurzen Wege kann sichergestellt werden, dass kein sicherheitskritisches Teil die Entwicklung verlässt, ohne die Freigabe durch die Qualitätssicherung zu bekommen. Sicherheitskritische Bauteile oder Produkte sind Bauteile, welche für die Sicherheit des Fahrers und somit für eine uneingeschränkte Funktion des Fahrzeuges unverzichtbar sind.
Produktbegleitende Zusatzkomponenten als
Differenzierungsmöglichkeit
Sicherheit ist ein Argument für originales Zubehör; eine weitere Möglichkeit, Kunden zu binden sowie den Umsatz zu steigern, würde über Produktbegleitende Zusatzkomponenten geschehen. [5]
Produktbegleitende Zusatzkomponenten könnten im Fall der Mobilen Navigation zum Beispiel Content sein. Über diesen Weg besteht die für die Automobilindustrie die Möglichkeit sich vom Markt einmal durch spezielle Angebote sowie durch die danach folgende Mundpropaganda zu differenzieren und einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Billiglohnländern zu erlangen. [6] Den Punkt „Empfehler sind die besten Werber“ sollte man in diesem Zusammenhang laut Anne M. Schüller nicht unterschätzen. [7]
Was ist Content?
Medieninhalte sind Inhalte, die über Medien verbreitet werden. Seit etwa Mitte der 1990er Jahre wird im deutschen Sprachraum auch der Anglizismus Content (engl.:
der Gehalt, der Inhalt) verwendet, insbesondere im Zusammenhang mit Neuen Medien. Die Verwendung geschieht häufig zur Abgrenzung der übermittelten Inhalte eines Mediums von seiner Infrastruktur und von Informationen, die zur Verwaltung der Inhalte dienen. Beim Fernsehen ist der Content beispielsweise nicht der einzelne Fernsehsender oder das Fernsehprogramm als Sendeschema, sondern die Gesamtheit der übertragenen Fernsehsendungen.
Im Internet können Medieninhalte in den unterschiedlichsten Formen vorliegen, als Text, Bild-, Audio- oder Videodaten. Die mit der Vermarktung von Paid Content, also kostenpflichtigen Inhalten beschäftigten Medienunternehmen werden auch als Contentindustrie bezeichnet. 8 Open Content dagegen bezeichnet Inhalte, für deren Erstellung der Urheber keine Vergütung erhält, und deren Weiterverbreitung ausdrücklich gewünscht ist. Mit User Generated Content sind Inhalte angesprochen, bei denen der Gegensatz zwischen Produzent und Konsument verwischt ist.
Im Zusammenhang mit dem Internet, Computern, Soft- und Hardware findet sich das Wort Content als Bestandteil in zahlreichen Zusammensetzungen. Als Beispiel sei hier nur das Content-Management genannt. 9
Content als Produkt in der Automobilindustrie
Für die Automobilindustrie sind Produktbegleitende Zusatzkomponenten wie in diesem Fall Content als Produkt noch sehr neu. Um es etwas verständlicher zu machen, kann man dies sehr gut an einem Beispiel verdeutlichen.
Content könnte in diesem Fall als Reiseführer-Daten gesehen werden. Die technische Innovation liegt in der vollständigen Integration von drei Informationssystemen: Navigation, Reiseführer und AudioGuide. Damit sind hohe Anforderungen an Software-Entwicklung und Hardware-Anpassung verbunden. Die Geräte müssen von Anfang an so entwickelt werden, dass sie auch für weitere Applikationen geeignet sind. Hier bietet sich ein großer Raum für die Transformation und Integration bestehender Funktionalitäten. [10]
Die redaktionelle Innovation ergibt sich aus der konsequenten Einstellung auf den spontanen, situativ denkenden Anwender, der von einem elektronischen Reiseführer
keine anstrengende Bildungslektüre, sondern gezielte Informationen und leichte Unterhaltung erwartet. Aus diesem Grund stellt sich das Programm auf die jeweilige Situation und die individuellen Wünsche des Käufers ein. Die Kommunikation ist multisensorisch und damit sehr abwechslungsreich. Sie umfasst nicht nur geschriebene, sondern auch gesprochene Texte, dreidimensionale kartografische Darstellungen und touristische Hörstücke. Die Programmkompetenz zeigt sich neben dem hohen Informationsgehalt vor allem in der Designqualität, Benutzerfreundlichkeit und Erlebniswelt. [13]
Ziel ist es, eine feste, stetig wachsende Käufergruppe zu etablieren und die Kundenzufriedenheit zu steigern. [11] Virtuelle Reiseführer wird es sowohl als eigenständige Medien (z.B. Board- oder Pocket-Guide) wie auch als themenbezogene Verlagsprodukte für einzelne Länder, Regionen, Städte, Schwerpunktinteressen oder Special-Events geben. Wer einmal ein Gerät erwirbt, kann sich, so die Marketingexperten, in den nächsten Jahren auf immer neue Publikationen freuen. Hierzu sind natürlich Kooperationen mit Lieferanten eine Grundvoraussetzung für das Gelingen dieses Modells. [11]
Individualität statt Massentourismus
Herausforderung an die Automobilindustrie
Eine weitere Herausforderung besteht im Bereich der Bezahlung. Hier muss noch ein Modell entwickelt werden, welches in der Produzierenden Industrie, speziell hier in der Automobilindustrie noch unbekannt ist. [7] Es muss im ersten Step eine Plattform entwickelt werden, welche das Herunterladen und Bezahlen der Daten ermöglicht. Dies könnte analog zu den bereits am Markt etablierten Plattformen itunes, music load usw. realisiert werden. [8]
Produktbegleitende Zusatzkomponenten können auch in anderen Bereichen der Automobilindustrie zur Sicherung der Kundenzufriedenheit und des Umsatzes beitragen. Ich denke, dass es genug Möglichkeiten für die Automobilbranche gibt, sich auf dem Markt zu etablieren und eine Führerschaft in diesem Segment zu übernehmen.
Literatur
1 H.J. Bullinger/ A.-W.Scheer: Service Engineering Entwicklung und Gestaltung innovativer Dienstleistungen, Springer Verlag 2003 2 Homburg, C.; Garbe, B.: Industrielle Dienstleistungen - lukrativ, aber schwer zu meistern. In: Harvard Business Manager, 18. Jg., 1996, Heft 1, S. 68-75. 3 Eversheim, W.; Borrmann, A.; Kerwat, H.; Bünting, F.: Kundenzufriedenheit mit produktionsnahen deutschen Serviceleistungen. Ergebnisse der Analysen in Deutschland, USA und China Frankfurt a. M.: VDMA-Verlag, 2000. 4 Albach, H.: Dienstleistungsunternehmen in der modernen Industriegesellschaft. München, 1989 4a
18:00Uhr]
Quote paper:
Carsten Ihl, 2009, Content als Produkt in der Automobilindustrie, Munich, GRIN Publishing GmbH
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